Details

Veranstaltung: Mittelseminar Humangeographie – Wirtschafts- und Industriegeographie
Institution/Hochschule: Universität Potsdam (Institut für Geographie)
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 19
Note: ohne
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1259 KB
Archivnummer: V30875
ISBN (E-Book): 978-3-638-32048-1
ISBN (Buch): 978-3-640-12669-9

Zusammenfassung / Abstract

In jüngster Zeit gewinnt die Frage nach der Bedeutung von Hochtechnologie (Hightech)-Industrien für die Prägung von Regionen an Bedeutung. Wenn man den Begriff Hightechregion hört, denkt man an erster Stelle meist an das kalifornische Silicon Valley, aber auch in anderen Erdteilen sind überaus hochentwickelte Gebiete zu finden, nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika. So zum Beispiel in Großbritannien im schottischen Silicon Glen. Nicht erst seit dem Klonen des Schafes Dolly am Roslin Institut gilt Schottland als aufstrebender Standort für Biotechnologie, aber gerade durch dieses Ereignis kam die Region in alle Medien. Neue, erfolgreiche und rasch aufstrebende Hightech-Standorte sind in den letzten Dekaden oft in peripheren, bislang wenig bekannten Regionen, wie etwa in den schottischen Lowlands, zu finden. Dort ist bereits seit einigen Jahren ein enormes Wachstum im Bereich der Hoch- und Spitzentechnologie zu beobachten. Der Großteil der schottischen Hightech-Entwicklung findet im Grunde in einem schmalen Band im Süden des Landes statt, einem etwa 120 km langen und rund 50 km breiten Gürtel zwischen Edinburgh und Glasgow. Dieses Gebiet, in dem rund 80 Prozent der schottischen Gesamtbevölkerung leben und arbeiten, erhielt seinen Namen in Anlehnung an das oben erwähnte kalifornische Silicon Valley. Glen ist der schottische Name für Tal, in welchem die Region liegt. Die nachfolgende Arbeit wird aufzeigen, was man eigentlich unter dem Begriff Hightechindustrie zu verstehen hat, um daran anknüpfend Hightechregionen zu charakterisieren. Anhand der Merkmale solcher Regionen werde ich aufzeigen, dass die Region Silicon Glen zu den Hightechregionen zählt. Über die Geschichte und Entwicklung dieser Region werde ich weiter darstellen, wie sich das Silicon Glen zu einer der führenden Hightechregionen etablieren konnte, um dabei auch die Probleme solcher Regionen aufzuzeigen, die eventuell zu einem Rückgang in der Bedeutung der schottischen Hightech-Industrie zukünftig führen.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Potsdam
Institut für Geographie
Mittelseminar Humangeographie –
Wirtschafts- und Industriegeographie
Wintersemester 2003/2004

Schottland – Hightech am Rande Europas 
- Silicon Glen – Aufstieg, Glanz und Krise

Eine Hausarbeit von:

Nico Herzog

Lehramtstudiengang für Gymnasien
in den Fächern Sport (8. FS) und Geographie (1. FS)

 

Inhalt

1. Einführung Seite 3

2. Was sind Hightech-Industrien Seite 5

3. Was sind Hightech-Regionen Seite 8

4. Die Technologieregion in den Lowlands Seite 11

5. Von der Schwerindustrie zum Mikrochip Seite 12

6. Regionale Wirtschaftspolitik Seite 13

7. Der Arbeitsmarkt Seite 14

8. Zusammenfassung – Ausblick Seite 18

9. Literatur Seite 19

 

 

1. Einführung

In jüngster Zeit gewinnt die Frage nach der Bedeutung von Hochtechnologie (Hightech)-Industrien für die Prägung von Regionen an Bedeutung. Wenn man den Begriff Hightechregion hört, denkt man an erster Stelle meist an das kalifornische Silicon Valley, aber auch in anderen Erdteilen sind überaus hochentwickelte Gebiete zu finden, nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika. So zum Beispiel in Großbritannien im schottischen Silicon Glen. Nicht erst seit dem Klonen des Schafes Dolly am Roslin Institut gilt Schottland als aufstrebender Standort für Biotechnologie, aber gerade durch dieses Ereignis kam die Region in alle Medien.

