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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 36 Pages
Author: Axel Adler
Subject: American Studies - Literature
Details
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Tags: John, Cheever, Schwimmer, Amerikanische, Literatur
Year: 2003
Pages: 36
Grade: bestanden
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-31159-5
File size: 412 KB
Diese Hausarbeit wurde in einem Hauptseminar zur amerikanischen Literatur mit Schwerpunkt "Humor" geschrieben und bezieht sich auf Cheevers Buch "Der Schwimmer", der ein Beispiel für schwarzen Humor darstellt.
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Excerpt (computer-generated)
John Cheever - Der Schwimmer
von: Axel Adler
INHALT
1. EINLEITUNG 4
2. JOHN CHEEVER – AUTOBIOGRAPHISCHES 5
2.1 CHEEVER UND ALKOHOL 12
2.2 ÜBERBLICK 13
3. HUMOR 14
3.1 DER ‚PSYCHOLOGISCHE’ HUMOR 15
3.1.1 STIMULUS 16
3.1.2 COGNITIVE CHARACTERISTICS 17
3.1.3 PHYSIOLOGICAL CHARACTERISTICS 18
3.1.4 PSYCHODYNAMIC CHARACTERISTICS 18
3.2 DER ‚LINGUISTISCHE’ HUMOR 19
3.3 SCHWARZER HUMOR 21
3.4 ZUSAMMENFASSUNG 23
4. JOHN CHEEVERS „THE SWIMMER“ 23
4.1 ABRISS DES INHALTES 24
4.2 INTERPRETATION 25
4.2.1 KULTURKRITIK 26
4.2.2 DIE DARSTELLUNG DER ZEIT UND ANDERE GEDANKEN 27
4.3 VERGLEICH MIT W. IRVINGS “RIP VAN WINKLE“ 30
4.4 VERGLEICH MIT CHEEVERS “BULLET PARK” 31
4.5 „THE SWIMMER“ = (SCHWARZER) HUMOR? 32
5. ANHANG 36
5.1 CHEEVERS WERKE (EINE AUSWAHL) 36
5.2 LITERATUR 37
1. Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit mit dem Titel „John Cheevers „The Swimmer““ habe ich mir als Ziel gesetzt, diese Kurzgeschichte des amerikanischen Autors unter verschiedenen Gesichtspunkten zu analysieren. Da diese Hausarbeit im Zusammenhang mit dem Seminar „The Comic Sense in American Literature“ geschrieben wurde, spielt dieser Aspekt natürlich ebenfalls eine Rolle. Das erste Kapitel wird sich relativ ausführlich mit John Cheevers Leben beschäftigen, ich erachte dies als äußerst wichtig und fundamental, da Cheever viele seiner Geschichten mit autobiographischen Bezügen verfasste. Im Anschluss daran soll der Humor- Begriff genauer definiert werden, dazu habe ich als Argumentationsgrundlage die Psychologie und die Linguistik als Hilfswissenschaften herangezogen. Schließlich wird die Kurzgeschichte als dritter Bestandteil dieser Arbeit interpretiert und nach humoristischen Zeichen untersucht. Um Missverständnissen vorzubeugen möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich zunächst die Kurzgeschichte interpretiert habe und nachfolgend Merkmale einer möglichen Zuordnung zum schwarzen Humor aufgezeigt habe. Die incongruities also die Gegensätze, Kontraste etc. sind nicht gleichbedeutend mit den Interpretationsansätzen.
