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Analyse der Erzählstruktur von Memento

Scholary Paper (Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Andrea Wildt
Subject: Film Science

Details

Event: Einführung in die Filmanalyse
Institution/College: Free University of Berlin (Institut für Filmwissenschaft)
Tags: Analyse, Erzählstruktur, Memento, Einführung, Filmanalyse
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V29943
ISBN (E-book): 978-3-638-31328-5
ISBN (Book): 978-3-638-91454-3
File size: 84 KB
Notes :
Arbeit im Querformat


Abstract

In detaillierter Analyse wird die Erzählstruktur von dem Film Memento analysiert.


Excerpt (computer-generated)

Freie Universität Berlin
Institut für Filmwissenschaften
Einführung in die Filmanalyse
WS 2003 / 2004

Analyse der Erzählstruktur von Memento

von

Andrea Wildt

5. Fachsemester

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung Seite 3

2. Inhalt Seite 3-5
2.1. Inhaltsangabe zum Film
2.2. Inhalt der Sequenz

3. Sequenzanalyse Seite 5-7
3.1. Sequenzanalyse des 1. Parts
3.2. Sequenzanalyse des 2. Parts

4. Erzählstruktur Seite 7-9
4.1. Erzählstruktur des Films
4.2. Einordnung der analysierten Sequenz

5. Schlussfolgerungen Seite 10

Literaturverzeichnis Seite 11

Anhang: Sequenzprotokoll Seite 12-16

 

1. Einführung

„Memento“, der zweite abendfüllende Film des jungen Regisseurs Christopher Nolan wurde mit einem relativ kleinen Budget von 5 Millionen Dollar in nur 25 Drehtagen fertiggestellt. Dank Mundpropaganda und durchweg guter Kritiken , wurde er der erfolgreichste Independent Film des Jahres 2000 in Amerika und spielte über 24 Millionen Dollar ein. Das Drehbuch erhielt auf dem Sundance Filmfestival mit dem Waldo Salt Award. 1

Als Vorlage für den Film diente Nolan die Kurzgeschichte „Memento Mori“ geschrieben von seinem Bruder Jonathan. Es war ihr erstes gemeinsames Projekt und Nolan erinnert sich: „He was in the process of writing this story as we were driving cross-country from Chicago to L.A. […]. He told me the bare bones, and I immediately responded, told him what I felt I coud do with it. We scribled away at the same time, so we had an interesting parallel development of the same themes.” 2

Nolans Interesse an der Umsetzung der Geschichte in einen Film war es, den Zuschauer in die Position des Protagonisten zu versetzen, sie aus einer extrem subjektiven Weltsicht zu erzählen. „The protagonist has this condition whereby his mind can´t make new memories, so I was interested in that: if we apply it to ourselves, we see how fragile our systems are for placing ourselves, in the world, in time and in space. How do we know people can be trusted? I wanted to put the audience in his head, make them think that way, question things he does.”3

Die These dieser Arbeit ist, dass Nolan dieses Vorhaben, den Zuschauer dazu zu bringen, sich in die Lage der Hauptfigur einzufühlen, durch seinen effektvollen dramaturgischen Trick, die Geschichte nicht linear, sondern in verschiedenen Richtungen zu erzählen, gelungen ist.