Neue, erfolgreiche und rasch aufstrebende Hightech-Standorte sind in den letzten Dekaden oft in peripheren, bislang wenig bekannten Regionen, wie etwa in den schottischen Lowlands, zu finden. Dort ist bereits seit einigen Jahren ein enormes Wachstum im Bereich der Hoch- und Spitzentechnologie zu beobachten. Der Großteil der schottischen Hightech-Entwicklung findet im Grunde in einem schmalen Band im Süden des Landes statt, einem etwa 120 km langen und rund 50 km breiten Gürtel zwischen Edinburgh und Glasgow (vgl. hierzu Abbildung 1).


Abbildung 1: Das Silicon Glen.1
[Abb. 1 in Downloaddatei enthalten]

Dieses Gebiet, in dem rund 80 Prozent der schottischen Gesamtbevölkerung leben und arbeiten, erhielt seinen Namen in Anlehnung an das oben erwähnte kalifornische Silicon Valley. Glen ist der schottische Name für Tal, in welchem die Region liegt. 
Die nachfolgende Arbeit wird aufzeigen, was man eigentlich unter dem Begriff Hightechindustrie zu verstehen hat, um daran anknüpfend Hightechregionen zu charakterisieren.

Anhand der Merkmale solcher Regionen werde ich aufzeigen, dass die Region Silicon Glen zu den Hightechregionen zählt. Über die Geschichte und Entwicklung dieser Region werde ich weiter darstellen, wie sich das Silicon Glen zu einer der führenden Hightechregionen etablieren konnte, um dabei auch die Probleme solcher Regionen aufzuzeigen, die eventuell zu einem Rückgang in der Bedeutung der schottischen Hightech-Industrie zukünftig führen.

2. Was sind Hightech-Industrien

Die zahlreichen Veröffentlichungen zum Thema Hightech-Industrien haben zu einer Vielzahl von Definitionen geführt. Für Großbritannien gibt es von Seiten des Department of Trade and Industry eine halboffizielle Definition, welche durch Butchart 1987 festgelegt wurde, die von behördlicher und wissenschaftlicher Seite nahezu uneingeschränkt verwendet wird.2 Seine Definition entstand unter Verwendung der Standard Industrial Classification von 1980 (SIC80), welche die einzelnen Wirtschaftszweige Großbritanniens unter sog. Activity Headings systematisch auflistet. Nach dieser Definition orientiert sich die Liste an zwei Bestimmungskriterien, die erfüllt sein sollten:

  • Der Anteil der betriebsinternen Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) am Bruttoproduktionswert des jeweiligen Wirtschaftzweiges soll mindestens 20 % über dem nationalen Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes liegen.3
  • Wirtschaftszweige, die hinsichtlich des ersten Kriteriums zwar über dem nationalen Durchschnitt liegen, aber den Grenzwert von 20 % verfehlen, können dennoch in die Liste der Hightech-Industrien aufgenommen werden, sofern der relative Anteil der Beschäftigten in F&E-relevanten Berufen über dem nationalen Durchschnitt im Verarbeitenden Gewerbe liegt.4

[....]


1 Markus Hilpert (2002): Schatten über Silicon Glen? Aufstieg, Glanz und Krise der schottischen High-Tech-Region. In: Europa Regional. Heft 10(2002)1, S. 21-27.

2 vgl. Sebastian Kinder (2000): Hightech-Regionen in Großbritannien . Entwicklungsmerkmale und Konzentration. In: Geographische Rundschau. Heft 52, S. 50-56.

3 ebenda.

4 ebenda.

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