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Die islamische Wirtschaftsmentalität

Studienarbeit, 2003, 39 Seiten
Autor: Dipl. Betriebswirt Florian Henle
Fach: Wirtschaft - Unternehmensführung, Management, Organisation

Details

Veranstaltung: Interkulturelles Management
Institution/Hochschule: Fachhochschule Landshut
Tags: Wirtschaftsmentalität, Interkulturelles, Management
Kategorie: Studienarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 39
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 17  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V30453
ISBN (E-Book): 978-3-638-31710-8
ISBN (Buch): 978-3-638-65079-3
Dateigröße: 1078 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die Austausch- und Kommunikationsprozesse, sowie die Abhängigkeiten verschiedener Kulturen nehmen durch die Globalisierung ständig zu. Folge ist eine zunehmend engere Vernetzung der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Aktivitäten der Menschen auf der ganzen Welt. Durch diesen Prozess wird die Welt tagtäglich „kleiner“. Wirtschaftliche Tätigkeiten beschränken sich immer weniger nur auf ein bestimmtes Land oder Kulturraum. Der internationale Handel mit verschiedensten Ländern ist tägliches Geschäft. Innerhalb von 24 Stunden kann man an jedem Ort der Erde sein. Beeinflusst diese Entwicklung unsere Kulturen? Sicherlich tut sie das, jedoch nicht in dem Ausmaße, dass alle kulturellen Unterschiede verschwinden werden und alle die gleichen Werte, Gewohnheiten und Verhalten teilen werden. In meinen Augen, ist der islamische Wirtschaftsraum, vielleicht abgesehen von den Vereinigten Arabischen Emiraten, die Wirtschaftsregion, die sich mit am meisten dem Trend der „Verwestlichung“ ihrer Kultur1 entgegenstellt. Es gibt nicht wenige wissenschaftliche Beobachter, die sich die Frage stellen, ob der Islam überhaupt mit modernem Wirtschaftsverhalten kombinierbar ist. Eine eindeutige Frage auf diese Antwort wird auch wohl nur schwer zu finden sein. Fest steht jedoch, dass die islamische Wirtschaftsmentalität sich in vielen Fällen erheblich von der westlichen unterscheidet. Ziel dieser Studienarbeit ist es, die grundlegenden Zusammenhänge und Voraussetzungen für wirtschaftliches Handeln mit islamisch geprägten Kulturen begreiflich zu machen, Verständnis für die kulturellen Besonderheiten im islamischen Raum zu vermitteln und einen Leitfaden für Geschäfte in diesem Kulturraum zur Verfügung zu stellen.


Textauszug (computergeneriert)

Die islamische Wirtschaftsmentalität

von: Florian Henle

 


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung  3

II Hintergründe und Fakten zum Islam  4

2.1. Begriffsdefinition  4
2.2. Der Einfluss des Koran  4

III Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln in islamisch geprägten Ländern 5

3.1. Das islamische Staatsmodell  5
3.2. Das Rechtssystem der Schari’a 6
3.3. Marktwirtschaft und Islam  7

3.3.1. Das Zinsverbot -Auswirkungen auf die Geld- und Kreditgeschäfte  7
3.3.2. Die Sozialabgabe Zakat 8
3.3.3. Eigentumsrechte im Islam 8

IV Die Kommunikation 9

4.1. Grundsätze der interkulturellen Kommunikation  9
4.2. Islamische Kommunikationsmuster 11

V Die islamische Wirtschaftsmentalität 12

5.1. Kulturelle Prägung nach Hofstede 12

5.1.1. Individualismus gegenüber Kollektivismus 13
5.1.2. Unsicherheitsvermeidung  14
5.1.3. Machtdistanz  14
5.1.4. Maskulinität gegenüber Femininität 15

5.2. Der islamische Führungsstil  15
5.3. Einstellungskriterien in islamischen Ländern 17
5.4. Werte der islamischen Gesellschaft  18
5.5. Grundlagen zu Verhandlungen im islamischen Raum  19

VI Fazit  22

Literaturverzeichnis  24
 


 

I Einleitung

Die Austausch- und Kommunikationsprozesse, sowie die Abhängigkeiten verschiedener Kulturen nehmen durch die Globalisierung ständig zu. Folge ist eine zunehmend engere Vernetzung der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Aktivitäten der Menschen auf der ganzen Welt. Durch diesen Prozess wird die Welt tagtäglich „kleiner“. Wirtschaftliche Tätigkeiten beschränken sich immer weniger nur auf ein bestimmtes Land oder Kulturraum. Der internationale Handel mit verschiedensten Ländern ist tägliches Geschäft. Innerhalb von 24 Stunden kann man an jedem Ort der Erde sein.

