Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Mythisches und Mythos im 'Herr der Ringe' close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Mythisches und Mythos im 'Herr der Ringe'

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 27 Pages
Author: Robert Racz
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 27
Bibliography: ~ 16  Entries
Language: German
Archive No.: V29995
ISBN (E-book): 978-3-638-31365-0

File size: 372 KB


Excerpt (computer-generated)

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für neure deutsche Literatur und Medien
Hauptseminar: Utopie, Science Fiction, Fantasy
11. Semester

Mythisches und Mythos im „Herr der Ringe“

von: Robert Racz

 


Inhaltsverzeichnis

Vorwort 3

1. Das mythische Denken 4

1.1.Zeit und Raum 4
1.2.Ursache und Wirkung 5
1.3.Leben, Tod, Traum und Wirklichkeit 6
1.4 Teil und Ganzes 6
1.5 Sprache 7

2. Fantasy als Genre des Mythischen 8

2.1. Fantasy – Mythisches 8
2.2 Fantasy und Epos 9

2.2.1 Formal 9
2.2.2 Erzähltechnisch 10
2.2.3 Inhaltlich 13

3. Sinn und Wirklichkeit, der mythische Hintergrund 14

3.1. Die Paralelen zwischen der Mythologie von Mittelerde und den existierenden Mythen der nordgermanischen Völker. 15

4. Mythische Diegese in Herr der Ringe 18

4.1 Traum und Wirklichkeit 18
4.2 Leben und Tod 19
4.3 Bezeichnete und Bezeichnende 20
4.4 Teil und Ganzes 21
4.5 Ursache und Wirkung 21

5. Mythische Erzählstrukturen 22

5.1 Mythisches Analogon 21
5.2 Mythisches Analogon als konkreter Mythos 23
5.3 Motivierung 25

6 Schluss 25

Literaturverzeichnis 27


 

Vorwort

Diese Hausarbeit geht der Frage nach, ob und wie sich mythische Elemente in J.R.R. Tolkiens Werken äußern. Die Zuordnung des Werks zum Genre Fantasy wird allgemein anerkannt, doch welcher Art die Zusammenhänge zwischen dem Mythischen des Genre Fantasy und diesem einzelnen Werk bestehen, wurde bisweilen nicht näher untersucht. Dieses Genre bedient sich auffälligerweise der Mittel des Mythischen, wie es im Verlauf der Arbeit später auch gezeigt werden soll. Es sind allenthalben zauberhafte Gegenstände und Begebenheiten, Fabelwesen, ungewöhnliche und unlogische Konsequenzen im Spiel. Begebenheiten und Vorfälle sind als kompositorische Elemente wesentlich in der Geschichte, deren Vorhandensein für das Stehen oder Fallen der Geschichte als ein in sich kohärentes Ganzes von erheblicher Bedeutung ist, und somit eine weitreichende Rolle für das Gesamtverständnis darstellt. Wenn bedeutsame Momente nicht logisch, d.h. hier nicht kausal selbstverständlich nachvollziehbar sind, ist es schon allein deshalb interessant, auf die Geschichte bezüglich des Mythos näher einzugehen.

Grundlage der Hausarbeit ist in erster Linie das Buch, aber auch das der Verfilmung zu Grunde liegende Drehbuch1 und die mit dem Herrn der Ringe zusammenhängende ‚Vorgeschichten‘ (Das Buch der verschollenen Geschichten2, Die Silmarillon3) werden gelegentlich mit in die Analyse einbezogen. Ich werde in dieser Arbeit auf die literarischen Vorläufer nicht eingehen. „Der Herr der Ringe“4 soll im Folgenden auf Elemente der mythischen Denkweise, auf die Manifestation des mythischen Bewusstseins untersucht werden. Herauszufinden gilt, ob diese Geschichte eine mythische Welt mit mythischen Eigenschaften ist, und wenn ja, wird diese durch die Erzählstruktur unterstützt? Gibt es in der Geschichte schon früher vorhandene, bekannte Mythen und wenn ja, welche? Was ist das mythische Analogon dieser Geschichte? Auch die möglichen Zusammenhänge des Genres Fantasy und das Mythische soll unter die Lupe genommen werden. Dabei stütze ich mich besonders auf Ernst Cassirers „Philosophie der Symbolischen Formen“1. Das Rückgrat der Arbeit sollen also Vergleiche von Fantasy, mythisches Denken, und mitterlaterlicher Versepos einerseits und andererseits das Aufzeigen des Mythischen Analogons im „Herr der Ringe“2 durch die Analyse der Diegese und Erzählstruktur.

1. Das mythische Denken

1.1 Das mythische Denken

Aus heutiger Sicht ist das befremdendste am mythischen Selbstverständnis, dass es kein ‚weil‘ kennt, und die Trennung zwischen Ursache und Wirkung nicht vollzogen hat. Für dieses gibt es nur eine friedliche Koexistenz von – für den heutigen Menschen – unterschiedlichsten Gegebenheiten, Dingen, Geschehnissen. ‚Es ist ein in sich ungeschiedenes und unreflektiertes Bewusstsein‘4, das alles Wahrgenommene für wahr nimmt. An Hand für das Bewusstsein grundprägend wichtige Begriffe werde ich im Folgenden die wesentlichsten Eigenschaften des mythischen Denkschemas schildern.

