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Termpaper, 2004, 17 Pages
Author: Cornelia Laufer
Subject: Politics - International Politics - Region: Africa
Details
Tags: Demokratische, Elemente, Afrika, Vorkolonialzeit
Year: 2004
Pages: 17
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-32449-6
ISBN (Book): 978-3-638-81169-9
File size: 211 KB
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Abstract
„We, in Africa, have no more need of being ‚converted’ to socialism than we have of being ‚taught’ democracy. Both are rooted in our past – in the traditional society which produced us.”1 Julius K. Nyerere Was die Problematik der Demokratisierungsprozesse in Afrika betrifft, so gehen die Expertenmeinungen stark auseinander. Die einen glauben, dass die Demokratie der afrikanischen politischen Kultur derart fremd sei, dass sie niemals als eine Form der politischen Organisation Fuß fassen könne, wohingegen die anderen die Meinung des ersten Präsidenten Tansanias, Julius K. Nyerere, teilen. Dieser ist der Ansicht, dass Demokratie in Afrika während der Präkolonialzeit vorherrschte und somit in der traditionellen afrikanischen Kultur verwurzelt sei. Erst die europäischen Kolonialmächte hätten die Demokratie in Afrika zerstört. Bei der Klärung der Frage, inwieweit man von demokratischen Elementen im präkolonialen Afrika sprechen könne, sollen unter dem Begriff „Afrika“ all jene afrikanischen Staaten südlich der Sahara verstanden werden, da diese historisch-kulturelle Gemeinsamkeiten im Gegensatz zu den islamisch-arabisch geprägten Staaten Nordafrikas aufweisen. Dennoch ist es nicht ganz unproblematisch, eine Generalisierung von so vielen unterschiedlichen Stämmen und Ethnien vorzunehmen. Daher muss berücksichtigt werden, dass bei der folgenden Arbeit nicht näher auf Besonderheiten einzelner Stämme eingegangen werden kann und allein die Ashanti als Beispiel für die afrikanische Vorkolonialzeit genauer untersucht werden.
Excerpt (computer-generated)
Demokratische Elemente im Afrika der Vorkolonialzeit
von: Cornelia Laufer
4. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
Einleitung S. 3
1. Politische Strukturen im vorkolonialen Afrika S. 4
2. Die Ashanti S. 5
2.1. Politischer Wettbewerb und Partizipation bei den Ashanti S . 6
2.2. Die Königinmutter S. 7
2.3. Politisches Interesse der Ashanti S. 8
3. Bürgerliche Freiheiten im vorkolonialen Afrika S. 9
3.1. Meinungsfreiheit S. 9
3.2. Gleichberechtigung von Mann und Frau S.10
3.3. Gleichheit der Bürger S.10
4. Das Fehlen einer politischen Opposition S.12
5. Das vorkoloniale Afrika – demokratisch? S.13
6. Fazit S.16
Literaturverzeichnis S.17
Einleitung
„We, in Africa, have no more need of being ‚converted’ to socialism than we have of
being ‚taught’ democracy. Both are rooted in our past – in the traditional society which
produced us.”1
Julius K. Nyerere
Was die Problematik der Demokratisierungsprozesse in Afrika betrifft, so gehen die Expertenmeinungen stark auseinander. Die einen glauben, dass die Demokratie der afrikanischen politischen Kultur derart fremd sei, dass sie niemals als eine Form der politischen Organisation Fuß fassen könne, wohingegen die anderen die Meinung des ersten Präsidenten Tansanias, Julius K. Nyerere, teilen. 2 Dieser ist der Ansicht, dass Demokratie in Afrika während der Präkolonialzeit vorherrschte und somit in der traditionellen afrikanischen Kultur verwurzelt sei. Erst die europäischen Kolonialmächte hätten die Demokratie in Afrika zerstört.3 Bei der Klärung der Frage, inwieweit man von demokratischen Elementen im präkolonialen Afrika sprechen könne, sollen unter dem Begriff „Afrika“ all jene afrikanischen Staaten südlich der Sahara4 verstanden werden, da diese historisch-kulturelle Gemeinsamkeiten im Gegensatz zu den islamisch-arabisch geprägten Staaten Nordafrikas aufweisen. 5 Dennoch ist es nicht ganz unproblematisch, eine Generalisierung von so vielen unterschiedlichen Stämmen und Ethnien vorzunehmen. Daher muss berücksichtigt werden, dass bei der folgenden Arbeit nicht näher auf Besonderheiten einzelner Stämme eingegangen werden kann und allein die Ashanti als Beispiel für die afrikanische Vorkolonialzeit genauer untersucht werden. Zudem ist es nötig, sich auf eine Definition des Begriffes „Demokratie“ festzulegen, ehe man sich mit der afrikanischen Kultur und Tradition auseinandersetzt. Hierbei soll auf den Demokratiebegriff von Larry Diamond, Juan J. Linz und Seymour Martin Lipset zurückgegriffen werden, die sich ihrerseits auf Beiträge von Robert A. Dahl und Joseph Schumpeter beziehen. 6 Diese Definition besagt, dass Demokratie eine Regierungsform mit drei Grundbedingungen darstellt:
1) Politischer Wettbewerb zwischen Individuen und organisierten Gruppen (Parteien) für alle bedeutenden Regierungspositionen, der in regelmäßigen Abständen ohne den Gebrauch von Gewalt stattfindet
2) Politische Partizipation, zumindest in Form von regulären und gerechten Wahlen
3) Gewisse bürgerliche und politische Freiheiten und Rechte, wie zum Beispiel Meinungs- und Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit7
Eben diese politischen Partizipationsmöglichkeiten der afrikanischen Bürger, die hierarchischen Strukturen, die Formen des politischen Wettbewerbs und die bürgerlichen Grundrechte sollen im Folgenden genauer untersucht werden.
