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Der Marxismus - Ideologisierung und terroristische Instrumentalisierung

Termpaper, 1999, 36 Pages
Author: M.A. Christian Bruno von Klobuczynski
Subject: Sociology - Political Sociology, Majorities, Minorities

Details

Event: Marxismus, Einführung und kritische Bilanz
Institution/College: University of Kassel
Tags: Marxismus, Ideologisierung, Instrumentalisierung, Marxismus, Einführung, Bilanz
Category: Termpaper
Year: 1999
Pages: 36
Grade: zwei
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V31521
ISBN (E-book): 978-3-638-32503-5
ISBN (Book): 978-3-638-65132-5
File size: 706 KB
Notes :
Die Arbeit geht auf die marxistische Ideologie und das Mittel des Terrorismus bis zum Stalinismus ein. Darüber hinaus werden auch alle relevanten Begriffe und Institutionen erläutert und beschrieben.


Abstract

Die vorliegende Schrift mit dem Titel "Der Marxismus - Ideologisierung und terroristische Instrumentalisierung" entstand 1999 als universitäre Hausarbeit. Sie klärt die Grundbegriffe "Sozialismus", "Marxismus" und "Kommunismus" und gibt eine Einführung in das "Manifest der Kommunistischen Partei", den "Marxismus-Leninismus" und den "Stalinismus". Die Terroristische Instrumentalisierung wird anhand des politischen Systems der Sowjetunion und deren Strukturen beschrieben. Zum Schluss geht der Autor auch auf die Aufarbeitung und Rechtfertigung in der Ära Chruschtschow ein. Die Schrift ist für all die wichtig, die einen Überblick über die kommunistische Ideologie und deren Auswirkungen in der Sowjetunion erhalten möchten.


Excerpt (computer-generated)

Der Marxismus - Ideologisierung und terroristische
Instrumentalisierung

von: Christian Bruno von Klobuczynski

 


Inhalt

1. Einleitung 03

2. Ideologisierung 04

2.1 Grundbegriffe

2.1.1 Der Sozialismus
2.1.2 Der Marxismus
2.1.3 Der Kommunismus 06

2.2 Das Manifest der Kommunistischen Partei 07

2.2.1 Bourgeois und Proletarier
2.2.2 Der Klassenkampf 08
2.2.3 Die Kommunisten

2.3 Der Marxismus-Leninismus 10
2.4 Der Stalinismus 12
2.5 Das Menschenbild im Marxismus 13

3. Terroristische Instrumentalisierung 15

3.1 Das politische System der Sowjetunion

3.1.1 Die Entwicklung unter Lenin
3.1.2 Die Ära Stalins 17
3.1.3 Trotzki und die revolutionäre Umgestaltung 19

3.2 Mittel der Terrorisierung und revolutionäre Umgestaltung 21

3.2.1 Die Tscheka und ihre Nachfolgeorganisationen
3.2.2 Geiselnahmen 24
3.2.3 Deportationen und Konzentrationslager 25
3.2.4 Der Genozid durch Hungersnöte und Säuberungen 28
3.2.5 Liquidierungen 30

4. Aufarbeitung und Rechtfertigung 31

4.1 Kommunistische Befreier
4.2 Die Ära Chruevs 32

5. Schlußbemerkung 34

6. Literatur 36


 

1. Einleitung

Meine Aufgabe soll es sein, den Marxismus in seiner Ideologisierung und terroristischen Instrumentalisierung zu beschreiben. Obwohl zu diesen beiden Themen in den letzten Jahrzehnten viel spekuliert und geschrieben wurde, möchte ich mich nur auf Schriften beziehen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstanden und die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigen. Eine Ausnahme bleibt das „Kommunistische Manifest“, daß einen erheblichen Einfluß auf die spätere Entwicklung der Ideologie hatte, selbst aber von keiner festen Ideologie beeinflußt ist. Es ist also mehr der Bodensatz, auf dem das Entscheidene entstand. Neben diesem „Kommunistischen Manifest“, waren mir „Das Schwarzbuch des Kommunismus“ und die „Geschichte der Sowjetunion 1917-1991“ eine große Hilfe. Beide Bücher sind erst in diesem Jahr in Deutschland erschienen. Neben diversen Handbüchern und Veröffentlichungen der Kirchen, griff ich auch auf den Bericht der Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“ von 1995 zurück. Ich bin mir bewußt, daß es noch eine Vielzahl von möglichen Veröffentlichungen geben kann, ich glaube aber, daß diese kleine Auswahl trotzdem ein interessantes und abgerundetes Bild dieser Thematik geben wird.

2. Ideologisierung

2.1 Grundbegriffe

2.1.1 Der Sozialismus

Der Sozialismus gehört neben dem Liberalismus, der Christdemokratie und dem Konservatismus zu den großen politischen Strömungen der Neuzeit. Sein Kern liegt in der Neugestaltung der Wirtschaftsordnung durch die Überwindung kapitalistischer Eigentums-, Ausbeutungs- und Klassenverhältnisse. Der Sozialismus tritt in drei Dimensionen auf:

· Als Idee, bzw. theoretische Konzeption
· Als politisches Handeln in Gestalt einer Bewegung
· Als realisierte gesellschaftliche und politische Struktur

Demgemäß werden auch drei Entwicklungsperioden unterschieden:
· Der „Früh- oder utopische Sozialismus“
· Der Herausbildung von Bewegungen und Parteien
· Die Struktur der UdSSR, insbesondere der „Kalte Krieg“

