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Geldpolitisches Instrumentarium: EZB vs. Fed

Scholary Paper (Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Erdogan Atik
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 1,9
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V31174
ISBN (E-book): 978-3-638-32255-3

File size: 199 KB


Excerpt (computer-generated)

Geldpolitisches Instrumentarium: EZB vs. Fed

von: Erdogan Atik

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Geldpolitisches Instrumentarium: EZB vs. Fed 4

2.1 Mindestreservesystem 4
2.2 Offenmarktgeschäfte 6

2.2.1 Hauptrefinanzierungsgeschäfte 8
2.2.2 Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte 8
2.2.3 Feinsteue rungsoperationen 9
2.2.4 Strukturelle Operationen 9

2.3 Ständige Fazilitäten 10

2.3.1 Spitzenrefinanzierungsfazilität 10
2.3.2 Einlagefazilität 10
2.3.3 Zinskorridor 11

2.4 Diskontpolitik 11

3. Geldmarktsteuerung: EZB vs. Fed 12

3.1 Interbankengeldmarkt 13
3.2 Tagesgeldsatz 14
3.3 Effizienz des geldpolitischen Instrumentariums 15

4. Zusammenfassung 16

5. Literaturverzeichnis 17


 

1. Einleitung

Am 1. Januar 1999 übernahm die Europäische Zentralbank (EZB) die Verantwortung für die Geldpolitik im Euro-Währungsgebiet, dem zweitgrößten Wirtschaftsraum der Welt nach den Vereinigten Staaten. Seither konzentriert sich das Hauptaugenmerk der Öffentlichkeit und der Finanzmärkte weltweit auf zwei Zentralbanken: die Europäische Zentralbank (EZB) und das Federal Reserve System (Fed). Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll in vergleichender Weise das geldpolitische Instrumentarium, insbesondere die Effizienz hinsichtlich der Erreichung des Operationsziels, kritisch analysiert werden (Geldmarktsteuerung). Zu Beginn der vorliegenden Ausarbeitung soll eine Darstellung der wichtigsten geldpolitischen Instrumente erfolgen, zu welchen das Mindestreservesystem, die Offenmarktgeschäfte, die ständigen Fazilitäten und die Diskontpolitik zählen. Im darauf folgenden Kapitel wird das Augenmerk auf die operative Ebene des Geldmarktes, d.h. die Technik der Geldmarktsteuerung, gerichtet. Den Schluss dieser Ausarbeitung bildet eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse sowie ein Fazit, das eine Empfehlung für die zukünftige Ausrichtung des Federal Reserve System und der Europäischen Zentralbank beinhaltet.

2. Geldpolitisches Instrumentarium: EZB vs. Fed

Den Zentralbanken stehen eine Reihe geldpolitischer Instrumente1 und Verfahren zur Verfügung, welche den Handlungsrahmen2 für die Umsetzung einer einheitlichen Geldpolitik bilden. Diese stellen im Wesentlichen einzelne makroökonomische Wirkungsmittel dar, die vom Gesetzgeber als legale Maßnahmen hervorgehoben werden und welche von den Zentralbanken bei der Verfolgung geldpolitischer Ziele eingesetzt werden können. In diesem Zusammenhang steht die geldmengenpolitische Relevanz der einzelnen geldpolitischen Instrumente im Vordergrund. Durch das geldpolitische Instrumentarium müssen die Zentralbanken in die Lage versetzt werden, den Tagesgeldsatz (operatives Ziel) zu steuern und klare geldpolitische Signale zu setzen. Während die Europäische Zentralbank über die Mindestreserve, Offenmarktgeschäfte und ständige Fazilitäten verfügt, nimmt das Federal Reserve System die Mindestreserve, die Offenmarktgeschäfte und die Diskontpolitik (Discount-Window) in Anspruch. Zuständig für den Instrumenteneinsatz ist bei der Europäischen Zentralbank der „EZB-Rat“, beim Federal Reserve System ist es zum einen der „Board of Governors“ (Mindestreserve und Diskontpolitik), zum anderen das „Federal Open Market Committee“ (O ffenmarktgeschäfte).

2.1 Mindestreservesystem

Bei den Mindestreserven handelt es sich um Zwangseinlagen, d.h. um Einlagen, die Kreditinstitute zu einer bestimmten Verbindlichkeit in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes verpflichtet, Zentralbankgeld zu halten (Mindestreserve- Soll). Das Instrument der Mindestreserve ist bei beiden Zentralbanken ähnlich ausgestaltet. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten Zentralbankgeld zu halten. Im ersten Falle halten die Kreditinstitute die Mindestreserve in Form von Bargeldbeständen, im zweiten Falle besteht die Möglichkeit, in Form von Guthaben die Mindestreserve bei der Zentralbank zu ha lten. Während die Europäische Zentralbank nur Guthaben anrechnet, rechnet das Federal Reserve System Guthaben und Bargeldbestände an. Das zur Erfüllung der Mindestreservepflicht notwendige Zentralbankgeld muss nur im Durchschnitt einer Erfüllungsperiode dem Mindestreserve-Soll (reserve requirement) entsprechen. Bei der Europäischen Zentralbank unterliegt eine größere Anzahl von Einlagen und Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren der Mindestreserve. Der Mindestreservesatz liegt hier bei einheitlichen 2%. Beim Federal Reserve System hingegen unterliegt nur das Guthaben auf den Transaktionskonten der Mindestreserve, der Mindestreservesatz beträgt hier 10%. Die Mindestreserveguthaben der Kreditinstitute bei der Europäischen Zentralbank werden verzinst und zwar zum durchschnittlichen marginalen Zinssatz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte während der Mindestreserve-Erfüllungsperiode. Dieser Satz liegt den kurzfristigen Geldmarktzinssätzen sehr nahe. Mit der Mindestreserveverzinsung möchte die Europäische Zentralbank zum einen gewährleisten, dass weder das Bankensystem belastet noch der effiziente Ressourceneinsatz behindert wird, zum anderen aber Wettbewerbsvorteile gegenüber Finanzplätzen ohne Mindestreserveverzinsung sichern, was im Falle des Federal Reserve System zutrifft.

[...]


1Vgl. HANDBUCH EUROPÄISCHE ZENTRALBANK (2002), S. 95f.

2Vgl. EUROPÄISCHE ZENTRALBANK (1999), S. 33-48.


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