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Diploma Thesis, 2000, 114 Pages
Author: Sandra Schwaiger
Subject: Art - Architecture / History of Construction
Details
Tags: Achtung, Glas, Material, Sicht, Landschaftsarchitektur
Year: 2000
Pages: 114
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 34 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-32701-5
File size: 2479 KB
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Excerpt (computer-generated)
Achtung Glas!
Ein Material aus der
Sicht der Landschaftsarchitektur
Diplomarbeit
an der Universität für Bodenkultur Wien
Institut für Freiraumgestaltung und Landschaftspflege
Verfasserin:
Sandra Schwaiger
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 6
1.1 Aufgabenstellung und Herangehensweise ... 7
1.2 Begriffsbestimmung ... 8
2 Was ist Glas?
Das Material und seine Herstellung ... 10
2.1 Was ist Glas physikalisch? ... 11
2.2 Geschichtlicher Überblick über die Herstellung von Glas ... 12
3 Die Faszination von Glas als Baustoff ... 15
3.1 Glas und seine Eigenschaften ... 17
3.1.1 Transparenz - "sichtbar machen" ... 18
3.1.2 Transluzenz ... 19
3.1.3 Reflexion – Absorption ... 19
3.1.4 Beständigkeit ... 19
3.2 Glasarten, Glasprodukte und ihre Anwendung ... 20
3.2.1 Glasarten ... 20
3.2.2 Glasprodukte ... 22
4 Entwicklung der Verwendung von Glas in Architektur und Baukunst ... 25
4.1 Das Fenster: Licht dringt in ein Gebäude ... 26
4.2 Glas- Eisen-Architektur ... 27
4.3 "Die Zerstörung der Kiste" (F. L. Wright)
Der fließende Übergang zwischen innen und außen ... 29
Exkurs: Transparente Architektur in Österreich ... 31
4.4 Revolutionen in der Herstellung schaffen neue Anwendungsmöglichkeiten ... 32
5 Vom Frühbeet zum Gewächshaus Glas und seine Vergangenheit im Garten ... 33
6 Glas im Kontext mit der Landschaft ... 37
7 Aktuelle Verwendung von Glas in der Freiraumgestaltung ... 46
7.1 Motivationen für die Verwendung von Glas im Freiraum ... 47
7.2 Zwei Beispiele im Detail ... 49
Glaselement – Uhrturm Graz ... 49
Privatgarten – Kuhn ... 53
7.3 Glas an der Schnittstelle Innenraum/Außenraum ... 56
7.4 Glas am Boden ... 64
7.5 Glas in Mauern und Zäunen - Glaswände ... 70
7.6 Glas als Pergola und Pavillon - Vordächer ... 76
7.7 Glas als Mobiliar ... 81
7.8 Glas als Informationssystem ... 81
7.9 Glas und Wasser ... 85
7.10 Glas als Skulptur - Glaskunst ... 90
7.11 Glas als Spiegel ... 95
7.12 Glas als Lärmschutz ... 99
7.13 Glas mit besonderer Funktion ... 102
8 Normen, Kosten, Pflege ... 103
8.1 Normen ... 104
8.2 Kosten ... 105
8.3 Pflege ... 106
9 Resumée ... 107
10 Literaturliste, Abbildungsverzeichnis ... 110
1 Einleitung
Glas ist ein Material, das nicht auf den ersten Blick als ein gängiger Werkstoff mit dem Berufsbild der Landschaftsplanung in Verbindung gebracht wird. Jedoch hat sich bei näherem Hinsehen und dem Sammeln einer Fülle von Beispielen ein immer spannenderes Thema daraus entwickelt. Dem speziellen Charakter und den Eigenschaften des Baustoffes Glas habe ich mich in vorliegender Arbeit gewidmet. Es soll dieses Material in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt und speziell aus der Sicht der Landschaftsplanung betrachtet werden.
Wie es in der Architektur bereits seit einigen Jahren einen starken Trend zur Verwendung von Glas gibt, findet diese Entwicklung auch in der Freiraumgestaltung statt. Als besondere Herausforderung habe ich bei dieser Arbeit den besonders stark fließenden Übergang zwischen Architektur und Freiraumplanung empfunden und möchte damit jene ansprechen, die gerne einen Blick über den Tellerrand ihrer Disziplin werfen.
Auch in meinen eigenen Entwürfen verwendete ich in letzter Zeit sehr oft Glas. Um dieses Material einsetzen zu können, müssen wir es auch kennen und verstehen. Zu diesem Verständnis möchte ich beitragen und das Interesse für die Verwendung von Glas wecken.
1.1 Aufgabenstellung und Herangehensweise
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, einen faszinierenden Baustoff aus freiraumgestalterischer Sicht zu betrachten. Dazu soll zuerst das Material selbst, seine Herstellung und Eigenschaften vermittelt werden, um eine gewisse Grundkenntnis zu schaffen, welche es wiederum erleichtert, die sich momentan am Markt befindlichen Glasprodukte und deren Anwendung zu verstehen. Hilfreich war hierbei eine große Auswahl an Literatur im Themenbereich der Architektur und Baustoffkunde.
