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Financier gentilhomme - Arnold von Arlon

Termpaper, 2003, 17 Pages
Author: Franziska Irsigler
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Institution/College: University of Trier
Tags: Financier, Arnold, Arlon
Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 17
Grade: 2
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V30474
ISBN (E-book): 978-3-638-31729-0
ISBN (Book): 978-3-638-76091-1
File size: 216 KB
Notes :
Gute, solide Arbeit zu Arnold von Arlon.


Abstract

Thema dieser Hausarbeit ist Arnold von Arlon, ein Finanzier Johanns des Blinden und Karls IV. Neben Reinhard von Schönau ist Arnold eine der eindrucksvollsten Verkörperungen des „financier gentilhomme“, des adligen Geldleihers. Durch geschicktes Jonglieren mit riesigen Geldsummen wurde er zeitweise der wichtigste Beamte der Grafschaft Luxemburg, verhalf Johann zum Ankauf mehrerer Herrschaften, unterstützte die adligen Herren seiner Zeit und versuchte in den Besitz einer eigenen Herrschaft zu kommen. 1333 wurde Arnold aufgrund seiner Verdienste Edelknecht und 1342 wurde er zum Ritter geschlagen. Er versuchte mit dem Aufbau einer Herrschaft seinen Nachkommen den Aufstieg in den Adel zu ermöglichen, was dann aber an Karl IV. und Balduin, dem Erzbischof von Trier, scheiterte. Arnold lebte von 1316 bis 1347/48. Er war der Sohn von Katharina und Nemerich, einem Edelknecht, der auch Schöffe und Kellner von Arlon war. Arnolds Frau hieß Mechthild und er hatte acht Kinder. Die Quellen, Urkunden und Unterlagen zu Arnold von Arlon waren bis vor kurzem recht schlecht untersucht. Erst durch die Forschungsarbeit von Winfried Reichert konnte dieser Finanzier fassbar gemacht und nun in einem größeren Kontext betrachtet werden. In dieser Hausarbeit soll nun der Wirkungskreis und die Bedeutung Arnolds von Arlon für seine Herren und seine Umgebung im Vordergrund stehen. Seine persönlicher Werdegang, seine Karriere und das Ende eben dieser ist dabei von großem Interesse, genauso wie seine Beziehungen zu den Königen Johann dem Blinden und Karl IV. Auch wenn Arnold nie an die Finanzmittel und den Einfluss Reinhards von Schönau heranreichen konnte, ist der Wirkungskreis dieses Finanziers nicht zu unterschätzen: für die Entwicklung und Expansion der Grafschaft Luxemburg ist sein Leben und Wirken von großer Bedeutung.


Excerpt (computer-generated)

UNIVERSITÄT TRIER
Fachbereich III: Geschichte
PS.: Die Geschichte der Juden und die Krise des Spätmittelalters

Financier gentilhomme: Arnold von Arlon

von: Franziska Irsigler

 


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort 3

2. Arnolds Werdegang als Verwaltungsträger Johanns 4

3. Seine Stellung in Luxemburg unter Karl IV. und Balduin 7

4. Arnolds sozialer Aufstieg 9

5. Die Ursprünge seiner Geldmittel 11

6. Arnold von Arlon: Hochfinanz oder Territorialfinanz? 12

7. Schlussbetrachtung 14

8. Literaturverzeichnis 15

9. Anlage 1: Die Konflikte, Kriege und Ankäufe der Grafschaft Luxemburg zwischen 1317 und 1330 16

10. Anlage 2: Arnolds Kredite und Beziehungen 17


 

1. Vorwort

Thema dieser Hausarbeit ist Arnold von Arlon, ein Finanzier Johanns des Blinden und Karls IV. Neben Reinhard von Schönau ist Arnold eine der eindrucksvollsten Verkörperungen des „financier gentilhomme“, des adligen Geldleihers. Durch geschicktes Jonglieren mit riesigen Geldsummen wurde er zeitweise der wichtigste Beamte der Grafschaft Luxemburg, verhalf Johann zum Ankauf mehrerer Herrschaften, unterstützte die adligen Herren seiner Zeit und versuchte in den Besitz einer eigenen Herrschaft zu kommen. 1333 wurde Arnold aufgrund seiner Verdienste Edelknecht und 1342 wurde er zum Ritter geschlagen. Er versuchte mit dem Aufbau einer Herrschaft seinen Nachkommen den Aufstieg in den Adel zu ermöglichen, was dann aber an Karl IV. und Balduin, dem Erzbischof von Trier, scheiterte. Arnold lebte von 1316 bis 1347/48. Er war der Sohn von Katharina und Nemerich, einem Edelknecht, der auch Schöffe und Kellner von Arlon war. Arnolds Frau hieß Mechthild und er hatte acht Kinder.1

