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Diploma Thesis, 2002, 78 Pages
Author: Mark Oliver Pohl
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Details
Tags: Rating
Year: 2002
Pages: 78
Grade: 2,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-11779-1
File size: 223 KB
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Excerpt (computer-generated)
Anforderungen an internes und externes Rating für Kredite
deutscher Banken aus ökonomischer und aufsichtlicher
Perspektive
Diplomarbeit
im Studiengang Betriebswirtschaftslehre in
der Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Verfasser:
Mark Oliver Pohl
Eingereicht bei:
Prof. Dr. Andreas Oehler
Abgabetermin:
13.02.2002
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... I
Abbildungsverzeichnis ... III
Abkürzungsverzeichnis ... IV
1 Einleitung ... .1
1.1 Problemstellung ... 1
1.2 Gang der Untersuchung ... 2
2 Erläuterung grundlegender Begriffe ... 4
2.1 Das Rating ... 4
2.1.1 Begriffsbestimmung des Rating ... 4
2.1.2 Abgrenzung des externen vom internen Rating ... 5
2.1.3 Methoden der Ratingerstellung ... 7
2.2 Banken und das Bankensystem in Deutschland ... 9
2.2.1 Definition der Bank ... 9
2.2.2 Das Bankensystem ... 10
2.3 Der Bankkredit ... 10
2.3.1 Einordnung des Bankkredits in Fremdfinanzierungsformen ... ..11
2.3.2 Definition des Bankkredits ... 11
2.4 Lösungsansätze für Probleme aus Informationsasymmetrien ... 12
2.4.1 Unvollkommene Informationen als besondere Problematik in der Gläubiger-Schuldner-Beziehung ... 12
2.4.2 Agency-Theorie im Rahmen des neoinstitutionalistischen Ansatzes ... 12
2.5 Instrumentarien der Bankenaufsicht ... 15
3 Ziele und Anforderungen an das Rating aus ökonomischer Perspektive 16
3.1 Ziel und Anreizeffekte zur Durchführung eines Rating aus ökonomischer Perspektive verschiedener Interessengruppen ... 16
3.1.1 Aus Sicht der Banken ... 17
3.1.2 Aus Sicht der Kreditnehmer ... 20
3.1.3 Aus Sicht der Ratingagenturen ... 22
3.1.4 Aus Sicht der Bankenaufsicht ... 22
3.2 Anforderungen an Ratings aus ökonomischer Perspektive der verschiedenen Interessengruppen ... 23
3.3 Differenzierung der Anforderungen an externes und internes Rating ... 28
4 Ziele und Anforderungen an das Rating aus aufsichtlicher Perspektive ... 29
4.1 Ziele aus aufsichtlicher Perspektive ... 29
4.1.1 Allgemeine Ziele der Bankenaufsicht ... 29
4.1.2 Spezifische Ziele der Bankenaufsicht durch Ratings ... 30
4.2 Die Anforderungen an Ratings durch das Basler Konsultationspapier ... 31
4.2.1 Veränderungen der Anforderungen: Von Basel 1 zu Basel 2 ... 31
4.2.2 Anforderungen an externes Rating durch das Standardverfahren ... 33
4.2.3 Anforderungen an die auf internen Ratings basierenden Ansätze ... 34
4.2.4 Zusätzliche Anforderungen für den "fortgeschrittenen" IRB-Ansatz ... 37
4.3 Grundsätze ordnungsgemäßen Ratings ... 37
5 Abgleich von ökonomischen mit aufsichtlichen Anforderungen an Ratings ... 41
5.1 Gemeinsame Ziele und Zielkonflikte zwischen Aufsicht, Banken, Kreditnehmer und Ratingagenturen ... 41
5.2 Auswirkungen der spezifischen Zielsetzungen der Interessengruppen auf die Anforderungen an Ratings ... 47
5.3 Praktikabilität und Grenzen des externen und internen Ratings im Vergleich ... 55
6 Schlussbemerkung ... 61
Literaturverzeichnis ... 62
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Definition klassischer Ratingskalen ... 5
Abb. 2: Rating criteria of agencies and banks ... ... 9
Abkürzungsverzeichnis
[...]
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Nach dem neuen Basler Abkommen, das voraussichtlich Anfang 2005 in Kraft treten wird, soll die Bonität der Schuldner zukünftig die Grundlage für die Höhe der Eigenkapitalhinterlegung der Banken für Kredite bilden. Derzeit gelten noch die Regelungen vom ersten Basler Eigenkapitalakkord von 1988, nach dem die Banken Kredite an Unternehmen mit 8 % des Kreditvolumens durch Eigenkapital unterlegen müssen, ohne die Bonität des Schuldners dabei zu berücksichtigen. Die Eigenkapitalvereinbarung von 1988 wird durch das zweite Basler Konsultationspapier abgelöst werden mit dem Ziel, eine den Risiken angepasstere Eigenkapitalhinterlegung zu schaffen, um die Sicherheit, Solidität und Effizienz des gesamten Finanzsystems zu erhöhen. Dadurch entsteht eine neue Ausgangslage für die Risikobeurteilung der Kreditnehmer.
Der zunächst favorisierte Vorschlag vom Basler Ausschuss zur Bestimmung des Risikos von Krediten war die ausschließliche Verwendung externer Ratings. Für die amerikanische Wirtschaft wäre dieser Vorschlag ohne größere Anpassungsprobleme relativ einfach und schnell zu realisieren, da dort ohnehin die meisten Unternehmen über ein externes Rating verfügen. Zudem spielt dort die Finanzierung über den Kapitalmarkt eine wesentlich größere Rolle. Die deutschen Banken und Wirtschaftsinteressenverbände haben jedoch die Anerkennung von internen Ratingverfahren durch den Basler Ausschuss nach zähen Verhandlungen durchgesetzt. Durch die in Deutschland bestehende Ratinglücke wurden für die meisten deutschen Banken jahrelang erhebliche Wettbewerbsnachteile befürchtet, wenn die Feststellung der Kreditnehmerbonität ausschließlich durch externe Ratings erlaubt worden wäre. Durch die Anerkennung der internen Ratingverfahren durch den Basler Ausschuss stellt dieser neben den Anforderungen an externes Rating entsprechend auch Anforderungen an internes Rating.