Im nächsten Schritt wird die spannende Entwicklung von Glas als Baustoff von den Anfängen des Fensters über eine immer weitere Auflösung des Raumes durch Glasfassaden erläutert. Die Verschmelzung zwischen innen und außen als Gipfel dieser Entwicklung leitet zum eigentlichen Thema "Glas im Freiraum" über. Warum viele Beispiele architektonisch geprägt sind, liegt daran, daß eine komplette Trennung von Architektur und Freiraumgestaltung nicht möglich und auch nicht sinnvoll ist. Die Zusammenarbeit der beiden Disziplinen ist in diesem Fall besonders wichtig, da viele gestalterische Maßnahmen an der Schnittstelle innen/außen passieren. Glas fungiert hier als verbindendes Material – auch zwischen den PlanerInnen, die von Beginn an zusammenarbeiten müssen. Daraus ergibt sich eine neue Qualität der Projekte.
Zusätzlich hat mich die Schönheit einzelner Anwendungen von Glas fasziniert, weshalb ich sie zeigen möchte.
Parallel zur Entwicklung in Architektur und Baukunst besitzt Glas auch eine Vergangenheit im Garten, worüber gleichnamiges Kapitel berichtet.
Um die Wirkung von Glas im Außenraum isoliert zu betrachten, habe ich, einleitend zu den Projektbeispielen, Kleinarchitektur aus Glas und ihre Wirkung in der umgebenden Natur- und Stadtlandschaft analysiert. Als Quelle für alle Beispiele dient Literatur über Landschaftsarchitektur und Architektur, Fachzeitschriften wie Topos und Garten & Landschaft, sowie mündliche Beiträge von LandschaftsplanerInnen aus Wien und von KollegInnen. Aus den Interviews in Wiener Landschaftsplanungsbüros erhielt ich Informationen über Erfahrungen mit Glas und die hinter den Entwürfen stehende Motivation. Durchgeführt wurden die Interviews telefonisch, bis auf jene mit Maria Auböck, Alfons Oberhofer und Stefan Schmidt, die mich persönlich eingeladen haben. Die Interviews wurden nicht isoliert aufgearbeitet – die erhaltenen Auskünfte sind vor allem in Kapitel 3 und 7 eingeflossen.
Bei der Darstellung der Beispiele habe ich zwei Bearbeitungstiefen gewählt. Neben der genauen Analyse zweier Projekte, in denen Glas im räumlich gestalterischen Kontext betrachtet wurde, war es mir wichtig, eine Fülle von Projekten zusammenzustellen, um die Bandbreite der Verwendungsmöglichkeiten von Glas in der Freiraumgestaltung aufzuzeigen und ihre Anwendungen in gesammelter Form darzustellen.
Vorliegende Arbeit soll zeigen welchen Beitrag dieses Material zur Schaffung qualitativ hochwertiger Freiräume leisten kann. Seine Möglichkeiten, aber auch seine Grenzen sollen beleuchtet werden und zu neuen Ideen für den Einsatz von Glas inspirieren.
1.2 Begriffsbestimmung
Zum besseren Verständnis werden im folgenden alle Begriffe zum Thema Landschaft, Freiraum und Planung erläutert, die in dieser Arbeit verwendet werden.
Landschaftsplanung:
Bezeichnung des Studiums an der Universität für Bodenkultur und offizielle Berufsbezeichnung in Österreich; Unter Landschaftsplanung wird die Formulierung aller Ziele und die Darstellung aller Maßnahmen und Wege zum Schutz und zur Sicherung, zur Gestaltung und Wiederherstellung und zur Pflege der besiedelten und unbesiedelten Landschaft verstanden. Der Landschaftsbegriff ist dabei nicht nur physisch, sondern auch sozialräumlich definiert (Vorschlag ÖNORM Landschaft 0001)1
Landschaftsarchitektur:
vor allem im englisch-sprachigen Raum (Landscape Architecture), aber auch in Deutschland gebräuchlicher Begriff für Studium und Berufsbezeichnung, in Österreich selten verwendet und auch nicht offiziell anerkannt. Unter Landschaftsarchitektur wird die Planung und Überwachung der Herstellung, der Gestaltung und Umgestaltung von Landschaftsabschnitten, landschaftsbezogenen Erholungseinrichtungen und Sport- , Spiel- und Freizeitanlagen, Parks und Gärten sowie allgemein von öffentlichen und privaten Freiräumen und Grünanlagen verstanden (Vorschlag ÖNORM Landschaft 0001).
Freiraumarchitektur, Freiraumgestaltung:
Schwerpunkt im Studium der Landschaftsplanung, inhaltlich mit Landschaftsarchitektur gleichzusetzen. Freiraumgestaltung ist die Organisation und Gestaltung von Freiräumen, vorwiegend im städtischen Bereich bzw. im Ortsgebiet (Vorschlag ÖNORM Landschaft 0001).
2 Was ist Glas?
Das Material und seine Herstellung
2.1 Was ist Glas physikalisch?
Der älteste künstlich vom Menschen geschaffene Werkstoff Glas blickt auf eine Geschichte von mehr als 7000 Jahren zurück. Das Schmelzprodukt, das zu seinem größten Teil aus Sand (Siliciumdioxid, SiO2) gewonnen wird, zeichnet sich durch besondere Eigenschaften aus. Am bekanntesten ist die Durchsichtigkeit, weniger bekannt ist, daß Glas kein fester Stoff, sondern eine bei Raumtemperatur erstarrte Flüssigkeit ist. "Den Glaszustand faßt man als äußerst zähen, unterkühlten Flüssigkeitszustand auf" (Duden-Lexikon 1989 S.1467).
[....]
1 ÖNORM Vorschläge stammen vom Büro Roman Ivancsics. (Mai 1999)
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