Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Feministische Kritik an Gosta Esping-Andersen-zwischen Neuorientierung und Rekon... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Feministische Kritik an Gosta Esping-Andersen-zwischen Neuorientierung und Rekonzeptualisierung der Theorie

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 18 Pages
Author: Melanie Füller
Subject: Sociology - Gender Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 18
Grade: 2
Bibliography: ~ 33  Entries
Language: German
Archive No.: V31780
ISBN (E-book): 978-3-638-32684-1

File size: 252 KB


Excerpt (computer-generated)

Feministische Kritik an Gosta Esping-Andersen-zwischen
Neuorientierung und Rekonzeptualisierung der Theorie

von: Melanie Füller

9. HS

 


1. Einleitung  4

2. Zur Regimetypologie Gøsta Esping-Andersens  5

2.1 Das liberale Modell 6
2.2 Das konservativ-korporatistische Modell 7
2.3 Das sozialdemokratische Modell  7

3. Feministische Kritik  8

3.1 Alternative Wohlfahrtsstaatstypologien 9

3.1.1 Das Familienernährermodell (Ostner/Lewis)  9
3.1.2 Familienmodelle (Pfau-Effinger)  10
3.1.3 Protestantische versus katholische Familienleitbilder (Siaroff)  11

3.2 Rekonzeptualisierung von Esping -Andersen 12

3.2.1 Gendering der Dekommodifizierungsdimension 12
3.2.2 Gendering der Stratifikationsdimension  13
3.2.3 Gendering der Staat-Markt Dimension 14

4. Schlussbetrachtung 14

5. Literatur 16


 

1. Einleitung

T.H. Marshall unterscheidet in seinem Standardwerk „Bürgerrechte und soziale Klassen. Zur Soziologie des Wohlfahrtsstaates“ (Marshall 1949 (1992)) zwischen drei verschiedenen Arten von Citizenship. In einem historischen Dreischritt fand über die Jahrhunderte eine Entwicklung von bürgerlichen (18.Jh.), über politischen (19.Jh.) hin zu sozialen (20.Jh.) Rechten statt. Letztere beschreiben das Recht auf Mindestmaß an wirtschaftlicher Grundversorgung, Sicherheit, Bildung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Soziale Rechte werden als ein wichtiges Element zur Herstellung von Chancengleichheit angesehen. Dem Staat wird dabei eine aktive Rolle zugeschrieben, da Teilhaberechte immer voraussetzungsvoll sind. Wenn zum Beispiel Mütter ihr Recht auf Arbeit wahrnehmen wollen, so muss der Staat Kindergartenplätze bereitstellen. In dieser Argumentation wird die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt als Möglichkeit zur Erreichung von Gleichheit zwischen den Geschlechtern betrachtet. Doch „women make claims as workers, but also as members of families, and they need programs especially to compensate for marriage failures and/or the need to raise children alone.“ (Orloff 1993: 308) Herkömmliche Wohlfahrtsstaatsanalysen erweisen sich demnach als gender-blind (vgl. Duncan 1998:199), da Indikatoren wie Familie, Frauenerwerbstätigkeit oder auch kulturelle Besonderheiten nicht integriert und somit „mit Hilfe nicht expliziter partikularer Selektionskriterien bestimmte Tatbestände und Zusammenhänge von vornherein ausgeschlossen werden.“ (Kulawik 1996:52)

