Autor: Franziska Irsigler
Fach: Germanistik - Linguistik
Details
Jahr: 2004
Seiten: 21
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 245 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-31727-6
ISBN (Buch): 978-3-638-76090-4
Einführung und Darstellung in das linguistische Gebiet der Thema-Rhema-Gliederung mit zusätzlicher "praktischer" Anwendung an Sachtexten - gefiel sehr gut.
Zusammenfassung / Abstract
Einführung und Darstellung in das linguistische Gebiet der Thema-Rhema-Gliederung mit zusätzlicher "praktischer" Anwendung an Sachtexten Die Thema-Rhema-Gliederung, die thematische Progression, die funktionale Satzperspektive oder die thematisch-rhematische Progression ist nicht nur in ihrer allgemeinen Begriffsdefinierung problematisch. Allein schon die Definition des Begriffs „Thema“ weist Schwierigkeiten auf und erschwert die Benutzung, Verwendung und Interpretation der Thema -Rhema-Gliederung. Der erste Abschnitt dieser Hausarbeit befasst sich deswegen mit der Erläuterung des „Themas“, den verschiedenen Formen der Thema-Rhema-Gliederung sowie der Kritik daran. Dies ist unerlässlich zum Verständnis und zur Benutzung der Thema-Rhema-Gliederung und verlangt nach einer exponierten und umfassenden Darstellung. Anhand von Schemata und Beispielen soll die Verwendung des Begriffs „Thema“, sowie die Grenzen eben dieses verdeutlicht werden. Die Autorin bezieht sich dabei in der Darstellung hauptsächlich auf die Darstellung von Brinke, der sich wiederum auf die Ausführungen von V. Dane, einer der führenden Linguisten zur thematischen Progression, beruft. Die Kritik an der Thema- Definition sowie die Ausführungen zum Fächerfixierungsmodell wurde beispielhaft von Heidrun Gerzymisch-Arbogast dargestellt, einer Linguistin, die über die thematische Progression in amerikanischen Wirtschaftstexten promovierte. Ihr Aufsatz wurde richtungsweisend für diese Darstellung der Thema-Rhema-Gliederung. Der zweite Teil der Hausarbeit beschäftigt sich deswegen mit der Thema -Rhema-Gliederung von informationstragenden Sachtexten mit Hilfe des Fächerfixierungsmodells. Zwei Lexikonartikel zur selben Thematik sollen die unterschiedliche thematische Gliederung verdeutlichen und auf den unterschiedlichen Informationsgehalt bzw. die unterschiedliche Informationsvermittlung hinweisen. Gleichzeitig bietet die Verfasserin damit einen theoretischen Teil, der von einer praktischen Übung begleitet wird und somit die im ersten Teil gemachten Erkenntnisse zur Anwendung und weiteren Verdeutlichung bringt. Der vorgegebene Umfang der Hausarbeit von 10-12 Seiten wurde überschritten, was aber vor allem an den schematischen Darstellungen der verschiedenen Arten der Thema- Rhema- Gliederung und der behandelten Texte liegt. Ohne diese Schemata würde der Umfang eingehalten werden, weshalb sie in diesem Fall wie Zitate behandelt werden sollten.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Trier
Fachbereich II: Germanistische Linguistik
Proseminar II: Wortstellung
5. Fachsemester
Zur Definition und Erklärung der Thema - Rhema -
Gliederung und Analyse von informationstragenden
Sachtexten
von: Franziska Irsigler
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 03
1. Thema – Rhema: Definitionen, Erläuterungen, Beispiele
a) Was ist das Thema? 04
b) Was ist das Rhema? 05
c) Was ist die Thema – Rhema – Gliederung? 05
d) Was ist die thematisch – rhematische Progression? 07
e) Kritik an der thematischen Progression 09
f) Die Identifikationsproblematik der Thema -Definition 10
2. Die Thema -Rhema-Gliederung in Sachbuchtexten
a) Das Fächer-Fixierungs-Modell 12
b) Analyse des Lexikonartikels „Der große Bauernkrieg“ (Text 1) 14
c) Analyse des Lexikonartikels „Der Bauernkrieg“ (Text 2) 16
d) Zusammenfassung der Ergebnisse 18
Ausblick 20
Literaturverzeichnis 21
Einleitung
Die Thema -Rhema-Gliederung, die thematische Progression, die funktionale Satzperspektive oder die thematisch-rhematische Progression ist nicht nur in ihrer allgemeinen Begriffsdefinierung problematisch. Allein schon die Definition des Begriffs „Thema“ weist Schwierigkeiten auf und erschwert die Benutzung, Verwendung und Interpretation der Thema -Rhema-Gliederung.
