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Termpaper, 2002, 33 Pages
Author: Jasmin Weitzel
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Kassel (Institut für Germanistik)
Tags: Frauenbild, Goethes, Wilhelm, Meisters, Lehrjahre, Goethes, Meisters, Lehrjahre
Year: 2002
Pages: 33
Grade: 1
Bibliography: ~ 3 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-31386-5
File size: 275 KB
Die wenigen Quellenangaben beruhen darauf, dass die Seminarleiterin nicht wollte, dass man Sekundärliteratur nutzt - man sollte sich selbst Gedanken machen.
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Excerpt (computer-generated)
Das Frauenbild in Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre"
von: Jasmin Weitzel
Inhalt
1. Einleitung
2. Vorspann
2.1 Aussagen Goethes über die Frauen
2.2 Zwei grundlegende Frauenbilder
2.3 Bemerkungen
3. Hauptteil – Die Frauen im Roman
3.1 Marianne, eine junge Heuchlerin?
3.2 Barbara oder die Abhängige
3.3 Fr. Melina – Die Entschlossene
3.4 Philine und das “Carpe diem”
3.5 Mignon, das androgyne Wesen
3.6 Die Gräfin als Gefangene ihrer Verhältnisse
3.7 Die wagemutige Baronesse
3.8 Aurelia, eine kranke Seele
3.9 Friederike Helene Unger (1754 – 1813) “Bekenntnisse einer schönen Seele”
3.10 Therese, die wahre Amazone
3.11 Margarete, eine vielfache Mutter
3.12 Natalie, die schöne Amazone
3.13 Andere Frauenfiguren
3.14 Kommentar
4. Fazit
Quellenangaben
1. Einleitung
Im Vorspann dieser Hausarbeit werde ich zuerst Goethes Auffassung über die Frauen anhand einiger Zitate darlegen. Anschließend werde ich zwei für den Roman grundlegende Frauenbilder Goethes darstellen. Zum einen das traditionelle Frauenbild, welches nicht zuletzt auf Jean-Jacques Rousseau begründet ist und während der Goethezeit vorherrscht, zum anderen die Idee der Gleichberechtigung von Mann und Frau, welche durch Goethes Idee vom emanzipierten Menschen, verdeutlicht werden soll. Nach einer Bemerkung dazu, werde ich zum Hauptteil dieser Hausarbeit übergehen und mich mit den wichtigsten Frauenbilder des Romans “Wilhelm Meisters Lehrjahre” beschäftigen, um anschließend einen Kommentar dazu abgeben. Im Fazit soll anschließend die Frage geklärt werden, ob man das Frauenbild, welches Goethe durch seinen Roman darstellen will positiv oder negativ einordnen kann und wie der Roman in bezug auf seine Zeit gesehen werden kann. Schließlich soll geklärt werden, ob das von Goethe dargestellte Frauenbild nicht sogar ein Schritt in ein Zeitalter der Frauenemanzipation ist. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich aufgrund der verschiedenen Ausgaben des Buches „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ Zitate direkt wiederhole und die Stellenangabe folgendermaßen abkürze: Z.B. Buch 5 Kapitel 3 = [B5K3] Zitate des Buches „Der androgyne Mensch“ werde ich mit genauen Seitenangaben versehen.
2. Vorspann
2.1 Aussagen Goethes über Frauen
a. Ein Brief von 1767 an seine Schwester Cornelia, er bittet sie: So wenig als möglich zu lesen, viel zu schreiben; allein nichts als Briefe, und das wenn es sein könnte, wahre Briefe an mich, die Sprachen immer fort zu treiben und die Haushaltung, wie nicht weniger die Kochkunst zu studieren, auch Dich zum Zeitvertreibe auf dem Klavier zu üben, denn dieses sind alles Dinge, die ein Mädgen, die meine Schülerin werden soll notwendig besitzen muss: die Sprachen ausgenommen, die Du als einen besonderen Vorzug besitzest: Ferner verlange ich, dass Du Dich im Tanzen perfektionierst [...] so garantiere ich meinen Kopf, Du sollst in einem kleinen Jahre das vernünftigste, artigste, angenehmste Mädgen, nicht nur in Frankfurt, sondern im ganzen Reich sein. [Zunächst sei aus dem Brief des Leipziger Studenten an die Schwester Cornelia vom 12. bis 14. Oktober 1767 die Stelle zitiert, wo er, angewandt auf Cornelia, sein Ideal der Mädchenerziehung entwirft. Zitiert nach Helmut Fuhrmann, der androgyne Mensch, Königshausen und Neumann 1995, S.21]