Feministische Forschung hat zum Ziel, den durch „Ausklammern von Aspekten der Steuerung und Organisation der Reproduktionssphäre“ entstandenen „blinden Fleck“ (Dingeldey 2002:5) durch einen „vollständigen Blick“ auf sozialpolitische Realitäten (vgl. Schunter Kleemann 1992:143) zu ersetzten. Ausgehend von der Typologie Gøsta Esping-Andersens (2.) soll in der vorliegenden Arbeit feministische Kritik vorgestellt werden (3.). Dabei lassen sich meines Erachtens zwei Richtungen identifizieren: Eine Gruppe von ForscherInnen gelangt mittels frauenspezifischer Indikatoren zu, mehr oder weniger, von Esping-Andersen abweichenden Ländereinteilungen (3.1) und versucht damit eine Neuorientierung der Typologie. Seit den 90er Jahren hingegen plädieren andere Wissenschaftlerinnen dafür, Esping -Andersens Indikatoren durch das Hinzufügen von Gender-Aspekten zu rekonzeptualisieren (3.2) um damit aktive Handlungsmöglichkeiten für Frauen aufzuzeigen.

2. Zur Regimetypologie Gøsta Esping-Andersens

Esping-Andersens Machtressourcenansatz geht von drei in Wechselwirkung stehenden Faktoren aus, die die unterschiedlichen Wohlfahrtsstaatsregime determinierten, womit eine „Alternative zu einer schlichten Klassenmobilisierungsthese“ (Esping -Andersen 1998:52) offeriert wird1 und zudem zukünftige Entwicklungstendenzen der Wohlfahrtsstaaten aufzeigbar werden.

Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass Arbeiter zwingend eine kollektive sozialistische Klassenidentität (socialist class identity) entwickeln, muss, erstens, die Aufmerksamkeit auf die Klassenmobilisierung und damit auf die gewerkschaftlichen Strukturen der jeweiligen Länder gelegt werden. Daraus folgt zweitens, „that a theory of class mobilization must look beyond the major leftist parties“ (Esping-Andersen 1990:30), wodurch unterschiedliche Klassenkoalitionen, die zum Erreichen der Ziele eingegangen werden mussten, in den Fokus der Analyse rücken. Reformen und wohlfahrtsstaatliche Politik wurden nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem durch Interessen der neuen Mittelschichten bestimmt, so dass, drittens, das historische Erbe der Regimeinstitutionalisierung länderspezifische Unterschiede in den Ausformungen des Wohlfahrtsstaates erklärbar macht (vgl. Esping -Andersen 1998:47ff, 1990:29ff).

Esping-Andersen identifiziert drei wohlfahrtsstaatliche Regime in kapitalistischen, westlichen Gesellschaften, „die sich durch eine je spezifische Kombination von öffentlich-privatem ,welfare mix‘, Dekommodifizierungsleistungen und sozialen Strukturierungslogiken auszeichnen.“ (Lessenich 1994:227) In Rekurs auf T.H. Marshall (1992:48ff) wird die Gewährung der sozialen Rechte dabei als entscheidendes Element zur Herstellung von Gleichheit in der Gesellschaft angesehen. Marshall schreibt dem Staat bei der Umsetzung sozialer Bürgerschaft zu mehr sozialer und ökonomischer Wohlfahrt für alle eine aktive Rolle zu (ebd.:71); Esping- Andersen sieht eine Schnittstellenfunktion: „The welfare state is one among three sources of managing social risks, the other two being family and market.“ (Esping-Andersen 1999:33) Als Indikator für die Wahrnehmung sozialer Rechte führt Esping-Andersen das Konzept der Dekommodifizierung (decommodification) ein. Damit wird ausgedrückt, inwieweit Bürger sich – freiwillig oder unfreiwillig – vom Arbeitsmarkt zurückziehen können, und dennoch sozial abgesichert sind.

[...]


1 Kulawik sieht in diesem Ansatz eine „Zwischenstellung zwischen modernisierungstheoretischen und neo-marxistischen Konzepten“ (Kulawik 1996:57). Einen Überblick über „[b]isherige theoretische Erklärungsansätze“ bietet Kaufmann (2003:27-50).


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Der Fall Deutschland(s?)

Author: Ralph Panzer
Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification, 2002 Download as PDF-file for 6,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/31780/feministische-kritik-an-gosta-esping-andersen-zwischen-neuorientierung
please wait Please wait