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Autor: M.A. Annett Rischbieter
Fach: Kulturwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Kulturwissenschaften)
Tags: Ironie, Jahrhundert
Jahr: 1996
Seiten: 28
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 228 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-11790-6
Textauszug (computergeneriert)
Die romantische Ironie
von Annett Rischbieter
INHALTSVERZEICHNIS
I. VORBEMERKUNG 3
II. ROMANTIK BEGRIFF & EPOCHE 4
III. ZUR IRONIE 5
1. Abgrenzung gegenüber ähnlichen Begriffen 5
2. Begriffsklärung in der Geschichte des ästhetischen Denkens bis zur Romantik 6
IV. ZUM ROMANTISCHEN IRONIEBEGRIFF 8
1. Grundprobleme einiger ausgewählter Romantiker 8
a) Friedrich von Schlegel 8
b) Karl Wilhelm Ferdinand Solger 9
c) Jean Paul Friedrich Richter 10
2. Friedrich Schlegels frühromantische Ironie-Konzeption 10
a) "Die romantische Poesie" 12
b) "Über die Unverständlichkeit" 13
3. Karl Wilhelm Ferdinand Solgers synonymer Begriff der künstlerischen Ironie 14
a) Künstlerische Ironie in Solgers Schriften 15
4. Jean Pauls Humor-Begriff 15
a) Jean Pauls "Vorschule der Ästhetik" 16
V. ZUSAMMENFASSUNG UND VERGLEICH 17
VI. DIE ROMANTISCHE IRONIE IN DER KRITIK IHRER ZEITGENOSSEN 18
1. Georg Wilhelm Friedrich Hegel 18
2. Sören Kiergegaard 18
VII. BIBLIOGRAPHIE 20
1. Primärliteratur 20
2. Sekundärliteratur 20
I. VORBEMERKUNG
Auf den nachfolgenden Seiten werde ich versuchen, eine Theorie der romantischen Ironie zu entwerfen, indem ich verschiedene Schriften heranziehe, unter anderem von Friedrich von Schlegel, Karl Wilhelm Ferdinand Solger und von Jean Paul Friedrich Richter, um aus diesen einen Zusammenhang zur Ironie feststellen und genauer erläutern zu können.
Damit man sieht, in welcher Zeit eine solche Konzeption zustande kommen kann, soll gleich als erstes die Romantik als Epoche betrachtet, und eine Begriffsklärung dieser Epoche vollzogen werden. Anschließend kommt die Ironie ins Spiel. Vorerst aber nur, um im Vergleich mit nahestehenden Begriffen eine erste Klärung vornehmen zu können, bevor die Entwicklung des Ironie-Begriffs bis zur Romantik beschrieben werden kann.
Im angrenzenden Hauptteil der Arbeit komme ich dann zum eigentlichen Thema, nämlich zur romantischen Ironie. So werden von mir darin, verschiedene synonyme Begriffe, wie Schlegels romantischer Ironie-Begriff, Solgers künstlerischer Ironie-Begriff und Jean Pauls Humor-Begriff aus ihren Schriften her bestimmt und vorgestellt, um sie in einer kurzen Zusammenfassung miteinander zu vergleichen.
Es gab jedoch auch Zeitgenossen und Nachfolger, welche die Romantik und speziell die uns hier interessierende romantische Ironie heftigst ablehnten. Damit die romantische Ironie vollständig in die Geschichte der eigentlichen Ironie eingeordnet werden kann, möchte ich auch diesen Kritikern in einem abschließenden Absatz Platz in meiner Arbeit einräumen.
II. ROMANTIK BEGRIFF & EPOCHE
′Romantisch′ stammt etymologisch aus den altfranzösischen Substantiven ′romanz′ und ′roman′, und bezeichnet die in der Volkssprache geschriebenen höfischen Versromane. Die Sprachbezeichnung wird schließlich als Gattungsbegriff verwendet. Im 17.Jahrhundert bedeutete ′romantisch′ sinngemäß ′wie in Romanen′. Gegen Ende des 18.Jahrhunderts hatte das Wort eine eher sentimentale Bedeutung. In diesem Sinn spricht Werther von der lieben romantischen Höhle. In der Empfindsamkeit war das Romantische dem Nüchternen, Philisterhaften entgegengesetzt, und diesen Wortgebrauch griffen auch die Romantiker auf. August Wilhelm von Schlegel allerdings verstand den Begriff historisch zur Bezeichnung der mittelalterlichen und neuzeitlichen, im Gegensatz zur klassisch-antiken Literatur. Eine andere Bedeutung erhielt der Begriff bei Friedrich von Schlegel und Novalis, für welche die Poesie im Gegensatz zur Nachahmung der Natur (Wirklichkeitsabbildung) stand. In ihrem Sinn war ′romantisch′ gleichbedeutend mit ′poetisch′.
Im Verlauf unterscheidet man drei verschiedene Phasen:
1. Frühromantik
2. Hochromantik
3. Spätromantik
Ein großer Teil der zur Frühromantik (1797-1804) gezählten Dichter hatte sich 1798 in Dresden getroffen. Ein Jahr später kam es zur Begegnung in Jena. 1798 begannen auch die Gebrüder Schlegel mit der Herausgabe der Zeitschrift "Athenäum".
1806 war das Jahr des preußischen Zusammenbruchs nach der Niederlage bei Jena und Auerstedt. Eine andere Gruppe von Dichtern hatte 1805/06 eine Sammlung von Volksliedern unter dem Titel "Des Knaben Wunderhorn" herausgebracht. Achim von Arnim und Clemens Brentano, die beiden Herausgeber, gehörten zu dem Zentrum, das in Heidelberg entstand (Heidelberger oder Hochromantik 1805-1815). Ihnen ging es darum, durch den Rückgriff auf die volkstümliche Literatur die schöpferischen Kräfte des deutschen Volksgeistes zu erwecken. Auch Berlin war Mittelpunkt romantischer Gruppierungen: August Wilhelm und Friedrich von Schlegel, Adalbert von Chamisso, E.T.A. Hoffmann, Achim von Arnim und Clemens Brentano, sowie Heinrich von Kleist, gehörten zu unterschiedlichen Zeiten dazu.
Der Widerspruch zwischen der Sehnsucht nach Poesie und der Prosa des bürgerlichen Alltags prägte noch einmal im romantischen Sinne nach 1820 veröffentlichte Dichtungen, zum Beispiel Joseph von Eichendorff, den man der Spätromantik (1815-1830) zuordnet, der aber im Bewußtsein der Nachwelt der romantischste der romantischen Dichter geworden ist.
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