b. Immer ist das Mädchen so beschäftigt und reifet im Stillen Häuslicher Tugend entgegen, den klugen Mann zu beglücken. Wünscht sie dann endlich zu lesen, so wählt sie gewisslich ein Kochbuch. [„Weibliche Arbeit“ definiert Goethe in der „Zweiten Epistel“, einem fragmentarischen Lehrgedicht aus dem Jahre 1795, als die Arbeit in Küche, Keller, Nähstube und Garten. Zitiert nach Helmut Fuhrmann, der androgyne Mensch, Königshausen und Neumann 1995, S. 21]
c. Die Weiber haben das Eigene, dass sie das Fertige zu ihren Absichten verarbeiten und verbrauchen. Das Wissen, die Erfahrung des Mannes nehmen sie als ein Fertiges und schmücken sich und anderes damit. [...] Der Mann schafft und erwirbt, die Frau verwendet’s: das ist auch im intellektuellen Sinne das Gesetz, unter dem beide Naturen stehen. [November 1806, Friedrich Wilhelm Riemer: Mitteilungen über Goethe. Auf Grund der Ausgabe von 1841 und des handschriftlichen Nachlasses hrsg. v. Arthur Pollmer Leipzig 1921. Zitiert nach Helmut Fuhrmann, der androgyne Mensch, Königshausen und Neumann 1995, S.19]
d. WAS gibst du dir mit Lieb und Ehre Und andern Dingen so viel Pein! Wenn ein tüchtiger S** nur wäre, Die Weiber würden sämtlich zufrieden sein. [Boshaftes Epigramm des alten Dichters um 1806. Zitiert nach Helmut Fuhrmann, der androgyne Mensch, Königshausen und Neumann 1995, S. 23]
e. Weiber haben keine Ironie, können nicht von sich selbst lassen. [...] und sie können es nicht, weil sie bedürftiger, abhängiger sind als die Männer. [07.12.1808, Friedrich Wilhelm Riemer: Mitteilungen über Goethe. Auf Grund der Ausgabe von 1841 und des handschriftlichen Nachlasses hrsg. v. Arthur Pollmer Leipzig 1921. Zitiert nach Helmut Fuhrmann, der androgyne Mensch, Königshausen und Neumann 1995, S. 19]
f. Die Verhältnisse mit Frauen allein können doch das Leben nicht ausfüllen und führen zu gar zu vielen Verwicklungen, Qualen und Leiden, die uns aufreiben, oder zur vollkommenen Leere. [ Gesprächsaufzeichnungen Boisserées aus dem Jahre 1815. Zitiert nach Helmut Fuhrmann, der androgyne Mensch, Königshausen und Neumann 1995, S. 24]
g. 1826 erkennt Goethe: Jede Frau schließt die andre aus, ihrer Natur nach: denn von jeder wird alles gefordert, was dem ganzen Geschlechte zu leisten obliegt. Nicht so verhält es sich mit den Männern. Der Mann verlangt den Mann; er würde sich einen zweiten erschaffen, wenn es keinen gäbe: Eine Frau könnte eine Ewigkeit leben, ohne daran zu denken, sich ihresgleichen hervorzubringen. [ These des Gehilfen aus den „Wahlverwandtschaften“ (Goethe) 1826. Zitiert nach Helmut Fuhrmann, der androgyne Mensch, Königshausen und Neumann 1995, S. 25]
h. 1827 schreibt Goethe: Ich wünsche mir eine hübsche Frau, Die nicht alles nähme gar zu genau, Doch aber zugleich am besten verstände, Wie ich mich selbst am besten befände. [ 1827 schließlich formuliert der alte Goethe in der Form eines Epigramms sein Ideal einer Ehefrau. Zitiert nach Helmut Fuhrmann, der androgyne Mensch, Königshausen und Neumann 1995, S. 21]
i. Eines Tages sagte (der Kupferstecher) Stock: Goethe, meine Töchter wachsen nun heran, was meinst du, worin soll ich die Mädchen unterrichten lassen? In nichts anderem, erwiderte Goethe, als in der Wirtschaft. Lass sie gute Köchinnen werden, dass wird für ihre künftigen Männer das beste sein. Der Vater befolgte diesen Rat, und nicht ohne Empfindlichkeit versicherte mir die ältere Schwester, dass sie dies Goethen immer nachgetragen habe, und dass sie infolge dieses Rates ihre ganze Ausbildung (als Malerin) mit der größten Mühe sich selbst habe erwerben müssen. [ Gustav Parthey überliefert aus Goethes Leipziger Zeit die charakteristische Anekdote. Zitiert nach Helmut Fuhrmann, der androgyne Mensch, Königshausen und Neumann 1995, S. 20]
[...]
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