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Scholary Paper (Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Sebastian Heinrich
Subject: Communications: Media Economics, Media Management
Details
Tags: Unterhaltungsindustrie, Filesharing, Sind, Klagen, Kampagnen, Tauschbörsennutzer
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 33 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-31947-8
ISBN (Book): 978-3-638-79676-7
File size: 383 KB
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Abstract
"Es ist wie eine böse Krankheit, wie sich das illegale Kopieren ausbreitet", sagt Christina Weiss, Beauftragte für Kultur und Medien beim Bundeskanzler, und bezieht sich dabei auf die so genannten Online-Tauschbörsen, in denen auch urheberrechtlich geschützte Werke, vor allem Film- und Musikdateien, zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen. Dass seit der Gründung des ersten Filesharing-Dienstes Napster im Jahr 1999 immer mehr Internet-Nutzer eine immer größer werdende Menge an Musikstücken und Kinofilmen aus einer wachsenden Anzahl von Peer-to-Peer-Netzwerken (P2P) beziehen, bezeichnet die Film- und Musikindustrie als den eindeutigen Grund ihrer schwindenden Einnahmen. Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft beklagt, dass der „Musikabsatz stark einbricht“ und sieht die Vielfalt der Musikkultur gefährdet. Juristische Schritte, sowohl gegen Tauschbörsenbetreiber, als auch deren Nutzer, die Entwicklung neuer Kopierschutzmechanismen für CD und DVD, das Einrichten eigener, kostenpflichtiger Downloadseiten sowie eine breit angelegte Kampagne zur Information der Öffentlichkeit über Urheberrecht sollen dem entgegenwirken. Doch ist die Industrie durch Tausch von Musik und Filmen tatsächlich in ihrer Existenz bedroht? Wird es in Zukunft wegen fehlender Mittel für die Nachwuchsausbildung eine schmalere Palette von Film- und Musikangeboten geben? Sind die Maßnahmen gegen private Nutzer von Filesharing-Diensten richtig und adäquat? Und gibt es möglicherweise andere Gründe für die vielbeklagten Umsatzrückgänge? Mit Hilfe von aufgrund der Aktualität des Themas größtenteils im Internet veröffentlichtem Material möchte ich diesen Fragen in der vorliegenden Hausarbeit nachgehen.
Excerpt (computer-generated)
Unterhaltungsindustrie vs. Filesharing – Sind Klagen und
Kampagnen gegen Tauschbörsennutzer gerechtfertigt?
von: Sebastian Heinrich
4. Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Filesharing - Bedrohung für einen breiten Film- und Musikmarkt? 3
2. Umsatzeinbruch in der Unterhaltungsbranche? 4
2.1. Die Musikindustrie 4
2.2. Die Filmindustrie 6
3. Maßnahmen der Industrie gegen Filesharing 7
3.1. Rechtliche Schritte 7
3.2. „Aufklärung“ 8
4. Positive Effekte des Filesharing 10
4.1. Nutzen für die Unterhaltungsindustrie 10
4.2. Nutzen für Künstler 11
5. Resümee 12
6. Literaturverzeichnis 14
1. Filesharing – Bedrohung für einen breiten Film- und Musikmarkt?
"Es ist wie eine böse Krankheit, wie sich das illegale Kopieren ausbreitet", sagt Christina Weiss, Beauftragte für Kultur und Medien beim Bundeskanzler1, und bezieht sich dabei auf die so genannten Online-Tauschbörsen, in denen auch urheberrechtlich geschützte Werke, vor allem Film- und Musikdateien, zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen. Dass seit der Gründung des ersten Filesharing-Dienstes Napster im Jahr 1999 immer mehr Internet-Nutzer eine immer größer werdende Menge an Musikstücken und Kinofilmen aus einer wachsenden Anzahl von Peer-to-Peer-Netzwerken (P2P)2 beziehen, bezeichnet die Film- und Musikindustrie 3 als den eindeutigen Grund ihrer schwindenden Einnahmen. Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft beklagt, dass der „Musikabsatz stark einbricht“ und sieht die Vielfalt der Musikkultur gefährdet.4 Juristische Schritte, sowohl gegen Tauschbörsenbetreiber, als auch deren Nutzer, die Entwicklung neuer Kopierschutzmechanismen für CD und DVD, das Einrichten eigener, kostenpflichtiger Downloadseiten sowie eine breit angelegte Kampagne zur Information der Öffentlichkeit über Urheberrecht sollen dem entgegenwirken.