2. John Cheever – autobiographisches
Der Name Cheever war um 1630 mit Ezekiel2 Cheever in die Neue Welt gekommen, entgegen vielen Quellen war John nicht der Nachfahre von Ezekiel, sondern von Daniel Cheever, welcher erst 1640 aus Engla nd übersiedelte. „Ezekiel was a cousin of John Cheever’s great-great-great-great-great-great-grandfather.“ 3 Die Ursache, für die gelegentlich falsch angeführten Verwandtschaftsverhältnisse, liegt in der Tatsache, dass John Cheever sich sehr zu Ezekiel hingezogen fühlte und ihn quasi zu seinem Vorfahren machte. Ezekiel war ein großer Lehrer gewesen und wurde oft als „Master Socrates“4 bezeichnet. John Cheever war sich seiner Abstammung so sicher, oder spielte seine Überzeugung so authentisch, dass dieser Name in vielen seiner Werke wieder zu finden ist. Der Gründer des Wapshot-Clans heißt Ezekiel, der Protagonist in dem Werk „Falconer“ heißt Ezekiel Farragut und auch in der realen Welt: einen Labrador-Welpen namens Ezekiel (oder kurz Zeke) soll es ebenfalls gegeben haben.
Als Sohn von Frederik Lincoln Cheever und Mary Devereaux (Liley) Cheever wurde am 27. Mai 1912 in Quincy/Massachusetts John Cheever geboren. Sein Bruder Frederik war sieben Jahre älter und sollte in Johns Leben noch eine große Rolle spielen. Johns Jugend war durch zwei bedeutsame Ereignisse gekennzeichnet. Das erste war die Trennung seines Vaters von der Familie. Frederik L. Cheever war der Besitzer einer Schuh-Fabrik und verdiente genug Geld. Die Familie konnte dementsprechend als wohlhabend darstellt werden. Das Johns Vater arbeitslos wurde, wird in vielen Quellen der Wirtschaftskrise von 1929 5 zugeschrieben, dass er zu diesem Zeitpunkt schon längst arbeitslos war, entspricht hingegen eher der Realität. Seine Bemühungen eine neue Arbeit zu finden schlugen stets fehl, wie einige Mitmenschen vermuteten, lag es mitunter auch an seinen hohen Anforderungen an die neue Arbeitsstelle. Mit seinen 60 Jahren fühlte er sich alsbald auch als „unemployable“6. Er wurde zunehmend ruhiger, fauler, depressiver und hatte ein Problem mit Alkohol. Mit dem Verlust seiner Arbeit und der finanziellen Sicherheit, die er der Familie nun nicht mehr bieten konnte, trennte er sich von ihnen. Für John war es schwer zu verstehen und zu akzeptieren, dass sein Vater arbeitslos war und seine Mutter ein gut florierendes Geschäft betreiben konnte. Mrs. Cheever hatte einen Geschenk-Laden für die gehobene Mittelklasse, wie aus folgendem Zitat ersichtlich wird: „You’d go to Woolworth for souvenirs, but to Mary Cheever’s for nice things“7. Zudem war Johns Mutter sehr dominant und exzentrisch. John ergriff stets Partei für seinen Vater: „My sympathies all lay with him. And I worried terribly about what would happen to him, … [I] found himself helpless, unable to support his family.”8 Das zweite einschneidende Erlebnis in John Cheevers jungen Jahren war seine Ausschließung von der Thayer Academy in South Braintree. Auch um die Gründe seines Ausschlusses ranken sich viele Geschichten, am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass er eine Ausnahmestellung an der Schule hatte und sozusagen „auf Probe“ lernte. Seine schlechten bzw. mittelmäßigen9 Leistungen führten bei beiderseitigem Verständnis (Schule – John) zu seiner Entlassung.
Seine privaten Erlebnisse finden sich immer wieder in seinen späteren Werken wieder. Seine strenge Mutter zum Beispiel in „The Wapshot Chronicle“, in welchem Coverly Wapshot bei einem Psychiater folgendes über die Frauen aus seiner Heimat angibt: „[The women were] very powerful. They [were] kind and they [meant] very well, but sometimes they [got] very oppressive. Sometimes you feel as if it wasn’t right to be a man”. 10 Es ist ersichtlich, dass hier die Rolle seiner Mutter und sein Unverständnis für ihre dominante Rolle in der Familie zum Ausdruck kommt.