1. Politische Strukturen im vorkolonialen Afrika
Bei den politischen Strukturen im vorkolonialen Afrika kann man zwei dominante Formen unterscheiden: die eher „egalitär-segmentäre“ und die stärker hierarchisch organisierte.8 Unter den Erstgenannten sind Systeme von Altersgruppen zu verstehen, die durch Übergangsrituale voneinander abgetrennt sind. Innerhalb dieser Gruppen waren alle Mitglieder gleichberechtigt. Entscheidungen wurden von einem Ältestenrat konsensual getroffen, wobei sich jedoch die Entscheidungsfindung auf kleinräumige soziale Gebilde beschränkte. Portugiesische Entdeckungsreisende, die an der westafrikanischen Küste auf solche sozialen Organisationsformen stießen, beizeichneten diese als „Palaver“. 9 „The traditional African society, whether it had a chief or not and many, like my own, did not, was a society of equals and it conducted its business through discussion. “10 Solche egalitär-segmentären Formen von politischer Struktur waren in fast allen Regionen Afrikas vertreten. Zu den hierarchisch organisierten Formen zählten beispielsweise stärker zentralisierte Königreiche wie Aschanti (Ghana) oder Buganda.11
2. Die Ashanti
[...]
1 Julius K. Nyerere: Freedom and Unity/Uhura na Umoja: A Selection From Writings and Speeches, London 1966, S. 170 in: Emeka Nwokedi: Politics of Democratization. Changing Authoritarian Regimes in sub-Saharan Africa. Münster; Hamburg 1995. S. 10
2 Emeka Nwokedi: Politics of Democratization. Changing Authoritarian Regimes in sub-Saharan Africa. Münster; Hamburg 1995. S. 8
3 Ebd. S. 10
4 Da Südafrika und das dortige militärisch-politische System des Zulu Königreichs einen Sonderfall darstellt, wird Südafrika von der Untersuchung ebenfalls ausgeschlossen. Vgl.David N. Magang: Democracy in African Tradition: The Case of Botswana in: Dov Ronen (Hrsg.): Democracy and Pluralism in Africa. Boulder, Colorado 1986. S. 103
5 Dirk Berg-Schlosser: Demokratisierung in Afrika – Bedingungen und Perspektiven in: Law and Politics in Africa, Asia and Latin America. Baden-Baden 1994. S. 290
6 Emeka Nwokedi: Politics of Democratization. Changing Authoritarian Regimes in sub-Saharan Africa. Münster; Hamburg 1995. S. 8
7 Vgl. Emeka Nwokedi: Politics of Democratization. Changing Authoritarian Regimes in sub-Saharan Africa. Münster; Hamburg 1995. S. 8
8 Vgl. Dirk Berg-Schlosser: Demokratisierung in Afrika – Bedingungen und Perspektiven in: Law and Politics in Africa, Asia and Latin America. Baden-Baden 1994. S. 295
9 Vgl. Dirk Berg-Schlosser: Demokratisierung in Afrika – Bedingungen und Perspektiven in: Law and Politics in Africa, Asia and Latin America. Baden-Baden 1994. S. 295
10 Julius K. Nyerere: Freedom and Unity. Uhuru na Umoja. A selection from writings and speeches. Oxford University Press 1966. S. 103
11 Vgl. David N. Magang: Democracy in African Tradition: The Case of Botswana in: Dov Ronen (Hrsg.): Democracy and Pluralism in Africa. Boulder, Colorado 1986. S. 103
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