Externes als auch internes Rating gewinnt durch die neuen Zielvorstellungen des Basler Ausschusses erheblich an Bedeutung, da es zukünftig die Basis für die Höhe der Eigenkapitalhinterlegung von Banken bildet. Unabhängig von dieser aufsichtlichen Perspektive hat sich in jüngster Vergangenheit aber auch aus rein ökonomischen Gründen der Einfluss des Unternehmensratings als Bonitätsmaßstab für die Einschätzung von Kreditrisiken verstärkt.
Hierbei stellt sich die Frage, inwiefern die vom Basler Ausschuss formulierten aufsichtlichen Anforderungen zur Einrichtung von Ratings auch aus rein ökonomischer Sicht als geeignet erscheinen. Im Rahmen dieser Fragestellung untersucht die vorliegende Arbeit insbesondere, ob die sich aus der ökonomischen Perspektive ergebenden Anforderungen durch die im Entwurf zu Basel 2 formulierten, regulatorischen Richtlinien an internes und externes Rating erfüllt werden bzw. in welcher Form sich Potenziale für einen ökonomischen Effizienzgewinn ergeben.
Dabei ist zunächst die grundsätzliche Tauglichkeit eines externen und internen Ratings als Instrument zur Reduzierung von Informationsasymmetrien in der Gläubiger-Schuldner-Beziehung zu untersuchen. Nur wenn ein Rating die
Agency-Problematik zwischen Gläubiger und Schuldner lösen kann, bildet es eine geeignete Grundlage für eine risikoadäquate Eigenkapitalhinterlegung der Banken. Hierbei ist eine differenzierte Betrachtung nach internem und externem Rating sinnvoll. Es ist zu untersuchen, ob ein internes Rating bei der Beurteilung der Bonität eines Unternehmens zu anderen Ergebnissen kommt als ein externes Rating bzw. ob eventuell das eine Instrument dem anderen überlegen ist. Zudem erscheint im Hinblick auf die praktische Umsetzung eine Beurteilung der einzelnen Ratinginstrumente hinsichtlich ihrer Eignung aus der Perspektive der beteiligten Interessengruppen sinnvoll.
1.2 Gang der Untersuchung
Die Untersuchung der Aufgabenstellung, die Anforderungen an internes und externes Rating für Kredite deutscher Banken aus ökonomischer und aufsicht- licher Perspektive zu betrachten, wird neben Kapitel 1, der Einführung, und Kapitel 6, der Schlussbetrachtung, in vier weitere Kapitel unterteilt.
In Kapitel 2 werden zunächst die grundlegenden Begriffe, die für diese Arbeit relevant sind, erläutert und definiert. Des Weiteren wird darauf eingegangen, warum das Rating als ein geeignetes Instrument erscheint, um Informationsasymmetrien in der Gläubiger-Schuldner-Beziehung zu reduzieren. Hierbei wird insbesondere auf die Agency-Theorie eingegangen, da sie für den weiteren Verlauf der Arbeit von grundlegender Bedeutung ist.
In Kapitel 3 wird zunächst auf die ökonomische Perspektive der vorliegenden Problemstellung eingegangen. Dazu werden die Ziele der am Rating beteiligten Interessengruppen festgestellt. Aus diesen werden dann die Anforderungen an das Rating aus ökonomischer Perspektive der beteiligten Interessengruppen abgeleitet. Die Differenzierung nach externen und internen Ratings wird erst vorgenommen, nachdem die gemeinsamen Anforderungen interner und externer Ratings aufgezeigt worden sind.
Anschließend wird in Kapitel 4 die aufsichtliche Perspektive auf die Rating-Problematik behandelt. Aus den Zielen der Bankenaufsicht werden zunächst die resultierenden Anforderungen abgeleitet. Dabei ist bereits an dieser Stelle eine Differenzierung nach externen und internen Ratings notwendig, um den Richtlinien des Basler Auschusses gerecht zu werden. Zuvor erfolgt eine Gegenüberstellung der wesentlichen inhaltlichen Änderungen des neuen Basler Konsultationspapiers im Vergleich zu den alten Basler Eigenkapitalrichtlinien von 1988. Abschließend wird auf die GARP eingegangen, die einen Kriterienkatalog mit Richtlinien zur Entwicklung und Verbesserung von Ratingsystemen bilden, und somit sowohl auf die ökonomische als auch die aufsichtliche Perspektive eingeht.
In Kapitel 5 erfolgt aufbauend auf den gelegten Grundlagen die Behandlung der Kernfragestellung. Das Analyseraster besteht aus drei Teilen. Dabei werden zunächst die gemeinsamen Ziele und Zielkonflikte der beteiligten Interessengruppen in einer direkten Gegenüberstellung herausgearbeitet. Anschließend werden die aus den Zielsetzungen der unterschiedlichen Interessengruppen resultierenden Auswirkungen auf die Anforderungen untersucht. Abschließend werden die Zielumsetzungsmöglichkeiten durch interne und externe Ratinginstrumente im Vergleich diskutiert und Grenzen von Ratings als Instrumente zur Reduzierung von Informationsasymmetrien aufgezeigt.
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