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Die bilanzielle Behandlung von Asset-Backed-Securities nach IAS und HGB

Diploma Thesis, 2003, 88 Pages
Author: Miriam Schulte
Subject: Economics / Business: Accounting and Taxes

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 88
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 56  Entries
Language: German
Archive No.: V29655
ISBN (E-book): 978-3-638-31118-2

File size: 398 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Paderborn
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Schwerpunkt internes und externes Rechnungswesen

Diplomarbeit zum Thema

Die bilanzielle Behandlung von Asset-Backed-Securities nach IAS und HGB

vorgelegt von

Miriam Schulte

Sommersemester 2003

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis ... III
Abbildungsverzeichnis ... VI
Abstract (Deutsch) ... 1
Abstract (English) ... 3

1. Definition, Struktur und Ziele von Asset-Backed-Securities ... 5
1.1 Struktur einer Asset-Backed-Securities-Transaktion ... 6
1.1.1 Einzweckgesellschaft ... 6
1.1.2 Trust Company ... 7
1.1.3 Originator ... 7
1.1.4 Ratingagenturen ... 8
1.2 Ziele und Gründe einer Asset-Backed-Securities-Transaktion ... 9

2. Bilanzierung von Asset-Backed-Securities nach HGB ... 14
2.1 Bilanzielle Ziele von Asset-Backed-Securities-Transaktionen ... 15
2.2 Voraussetzung zur Möglichkeit der Bilanzverkürzung ... 15
2.2.1 Übergang des rechtlichen Eigentums ... 16
2.2.2 Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums ... 17
2.3 Besonderheiten beim Konzernabschluss ... 21
2.3.1 Prüfung der Konsolidierungsvoraussetzungen gem. § 290 HGB ... 21
2.3.2 Verbot der Einbeziehung ... 23
2.3.3 Verzicht auf Einbeziehung ... 24
2.4 Bedeutung für das Verhältnis Zweckgesellschaft und Originator ... 27
2.5 Ausblick und geplante Änderungen ... 30

3. Bilanzierung von Asset-Backed-Securities nach IAS ... 33
3.1 Bilanzverkürzung auf Ebene des Einzelabschlusses nach IAS 39 ... 33
3.2 Besonderheiten beim Konzernabschluss ... 38
3.3 Bedeutung für das Verhältnis Zweckgesellschaft - Originator ... 42
3.4 Multi-Seller-Modell als Ausweg aus SIC 12 ... 43
3.5 Ausblick und geplante Änderung ... 44

4. Vergleich der Bilanzierung von ABS-Transaktionen nach IAS und HGB . 47
4.1 Vergleich der Möglichkeiten der Bilanzverkürzung ... 47
4.1.1 Übergang des rechtlichen Eigentums ... 48
4.1.2 Übergang des wirtschaftlichen Eigentums ... 48
4.2 Vergleich der Besonderheiten bei Konzernabschlüssen ... 52
4.3 Auswirkungen auf die Bilanzierung bei In-Kraft-Treten der geplanten Änderungen ... 56

5. Fazit ... 58

Anhangverzeichnis ... 59

Literaturverzeichnis ... 73

 

Abstract (Deutsch)
Für viele Unternehmungen, vor allem für mittelständische, ist es auf Grund von Basel II zunehmend schwieriger geworden Fremdkapital aufzunehmen. Die Kreditvergabekriterien sind verschärft worden, so dass es erheblicher Sicherheiten seitens der Unternehmungen bedarf, um einen kostengünstigen Kredit zu bekommen, vor allem für Unternehmen die Fremdkapital für die Überbrückung der Zeitspanne zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang benötigen. Die alternative Aufnahme von zusätzlichem Eigenkapital gestaltet sich dahingehend schwierig, dass der Markt für herkömmliche Wertpapiere momentan gesättigt. Dies zeigt sich vor allem in der Entwicklung des DAX in den letzten Monaten. Hinzu kommt, dass zusätzliches Eigenkapital teurer ist als Fremdkapital. Die herkömmlichen Finanzierungswege sind momentan nahezu ausgeschöpft.

Aus diesen Gründen kam es in Europa und besonders in Deutschland zu einem vermehrten Aufkommen von Asset-Backed-Securities. Entwickelt wurden die Asset-Backed-Securities in den U.S.A., wo sie sich enormer Beliebtheit erfreuen. Es lässt sich vermuten, dass die Eigenarten dieser Finanzierungsform historisch gesehen nicht vollständig konform zum deutschen Recht sind.