Doch ist die Industrie durch Tausch5 von Musik und Filmen tatsächlich in ihrer Existenz bedroht? Wird es in Zukunft wegen fehlender Mittel für die Nachwuchsausbildung eine schmalere Palette von Film- und Musikangeboten geben? Sind die Maßnahmen gegen private Nutzer von Filesharing-Diensten richtig und adäquat? Und gibt es möglicherweise andere Gründe für die vielbeklagten Umsatzrückgänge? Mit Hilfe von aufgrund der Aktualität des Themas größtenteils im Internet veröffentlichtem Material möchte ich diesen Fragen in der vorliegenden Hausarbeit nachgehen.
2. Umsatzeinbruch in der Unterhaltungsbranche?
2.1. Die Musikindustrie
„Die Schäden, die die Musikwirtschaft durch illegale Internetangebote erleidet, sind immens“, schreibt der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft auf seiner Website und geht von 600 Millionen unbe zahlten Downloads im Jahr 2003 allein in Deutschland aus 6. Die Recording Industry of America (RIAA) gibt zu, dass das Ausmaß des Schadens für die Musikindustrie schwer auszurechnen ist – „difficult to calculate but not hard to envision. Millions of dollars are at stake.“7 Diese Größenordnungen relativieren sich jedoch bei genauerer Untersuchung. So betrug der Wert der verkauften Musikprodukte in den USA 2003 ca. 11,05 Milliarden Dollar. 8 Dieser fiel zwar geringer aus als in den Jahren zuvor, aber höher als beispielsweise 1997 mit 10,79 Milliarden Dollar. Erlöse aus bezahlten Downloads sind in den Zahlen für 2003 noch nicht enthalten. Beim Vergleich mit 1997 ist außerdem zu berücksichtigen, dass die Musikbranche in den 90er Jahren überdurchschnittlich hohe Gewinne erzielte, bedingt durch den Umstieg der Konsumenten von LP und MC auf die CD.
[...]
1 Krempl, Stefan: Ächzen und Stöhnen im System des "geistigen Eigentums". In: Heise Online http://www.heise.de/tp/deutsch/special/copy/16000/1.html. 3.11.2003 (Zugriff 22.09.2004)
2 direkter Austausch von Dateien zwischen Usern, wobei keine Inhalte, sondern allenfalls ein Index auf einem Zentralrechner gespeichert werden
3 ich beschränke mich in dieser Hausarbeit auf die Betrachtung von Musik- und Filmindustrie, da diese am sichtbarsten in der Öffentlichkeit auftreten. Produkte anderer Industrien, u.a. Software, E-Books und Bilder stehen jedoch ebenfalls zum Download über P2P-Netze bereit
4 Pressemitteilung der Deutschen Landesgruppe der IFPI e.V. / Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft e.V: Phonowirtschaft startet auch in Deutschland Verfahren gegen illegale Musikanbieter in sogenannten " Tauschbörsen" http://www.ifpi.de/news/news- 380.htm. 30.03.2004 (Zugriff 22.09.2004) [Im Folgenden zitiert als Pressemitteilung IFPI: Phonowirtschaft startet Verfahren]
5 „Tausch“ soll hier die Möglichkeit des simultanen Up-und Downloads von Dateien bezeichnen
6 Pressemitteilung IFPI: Phonowirtschaft startet Verfahren
7 RIAA: Online Piracy and Electronic Theft. http://www.riaa.com/issues/piracy/online.asp. 2003 (Zugriff 9.9.2004)
8 RIAA: 2003 Yearend Statistics. http://www.riaa.com/news/newsletter/pdf/2003yearEnd.pdf (Zugriff 22.9.04)
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