Der erste Abschnitt dieser Hausarbeit befasst sich deswegen mit der Erläuterung des „Themas“, den verschiedenen Formen der Thema-Rhema-Gliederung sowie der Kritik daran. Dies ist unerlässlich zum Verständnis und zur Benutzung der Thema-Rhema-Gliederung und verlangt nach einer exponierten und umfassenden Darstellung. Anhand von Schemata und Beispielen soll die Verwendung des Begriffs „Thema“, sowie die Grenzen eben dieses verdeutlicht werden. Die Autorin bezieht sich dabei in der Darstellung hauptsächlich auf die Darstellung von Brinke, der sich wiederum auf die Ausführungen von V. Danes, einer der führenden Linguisten zur thematischen Progression, beruft. Die Kritik an der Thema- Definition sowie die Ausführungen zum Fächerfixierungsmodell wurde beispielhaft von Heidrun Gerzymisch-Arbogast dargestellt, einer Linguistin, die über die thematische Progression in amerikanischen Wirtschaftstexten promovierte. Ihr Aufsatz wurde richtungsweisend für diese Darstellung der Thema-Rhema-Gliederung. Der zweite Teil der Hausarbeit beschäftigt sich deswegen mit der Thema -Rhema-Gliederung von informationstragenden Sachtexten mit Hilfe des Fächerfixierungsmodells. Zwei Lexikonartikel zur selben Thematik sollen die unterschiedliche thematische Gliederung verdeutlichen und auf den unterschiedlichen Informationsgehalt bzw. die unterschiedliche Informationsvermittlung hinweisen. Gleichzeitig bietet die Verfasserin damit einen theoretischen Teil, der von einer praktischen Übung begleitet wird und somit die im ersten Teil gemachten Erkenntnisse zur Anwendung und weiteren Verdeutlichung bringt. Der vorgegebene Umfang der Hausarbeit von 10-12 Seiten wurde überschritten, was aber vor allem an den schematischen Darstellungen der verschiedenen Arten der Thema- Rhema- Gliederung und der behandelten Texte liegt. Ohne diese Schemata würde der Umfang eingehalten werden, weshalb sie in diesem Fall wie Zitate behandelt werden sollten.
1. Rhema und Thema – Definitionen, Erläuterungen, Beispiele
a) Was ist das Thema?
Das Thema linguistisch zu definieren bereitet einige Schwierigkeiten. Wenn man von dem ‚Thema eines Textes’ spricht, meint man in erster Linie dessen Textfunktion: Man „versteht von dem Thema überhaupt nichts“, man „fragt nach dem Thema dieser Aussage“. Das Thema stellt jedoch auch einen Textgegenstand dar, der von entscheidender Wichtigkeit für das Verständnis von Texten ist. Nur durch ein Thema empfinden wir eine Abfolge von Sätzen als zusammengehörig, ein Thema stellt einen Kerngedanken dar, „eine inhaltlich-semantische Leitlinie und Quintessenz des Textes“. 1 Auch wenn ein Text gekürzt wird, darf das Thema nicht verloren gehen: wenn man fragt, wovon ein Text „handelt“, sucht man das Thema des Textes. Die beiden Funktionen des Themas - Textfunktion und Textgegenstand - sind jedoch bei der weiteren Untersuchung schwer und manchmal gar nicht voneinander zu trennen, weswegen man das Textthema wohl eher als eine „Kombination aus Textfunktion und Textgegenstand“ ansehen sollte.2 Betrachtet man einen beliebigen Text, fällt es meistens nicht schwer, wenigstens grob das Thema des Textes anzugeben. Die linguistische Angabe dagegen ist um einiges schwerer: es ist der Textlinguistik bis heute nicht gelungen, „klar operationalisierte Verfahren zur eindeutigen Bestimmung bzw. ‚Destillation’ von Textthemen zu entwickeln.“3 Was man bis heute zur Behandlung des ‚Themas’ in Texten sagen kann, sind nur grundsätzliche Vorgaben:
1. Das Hauptthema eines Textes besitzt meistens Unterthemen, die dem Hauptthema untergeordnet sind. Die Unterthemen stehen meistens auch noch in einer hierarchischen Reihenfolge.
2. Neben den Unterthemen gibt es außerdem Nebenthemen, die dem Hauptthema oder einem Unterthema gleichgestellt sind.
3. Das Textthema und die Referenzebene weisen eine enge Zusammengehörigkeit auf: Die Frage „Was ist das Thema des Textes?“ kann in vielen Fällen durch die Frage „Wovon handelt der Text?“ ersetzt werden. 4
Beispiel: Auf dem Handy-Markt geht es im diesjährigen Weihnachtsgeschäft zu wie auf einem Basar. Geräte, die vor kurzem noch 500 Euro kosteten, werden fast verschenkt. Ziel der mit gigantischem Werbeaufwand betriebenen Aktion: Die Kunden sollen Spaß finden an den neuen multimedialen Datendiensten – und dann dafür teuer bezahlen.5 Wovon handelt der Text: Handys mit multimedialen Datendiensten werden immer billiger. Was ist das Thema des Textes: Handys, die vo r kurzem noch 500 Euro kosteten, werden immer billiger.
b) Was ist das Rhema?
Das Rhema definiert sich als Aussage eines Satzes, die formal in Opposition zur Subjektgruppe steht und als der Teil der Satzes, der die neuen Informationen des Sprechers enthält.6 Beispiel: Es war einmal ein König. Dieser Märchenanfang besitzt die thematische Einleitungsformel „Es war einmal“, die auf das Rhema des Satzes, „Ein König“, verweist und es genauer beschreibt.
c) Was ist die Thema -Rhema-Gliederung?
[...]
1 Linke/ Nussbaumer/Portmann: Studienbuch Linguistik, S. 237.
2 Ebenda.
3 Ebenda.
4 Ebenda, S. 237f.
5 Spiegel vom 08.12.03, Inhaltsverzeichnis, S. 3.
6 Vgl. Fremdwörterduden, Stichwort „Rhema“.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: