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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 39 Pages
Author: Doreen Frank
Subject: German - German as a Foreign Language / Second Language
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Deutsch als Fremdsprache)
Tags: Interkulturelle, Kompetenz, Lehrwerken, Skizzierung, Kriterienkataloges, Analyse, Deutschlehrwerken, Skizzierung, Kriterienkataloges, Analyse, Deutschlehrwerken
Year: 2002
Pages: 39
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-31542-5
File size: 551 KB
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Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Hauptstudiumsseminar: ‚Wirtschaftssprache Deutsch –
Analyse neuer Unterrichtsmedien’
5. Semester
Interkulturelle Kompetenz in Lehrwerken - Skizzierung eines
Kriterienkataloges zur Analyse von wirtschaftsbezogenen
Deutschlehrwerken
von: Doreen Frank
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 4
2. INTERKULTURELLE KOMPETENZ 6
3. KRITERIEN 9
3.1. REFLEXION DER EIGENEN UND DER FREMDEN KULTUR 10
3.1.1. REFLEXION DER EIGENEN KULTUR: 10
3.1.2. FREMDKULTUR UND INTERKULTURELLE LERNINHALTE: 11
3.2. SENSIBILISIERUNG FÜR INTERKULTURELLE SITUATIONEN ALLGEMEIN UND SPEZIELL 17
3.2.1. SENSIBILISIERUNG FÜR INTERKULTURELLE SITUATIONEN ALLGEMEIN 17
3.2.2. SENSIBILISIERUNG FÜR INTERKULTURELLE SITUATIONEN SPEZIELL 20
3.3. METAKOMMUNIKATION 27
4. KRITERIENKATALOG 32
4.1 QUANTITATIVE ANALYSE 33
4.2 QUALITATIVE ANALYSE 36
5. ANHANG 37
5.1. BEISPIEL FÜR EIN EIGENSCHAFTSLISTENVERFAHREN 37
5.2. BEISPIEL EINES ‚CRITICAL INCIDENTS’ 38
6. LITERATURVERZEICHNIS 39
1. Einleitung
Seit der zweiten Hälfte der 80er Jahre verdrängte der Begriff der ‚Interkulturellen Kompetenz’ immer mehr seinen Vorgänger, die ‚Kommunikative Kompetenz’, als neues globales Ziel für den DaF-Unterricht. Standen im kommunikativ-pragmatischen Ansatz noch die pädagogische und pragmatische Lernerorientierung und die Vorraussetzungen und Bedürfnisse der Lerner im Mittelpunkt, so wurden im interkulturellen Ansatz die Ziele um die Alltagsperspektive der Lerner erweitert: Die Fähigkeit zur interkulturellen Kommunikation und das bessere Verstehen seiner selbst durch Fremdverstehen waren die zentralen Bestandteile dieses Ansatzes. Dieses neue Konzept einer zielgruppen- und regionalspezifischen Didaktik und Methodik betonte weniger direkt sprachbezogene Ziele im traditionellen Sinne, als eben interkulturelle und strategiebezogene Ziele. Dabei ging die Entwicklung der oben genannten interkulturellen Kompetenz im Zuge einer soziokulturellen Sensibilisierung, der Befähigung zum Perspektivwechsel und der Strategievermittlung zur Integration von Vor-/Weltwissen, Wahrnehmung und neuem Wissen einher mit der Strategievermittlung zum autonomen Lernen. Diese mehr oder weniger hoch gesteckten Ziele sollten in den neuen Lehrwerken ihre Umsetzung finden: So setzt sich ‚Sprachbrücke’1 explizit zum Ziel, durch den Fremdsprachenunterricht interkulturelle Kommunikation zu ermöglichen - die zu erlernende Sprache soll eine Brücke zur fremden Kultur bilden. Dabei stellen die eigene Sprache und Kultur den Ausgangspunkt dar, von dem aus das Fremde erfahren, erlebt, erforscht und erlernt werden kann.2 Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis von ‚Sichtwechsel. Elf Kapitel zur Sprachsensibilisierung’3 zeigt, dass dieses Buch interkulturelle Lernziele verfolgt, denn sie bilden den Ausgangspunkt für die Kapitelüberschriften:
1. Wahrnehmung und Interpretation
2. Wahrnehmung und kulturspezifische Erfahrung
3. Wahrnehmung und gruppenspezifische Wahrnehmung
4. Bedeutungsentwicklung
5. Bedeutungsentwicklung in der Fremdsprache usw.
Das Handbuch für den Unterricht weist weiter darauf hin, dass nach einer Systematik gesucht wurde, „die sowohl den Lernenden als auch uns Lehrer ein persönliches Weiterlernen durch möglichst kooperatives Arbeiten ermöglichen sollte. Diese Systematik entwickelte sich schließlich aus der Verarbeitung der Spannung, die die Konfrontation von zwei (oder mehreren) Kulturen im Unterricht hervorbringt“4. Diese zwei Lehrmaterialien stehen nur beispielhaft für eine Generation von Lehrwerken, die sich der interkulturellen Methode explizit verpflichtet haben. Besondere Bedeutung erhält der interkulturelle Ansatz aber in wirtschaftsbezogenen Lehrwerken, da Lerner des wirtschaftsbezogenen Fremdsprachenunterrichts unter einem ungleich größeren Zwang stehen, interkulturelle Situationen in der fremden Sprache meistern zu müssen. Mehrere Lehrwerke haben sich diesem Thema mit unterschiedlicher Intensität, aber auch unterschiedlichem Erfolg angenommen. Eine vollständige Dokumentation als Ergebnis eines Seminars zur Analyse berufsbezogener Lehrwerke an der FSU Jena, Institut für Deutsch als Fremdsprache, wird bald vorliegen.