Auf Grund der aktuellen Entwicklungen ist es erforderlich, sich mit der Struktur und der Bilanzierung von Asset-Backed-Securities-Transaktionen nach HGB und IAS auseinanderzusetzen. Nach HGB deshalb, weil diese Finanzierungsform auch für den Mittelstand geeignet sein könnte (diese bilanzieren größtenteils noch nach HGB)1. Die Notwendigkeit für die Beschäftigung mit der Bilanzierung nach IAS zeigt sich darin, dass sie im Zuge der Globalisierung auch für deutsche Unternehmen an Bedeutung hinzugewinnen wird. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass die EU bemüht ist wesentliche Merkmale der Bilanzierung nach IAS in das europäische Recht und damit in das deutsche zu integrieren. Damit soll der Übergang auf die IAS Bilanzierung für deutsche Unternehmen bei Ablauf des KapAEG erleichtert werden.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird die Grundstruktur von Asset- Backed-Securities dargestellt, sowie die Voraussetzungen zur Bilanzierung gem. IAS und HGB untersucht und gegenübergestellt werden. Gezeigt wird die bilanzielle Behandlung von ABS-Transaktionen bei den Hauptbeteiligten einer Asset-Backed-Securities-Transaktion. Erläutert wird die Wirkungsweise der Asset-Backed-Securities-Transaktion an Hand verschiedener Beispielen. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht die Frage, inwieweit sich eine Asset- Backed-Securities-Transaktion bilanziell nutzbringend für die Hauptbeteiligten durchführen lässt.

Abstract (English)
For many enterprises, especially for middle-sized ones, it has become more difficult to take up outside capital since the agreements of Basel II. The criteria for the allocation of credits have been intensified thus the Company needs enormous resources to receive an economical credit. This particularly affects enterprises which need outside capital for the temporary stopgap between the setting up of an invoice and the receipt of the payment. The alternative of taking up additional owner′s equity results difficult because the market for ordinary securities seems to be satiated at the moment. This has exceedingly been shown in the development of the DAX in the last months. Furthermore, additional owner′s equity is more expensive than outside capital. The ordinary ways of financing are nowadays nearly exhausted.

These are the reasons for the raising of Asset-Backed-Securities in Europe, especially in Germany in recent times. The Asset-Backed-Securities are extremely popular in the United States, where they have been developed a few years ago. By taking into consideration the historical background, we can assume that it might result difficult to adapt this form of financing adequately to the German law because it has been created in a distinct juridical context.

By taking into account the recent developments, it seems necessary to study the structure and balancing of Asset-Backed-Security transactions according to the HGB and the IAS. This form of financing seems to be interesting especially for the middle-class companies, which, to a great extend, still balance on the basis of the HGB2 and therefore it is logical to examine this aspect. On the other hand the necessity to evaluate the balancing according to the IAS is shown in their growing importance for German companies within the process of globalization. This is shown, for example, in the efforts of the European Union to integrate the most important characteristics of the balancing according to the IAS into the European and consequently into the German law. This should facilitate the transition of German enterprises to IAS Standards when the actual KapAEG runs out.

In the following paper the basic structure of Asset-Backed-Securities will be described, and the conditions for the balancing according to the IAS and the HGB will be examined and compared. The treatment of ABS-transactions by the central figures of an Asset-Backed-Security transaction will be shown. Furthermore the mechanisms of Asset-Backed-Securities will be explained. In the center of attention will be the question, in how far an Asset-Backed- Security transaction can be realized profitably for the balance sheet of the central figures.

 

1. Definition, Struktur und Ziele von Asset-Backed-Securities
„Unter Asset-Backed-Securities versteht man die Verbriefung (Securitisation) von Vermögensgegenständen (Assets) durch die Emission von Wertpapieren (Securities) im Geld- und Kapitalmarkt oder durch Kredite“3. Das Ziel einer ABS-Transaktion ist „illiquide Vermögensgegenstände in liquide Mittel“4 zu transferieren.5

Um dies durchzuführen, veräußert eine Unternehmung (Originator) einen Vermögensgegenstand, meist ein ausgesuchtes Forderungsportefeuille (zum Beispiel Lieferung und Leistung, Kreditkarten-, Telefon- oder Leasinggeschäften) 6, an eine, durch eine Drittgesellschaft gegründete, Special Purpose Company (Einzweckgesellschaft, SPC). Diese SPC refinanziert sich dann im Regelfall durch die Ausgabe von Wertpapieren oder durch Kredite, die durch die gekauften Forderungen besichert sind.7

Innovativ ist diese Finanzierungsform deshalb, weil sie im Gegensatz zur traditionellen Finanzierung über die Bilanz die Risiken der Zahlungsverzögerung, des Zahlungsausfalls und der Zinsänderung vom Originator auf die SPC überträgt. Als Folge kommt es zu einer Bilanzverkürzung, deren Ergebnis zu einer Verbesserung diverser Bilanzkennzahlen beim Originator führen kann.8

Auf die Akteure, die Struktur und die Ziele einer ABS-Transaktion gehen die folgenden Kapitel ein.

[...]


1 vgl. Schemann-Teuber, D. 1. Teil (2001), S. 1

2 see: Schemann-Teuber, D. lst part (2001), p. l

3 Schneider, T. / Droste, M. (2002), S. 385

4 Schneider, T. / Droste, M. (2002, S. 386

5 vgl. Herrmann, H. in WISU H. 3, 1997, S. 223

6 vgl. Schulte, R. in WiSt H. 3, 1995, S. 152

7 vgl. Langner, S. in zfbf H. 11, 2002, S. 657

8 Arbeitskreis „Finanzierung“ der Schmalenbach Gesellschaft in zfbf H. 6, 1992, S. 497


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