1.1.1 Zeit und Raum

Die Zeit ist für das mythische Denken nicht in exakt messbare Einheiten unterteilbar, sie ist ein Fluss und ist sowohl Ewigkeit als auch Moment. Die bewussten Anfänge der Zeitverhältnisse haben ihren Ursprung in einem mythischreligiösen Phasengefühl, und die Höhepunkte dieses Phasengefühls waren diejenigen Momente, als durch die Projektion der Naturvorgänge auf das menschliche Sein die Veränderungen im Leben sichtbar wurden. Auch die Legitimierung der Götter wurde durch das Vergangene konstituiert, die Vergangenheit erklärte schon allein das Warum der Dinge. D.h. aber auch, dass die Ursache nicht stets vorhanden war, und nicht jeder Einzelne sie nachprüfen konnte. Irgendwann wurde von einem Gott eine spezifische Handlung zum ersten Mal vollzogen, und seitdem wiederholte sich dieses Ereignis identisch. Die Götter der griechischen Antike hatten allesamt ein Mythos, eine urzeitliche Entsehungsgeschichte. Die Geschichten von den Gottheiten wurden immer auf ein Neues erzählt und sie definierten sich wiederum durch diese Gottheiten. Diese heilige Zeit, und deren Eckpunkte wurden also durch immer wiederkehrende Rituale – als Erinnerung an bedeutsame Ereignisse – so wie Götterhandlungen, Vorgänge der Natur, allgemein menschliche Begebenheiten wie Tod, Heiraten usw. markiert.

Das mythische Bewusstsein lebt vom unmittelbaren Eindruck, es wird vom Gegenstand besessen. Es gibt keine scharfe Grenze zwischen Diesseits und Jenseits. Raum und Zeit sind als eine Einheit vereint. Die Zeit entspringt der ewigen Wahrheit, Rhythmus und Periodik der Zeit bindet das Geschehen in das mythische ’Gesamterlebnis‚ des Seins ein, die mythische Zeit konzentriert sich auf die Veränderung und nicht auf das Messen. Es sind immer einige bedeutsame Momente eines bestimmten Zyklus`, in dem das Wahrnehmen der Veränderung und damit die Zeit überhaupt ins Bewusstsein gerufen wird, und erst mit dem Auftreten des Monotheismus tritt Gott als Schöpfer der Zeit in Erscheinung.

1.1.2.Ursache und Wirkung

Die Sinneseindrücke wurden einfach als das hingenommen, was sie sind, und wie sie sich unmittelbar gaben, man zwang sie nicht in ein System von Gründen und Folgen. Der Logik und der Zeit als den Grudpfeilern der Kausalität wurde keine erhebliche Bedeutung beigemessen. Eine Ordnung der Begriffe, die sich ausschließlich durch Abstraktion ergibt, kann das mythische Denken nicht fassen, für dieses ist die Kausalität nicht unmittelbar wirklich, und hat auch keine fassbare Substanz. Es gibt deshalb keine Grenze zwischen bloß ‚vorgestellter‘ und ‚wirklicher‘ Wahrnehmung. Es gibt keine Grenze zwischen innerhalb des Subjekets und außerhalb des Subjekts. Die Beziehungen in der Welt sind für das Mythische Denken allesamt durch Berührung, durch physischen Kontakt entstanden. Alles, was miteinander in Berührung kommen kann, kann sich gegenseitig auf allen denkbaren Ebenen gegenseitig und ohne Vorbehalte beeinflussen. Dieses ist ein viel gewaltigeres Prinzip als das ohnehin nicht ausgeprägte Zeitgefühl oder die Übersichtlichkeit schaffende Abstraktion. Wenn irgendwas besonderes passiert, wird nicht unbedingt nach einem besonderen Grund gesucht, da die Gründe gleichsam im Subjekt verborgen liegen können. ‚Alles kann mit allem in Beziehung stehen, es gibt keine kausale Erklärungsprinzipie n, nur Metamorphose‘1. Das unbedarfte Nebeneinanderstellen der Vorkommnisse, ein verschleiertes Wahrnehmen des Seins ist der Ursprung des sich wahrnehmenden Bewusstseins und deshalb ist es tief verwurzelt mit dem Ursprung des – sich auch kulturell – bewussten menschlichen Seins.

1.1.3 Leben, Tod, Traum und Wirklichkeit

[...]


1 Vgl. Jackson, Peter: Der Herr der Ringe – Die zwei Türme. 2002 – Neu Seeland/USA

2 Tolkien, John Ronald Reuel: Das Buch der verschollenen Geschichten. Stuttgart 1993.

3 Hrsg. Tolkien, Christopher: Das Silmarillon. Stuttgart 2002.

4 Tolkien, John Ronald Reuel: Der Herr der Ringe. Stuttgart 2000

1 Cassirer, Ernst: Philosphie der symbolischen Formen - 2. Teil. Das mythische Denken. Darmstadt 1973

2 Tolkien, John Ronald Reuel: Der Herr der Ringe. A.a.O.

4 Vgl. Cassirer, Ernst: Philosphie der symbolischen Formen - 2. Teil. Das mythische Denken. A.a.O. S. 44. ff

1 Vgl. Cassirer, Ernst: Philosphie der symbolischen Formen - 2. Teil. Das mythische Denken. A.a.O. S. 48. ff


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Denkschulen der Strategieforschung

Authors: Okko Reichwein, Wiebke Sommerfeld
Economics / Business: Business Management, Corporate Governance, 2005 Download as PDF-file for 7,99 EUR

Theorien der Emergenz

Author: Dipl.-Soz. Christian Vollmer
Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions, 2005 Download as PDF-file for 8,99 EUR

Der religiöse Hintergrund der Matrix

Author: Ariane Moßmann
German Studies - Modern German Literature, 2002 Download as PDF-file for 8,99 EUR

Die Theorie von Jean Fourastié

Author: Norbert Marx
Economics / Business: Political Economics, 2001 Download as PDF-file for 11,99 EUR

Die Frauen der Antike

Author: Yvonne Rodenberg
History - Early and Ancient History, 2005 Download as PDF-file for 4,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/29995/mythisches-und-mythos-im-herr-der-ringe
please wait Please wait