Wollte man aber diese wirtschaftsbezogenen Lehrwerke tiefenstrukturell nach interkulturellen Kriterien analysieren, stieße man schnell auf das Problem, dass besagte interkulturelle Analysekriterien gar nicht vollständig und zusammenhängend dokumentiert existieren. Die gängigen Analyseraster sprechen die interkulturellen Aspekte leider nur auf einer sehr oberflächlichen und unsystematischen Ebene an. Der Lehrer, soweit er nicht schon fundierte Kenntnisse zur Umsetzung des interkulturellen Ansatzes besitzt, ist dann gezwungen durch langwierige Recherche selbstständig Kriterien zu erstellen und anzuwenden. Diese Arbeit soll einen ersten Schritt in Richtung interkultureller Analyse wirtschaftsbezogener Lehrwerke darstellen. Hier sollen Kriterien zur Analyse wirtschaftsbezogener Lehrwerke in Bezug auf die Entwicklung interkultureller Handlungskompetenz zusammengetragen und erklärt werden. Theoretischen Ausgangspunkt bildet dabei die Definition der interkulturelle n Kompetenz, ein Begriff, der leider inflationär verwendet wird und gerade deshalb einer genaueren Abgrenzung bedarf. Ausgehend von dieser Begriffsklärung wird dann versucht, einige wichtige, herausragende Kriterien aufzustellen und theoretisch zu untermauern. Im letzten Teil wird dann ein vorläufiger Kriterienkatalog aufgestellt. Da, wie schon erwähnt, kein einheitliches und systematisches Analyseraster zu interkulturellen Aspekten wirtschaftsbezogener Lehrwerke vorliegt, auf das sich diese Arbeit beziehen kann, erhebt sie auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist gegenüber Überarbeitungen und Änderungen offen.
2. Interkulturelle Kompetenz
Da schon in vielen Publikationen der Begriff der Kultur als Grundbaustein der interkulturellen Kompetenz ausreichend diskutiert wurde, wird in dieser Arbeit dieser Bereich ausgespart und auf Bolten5 verwiesen, der in seinen Forschungen den weiten Kulturbegriff zugrundelegt: Kultur ist demnach dynamisch, gesellschaftsbezogen und in gewisser Weise relativ. Kultur bezeichnet im Sinne der Semiotik das symbolisch strukturierte und kommunikativ vermittelte Interaktionssystem einer Gruppe oder Gesellschaft.6 Bei der Klärung des Begriffes interkulturelle Kompetenz, des globalen Lernzieles der interkulturellen Methode, sollen zwei Quellen herangezogen werden: 1.) Gertraude Heyd, eine Fremdsprachenforscherin aus dem Bereich DaF, welche interkulturelle Kompetenz aus einer allgemein fremdsprachendidaktischen und - methodischen Perspektive betrachtet und 2.) Jürgen Bolten, Prof. des Fachbereiches Interkulturelle Wirtschaftskommunikation an der Universität Jena, der ein ähnliches Konzept in einen wirtschaftswissenschaftlichen Rahmen einbettet. Diese beiden Konzepte sollen als Ausgangsbasis für die dann zu erstellenden Analysekriterien fungieren. Gertraude Heyd postuliert folgende Komponenten als Bestandteil der interkulturellen Kompetenz: 7
- die Fähigkeit zur multiperspektivischen Wahrnehmung fremdkultureller Erscheinungen;
- die Fähigkeit zur Empathie und kritischen Toleranz gegenüber anderen Kulturen und deren Mitgliedern;
- die Fähigkeit zum Verständnis der Prozesse, die in einer Interaktion zwischen verschiedenen Kulturen auftreten und
- die Fähigkeit, verschiedene Strategien zu finden, um mit eigen- und fremdkulturellen Phänomenen umgehen zu können, um die eigene Welt auf Grundlage der eigenen Kultur und die fremde Welt auf Grundlage der fremden Kultur interpretieren zu können.
[...]
1 Sprachbrücke. Deutsch als Fremdsprache. München 1989
2 vgl. Sprachbrücke. Deutsch als Fremdsprache. Handbuch für den Unterricht. München 1989. S. 11
3 Sichtwechsel. Elf Kapitel zur Sprachsensibilisierung. Ein Deutschkurs für Fortgeschrittene. Stuttgart 1991
4 Sichtwechsel. Elf Kapitel zur Sprachsensibilisierung. Handbuch für den Unterricht. Stuttgart 1991. S. 9
5 vgl. Bolten, J.: Reader: Einführung in die Interkulturelle Wirtschaftskommunikation FSU Jena WS 1997. S. 17ff
6 von besonderem Interesse: Habermas, J.: Theorie des kommunikativen Handelns. 2 Bände. F/aM. 1981; Shütz, A., Luckmann, T.: Strukturen der Lebenswelt. 2 Bände. F/aM. 1991
7 Heyd, G.: Aufbauwissen für den Fremdsprachenunterricht (DaF). Ein Arbeitsbuch.Tübingen 1997. S. 34ff
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