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Benjamin Franklin: Gesellschaftskritiker und Satiriker

Scholary Paper (Seminar), 2004, 11 Pages
Author: Martina Kästner
Subject: American Studies - Literature

Details

Event: Die Amerikanische Aufklärung
Institution/College: University of Erfurt (Anglistik)
Tags: Benjamin, Franklin, Gesellschaftskritiker, Satiriker, Amerikanische, Aufklärung
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 11
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V30216
ISBN (E-book): 978-3-638-31525-8

File size: 177 KB


Excerpt (computer-generated)

Benjamin Franklin: Gesellschaftskritiker und Satiriker

von: Martina Kästner

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Wer war Benjamin Franklin? 2

3. Benjamin Franklin als Gesellschaftskritiker und Satiriker 4

4. Schlussbemerkung 8



 

1. Einleitung

Benjamin Franklin lebte und wirkte in einer Zeit, deren geistiges Klima von verschiedenen Faktoren bestimmt wurde. Zum einen war der Puritanismus noch vorherrschend, zum anderen erlebte die Aufklärung bereits einen Höhepunkt und die amerikanische freiheitliche Gesellschaftsordnung (die sich im wirtschaftlichen Bereich als amerikanischer Kapitalismus manifestierte) bildete sich heraus. Im 17. Jahrhundert waren viele Puritaner von England in die britischen Kolonien nach Neuengland emigriert. Dadurch war der Puritanismus damals auch zur bestimmenden Religion in Amerika geworden und hatte somit großen Einfluss auf den Nationalcharakter ausgeübt. Zu den angestrebten Tugenden dieser Religion gehören besonders produktives Tätigsein, Streben nach Erfolg, Ehrgeiz, Fleiß und Askese. Im wirtschaftlichen Erfolg offenbart sich, gemäß der Prädestinationslehre der Puritaner, die von Gott vorherbestimmte (religiöse) Auserwähltheit des Einzelnen. Die Aufklärung dagegen betrachtet die Selbsterkenntnis des Individuums aus seiner eigenen Kraft und Natur heraus als unbedingten Wert. Das koloniale Amerika war ein geeignetes Experimentierfeld für aufklärerische Gedanken und ihre Vertreter versuchten, ihre Ideale auch praktisch umzusetzen. Der Glaube an die individuelle Selbsterkenntnis stand im Zusammenhang mit der Überzeugung, dass die politische Selbstbestimmung zur Natur und daher zum Naturrecht des Menschen gehört. Das stand im Konflikt mit der traditionellen Ergebenheit der Kolonien gegenüber der Kolonialmacht. Die amerikanische Revolution war Ausdruck und Höhepunkt dieses Konfliktes. In der Person Franklins spiegeln sich die verschiedenen Einflüsse seiner Zeit mit ihren Umbrüchen wider. Gerade seine Gesellschaftskritik ist ein Zeugnis dieser Veränderungen. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit Franklins Gesellschaftskritik und geht dabei besonders auf seine satirischen Schriften ein.

2. Wer war Benjamin Franklin?

Benjamin Franklin war wohl der Herausragendste unter den Gründern der Vereinigten Staaten von Amerika. Er war der Einzige, der alle vier Dokumente, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Gründung der Vereinigten Staaten standen, unterschrieb (Declaration of Independence 1776, Treaty of Alliance, Amity and Commerce mit Frankreich 1778, Treaty of Peace zwischen England, Frankreich und den Vereinigten Staaten 1782, Constitution 1787). Er war ein sehr geschickter Diplomat und handelte Verträge mit Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden und Spanien aus und half so, den Platz der USA in der Welt zu sichern. Als geachteter Wissenschaftler und Gelehrter bekam er Ehrendoktorwürden in England, Schottland und Amerika verliehen. Franklin war außerdem Drucker, Herausgeber und Autor. In seiner Funktion als Postminister verbesserte er den Postverkehr in den Kolonien. Er organisierte die Union Fire Company (die erste Feuerwehr) in Philadelphia, um die Stadt sicherer zu machen, und gründetet einige Jahre später die erste Feuer-Versicherungsgesellschaft. Franklin organisierte sogar eine Nachtwache und Bürgerwehr um mehr Sicherheit für die Bürger Philadelphias zu gewährleisten. Franklin war also ein in vielen Bereichen des politischen und öffentlichen Lebens tätiger Mann, der nicht nur für die Menschen seiner Zeit, sondern auch für zukünftige Generationen beispielgebend war.

Benjamin Franklin wurde in Boston am 17. Januar 1706 als das 15. Kind des Seifen- und Kerzenmachers Josiah Franklin und seiner zweiten Frau Abiah (Folger) Franklin geboren. Da seine Eltern nicht genug Geld für seine Ausbildung hatten, konnte Benjamin Franklin die Schule nur bis zu seinem 10. Lebensjahr besuchen. Mit 12 Jahren begann er eine Ausbildung in der Druckerei seines Halbbruders James, der Drucker und Verleger in Boston war. Nach vielen Auseinandersetzungen verließ er aber im Jahre 1723 seinen Bruder und die Anstellung in der Druckerei und ging nach Philadelphia, um dort als Drucker zu arbeiten. Nach einem Aufenthalt in London (1724-26) kehrte er nach Philadelphia zurück und erwarb 1729 einen Anteil an der Pennsylvania Gazette. Nach 1730 war er Eigentümer und Herausgeber der Gazette, die unter seiner Leitung sehr populär wurde. 1733 veröffentlichte Franklin die erste Ausgabe des Poor Richard’s Almanack (bis 1758 regelmäßig veröffentlicht), der ebenfalls sehr beliebt war und in dem viele amerikanische Sprichworte ihren Ursprung haben. In den folgenden Jahren richtete er die erste Leihbücherei in Amerika ein, gründete die American Philosophical Society, half dabei, eine Akademie zu etablieren, aus der sich später die University of Pennsylvania entwickelte und bewirkte eine Reihe von verschiedenen städtischen Reformen. Von 1753 bis 1774 war er Postminister und er organisierte, wie schon oben erwähnt, in dieser Funktion das Postsystem neu, um es effizient und rentabel zu machen. Franklin war in den 1750er und 1760er Jahren als Abgesandter der Kolonie Pennsylvania (später auch Massachussetts, New Jersey und Georgia) in Großbritannien tätig und war in dieser Funktion um diplomatische Lösungen politischer Konflikte zwischen den Kolonien und Großbritannien bemüht.

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