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Ganzheitliche Moderation

Termpaper, 2004, 33 Pages
Authors: Britta Daniel, Hans-Peter Tonn
Subject: Pedagogy - Adult Education

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 33
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V31847
ISBN (E-book): 978-3-638-32739-8

File size: 243 KB

Abstract

Ganzheitlichkeit ist ein wieder in Mode gekommenes Schlagwort. Dahinter verbirgt sich die Philosophie, dass der Mensch mehr ist als ein kopfgelenktes Lebewesen. Die Einheit von Körper, Geist und Seele ist wichtig für gesundes Leben und effektives Arbeiten. Einige Reformpädagogen des frühen 20. Jahrhunderts sahen das genauso und bezogen diese Denkweise auf die Pädagogik. Sie alle waren Vorreiter einer ganzheitlichen, humanistischen Pädagogik. In dieser Studienleistung wollen wir einige wichtige Bereiche ganzheitlichen Lernens vorstellen. In Kapitel eins gehen wir auf die grundlegenden räumlichen Voraussetzungen ein, die notwendig sind, um ganzheitliches Lernen zu ermöglichen. Der Körper muss sich wohlfühlen und die Lernumgebung muss positiv und vertrauenserweckend sein. Dann kann sich der Mensch auch ganz dem Lernprozess widmen. Kapitel zwei geht auf die physischen körperlichen Bedürfnisse ein. Für geistige Höchstleistungen muss der Körper, ähnlich wie bei sportlichen Höchstleistungen, auch fit sein. Dazu gehören eine gesunde, bewusste Ernährung und viel Bewegung. Nur wenige Menschen wissen, dass der Körper einen eigenen Biorhythmus hat, der die Leistungsfähigkeit des Menschen zu unterschiedlichen Tageszeiten stark variieren lässt. Ignoriert man diesen Biorhythmus, wirkt sich das negativ auf den Lernprozess sowie auf das gesamte körperliche Gleichgewicht aus. In Kapitel drei geht es um verschiedene Lernformen wie offenes und passives Lernen. Passives Lernen ist im Gegensatz zum aktiven Lernen kaum bekannt. Kreative körperlich-künstlerische Formen werden in dieser Phase des Lernens genutzt, um dem Gehirn eigene Möglichkeiten zu geben, sich den Lernstoff anzueignen. Kapitel vier beschreibt die Effektivität verschiedener Lernformen. Interaktives Lernen in der Gruppe und erfahrungsorientiertes Lernen eignen sich besonders gut, um sich Lehrstoff anzueignen. Je mehr Sinne beim Lernen angesprochen werden, desto schneller und besser prägt sich das Gelernte ein. Phantasien sind ebenfalls eine effektive Lernmethode, da sie beide Hirnhemisphären miteinander verbinden. Der gezielte Einsatz von Musik und Düften zum Lernen klingt, zumindest für Westeuropäer, ungewöhnlich. In Studien wurde jedoch nachgewiesen, dass Musik helfen kann, sich an bestimmte Seminarinhalte besser zu erinnern. Düfte können die Hirnwellentätigkeit positiv beeinflussen.


Excerpt (computer-generated)

Ganzheitliche Moderation

von: Britta Daniel und Hans-Peter Tonn

 


Inhalt

(Die Punkte 1. bis 2.2 verfasste Britta Daniel, Punkte 3. bis 4.4 Hans-Peter Tonn. Die Einleitung und das Fazit verfassten beide Autoren gemeinsam.)

Einleitung

1. Lernumgebung

1.1 Raumform
1.2 Beleuchtung
1.3 Farben und Strukturen
1.4 Klima
1.5 Einrichtung und Material
1.6 Pausenzone und Sinnesaktivierung