Mit der Beendigung dieser dritten Periode, ist der Sozialismus nur noch in der „Dritten Welt“ von Bedeutung.1

2.1.2 Der Marxismus

Beim Marxismus handelt es sich um einen Sammelbegriff, der eine Vielzahl von theoretischen Ansätzen, die sich auf die Lehre von „Karl Marx“ (*05.05.1818 in Trier; + 14.03.1883 in London) berufen. Diese Lehre ist kein abgeschlossenes System, sondern ein theoretisches und praktisches Programm, daß seinen Anhängern unterschiedliche Anknüpfungspunkte bietet. Die marxistische Sicht der Wirklichkeit beruht auf der Grundüberzeugung, daß das politische, geistige, kulturelle und sonstige Leben der Gesellschaft, von dem ihr zugrunde liegenden ökonomischen Strukturen und Verhältnissen bestimmt wird und sich reproduziert. Bei der Marxschen Lehre lassen sich drei Entwicklungsstufen unterscheiden:
· Der Humanismus des jungen Marx, der durch die Junghegelianer (B. Bauer, L. Feuerbach) und den Frühsozialismus in den 1840er Jahren zu den sozialphilosophischen Konzeption führte, die die Aufhebung der menschlichen Entfremdung zum Ziel hatte;
· Die Revolutionstheorie. Um den Selbstbewußtwerdungsprozeß der in Bewegung geratenen Arbeiter zu fördern und die Bildung des proletarischen Klassenbewußtseins anzuleiten, versuchten „Karl Marx“ und „Friedrich Engels“ im „Kommunistischen Manifest“ von 1848 in einer geschichtsphilosophischen Reflexion, die revolutionären Bestrebungen in einem allgemeinen historischen Erklärungsrahmen zu integrieren. Hauptthese war, daß die Geschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen gewesen war;
· Die Kritik der politischen Ökonomie (ab 1850), in der Marx in einer systematischen Darstellung die nationalökonomische Literatur und somit die kapitalistische Produktionsweise kritisiert.

Nach dem Tod von Marx versucht Engels die Lehre zu systematisieren und zu popularisieren. Der „Dialektische Materialismus“ Marx′s sollte die Grundlage einer „proletarischen Weltanschauung“ werden. Bis zu den 20er Jahren lassen sich anschließend verschiedene Richtungen feststellen:
· Der Ökonomismus, bei dem die Probleme der kapitalistischen Ökonomie im Vordergrund standen und der Zusammenbruch dieses Systems propagiert wurde.
· Der Revisionismus, der um 1890 von Bedeutung war und bei der Sozialdemokratie eine Abkehr von Marx verursachte.
· Der Bolschewismus, die These vom Klassencharakter des zaristischen Staates und der Notwendigkeit, diesen zu zerschlagen und durch eine Rätedemokratie oder den Demokratischen Zentralismus zu ersetzen. Nach Lenin wollen die Bolschewisten das alte ökonomische Denken überwinden und die sozialen und politischen Zusammenhänge, im Gegenzug zum Revisionismus, mit Hilfe der dialektischen Methode erklären, die als Kern des historischen und dialektischen Materialismus angesehen wurde.
· Der Austromarxismus, der eine Zwischenstellung zwischen Revisionismus und Bolschewismus einnimmt. Nach 1918 versucht der Austromarxismus die Unterschiede zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus zu überwinden und einen integralen Sozialismus herauszubilden.
· Der Hegelmarxismus, der Versuch eine Theorie des Klassenbewußtseins oder eine Philosophie des Proletariats auszuarbeiten. Die Wirklichkeit wird als Verdinglichungszusammenhang begriffen, der vom Historischen Materialismus theoretisch und der Arbeiterklasse praktisch aufgebrochen werden sollte.

Nachdem in den 30er Jahren die sozialstaatliche und demokratisch organisierten Gesellschaften des Westens durch den Faschismus und Nationalsozialismus abgelöst wurden, verwandelte sich in der Sowjetunion die Diktatur des Proletariats in eine Diktatur der Partei und letztendlich in die Diktatur Stalins. Die marxistische Lehre schrumpfte zu einigen Formeln, die als verbindliche Weltanschauung festgeschrieben wurde. Die Revolutionstheorie von Lenin wurde zur Theorie der Berufsrevolutionäre als Avantgarde des Proletariats, zur Legitimationsdoktrin der herrschenden, in bürokratischen Strukturen erstarrenden Partei mit ihrem Personenkult. In China bildete sich eine neue Form des Marxismus heraus, der nach dem Lehrer „Mao Zi-dong“ (*26.12.1893 in Shaoshan; +09.09.1976 in Beijing) Maoismus genannt wird, sich ab 1949 theoretisch und praktisch durchsetzte und in seiner Theorie der permanenten Revolution und des Guerillakrieges einen starken Einfluß auf die Befreiungsbewegungen der Dritten Welt haben. Ab den 60er Jahren kommt es vor allem in der DDR zu einem westlichen Marxismus mit der Theorie des staatsmonopolitischen Kapitalismus. Ab den 70er Jahren kommt es dann in den Sozialwissenschaften zu einer Marx-Renaissance, die durch die ökonomischen Probleme der westlichen Länder mitverursacht wurde.2

2.1.3 Der Kommunismus

[...]


1 Nohlen, Dieter (Hrsg.): Wörterbuch Staat und Politik, Bonn 1998, Seite 694.

2 Nohlen, S. 406


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