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Seminararbeit, 2004, 16 Seiten
Autoren: Maria Kufeld, Nadja Körner
Fach: Filmwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Universität Erfurt
Tags: Entstehungs-, Rezeptionswirklichkeit, Films, Zelig, Philosophie, Films
Jahr: 2004
Seiten: 16
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-32686-5
Dateigröße: 293 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Entstehungs- bzw. Rezeptionswirklichkeit des Films Zelig
von: Nadja Körner und Maria Kufeld
6.Semester/2.Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Zusammenfassung des Filminhaltes 3
3. Wie viel Woody Allen steckt in Leonard Zelig? 4
3.1. Entstehung Zeligs – Thema 5
3.2. Entstehung Zeligs - Eingliederung in Filmphasen 6
4. Filmgenre Mockumentary 8
5. „Historische Augenzeugen“ – Die Interviewten 9
6. Filmhistorischer Hintergrund 12
7. Allens Kritik im Film 13
7.1. Kritik an Allens Film – Rezeption 14
8. Fazit 14
1. Einleitung
Einen Film zu sehen ist nicht schwer, doch den Inhalt und die Aussage zu verstehen, die uns der Drehbuchautor vermitteln will, dazu gehört schon etwas mehr als nur das passive Ansehen. Ein Film zeigt uns eine fiktionale Welt auf, die wir oftmals als reale Abbildung annehmen, wie der griechische Philosoph Platon schon in seinem „Höhlengleichnis“ darstellt. Doch häufig werden nur Teile unserer Realität im Film beschrieben, um ein besseres Verständnis der erschaffenen Fiktion herbeizuführen. Durch diese Verschmelzung von Realität und Fiktion soll der Zuschauer zum Nachdenken angeregt werden und eventuell Anreize zur Veränderung seines bisherigen Weltbildes bekommen. In dem Seminar ’Philosophie im Film’ wurde versucht das Spannungsfeld zwischen Fiktion und Realität an ausgewählten Filmen zu ergründen. In der folgenden Ausarbeitung soll hinterfragt werden, in welchem thematischen und historischen Kontext der Film Zelig von Woody Allen aus dem Jahr 1983 steht. Wie entstand der Film? Welche Aussage vermittelt er? Wie wurde er vom Publikum und Kritikern aufgenommen?
2. Zusammenfassung des Filminhaltes
Leonard Zelig – das Chamäleon – war einer der bedeutendsten Männer der 20er/ 30er Jahre. Diesen Eindruck vermittelt uns Woody Allen mit seinem im Stil einer Dokumentation gehaltenen Film aus dem Jahr 1983. Der in New York City lebende Büroangestellte Zelig (gespielt von Woody Allen) „wants so badly to be liked that he changes his personality to fit in with every group he´s with.”1 Er wird unter Farbigen zum Schwarzen, unter Medizinern zum Selbigen – unter Nationalsozialisten wird der Jude sogar zum Nazi. Bald beginnen sich die Medien und berühmte Psychiater für das Phänomen Leonard Zelig zu interessieren, besonders die Psychoanalytikerin Dr. Eudora Fletcher (Mia Farrow). Sie nimmt sich seiner an, beide verlieben sich ineinander und sie kann ihn schließlich nach etlichen Sitzungen heilen. Er hat nun nicht mehr das Bedürfnis sich anpassen zu müssen, um beliebt zu sein. Doch an diesem Punkt holt ihn seine Vergangenheit ein. Unzählige Frauen klagen ihn an, mit einer seiner unzähligen Identitäten verheiratet zu sein und Kinder von ihm zu haben. Wieder Andere wurden von ihm als vermeintlichen Arzt in der Vergangenheit unsachgemäß operiert. Seine Anpassungsmanie bricht erneut aus und er setzt sich heimlich nach Deutschland ab. Dort entdeckt ihn Eudora Fletcher als Anhänger der Nationalsozialisten. Sie fährt zu ihm und als ihr Wiedersehen eine Rede Hitlers stört, hetzt dieser die SS auf das Paar. Beide entkommen mit einem Flugzeug, indem Zelig zum Piloten wird und einen neuen Weltrekord per „Kopf-unter-Flug“ über den Atlantik aufstellt. Zurück in New York werden sie als Helden gefeiert. Alle Anklagen gegen Zelig werden fallen gelassen und sie bekommen als Ärztin und Patient des Jahres die Tapferkeitsmedaille verliehen. Schlussendlich heiraten Leonard und Eudora.
3. Wie viel Woody Allen steckt in Leonard Zelig?
Dass Woody Allen viele autobiographische Elemente in seinen Filmen verarbeitet, ist nichts Ungewöhnliches. Und so lassen sich auch zwischen Protagonist Zelig und Darsteller/Drehbuchautor und Regisseur Allen einige Parallelen ziehen. Seine zentralen Themen wie Frauen, Psychoanalyse (in acht von 15 Filmen zwischen 1976- 1990) 2 und das Judentum führen alle auf das wahre Leben Woody Allens zurück. Nach seiner Ehe mit der Schauspielerin Diane Keaton, die bereits in einigen seiner Filme mitspielte, heiratete er die Akteurin Mia Farrow und lebte mit ihr von 1980- 1992 in New York. Sie spielt Zeligs Psychoanalytikerin Dr. Eudora Fletcher. Auch im Film verlieben sich beide ineinander und heiraten – nicht zuletzt wegen ihres unermüdlichen Engagements, seine psychische Krankheit zu ergründen und schließlich zu heilen. Zelig scheint mit ihrer Unterstützung seine soziale und ethnische Identität gefunden zu haben. Die Filmwissenschaftlerin Angelika Janssen stellt an dieser Stelle fest, dass gerade in den USA die religiöse Orientierung der Menschen entscheidend zu ihrem Findungsprozess beiträgt.
[...]
1 NICHOLS, Mary P., Reconstructing Woody: Art, Love, and Life in the Films of Woody Allen, Oxford: Rowman & Littlefield 1998, S.99.
2 JANSSEN, Angelika, Deconstructing Woody Allen: ein amerikanischer Filmemacher zwischen Kunst und Kommerz, Frankfurt am Main: Peter Lang 2002, S. 89.
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