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Aufstieg der sudetendeutschen Partei unter Konrad Henlein

Hauptseminararbeit, 2002, 17 Seiten
Autor: Kerstin Giesel
Fach: Geschichte - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Details

Veranstaltung: Das Münchener Abkommen
Institution/Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Tags: Aufstieg, Partei, Konrad, Henlein, Münchener, Abkommen
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 17
Note: gut
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V29738
ISBN (E-Book): 978-3-638-31177-9

Dateigröße: 325 KB


Textauszug (computergeneriert)

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Seminar für Didaktik der Geschichte WS 2001/2002
Seminar: Das Münchener Abkommen

Aufstieg der sudetendeutschen Partei unter Konrad Henlein

von: Kerstin Giesel

 


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort 2

2. Biografie Konrad Henleins 3

3. Die Sudetendeutsche Partei 8

3.1 Der Kameradschaftsbund (KB) 8
3.2 Die Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei (DNSAP) 9
3.3 Zusammenschluss der DNSAP und des KB 10
3.4 Weitere Entwicklung der sudetendeutschen Partei 10

4. Literaturverzeichnis 14


 

1. Vorwort

Die Arbeit zeigt auf, wer Konrad Henlein war und stellt zunächst sein Leben und Wirken, welches durch seine Überzeugungen, die stark von den Idealen der deutschen Turnerbewegung aber auch durch die Liebe zu seiner Heimat, jenem Gebiet, in dem er seine Kindheit verbracht stark hatte, geprägt war, vor. Es soll ebenfalls dargestellt werden, wie sich sein politisches Handeln vom Beginn seiner Karriere, der sich in der Bewegung der deutschen Turnvereine findet, bis zum Ende, als er zum Vorsitzenden einer verkleinerten Ausgabe der NSDAP und einem Verbündeten Hitlers geworden war, verändert hat. Weiterhin wird ein Einblick in die Entwicklung der sudetendeutschen Partei, deren Anführer Konrad Henlein war, gegeben. Dieser Einblick umfasst sowohl die Entstehungsgeschichte aus Kameradschaftsbund und DNSAP, stellt aber auch innerparteiliche Spannungen heraus. Weiterhin soll aufgezeigt werden, welche Gründe zum Aufstieg der Partei führten und welche Tendenzen dazu führten, dass aus der Frage der Sudetendeutschen eine europäische Angelegenheit wurde, die Hitler zu seinem Vorteil zu nutzen vermochte.

2. Biografie Konrad Henleins

Konrad Henlein wurde am 6. Mai 1898 in Maffersdorf bei Reichenberg im Sudetengebirge geboren. Sein Vater Konrad war als Buchhalter tätig, seine Mutter Hedwig, geborene Dvoracek, war Hausfrau. Auch die Germanisierung ihres Mädchennamens in Dworatschek konnte die Herkunft der Mutter nicht verdecken, denn Ihr Vater, der Großvater Konrad Henleins, war eingedeutschter Tscheche1. Henleins Eltern führten demnach eine „gemischtvölkische“ Ehe, gegen die er sich in späteren Jahren wiederholt aufs Schärfste äußerte. Seine berufliche Karriere begann Konrad Henlein mit dem Besuch der Handelsakademie in Gablonz. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss trat er 1916 in die österreichisch-ungarische Armee ein und diente als Fähnrich im IR 27, dem Grazer Hausregiment an der italienischen Front. Im Jahr 1917 geriet er in italienische Kriegsgefangenschaft und wurde auf der Gefängnisinsel Asinara inhaftiert.2

Während dieser Haft beschäftigte er sich erstmals intensiv mit der Geschichte der deutschnationalen Turnvereine, der Geschichte um Turnvater Jahn und die deutsche Nationalbewegung. 1919 wurde Henlein schließlich aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und kehrte nach Gablonz zurück, wo er die nächste Zeit als Bankangestellter arbeitete. Dass Gablonz nun nicht mehr in Österreich-Ungarn, sondern der neu gegründeten Tschechoslowakei lag, traf Henlein schwer und bestärkte ihn in seiner Beschäftigung mit der deutschen Nationalbewegung. 1925 übernahm er hauptberuflich die Stelle des Turnlehrers beim Ascher Turnverein und setzte sich in dieser Position stark für die Umwandlung der Turnvereine in deutschnationale Erziehungsorganisationen ein. Im Jahr 1931 wurde er Verbandsturnwart, d.h. Führer des (sudeten)deutschen Turnverbandes in der Tschechoslowakei, und reformierte diesen nach seinen Vorstellungen3. Diese hatten er und seine Freunde, die vor allem aus dem Umfeld des Wiener Universitätsprofessors, Soziologen, Philosophen und Wirtschaftsökonomen Othmar Spann stammten, bereits 1926 formuliert, als sie gemeinsam den „Kameradschaftsbund“ gegründet hatten. Durch diesen versuchten sie die Interessen der Sudetendeutschen in einer Einheitsfront zu bündeln, um sie politisch besser durchsetzen zu können.4 Auf dem Saazer Turnfest 1933 wurde der reformierte Turnverband als eben diese Einheitsfront stürmisch bejubelt und Henlein frenetisch gefeiert. Dieser Erfolg – und das Zuraten seiner Freunde aus dem Kameradschaftsbund – bewogen ihn dazu, im Oktober 1933 an der Gründung der „Sudetendeutschen Heimatfront (SHF) maßgeblich mitzuwirken. In dieser vereinigten sich die zahlreichen Interessengruppen der Sudetendeutschen, nicht zuletzt auch, weil sich die Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei (DNSAP) am 3.10.1933 selbst aufgelöst hatte und viele ehemalige DNSAP-Funktionäre und –Mitglieder in der SHF ein neues politisches Zuhause fanden.

[...]


1 Theisinger, 1987; S. 50

2 ders. S. 50

3 ders. S. 53

4 Theisinger, 1987; S. 51


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