2. Gesundes Lernen

2.1 Ernährung und Bewegung
2.2 Biorhythmus

3. Der Lernprozess

3.1 Pädagogische Aspekte
3.2 Lernrhythmus
3.3 Passives und offenes Lernen
3.4 Pausen

4. Lernmethodik

4.1 Soziales interaktives Lernen
4.2 Multisensorisches Lernen
4.3 Erfahrungsorientiertes Lernen
4.4 Musik und Düfte

5. Fazit

6. Anmerkungen

7. Quellen



Einleitung

Ganzheitlichkeit ist ein wieder in Mode gekommenes Schlagwort. Dahinter verbirgt sich die Philosophie, dass der Mensch mehr ist als ein kopfgelenktes Lebewesen. In unserer abendländischen, christlichen Kultur wurde der Körper lange Zeit verteufelt. Der Mensch sollte ein vernunftgeprägt sein, der Kopf galt als Zentrum des Lernens und Denkens. Die Einheit von Körper, Geist und Seele ist wichtig für gesundes Leben und effektives Arbeiten. Das wußten bereits die alten Römer, die das Sprichwort prägten: „Mente sana in corpo sano“ (lat.: Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper). Einige Reformpädagogen des frühen 20. Jahrhunderts sahen das genauso und bezogen diese Denkweise auf die Pädagogik. Pestalozzi sprach vom Lernen mit „Herz, Kopf und Hand“. Andere große Denker wie Plato und Aristoteles, Descartes, Leibnis, Spinoza, Robert M. Hutchins und Mortimer Adler waren ebenfalls Vertreter dieser Denkrichtung. Sie alle waren Vorreiter einer ganzheitlichen, humanistischen Pädagogik. Lernen fordert nicht nur den Intellekt sondern den Lernenden als Ganzes. Es gibt keine rein kognitives Lernen. Lernen ist immer auch affektiv. Auch ein informatives Referat ist affektiv. Die psychomotorische Entwicklung spielt ebenfalls in allen Phasen des Lernens eine wichtige Rolle. Dies kann zum Beispiel durch Rollenspiel oder Simulation gefördert werden. Für einen Moderator und Lehrenden ist es wichtig zu wissen, wie ganzheitliche Pädagogik wirkt. Mit Hilfe dieses Wissens und wenigen, einfachen Mitteln kann er seine Moderation und seine Seminare wirkungsvoll ganzheitlich gestalten. Das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer werden dadurch gesteigert und die Teilnehmenden werden ausgeglichener. Davon profitiert auch der Moderator. Er fühlt sich ebenfalls wohler und kann konzentrierter und effektiver seiner Arbeit nachgehen. In dieser Studienleistung wollen wir einige wichtige Bereiche ganzheitlichen Lernens vorstellen.

In Kapitel eins gehen wir auf die grundlegenden räumlichen Voraussetzungen ein, die notwendig sind, um ganzheitliches Lernen zu ermöglichen. Der Körper muss sich wohlfühlen und die Lernumgebung muss positiv und vertrauenserweckend sein. Dann kann sich der Mensch auch ganz dem Lernprozess widmen. Kapitel zwei geht auf die physischen körperlichen Bedürfnisse ein. Für geistige Höchstleistungen muss der Körper, ähnlich wie bei sportlichen Höchstleistungen, auch fit sein. Dazu gehören eine gesunde, bewusste Ernährung und viel Bewegung. Nur wenige Menschen wissen, dass der Körper einen eigenen Biorhythmus hat, der die Leistungsfähigkeit des Menschen zu unterschiedlichen Tageszeiten stark variieren lässt. Ignoriert man diesen Biorhythmus, wirkt sich das negativ auf den Lernprozess sowie auf das gesamte körperliche Gleichgewicht aus. In Kapitel drei geht es um verschiedene Lernformen wie offenes und passives Lernen. Passives Lernen ist im Gegensatz zum aktiven Lernen kaum bekannt. Kreative körperlich-künstlerische Formen werden in dieser Phase des Lernens genutzt, um dem Gehirn eigene Möglichkeiten zu geben, sich den Lernstoff anzueignen. Kapitel vier beschreibt die Effektivität verschiedener Lernformen. Interaktives Lernen in der Gruppe und erfahrungsorientiertes Lernen eignen sich besonders gut, um sich Lehrstoff anzueignen. Je mehr Sinne beim Lernen angesprochen werden, desto schneller und besser prägt sich das Gelernte ein. Phantasien sind ebenfalls eine effektive Lernmethode, da sie beide Hirnhemisphären miteinander verbinden. Der gezielte Einsatz von Musik und Düften zum Lernen klingt, zumindest für Westeuropäer, ungewöhnlich. In Studien wurde jedoch nachgewiesen, dass Musik helfen kann, sich an bestimmte Seminarinhalte besser zu erinnern. Düfte können die Hirnwellentätigkeit positiv beeinflussen.

