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Wie entwickelt sich das Fähigkeitsselbstkonzept - ein Erklärungeversuch nach Ansätzen der traditionellen Entwicklungspsychologie

Termpaper, 2004, 8 Pages
Author: Christian Fritsch
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 8
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V30807
ISBN (E-book): 978-3-638-31991-1

File size: 207 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Grundseminar: Pädagogische Psychologie:
Motivation, Selbstkonzept und Schulleistung
5. Semester

Wie entwickelt sich das Fähigkeitsselbstkonzept - ein
Erklärungeversuch nach Ansätzen der traditionellen
Entwicklungspsychologie

von: Christian Fritsch

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S. 1

2. Das Fähigkeitsselbstkonzept nach traditioneller Entwicklungspsychologie S. 1

2.1. Der Verlauf des Fähigkeitsselbstkonzeptes S. 1
2.2. Die Relevanz der Notengebung S. 3

3. Der Zusammenhang von Fähigkeitsselbstkonzept und Schulleistung S. 3

4. Schlussbemerkung S. 4

 


 

1. Einleitung

Unter dem Fähigkeitsselbstkonzept ist die subjektive Einschätzung eigener Kompetenzen und Fähigkeiten zu verstehen.1 Im weiteren Verlauf wird das Fähigkeitsselbstkonzept auf den Lehr/- und Lernprozess bezogen, insbesondere auf die Selbsteinschätzung individueller Leistungen in den Fächern Mathematik und Deutsch. Dabei steht eine universelle Betrachtungsweise im Vordergrund, d.h. weitere Differenzierungen in Geschlecht, Art der Schule u.ä. werden hier nicht weiter thematisiert.

2. Das Fähigkeitsselbstkonzept nach traditioneller Entwicklungspsychologie

2.1. Der Verlauf des Fähigkeitsselbstkonzept

Nach zahlreichen entwicklungspsychologischen Studien, vor allem aus dem angloamerikanischen Sprachraum, zeigt sich, dass die Selbsteinschätzung der Schüler zu Beginn der Grundschule sehr hoch ist, im weiteren Schulverlauf aber immer realistischer wird. Das folgende Schaubild soll diesen Verlauf verdeutlichen: Die Erkenntnisse dieser Grafik beziehen sich auf Daten der LOGIK-Studie. Die Longitudinalstudie zur Genese individueller Kompetenzen untersucht in einer Längsschnittstudie 200 Kleinkinder in einem Zeitraum von neun Jahren. Hierbei werden universelle, differentielle und individuelle Verhaltensmuster analysiert, auf der Grundlage der kognitiven, sozialen, personalen und moralischen Entwicklung. 3 Sowohl in Deutsch, als auch in Mathematik zeigt sich der angenommene Abwärtstrend des Fähigkeitsselbstkonzepts, in dem untersuchten Zeitraum vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II. Mögliche Gründe für diese Entwicklung sind:

- die Fähigkeit der Kinder, Informationen aus verschiedenen Quellen systematisch zu verarbeiten, ist noch nicht voll ausgeprägt.
- Es finden zwar soziale Vergleichsprozesse innerhalb der Schulklasse statt, diese werden aber nicht systematisch auf das eigene Fähigkeitsselbstkonzept transformiert.
- Die Notengebung führt zu einer realistischeren Selbsteinschätzung.
- Oft dominiert bei Kindern im Alter von fünf bis acht noch das sogenannte „Wunschdenken“.

An dem Schaubild wird des weiteren deutlich, dass sich die Kurve des Fähigkeitsselbstkonzeptes immer im positiven Bereich verläuft. Würde man den Durchschnitt aus den Schülern die sich über und denen die sich unterschätzen nehmen, wäre anzunehmen, dass der Verlauf des Fähigkeitsselbstkonzeptes auf der x-Achse eine Konstante bildet. Das dies nicht so ist, belegt das Schaubild. Daraus ist zu schließen, dass sich nahezu alle Schüler überschätzen. In der ersten Klasse schätzen sich sogar 60% der Schüler als „am Besten“ ein. Markant sind die Anstiege des FSK in der ersten Klasse und zu Beginn der dritten Schulklasse. Demnach muss die These der Entwicklung vom „Optimisten zum Realisten“ relativiert werden. Das erste Schuljahr stellt eine Art „Schonzeit“ dar, d.h. hier wird seitens der Lehrkraft primär versucht, Grundregeln der sozialen Interaktion zu vermitteln. Der Erwerb von Wissen und Fähigkeiten ist somit als sekundär anzusehen. Des weiteren dominieren Erfolgserlebnisse gegenüber Misserfolgserlebnissen, es gibt wenig negative Rückmeldung seitens der neuen Lehrkraft und soziale Vergleichsprozesse werden- vermieden. Der Anstieg zu Beginn der dritten Klasse ist mit dem obligatorischen Lehrerwechsel zu erklären. Auch hier liegt das primäre Interesse der Lehrkraft erst einmal im Kennenlernen der neuen Schüler. Für bisher in ihren Leistungen schlechte Schüler, bietet der Lehrerwechsel die Möglichkeit der Neubewertung ihrer Leistungsfähigkeiten. 4

[...]


1 vgl. Helmke, Andreas; In: F.E.Weinert; Entwicklung im Kindesalter, Weinheim, Psychologie Verlagsunion 1998, S. 117

2 vgl. Helmke, Andreas; In: F.E.Weinert; Entwicklung im Kindesalter, Weinheim, Psychologie Verlagsunion 1998, S. 119

3 http://www.mpipf-muenchen.mpg.de/MPIPF/history_g.htm#zweites_thema, 10.06.2004

4 vgl. Helmke, Andreas; In: F.E.Weinert; Entwicklung im Kindesalter, Weinheim, Psychologie Verlagsunion 1998, S. 119ff


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