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Flächenversiegelung

Termpaper, 2004, 13 Pages
Author: Thomas Haenisch
Subject: Environmental Sciences

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 13
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V30469
ISBN (E-book): 978-3-638-31724-5

File size: 378 KB


Excerpt (computer-generated)

Flächenversiegelung

von: Thomas Haenisch

 


Gliederung

Einleitung

1 Definition wichtiger Fachbegriffe

2 Formen der Versiegelung

3 Situation

3.1 Weltweit
3.2 Deutschland
3.3 Freistaat Thüringen

4 Folgen für den Naturhaushalt

5 Gesetzliche und planungsrechtliche Grundlagen

6 Entsiegelung von Flächen

Quellenverzeichnis
 

 

Einleitung

Die flächenhafte Versiegelung steht neben anderen großen Umweltproblemen in Deutschland, wie Artensterben und Fremdstoffeinträge, auf gleichem Rang. Flächenversiegelungen bewirken immer einen Eingriff in den Naturhaushalt mit erheblichen und nachhaltigen Auswirkungen. Der Hunger der hochentwickelten Gesellschaft nach Raum ist allgegenwärtig, wer mit offenen Augen durch die Städte und Länder streift, trifft auf Aus- und Neubau von Straßen, Gewerbegebiete und neu geschaffenen Wohnraum. Selbst die Deutsche Bahn lässt ihren sehr innovativen Hochgeschwindigkeitszug (ICE) auf Betontrassen rasen. Die Folgen stellen sich, wie so oft, erst nach geraumer Zeit ein und spiegeln sich u. a. in den Hochwasserereignissen letzterer Zeit wieder. Spannungsgeladen ist die Thematik sehr, wie viele andere Themen im Naturschutz auch, denn eine Flächenversiegelung geht im Allgemeinen auch mit der Schaffung von Arbeitsplätzen und einer Verbesserung des Wohlstandes einher. Die Art und Weise der Planung hat auf die Begrenzung des Landschaftsverbrauches den meisten Einfluss, hierbei übt die Konsensbereitschaft aller beteiligten Interessengruppen die Schlüsselfunktion aus.

1 Definition wichtiger Fachbegriffe

Flächenversiegelung (Syn.: Bodenversiegelung, Bodenabdeckung) Es werden unter diesem Fachterminus alle Arten der unnatürlichen Bodenabdeckung verstanden. Diese Flächen können in Versiegelungsstufen mit genau definiertem Grad der Versiegelung differenziert werden. Dies ist in Deutschland jedoch nicht einheitlich geregelt.

Abb. 1: Versiegelungsgrad [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Landschaftsverbrauch (Syn.: Flächenverbrauch) Als Landschaftsverbrauch bezeichnet man das Umwidmen von vormals naturnaher, land- und forstwirtschaftlich genutzter Fläche zu Siedlungs- und Verkehrsfläche. Die stattfindende Nutzungsänderung geht meist mit Versiegelungen einher.

2 Formen der Versiegelung

Die Literatur unterscheidet drei Formen und Intensitäten von Flächenversiegelung:

- Vollversiegelung, horizontal; alle wasserundurchlässigen Beläge ohne Bewuchs und Durchwurzelung mit einem Fugenanteil < 20 %, auch wassergebundene Deckschichten
Beispiel: Straße mit Bitumendeckschicht
Ergebnis: totale Unterbindung des Austausches zwischen Boden und Umwelt sowie Totalverlust als Lebensraum
- Teilversiegelung; Beläge mit durchwurzelbaren, teilweise bewachsenen und wasser-durchlässigen Fugen; Fugenanteil > 20 %, Kleinpflaster und Großpflaster mit Fuge < 3 cm Breite gehören nicht dazu Beispiel: Pflaster mit Fugen > 3 cm Breite, Schotterrasen und Rasengittersteine
Ergebnis: gewisse Möglichkeit des Austausches zwischen Umwelt und Boden, beschränkter Lebensraum für Flora und Fauna
- Versiegelung, vertikal; vollständige Versiegelung unter Flur
Beispiel: Tiefgarage oder U-Bahn
Ergebnis: oberflächig bleibt der Lebensraum begrenzt erhalten, der intensive Austausch des Bodens mit seiner Umwelt ist jedoch gestört, z.B. Trennung des Wasserdurchzuges

3 Situation

Global betrachtet war die versiegelte Fläche noch nie so groß wie heute. Flächenversiegelung begegnet dem modernen Menschen auf Schritt und Tritt. Denn er hält sich die meiste Zeit seines Lebens in Gebäuden, auf Straßen, Gehwegen, Parkplätzen und sonstigen versiegelten Freiflächen auf. Der Lebensstil, der wachsende Wohlstand und die Steuerpolitik sind Motor für eine schnell voranschreitende „Befestigung unserer Umwelt“. Die Angaben der tatsächlich versiegelten Flächengröße sind in der Literatur unterschiedlich dargestellt, sie bewegen sich jedoch in einem relativ engen Rahmen. Folgend sind exemplarisch einige Werte aufgeführt.

3.1 Weltweit

Je höher eine Gesellschaft entwickelt ist, desto mehr versiegelte Fläche produziert sie. In den „westlichen“ Industrienationen begegnet man daher prinzipiell einem höheren Grad der Versiegelung als in wirtschaftlich schwächeren Ländern. Dennoch legen auch einige dieser schwächeren Staaten, z.B. China und Indien, durch ihr enormes Wachstum in Zukunft kräftig zu. England kann hier als positives Beispiel angeführt werden, es setzt vehement auf die Innenentwicklung der Städte und Ballungszentren durch gekonnte Umnutzung von Brachen. Weiterhin zeichnet sich ein gewisser Zusammenhang zwischen Siedlungsintensität und Grad der Versiegelung ab. Als Beleg dient hier der Vergleich USA mit Deutschland anhand der versiegelten Fläche, die jedem Einwohner statistisch frei steht. Ein Bürger kann sich in den USA auf 1.300 m2 „ausbreiten“, ein Bundesbürger muss sich mit lediglich 325 m2 begnügen. Eine Korrelation von Versiegelungsintensität und Bevölkerungswachstum hingegen ist nicht festzustellen. Besonders entlang der Küstenzonen (Mittelmeer) und an moderner Infrastruktur (Autobahnen) gibt es „Ballungsräume“ der Flächenversiegelung.

3.2 Bundesrepublik Deutschland

[...]


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