1. Lernumgebung

Die Gestaltung des Lernumfeldes hat Auswirkungen auf die Intensität des Lernens. Das wies der Amerikaner Rosenzweig in Versuchen mit Ratten nach. Seine Versuche zeigten, dass die Gestaltung des Umfeldes sich auf Gehirnvolumen, Vernetzungsgrad und Übertragungsgeschwindigkeit der Impulsübertragung der Neuronen auswirkte. Das Lernumfeld wird positiv oder negativ beeinflußt von Architektur, Ergonomie, Licht, Farbe, Klima, Material und Ort des Lernens (vgl. Neuland 1995, 6ff). Die Lernumgebung sollte nicht an schulisches Lernen erinnern sondern zum Wohlfühlen und zu spaßerfülltem Lernen animieren. Die Lernumgebung sollte funktionell und lernunterstützend gestaltet werden. Ästhetik ist dabei ebenfalls von Bedeutung. Nahezu alle Menschen reagieren von Geburt an auf Klang, Form, Farbe und Rhythmus. Diese Fähigkeit wird auch „Erste ästhetische Ordnung“ genannt. Es gibt weitere Formen ästhetischer Wahrnehmung. Das menschliche Gehirn verfügt über eine allgemein identische Grundstruktur eines Bewusstseins für die Harmonie von Tönen, Räumen und Farben (vgl. Neuland 1995, 273).

1.1 Raumform

Es gibt verschiedene Arten von Räumen wie Plenar- und Seminarräume, Gruppenarbeitsräume, Pausenräume oder Werkstatträume von unterschiedlicher Größe. Am besten eignen sich Seminarräume in Form eines Quadrates. Interaktive Gruppenaktivitäten können darin, je nach Aufgabe, an unterschiedlichen Stellen stattfinden und bleiben in ausreichender Entfernung zum Moderierenden1. Auch sechs- oder achteckige Räume eignen sich, regen durch ihre außergewöhnliche Form zu Kreativität an und bleiben dennoch durch gerade Wandflächen funktional. Rechteckige Räume sind dagegen desto ungünstiger, je weiter die Seitenflächen voneinander entfernt sind. Sie ermöglichen weniger Variationsmöglichkeiten bei den Gruppenaktivitäten. Eine Bestuhlung im Halbkreis wird schwierig, da sich die Teilnehmenden in der Mitte und an den beiden äußeren Enden nicht optimal sehen können. Um die optimale Größe des Seminarraums zu wählen, rechnet man mit einem Wert von am besten 6 m² pro Teilnehmer, mindestens jedoch 5 m². Die Größe ist aber auch abhängig davon, ob noch zusätzliche Räume zur Verfügung stehen. Wenn zum Beispiel Gruppenarbeiten geplant sind, muß der Seminarraum groß genug sein, um ihn zu unterteilen. Dafür sollten bis zu 8 m² pro Teilnehmer zur Verfügung stehen. Wenn statt dessen zusätzliche Räume gewählt werden, sollten diese wenigstens einer Größe von 2,5 m² pro Teilnehmer entsprechen. Die Anzahl der Räume ist auch abhängig von der Teilnehmerzahl. Bei Gruppengrößen von mehr als 12 Personen werden zwei weitere Arbeitsräume benötigt. Für den Moderierenden spielt nicht nur die Form sondern auch die Funktionalität der räumlichen Architektur eine Rolle. Die Wände sollten nicht rundum mit Fenstern ausgestattet sein. Für Plakate und Pinnwände müssen ausreichend Stell- und Hängeflächen zur Verfügung stehen. Durch Plakate unmittelbar vor Fenstern können Teilnehmerinnen und Teilnehmer geblendet werden (vgl. Neuland 1995, 271ff).

1.2 Beleuchtung

Licht ist wesentlich für die Gestaltung eines Seminars, da ohne Licht kein Sehen möglich ist. Außerdem beeinflusst es das Wohlbefinden von Menschen. Es gibt verschiedene Arten von Licht:

a) Tageslicht

[...]


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