Die Quellen, Urkunden und Unterlagen zu Arnold von Arlon waren bis vor kurzem recht schlecht untersucht. Erst durch die Forschungsarbeit von Winfried Reichert2 konnte dieser Finanzier fassbar gemacht und nun in einem größeren Kontext betrachtet werden. In dieser Hausarbeit soll nun der Wirkungskreis und die Bedeutung Arnolds von Arlon für seine Herren und seine Umgebung im Vordergrund stehen. Seine persönlicher Werdegang, seine Karriere und das Ende eben dieser ist dabei von großem Interesse, genauso wie seine Beziehungen zu den Königen Johann dem Blinden und Karl IV. Auch wenn Arnold nie an die Finanzmittel und den Einfluss Reinhards von Schönau heranreichen konnte, ist der Wirkungskreis dieses Finanziers nicht zu unterschätzen: für die Entwicklung und Expansion der Grafschaft Luxemburg ist sein Leben und Wirken von großer Bedeutung.

2. Arnolds Werdegang als Verwaltungsträger Johanns 3

Die erste urkundliche Erwähnung Arnolds in Beziehung zu seinen Grafen in Luxemburg fand am 30.03.1316 statt: Arnold wurde Richter von Arlon. Neun Monate später gab er sein Richteramt auf und wurde Mitglied des Schöffenkollegiums. Möglicherweise erhielt er noch weitere Verwaltungsfunktionen. Die Ernennung zum Schöffen stellte eine enge Dienstbindung an den Grafen dar, da dieses Amt auf Lebenszeit von dem Landesherren vergeben wurde.4 1317 wurde Arnold Propst, was ungefähr dem Beruf des Amtsmannes entspricht. Seine Aufgaben waren u.a. die Wahrung der landesherrlichen Rechte in ihrer Gesamtheit, die Verwaltung des Domanialbesitzes, die Ausweitung des landesherrlichen Schutzes und Herrschaftsanspruches, die Hochgerichtsbarkeit innerhalb von Arlon und die niedere und mittlere Gerichtsbarkeit in den geistlichen und adligen Herrschaften der Markgrafschaften Arlon und militärische Aufgaben, wie die Führung des militärischen Aufgebots seines Distriktes.5 Somit wurde Arnold zum wichtigsten Träger der luxemburgischen Expansionspolitik. Insgesamt war er fast 15 Jahre lang Statthalter Johanns in einem großen und geschlossenen Verwaltungsbezirk, der weitgehend die Markgrafschaft Arlon bezeichnete, und somit einer der einflussreichsten Verwaltungsträger.6 1323 erfolgte die Ernennung zum Rentmeister der Grafschaft. Damit stieg Arnold in den engeren Rat des Grafens auf, da die Gemeinschaft der Rentmeister aus acht bis zehn edelfreien Vasallen bestand, die während der Abwesenheit Johanns die Grafschaft leiteten. Schnell wurde Arnold zum eigentlichen Träger der Wirtschafts- und Finanzverwaltung, er bildete enge und stetige Kontakte zu Johann: er begleitete ihn bei Verhandlungen als sein Berater.7

Nun war die Zeit zwischen 1317 und 1330 eine von Expansion bestimmte Phase der luxemburgischen Grafschaft (siehe Anlage 1). Der Kapitalbedarf des Grafen Johann war enorm. Er sicherte sich sein Geld größtenteils auf dem Kreditweg, indem er Herrschaftsrechte oder Darlehensaufnahmen gegen Schuldbrief und Bürgensetzung verpfändete. Die Organisation dieser Transaktionen oblag seit spätestens 1323 seinem Vertrauten Arnold. Hier begannen nun auch die Kredite Arnolds an Johann: innerhalb weniger Jahre kam Arnold durch die Zahlung von 1400 kleinen luxemburgischen Tournosen in den Besitz umfangreicher, ehemals landesherrlicher Güter und Einkünfte.

[...]


1 Siehe Fußnote 2.

2 Die Hausarbeit bezieht sich größtenteils auf die Forschungsergebnisse von Winfried Reichert: Hochfinanz und Territorialfinanz im 14. Jahrhundert: Arnold von Arlon – Rat und Finanzier der Luxemburger, in: Hochfinanz im Westen des Reiches 1150 – 1500. Hrsg. von Friedhelm Burgard, Alfred Haverkamp, Franz Irsigler und Winfried Reichert, Trierer Historische Forschungen, Trier 1996. Alle Fußnoten aus diesem Werk werden mit „Reichert, S. XY.“ gekennzeichnet sein.

3 Reichert, S. 223-39.

4 Reichert, S. 223.

5 Reichert, S. 224.

6 Reichert, S. 224.

7 Reichert, S. 227.


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