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Diploma Thesis, 2003, 157 Pages
Author: Gesche Roth
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: Kiel University of Applied Sciences
Tags: Treffpunkt, Leben, Wechsel, Einrichtung, Menschen, Erkrankungen, Einrichtung, Wohnung, Wechsel, Einrichtung, Menschen, Erkrankungen
Year: 2003
Pages: 157
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 62 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-32137-2
File size: 443 KB
Der Wechsel aus einer vollstationären Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen in eine teilstationäre Einrichtung oder in die eigene Wohnung Entwicklung, Durchführung und Auswertung eines Selbständigkeitstrainings
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Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule Kiel
Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit
Diplomarbeit
Treffpunkt Leben -
Der Wechsel aus einer vollstationären Einrichtung für Menschen
mit psychischen Erkrankungen in eine teilstationäre Einrichtung
oder in die eigene Wohnung -
Entwicklung, Durchführung und Auswertung eines Selbständigkeitstrainings
vorgelegt von
Gesche Roth
April 2003
Gliederung
1. Einleitung
1.1. Grundlegendes
1.2. Thematik
1.3. Zum Gang der Arbeit
2. Das Empowerment-Modell
3. Vorstellung anderer Trainingsprogramme
3.1. PTS (Psychoedukatives Training für schizophrene Patienten)
3.1.1. Ziel
3.1.2. Zielgruppe
3.1.3. Inhaltlicher Leitfaden/ Konzept
3.2. RET (Rational-Emotive Therapie) als Gruppentraining (RGT) gegen Stress
3.2.1. Ziel
3.2.2. Zielgruppe
3.2.3. Inhaltlicher Leitfaden/ Konzept
3.3. IPT (Integriertes psychologisches Therapieprogramm für schizophrene Patienten)
3.3.1. Zielgruppe
3.3.2. Inhaltlicher Leitfaden/ Konzept
3.3.3. Ziel
3.4. Das Psychose-Seminar
3.4.1. Ziel
3.4.2. Zielgruppe
3.4.3. Inhaltlicher Leitfaden/ Konzept
4. Rahmengrundlagen unseres Selbständigkeitstrainings
4.1. Methoden
- Form der Gruppe
- Brainstorming
- Gespräche
- Tabellen und Listen
- Hausaufgaben und Rückblick
- Fragebögen
- Praktische Übungen/Umsetzung der Theorie
- Moderation
- Vertrauter Rahmen
- Beratung
- Coping-Strategie
4.2. Dokumentation
4.3. Organisation
5. Das Selbständigkeitstraining
5.1. Ziel
5.2. Zielgruppe
5.3. Inhaltlicher Leitfaden / Konzept
5.3.1. Vorbereitung
5.3.2. Einführung, Themensammlung
5.3.3. Haushaltsführung
- Verpflegung
- Haushaltsbuch
- Aufbewahrung wichtiger Dokumente und Papiere
- Finanzen
5.3.4. Umgang mit Behörden u.ä.
5.3.5. Medikation und Ärzte
5.3.6. Tagesstruktur, Freizeitgestaltung, Kontakte oder die Frage: Was tut mir gut? Was mache ich, wenn es mir schlecht geht?
5.3.7. Hoffnungen und Ängste; Umgang mit Niederlagen
5.3.8. Abschluß
6. Das Selbständigkeitstraining im SIR Ascheberg
6.1. Vorstellung der Einrichtung SIR
6.1.1. Konzeptionelle Grundlagen
6.1.2. Arbeitsbereich/ MitarbeiterInnen
6.1.3. BewohnerInnen
6.2. Die TeilnehmerInnen
6.3. Der Verlauf
6.3.1. Vorbereitung
6.3.2. Einführung, Themensammlung
6.3.3. Haushaltsführung
- Verpflegung
- Haushaltsbuch
- Aufbewahrung wichtiger Dokumente und Papiere
- Finanzen
6.3.4. Umgang mit Behörden u.ä.
6.3.5. Medikation und Ärzte
6.3.6. Tagesstruktur, Freizeitgestaltung, Kontakte oder die Frage: Was tut mir gut? Was mache ich, wenn es mir schlecht geht?
6.3.7. Hoffnungen und Ängste;Umgang mit Niederlagen
6.3.8. Abschluß
6.4. Auswertung - inhaltlich und persönlich
7. Das Selbständigkeitstraining in Abgrenzung und Vergleich zu anderen Trainingsprogrammen
8. Schluß und Ausblick (weitere Durchführung des Trainings in der Einrichtung, evtl. auch in anderen Einrichtungen?)
9. Begriffserklärungen
10. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Grundlegendes
Die vorliegende Arbeit „Treffpunkt Leben“ umfaßt als Kernpunkt die (gemeinsam mit Sabine Krebs entwickelte) Entstehung, Planung und Durchführung eines Selbständigkeitstrainings für Menschen, die in einer vollstationären Einrichtung leben und in eine selbständige(re) Wohnform wechseln wollen. Die praktische Umsetzung erfolgte in der Einrichtung SIR (Sozialintegrative Rehabilitation) in Ascheberg.
Ich selbst bin in dieser Einrichtung als Betreuerin beschäftigt und bin vom Psychologen des Heimes angeregt worden, ein solches Selbständigkeitstraining zu entwickeln, durchzuführen und zu dokumentieren. Die Tatsache, dass ich auch außerhalb des Trainings täglichen Kontakt zu den TeilnehmerInnen habe, birgt sowohl Vor- als auch Nachteile. Ich werde auf diesen Punkt später genauer eingehen.