Beeinflusst diese Entwicklung unsere Kulturen? Sicherlich tut sie das, jedoch nicht in dem Ausmaße, dass alle kulturellen Unterschiede verschwinden werden und alle die gleichen Werte, Gewohnheiten und Verhalten teilen werden. In meinen Augen, ist der islamische Wirtschaftsraum, vielleicht abgesehen von den Vereinigten Arabischen Emiraten, die Wirtschaftsregion, die sich mit am meisten dem Trend der „Verwestlichung“ ihrer Kultur1 entgegenstellt. Es gibt nicht wenige wissenschaftliche Beobachter, die sich die Frage stellen, ob der Islam überhaupt mit modernem Wirtschaftsverhalten kombinierbar ist. Eine eindeutige Frage auf diese Antwort wird auch wohl nur schwer zu finden sein. Fest steht jedoch, dass die islamische Wirtschaftsmentalität sich in vielen Fällen erheblich von der westlichen unterscheidet. Ziel dieser Studienarbeit ist es, die grundlegenden Zusammenhänge und Voraussetzungen für wirtschaftliches Handeln mit islamisch geprägten Kulturen begreiflich zu machen, Verständnis für die kulturellen Besonderheiten im islamischen Raum zu vermitteln und einen Leitfaden für Geschäfte in diesem Kulturraum zur Verfügung zu stellen.

II Hintergründe und Fakten zum Islam

2.1. Begriffsdefinition

Der Begriff „Islam“ kommt ursprünglich aus dem Arabischen und heißt „Hingabe an Gott“. Im Koran, der heiligen Schrift des Islam, bedeutet er die „unbedingte Ergebung in den Willen des einen Gottes Allah“ 2. Zu der von Mohammed zwischen 622 und 632 n. Chr. in Medina gegründeten monotheistischen Weltreligion bekennen sich heute weltweit etwas mehr als 1 Milliarde Menschen. Abbildung 1: Die Verbreitung des Islam3 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

2.2. Der Einfluss des Koran

Der Koran ist die heilige Schrift der Muslime und die grundlegende Quelle ihres Glaubens. Außer religiösen Schriften beinhaltet er auch Verhaltensregeln für das tägliche Leben. Damit bildet der Koran nicht nur die religiöse Grundlage der Muslime, sondern dient ihnen auch als Orientierungsrahmen für den Alltag und für das Zusammenleben der Muslime. Das hat natürlich Auswirkungen auf das wirtschaftliche Verständnis und das Verhalten der Muslime. Grundsätzlich enthält der Koran Aussagen über folgende Gebiete4:

- Shahada- das Glaubenskenntnis (Glaube an die Einheit Gottes)
- Die gottesdienstliche Ordnungen Hajj (Wallfahrt nach Mekka), Salat (Anbetung, Gebet) und Saum (Fasten während des Ramadan)
- Sittlich-ethische Verhaltensregeln z.B. Zakat (Almosengeben)
- Soziale und rechtliche Ordnungen z.B. Erbschafts- und Familienrecht

III Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln in islamisch geprägten Ländern

3.1. Das islamische Staatsmodell

Im Gegensatz zu westlichen Staatsmodellen, muss bei islamischen Staatsmodellen die Herrschaftsgewalt nicht unbedingt von einer gewählten Regierung ausgeübt werden. Auch eine Monarchie erscheint akzeptabel. Hierbei kann der Monarch entweder durch Wahl oder Abstammung bestimmt werden. Es ist festzuhalten, dass vor dem Recht der Herrscher wie jeder andere Mensch angesehen wird, es gibt keine Immunität oder Ausnahmeregelungen. Bei der Frage der Gesetzgebungskompetenz unterscheidet sich das islamische Staatsmodell fundamental vom westlichen. Während beim westlichen Modell alle Macht vom Volk ausgeht, ist dem Islam eine solche Volkssouveränität fremd. Nach islamischer Überzeugung kann Recht nicht durch den Willen des Volkes geschaffen werden, sondern es ist den Menschen in Koran und Sunna5 von Gott offenbart worden. Somit kann es in einem islamischen Staat keinen autonomen Gesetzgeber geben. Die Rolle des Staats beschränkt sich darauf, das göttliche Recht, die Schari’a anzuwenden. In Bereichen, die in der Schari’a nicht geregelt werden, ist es seine Aufgabe, ein eigenes Recht zu entwickeln, welches mit der Schari’a zu vereinbaren ist.

3.2. Das Rechtssystem der Schari’a

[...]


1 Nach Hofstede ist Kultur die kollektive, mentale Programmierung welche die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet. Vgl. Becker, M. (2003), Interkulturelles Management, Skript

2 Vgl. Brockhaus - Die Enzyklopädie: in 24 Bänden, Stichwort: Islam

3 Abbildung aus: http://www.bpb.de/publikationen/OSF8X0,0,0,Einleitung.html

4 Vgl. http://www.bpb.de/publikationen/OSF8X0,0,0,Einleitung.html


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