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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 19 Pages
Author: Philipp Vetter
Subject: Communications: Broadcast and entertainment
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für Kommunikationswissenschaften)
Tags: Rundfunkanstalten, Deutschland, Finanzierung, Medienkunde
Year: 2004
Pages: 19
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-31864-8
File size: 160 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
Proseminar II: Medienkunde
2. Fachsemester
Öffentlich-Rechtliche Rundfunkanstalten
in Deutschland und ihre Finanzierung
von: Philipp Vetter
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der BRD seit 1945 2
3. Organisationsstruktur der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. 6
3.1 Der Intendant 6
3.2 Der Rundfunkrat 7
3.3 Der Verwaltungsrat 8
3.4 Organisationsstruktur der ARD 8
4. Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland 9
5. Aktuelle Debatte über eine Gebührenerhöhung 12
6. Fazit 15
Anhang:
Bibliographie
1. Einleitung
Jeder Haushalt in Deutschland, der ein Radio oder einen Fernseher besitzt, empfängt sie und muss sie auch bezahlen: Die öffentlichrechtlichen Rundfunkprogramme. Es kommt nicht darauf an, ob man die öffentlich-rechtlichen Programme regelmäßig sieht oder hört, ob man gern Volksmusiksendungen oder die Fußball-Bundesliga verfolgt, sondern nur darauf, ob man die öffentlichrechtlichen Sendungen theoretisch empfangen kann. Es stellt sich also fast jedem Deutschen die Frage: Was bezahle ich da eigentlich? Was also verbirgt sich hinter den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland? Der Beantwortung dieser Fragen soll sich diese Hausarbeit widmen. Um die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten verstehen zu können, werde ich im Rahmen der Hausarbeit zunächst auf die Geschichte seit dem zweiten Weltkrieg und die Organisationsstrukturen der Rundfunkanstalten eingehen. Danach werde ich die Finanzierung des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks beleuchten. Was steckt hinter der Idee eines gebührenfinanzierten Rundfunks in Deutschland? Ist diese Form heute noch zeitgemäß? Werden die privaten Rundfunkanstalten dadurch nicht benachteiligt? Was müssen die Öffentlich-rechtlichen dafür leisten? Zum Schluss möchte ich noch auf die aktuelle Debatte über eine erneute Erhöhung der Rundfunkgebühren eingehen. Wer ist für, wer gegen eine solche Erhöhung? Und vor allem: Warum? Wird jeder deutsche Haushalt statt der bisher erhobenen 16,15 Euro im Monat mehr als 18 Euro bezahlen müssen?
2. Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der BRD seit 1945
Schon vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Kapitulation des Dritten Reichs am 8. Mai 1945 konnte der Großteil der deutschen Bevölkerung keinen Rundfunk mehr empfangen, weil die meisten Sendeanlagen zerstört waren. Nach dem Einmarsch der alliierten Truppen war es den Deutschen verboten eigene Rundfunkprogramme auszustrahlen. Die Besatzungsmächten übernahmen die wenigen noch intakten Sender.1
Bereits am 4. Mai 1945, also vier Tage vor der Kapitulation, nahmen die Briten den Betrieb der Rundfunkstation Hamburg, die sie soeben eingenommen hatten, wieder auf. Die Amerikaner folgten am 12. Mai mit Radio München und einen Tag später starteten auch die Sowjets ihren Militärsender in Berlin. Die Aufgabe dieser Sender war zunächst die reine Nachrichtenübermittlung, weil mangels Papier keine Zeitungen gedruckt werden konnten. Die Bevölkerung konnte deshalb nur per Rundfunk über Entscheidungen der Besatzungsmächte informiert werden. Außerdem sollte der Rundfunk zur Entnazifizierung der Deutschen beitragen.2 Die Briten nahmen ihr heimisches Rundfunksystem als Vorbild und installierten eine zentrale Rundfunkstation in ihrer Besatzungszone: Radio Hamburg. Daraus entstand später der Nordwestdeutsche Rundfunk. In der Französischen Zone gab es ab 1946 zwei Rundfunksender: Den Südwestfunk in Baden-Baden und das Saarbrücker Radio. Die Amerikaner gründeten für jedes von ihnen besetzte Bundesland eine eigene Station: Radio München für Bayern, Radio Frankfurt für Hessen, Radio Stuttgart für Württemberg-Baden und Radion Bremen.3 Nach und nach wurden immer mehr deutsche Mitarbeiter bei den Sendern eingestellt und auch das Programm wurde vielseitiger. Die West-Alliierten überwachten zwar zunächst die Berichterstattung, zogen sich dann aber langsam zurück. Schon 1946 ernannte man den ersten deutschen Intendanten bei Radio Frankfurt.4 Die vollständige Übergabe des Rundfunk an deutsche Verantwortliche verzögerte sich aber, weil den zuständigen deutschen Landespolitikern ein Rundfunksystem vorschwebte, das dem der Weimarer Republik stark ähnelte und in dem die Politik Einflussmöglichkeiten auf die Programmgestaltung gehabt hätte. Das lehnten die Besatzungsmächte kategorisch ab und erließen stattdessen Richtlinien zur Programmgestaltung, die zur Ausgewogenheit, Unparteilichkeit und Objektivität verpflichteten.5
[...]
1 vgl. Diller, Ansgar: Rundfunkgeschichte. in: ARD und ZDF (Hrsg.): Was Sie über Rundfunk wissen sollten. Materialien zum Verständnis eines Mediums. Berlin: VISTAS Verlag. 1997. Seite 331 – 363.
Seite 331
2 vgl. ebd. Seite 331.
3 vgl. ebd. Seite 332.
4 vgl. Diller, Ansgar: Rundfunkgeschichte. Seite 332-333.
5 vgl. ebd. Seite 333-335.
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