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Termpaper, 2003, 32 Pages
Author: Timur Karabiber
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Details
Institution/College: University of Bayreuth (Institut für Philosophie)
Tags: Ethisches, Investment, Börse, Dokumentenanalyse, Ethische, Probleme, Management
Year: 2003
Pages: 32
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 51 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-31081-9
ISBN (Book): 978-3-640-38533-1
File size: 377 KB
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Abstract
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema des ethischen Investments, wobei dieser Begriff als Synonym für sozial-ökologische Geldanlage in Form von Aktien oder Fonds verstanden wird. Als erstes werden dazu Grundlagen vermittelt, etwa, die Idee des ethischen Investments und welche Ziele sie verfolgt. In einem zweiten Teil werden, für diese Arbeit als Basis dienende praxisrelevante Grundlagen, beispielsweise Screeningansätze zum Portfoliomanagement, besprochen, um dann führende „ethische Indizes“ vorstellen zu können. Den vierten Hauptpunkt bildet hierauf eine kurze skizzenhafte Analyse des Informationsmaterials der BASF AG und der Bayer AG, das ich auf Anfrage von den Investorrelations- bzw. Sustainable Development Abteilungen erhalten habe. Dabei sollen die Dokumente hinsichtlich Transparenz, Übersichtlichkeit, Ökologie und Soziales näher untersucht werden. Diese Analyse kann natürlich nicht annähernd so ausführlich sein, wie dies eigentlich als Grundlage für aktives ethisches Investment notwendig ist. Es wird lediglich der Versuch unternommen, das Verständnis für die Arbeitsweise im Bereich ethisches Investment zu fördern. Abschließend wird kurz auf die Frage nach der Glaubhaftigkeit der Informationen eingegangen, um damit auf die Verantwortung des Investors hinweisen zu können.
Excerpt (computer-generated)
Universität Bayreuth
Institut für Philosophie
Lehrstuhl für Wirtschaftsethik
Seminar „ethische Probleme im Management“
WS 2002/03
Thema:
Ethisches Investment an der Börse:
Eine Dokumentenanalyse bei der BASF AG und der Bayer AG
von
Timur Karabiber
Fachsemester: 3
INHALTSVERZEICHNIS
1. Gibt es Moral an der Börse, die Idee einer zukunftsfähigen Marktwirtschaft 3
2. Einführung in die Grundlagen, Marktdaten und Trends 4
2.1 Grundidee des Ethischen Investments 4
2.2 Die Idee der Nachhaltigkeit 6
2.3 Stimmung in Deutschland 7
2.4 Marktentwicklung in Deutschland im internationalen Vergleich 8
3. Praxisrelevante Grundlagen zum ethischen Investment 9
3.1 Das magische Viereck der Kapitalanlage 9
3.2 Rolle der Anleger und Finanzintermediäre 9
3.3 Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden 10
3.4 Screeningansätze im ethischen Investment 11
3.5 Grenzen des ethischen Investments 12
4. Die führenden Indizes 14
4.1 Dow Jones Sustainability Group Indexes 15
4.2 FTSE4Good Global Index 16
4.3 Naturaktienindex 17
5. Analyse des Informationsmaterials der BASF AG und der Bayer AG 17
5.1 Transparenz und proaktives Verhalten 18
5.2 Übersichtlichkeit der Informationen für den Investor 19
5.3 Thema Mitarbeiter als Beispiel eines „Sozialkriteriums“ 21
5.4 Thema Naturschutz als Beispiel eines „Ökologiekriteriums“ 22
5.5 Spezielle eigene Ethik-Tools der Unternehmen 24
5.6 Aufnahme in anerkannte Indizes und Organisationen 26
5.7 Zusammenfassung der Ergebnisse 27
6. Frage nach der Glaubwürdigkeit der Informationen und die Verantwortung des Investors 28
LITERATURVERZEICHNIS 30
1. Gibt es Moral an der Börse, die Idee einer zukunftsfähigen Marktwirtschaft