Wir haben dieses Training zu zweit durchgeführt. Sabine Krebs ist nicht im SIR beschäftigt.
Nach eingehender Beschäftigung mit verschiedenen Trainingsprogrammen, von denen ich in dieser Arbeit vier vorstellen werde, sind wir zu dem Entschluß gekommen, ein inhaltlich umfangreicheres Training als diese zu konzipieren.
Meine Diplomarbeit baut darauf auf. Zusätzlich war eine Umfrage von Sabine Krebs, die sich mit Menschen mit psychischen Erkrankungen beschäftigt, die den Wechsel aus einer vollstationären Einrichtung in die teilstationäre, bzw. in die eigene Wohnung vollzogen haben, Grundlage unseres Ansatzes. Weiterhin stützten wir uns auf das Empowerment-Modell von Knuf und Seibert (2000). Anhand der Recherchen und Ergebnisse, bzw. der Zusammenarbeit mit Sabine und aufgrund von eigenen Erfahrungen aus der praktischen Arbeit wurde das folgende Projekt geplant. Unsere Absicht war es, ein Selbständigkeitstraining zu entwickeln, welches nicht nur den Ansprüchen einer bestimmten Klientel gerecht wird, sondern auf ein sehr breites Spektrum von TeilnehmerInnen angewandt werden kann.
1.2. Thematik
Ziel des geplanten Trainings ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen bei dem Wechsel zu weniger oder gar keiner Betreuung und in eine andere Umgebung zu unterstützen.
Die Lebenssituation von Menschen in vollstationären Einrichtungen (siehe auch Diplomarbeit „Mehr Leben“ von Sabine Krebs), ist oftmals dadurch gekennzeichnet, dass diese Menschen in einem behüteten, versorgten Rahmen leben und häufig der Personalschlüssel nicht ausreicht, die Betroffenen gezielt auf ihren Aus-/ Umzug vorzubereiten. Dieses personelle Defizit ist oft nicht in der Anzahl der MitarbeiterInnen begründet, sondern ein konzeptionelles Problem: würden das Personal den BewohnerInnen nicht so viel aus dem täglichen Leben abnehmen, hätten sie mehr Zeit zur Unterstützung des Aus-/Umzugs.
Die Folge mangelnder Unterstützung könnte ein vermehrtes Auftreten von Rückfällen in Krankheitsschübe, bzw. ein Scheitern aus Überforderung mit der Selbständigkeit sein. Weiterhin besteht die Gefahr, Klienten unnötig länger in einer vollstationären Einrichtung wohnen zu lassen, da sie ohne Vorbereitung noch nicht in der Lage sind, auszuziehen.
Aus diesen Gründen war es uns ein Anliegen, ein Programm zu entwickeln, das sowohl von uns, als auch von anderen MitarbeiterInnen im SIR oder in anderen Einrichtungen zu wiederholen und zu übertragen ist.
Das von uns entwickelte Selbständigkeitstraining läßt sich mit einem sehr heterogenen Spektrum von Menschen mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen durchführen.
1.3. Zum Gang der Arbeit:
Ich beginne nach der Einleitung mit der Vorstellung des Empowerment-Modells.
Im dritten Teil folgt die exemplarischen Darstellung einiger bereits etablierter Trainingsprogramme für Menschen mit und z.T. auch ohne psychische Erkrankungen. Diese Programme haben wir u.a. als Ausgangspunkt für unser Training genommen.
Im vierten Abschnitt beschäftige ich mich zunächst mit den von uns angewandten Methoden in dem Selbständigkeitstraining. Als nächstes beschreibe ich den Vorgang der Dokumentation – im Allgemeinen, sowie im Speziellen.
Dieses Kapitel schließt mit der notwendigen Organisation zu einem Selbständigkeitstraining ab.
Den Kern dieser Arbeit bildet Punkt 5. „Das Selbständigkeitstraining“. Hier komme ich über die Beschreibung des Zieles und der Zielgruppe zur Vorgehensweise und den konzeptionellen Grundlagen des Selbständigkeitstrainings. Ich erstelle einen Basisleitfaden durch das Training, der so konzipiert ist, dass er als Anleitung für die Zukunft gedacht ist, aber auch flexibel gehandhabt werden kann.
Im sechsten Teil erfolgt zunächst eine Beschreibung der Einrichtung, in der wir das Training durchgeführt haben. Es werden dann die Entwicklung, die praktische Umsetzung und der Verlauf erläutert.
Darauf fußend folgt eine inhaltliche und persönliche Auswertung des Trainings. Hierbei geht es explizit um eine inhaltliche Zusammenfassung des gesamten Trainings und um meine Erfahrungen während der Planung und Durchführung.
Es erfolgt im nächsten Abschnitt die Abgrenzung und der Vergleich zwischen schon bestehenden und unserem Trainingsprogramm.
Im Schlußkapitel werden die wichtigsten Erfahrungen noch einmal zusammengefaßt und es wird ein abschließender Bezug zum Titel hergestellt. Außerdem findet ein Ausblick statt auf die Frage nach Möglichen Perspektiven der Weiterverwendung dieses Selbständigkeitstrainings.
2. Das Empowerment-Modell
Bei der Entwicklung unseres Trainings haben wir uns u.a. auf das Empowerment-Modell gestützt. Ich werde es im folgenden beschreiben und auf den hohen Stellenwert, den es bei einem Selbständigkeitstraining einnimmt eingehen.
Bei der weiteren Beurteilung der Trainingsprogramme habe ich die 15 Orientierungspunkte einer amerikanischen Selbsthilfegruppe unter der Leitung von Judy Chamberlin (s. unten) berücksichtigt.
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