Seine erste Geschichte basiert auf seiner Entlassung von der Thayer Academy und hat auch den passenden Titel „Expelled“. Malcolm Cowley, Redakteur bei der „The New Republic“, kaufte sie und am 01. Oktober 1930 erschien sie als John Cheevers erste veröffentlichte Geschichte. In dieser Story attackiert John Cheever „the dullness and lockstep curriculum of the college preparatory system in general and his own institution in particular”.11 M. Cowley erwarb die Geschichte sicherlich nicht des Inhaltes wegen, sondern die Art und Weise, wie sie geschrieben war begeisterte ihn. John Cheever war nicht darauf aus Hetzkampagnen gegen das System zu führen, deshalb beschrieb er die Probleme der Schule anhand von einzelnen Charakteren. Unflexible, engstirnige Englischlehrer, peinliche Auftritte von ehemaligen Soldaten zum Memorial Day und seine Art und Weise die Leser zu beeinflussen und auf seine Seite zu ziehen, machten seine erste Geschichte erfolgreich. Sein Abschied von der Thayer Academy legte den Grundstein für seinen Erfolg als Autor. 1930 zog John zu seinem Bruder Frederik nach Boston, der dort bereits ein junger Geschäftsmann geworden war. Die Brüder verstanden sich gut und versuchten, nachdem ihre Eltern sich getrennt hatten, eine eigene Familie aufzubauen. John versuchte sich nach seinem ersten Erfolg mit „Expelled“ weiter im Schreiben und konnte aber wenige seiner Geschichten veröffentlichen. Malcolm Cowley wiederum verhalf ihm zu einem Aufenthalt in der Künstler- Kolonie Yaddo, in welcher er fast zwei Monate Kreativität und Kraft schöpfen konnte. Nach seiner Rückkehr zu seinem Bruder begann er sein eigenes Leben aufzubauen. Er nahm sich eine eigene Wohnung in New York und begann mit kleineren Jobs12 seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Der Kontakt zu Cowley sollte sich alsbald abermals als vorteilhaft erweisen, an einem Abend (midwinter 1934) trafen sich beide zu einem Abendessen und besprachen die berufliche Zukunft von John. Cowley, der sehr an das Talent des jungen Cheever glaubte, sagte an diesem Abend folgendes: „It’s Friday now, ... Why don’t you write a story a day for the next four days, non of them longer than thousand words? Then bring them to me and I’ll see whether I can’t get you some money for them.”13. John willigte ein und schrieb folgende vier Geschichten: “The Princess”, “Brooklyn Rooming House“, „Buffalo“ und „Bayonne“. Die erste erschien in der The New Republic, die nächsten beiden kaufte The New Yorker. „Bayonne“ wurde erst 1936 in einem kleinen Magazin veröffentlicht. Seine Arbeit begann sich zu lohnen. Er verkaufte seine Werke an verschiedene Zeitungen und Magazine, so z.B. Collier′s, Story, The Atlantic, The Yale Review. u.v.m.
[...]
2 oft auch „Ezekial“ (vgl. R.G. Collins, 1982)
3 S. Donaldson, 1988; S. 5
4 S. Donaldson, 1988; S. 4
5 Tindall/Shi, 2000: „During October [1929], the value of stocks on the New York Exchange fell by an average of 37 percent. … America’s personal incomes declined by more than half, from $ 82 million to $ 40 million. Unemployment continued to rise exponentially, from 1.6 million in 1929 to 12.8 million in 1933, from 3 percent to 25 percent of the labor force.”, S. 938
6 S. Donaldson, 1988; S. 28
7 S. Donaldson, 1988; S.30
8 S. Donaldson, 1988; S.30
9 „mittelmäßig“ deswegen, weil er weder Mathe, Naturwissenschaften noch Latein belegt hatte, sondern nur Fächer die ihn interessierten, dennoch reichte es hier oft auch nicht über das C-minus hinaus
10 S. Donaldson, 1988; S.31
11 S. Donaldson, 1988; S.37
12 z.B. schrieb er Zusammenfassungen von Drehbüchern für die MGM -Studios
13 S. Donaldson, 1988; S. 61
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