„Der Ökonom mag ethisches Investment zunächst mit Zurückhaltung sehen: Alle, die zu bestimmten Zeiten die Universitätsbank gedrückt haben, wissen, dass nach dem alten Lehrsatz von Adam Smith gerade das eigennützige Verhalten der Individuen, welches von einer unsichtbaren Hand geleitet wird, zum Wohle aller führt“1. Mit dieser Begründung wird immer noch von der Mehrzahl der Marktakteure, also Investoren, Finanzdienstleister und Broker bestritten, dass es an der Börse, dem wahrscheinlich vollkommensten Markt in einer Volkswirtschaft, Moral überhaupt geben kann, „don`t mix morals and money“2; denn hier entscheidet nur Angebot und Nachfrage den Preis. Dennoch ist nach Meinung vieler Branchenkenner gerade die Implementierung von Ethik in den Börsenhandel ein neuer, ernst zu nehmender Trend an den Finanzmärkten und in gewisser Weise vielleicht sogar die Zukunft einer funktionierenden Marktwirtschaft. Ethisches Investment ist sicherlich noch eine Nische in Deutschland, weniger als ein Prozent werden zur Zeit nach ethischen Gesichtspunkten angelegt, ein weltweites Wachstumspotential von 30 bis 40% pro Jahr3 wird aber für realistisch gehalten. Zukunftsweisend ist diese Entwicklung deswegen, weil die Schlagworte „Börse“ und „Ethik“ auf den ersten Blick nicht miteinander vereinbar scheinen, aber bei genauerem Hinsehen ergibt sich ein völlig gegensätzliches Bild. Gesellschaften und damit Wirtschaftssysteme, monetäre Strukturen, Börsen und Supermärkte entstehen nicht aus dem Nichts, all dies besitzt seinen Ursprung in sozialen Prozessen von Menschen und ist auf ihn ausgerichtet4. Aus der Bewusstwerdung dieser Tatsache in einer modernen industrialisierten Wohlstandsgesellschaft, zu denen auch Deutschland gehört, wächst der Unmut über die negativen Auswüchse und Mißstände in den modernen Marktwirtschaften. Einige Schlagworte für diese Entwicklung sind schnell gefunden, etwa Massenentlassungen, die immer weiter auseinander klaffende Wohlstandsschere, Globalisierung und Ausbeutung von Mensch und Natur. Deswegen ist es an der Zeit die anthropozentrische Vision von Walter Eucken wieder aufzugreifen und die Versorgung des Menschen, jetzt und in der Zukunft, damit ein menschenwürdiges Leben, zurück in den Mittelpunkt des Interesses von Wirtschaft und Gesellschaft zu stellen5. Diese Vision von einem „zukunftsfähigen Kapitalismus“, durch selbstverantwortliches Handeln, versucht der Bereich des ethischen Investments aufzugreifen und Unternehmen für die Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft zu belohnen oder aber für ökologisches und soziales Missmanagement zu sanktionieren.
Aus diesen Gründen beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit dem Thema des ethischen Investments, wobei dieser Begriff als Synonym für sozial-ökologische Geldanlage in Form von Aktien oder Fonds verstanden wird. Als erstes werden dazu Grundlagen vermittelt, etwa, die Idee des ethischen Investments und welche Ziele sie verfolgt. In einem zweiten Teil werden, für diese Arbeit als Basis dienende praxisrelevante Grundlagen, beispielsweise Screeningansätze zum Portfoliomanagement, besprochen, um dann führende „ethische Indizes“ vorstellen zu können. Den vierten Hauptpunkt bildet hierauf eine kurze skizzenhafte Analyse des Informationsmaterials der BASF AG und der Bayer AG, das ich auf Anfrage von den Investorrelations- bzw. Sustainable Development Abteilungen erhalten habe. Dabei sollen die Dokumente hinsichtlich Transparenz, Übersichtlichkeit, Ökologie und Soziales näher untersucht werden. Diese Analyse kann natürlich nicht annähernd so ausführlich sein, wie dies eigentlich als Grundlage für aktives ethisches Investment notwendig ist. Es wird lediglich der Versuch unternommen, das Verständnis für die Arbeitsweise im Bereich ethisches Investment zu fördern. Abschließend wird kurz auf die Frage nach der Glaubhaftigkeit der Informationen eingegangen, um damit auf die Verantwortung des Investors hinweisen zu können.
2. Einführung in die Grundlagen, Marktdaten und Trends
2.1 Grundidee des Ethischen Investments
Investitionen sind grundsätzlich mit bestimmten Zielen verbunden, es wird durch die Vergabe von Eigen- und Fremdkapital versucht, bestimmte Interessen zu verwirklichen. Dabei gibt es unterschiedliche Motive, der Wunsch nach Rendite, Sicherheit für materiellen Wohlstand oder aber Ansehen und Einfluss, um nur einige aufzuzählen.
[....]
1 von Rosen (2002), 12
2 Lowry (1991), 19
3 von Rosen (2002), 11
4 Hoffmann (2002), 51
5 vgl. Eucken, 240
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