2. Inhalt

2.1 Inhaltsangabe von Memento

Lennart Shelby, die Hauptfigur des Films irrt durch die Stadt um den Mörder seiner über alles geliebten Frau zu finden und zu töten. Die Suche wird dadurch erschwert, dass Lennart seit dem Tod seiner Frau an Gedächtnisschwund leidet, das heißt er kann sich alles nur für kurze Momente merken und vergisst danach vollständig, was und mit wem er gesprochen hat, wo er wohnt, wer Freund, wer Feind ist. Das letzte, woran er sich aus seinem Leben erinnert, ist die Nacht, in der seine Frau starb. Deshalb hat er sich ein System erarbeitet, dass es ihm ermöglicht, Informationen und Erkenntnisse über die Momente hinaus zu behalten. Er macht von Personen und Orten ein Foto mit seiner Polaroidkamera, die den Vorteil hat, dass sie schon kurz nach der Aufnahme das fertige Bild liefert. Außerdem notiert er auf diesen Photos alles für ihn relevante zu der jeweiligen Person. So kann er anhand der Notizen und Fotos nach dem Erwachen seine momentane Situation immer wieder neu rekonstruieren. Unerlässliche Dinge, wie beispielsweise „ John G. raped and murdered my wife“ „find and kill him“ tätowiert sich Lennart auf den eigenen Körper. So kann er diese, für die Erreichung seines Ziels unentbehrlichen Fakten auf keinen Fall verlieren oder vergessen. So übernimmt sein Körper die Funktion seines beschädigten Gedächtnisses. Er nennt dies dauerhafte Notizen machen. Die wohl wichtigste tätowierte Erinnerung ist die Aufforderung, sich an Sammy Jankis zu erinnern, die er sich auf der linken Hand tätowiert hat, wo sie sofort ins Auge fällt, denn anhand der tragischen Geschichte von Sammy, die dem Zuschauer parallel zur Hauptgeschichte von Lennart selbst erzählt wird, kann sich Lennart seines eigenen Zustandes immer wieder bewusst werden. Die Geschichte mit Sammy ereignete sich vor dem Mord an Lennarts Frau, so dass er sich ihrer noch immer entsinnen kann. Den Fall von Sammy Jankis hatte Lennart, der für eine Versicherungsgesellschaft arbeitete, damals zu bearbeiten. Sammy litt wie Lennart nun unter einer bestimmten Art des Gedächtnisschwunds auch, Kurzzeitgedächtnis genannt. Er konnte sich Dinge nur für den Moment merken, aber er war fähig komplizierte Arbeiten, wie das Spritzen seiner Frau mit Insulin auszuführen, wenn er sie vor seiner Krankheit erlernt hatte. Lennarts Aufgabe bestand darin festzustellen, ob Sammy Jankis simulierte und die Versicherung nicht zahlen müsste. In einem vertraulichen Gespräch der Frau von Sammy und Lennart gab er ihr gegenüber zu, dass nach Meinung der Ärzte Sammy fähig sein müsse, neue Erfahrungen zu speichern und anzuwenden. In ihrer Verzweiflung stellte sie ihren Mann auf die Probe und ließ ihn ihr im Viertelstundentakt Insulin spritzen bis sie an der Überdosis starb, denn Sammy war es gegen der Meinung der Experten nicht möglich, wiederholte Ausführungen zu behalten. Lennart hatte sich geirrt.

In seinem eigenen Fall ist Lennart aber davon überzeugt, dass er fähig ist, sich Dinge durch Konditionierung zu merken, dass heißt durch ein kontinuierliches, systematisches Erarbeiten der Fakten und dem Ziehen von Schlüssen aus ihnen den wirklichen Mörder seiner Frau zu finden.

Der Film Memento bezieht seine Spannung zu großen Teilen aus seiner Erzählstruktur.
Es laufen für den Zuschauer zwei Geschichten parallel, die sich in ihrer Farbgebung und ihrer Erzählrichtung unterscheiden, was den Zuschauer in einen Dauerzustand der Aufmerksamkeit versetzt, da er extrem gefordert wird dem Verlauf der Geschichte zu folgen und nicht durch das Übersehen eines Details den Überblick zu verlieren .

Bei meiner Analyse werde ich daher der Frage nachgehen, wie die Art und Weise der Informationsvergabe an den Zuschauer durch die gewählte Erzählstruktur funktioniert und er in einen ähnlichen Zustand, wie den des Hauptdarstellers versetzt wird. Für die geforderte Sequenzanalyse wähle ich die 2 Anfangsszenen, denn sie führen den Zuschauer in die Geschichte ein und haben somit einen exemplarische Stellenwert für die gesamte Geschichte inne.

[....]


1 Siehe www.filmspiegel.de

2 Zitiert aus dem Interview vom 17.10.2000 mit Chris Roberts siehe www.christophernolan.net

3 ebd.


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