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Analyse der besonderen Bedingungen und Merkmale von Direktinvestitionen in Transformationsländern Osteuropas

Diploma Thesis, 2004, 78 Pages
Author: Marko Zell
Subject: Economics / Business: Investment and Finance

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2004
Pages: 78
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 69  Entries
Language: German
Archive No.: V31930
ISBN (E-book): 978-3-638-32795-4
ISBN (Book): 978-3-638-70375-8
File size: 1014 KB
Notes :
Die Arbeit erhielt den "Förderpreis 2004", von der Deutschen Vermögensberatungs AG, ausgestellt am 7.Mai 2004.


Abstract

Im Zuge der sich grundsätzlich verändernden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im heutigen Europa entstehen den hiesigen Unternehmen neue Investitions-Perspektiven. Jene sollen in dieser von der Deutschen Vermögensberatungs AG mit dem Förderpreis 2004 honorierten Arbeit im Einzelnen analysiert werden, Erkenntnisse über die Bedingungen in den osteuropäischen Transformationsländern gewonnen und schließlich Investitionsentscheidungshilfen abgeleitet werden. Der entscheidende wissenschaftliche Beitrag dieser Arbeit besteht in der Überführung von Standortfaktoren und Wachstumsraten in ein anerkanntes, modifiziertes Rendite-Risiko-Konzept zur Beurteilung von Investitionsentscheidungen. Damit ist es möglich, Länder als Investitionsobjekte zu betrachten und entsprechend ihrer Effizienz miteinander zu vergleichen. In diesem allgemein anwendbaren Konzept besteht der eigentliche Wert dieser Arbeit wenngleich der direkte Vergleich der zu analysierenden Länder eine unmittelbare Entscheidungshilfe bei bevorstehenden Direktinvestitionen in die Zielländer bietet. Am Anfang erfolgt eine allgemeine Kennzeichnung und Einordnung der durch ihren radikalen ökonomischen und politischen Wechsel gekennzeichneten Transformationsländer. Die Bewertung von Direktinvestitionen als eine Form von verschiedenen Internationalisierungsstrategien setzt eine komplexe Vorgehensweise voraus, erfolgt aber auf Basis der allgemein anerkannten Discounted-Cashflow-Methode. Der daraus bestimmbare Kapitalwert variiert stark in Abhängigkeit von der Planungssicherheit der Periodenrückflüsse. Diese werden maßgeblich von den länderspezifischen Bedingungen bzw. Risiken beeinflusst, welche ausführlich mittels unterschiedlicher Instrumente untersucht werden. Somit können Aussagen über die Merkmalsausprägungen in den analysierten osteuropäischen Transformationsländern getroffen und verschiedene Länderprofile gebildet werden. Mit der zusammenfassenden Standortbewertung werden die Merkmale aggregiert und eine Rangfolge der Länder bezüglich ihrer Risiken erstellt. Die Einbindung in das modifizierte Rendite-Risiko-Diagramm erlaubt die Bestimmung der effizienten Zielländer. Abschließend wird ein fundierter Zusammenhang mit den tatsächlichen Investitionsflüssen untersucht sowie unterschiedliche Förderprogramme zur Finanzierung und Hilfestellung für Investitionsvorhaben in den Zielländern betrachtet.


Excerpt (computer-generated)

Universität Rostock
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät

Diplomarbeit

zum Thema:
„Analyse der besonderen Bedingungen und Merkmale von Direktinvestitionen in Transformationsländern Osteuropas“

vorgelegt von:

Marko Zell

Diplomstudiengang: Betriebswirtschaftslehre

Rostock, 29. Januar 2003

Vorwort

Anlass dieser Diplomarbeit sind die sich grundsätzlich verändernden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im heutigen Europa. Im Zuge der bereits beschlossenen Erweiterung der Europäischen Union im Mai 2004 und weiterer Erweiterungsrunden um die Staaten Osteuropas muss ein Umdenken in den multinationalen Unternehmen innerhalb der bisherigen Geschäftspolitik erfolgen. Diese Arbeit stellt mit ihrer aktuellen Brisanz einen wissenschaftlichen Beitrag mit erheblicher Praxisrelevanz für die hiesigen Unternehmen dar. Abgerundet wird dies durch eine an entsprechenden Stellen geeignete theoretische Fundierung. Gleichwohl kann diese Arbeit nur einen begrenzten Einblick in die Komplexität der Thematik gewähren. Das ist insbesondere mit der Fülle von Informationen verbunden, die eine Investitionsentscheidung beeinflussen. Daher ist es erforderlich, sich auf die Verwertung wesentlicher Informationen zu beschränken. Durch die zum großen Teil analysierende Vorgehensweise hat die Verarbeitung statistischer Daten einen besonderen Stellenwert. Speziell der Transition Report der European Bank of Reconstruction and Development liefert dazu eine Vielzahl von Informationen. Darauf aufbauend können gute Erkenntnisse über die Bedingungen in den osteuropäischen Transformationsländern gewonnen und schließlich Investitionsentscheidungshilfen abgeleitet werden.

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ... I

Inhaltsverzeichnis ... II
Abbildungsverzeichnis ... IV
Tabellenverzeichnis ... V
Abkürzungsverzeichnis ... VI

1 Einleitung ... 1

2 Charakteristika, Abgrenzung und Begriff der Transformationsländer ... 2

3 Direktinvestitionen ... 4
3.1 Begriff und Abgrenzung von Direktinvestitionen ... 4
3.2 Direktinvestitionen vs. Handel und Kooperationen - Erklärungsansätze ... 5
3.2.1 Volkswirtschaftlicher Ansatz ... 5
3.2.2 Betriebswirtschaftlicher Ansatz ... 6
3.2.2.1 Kostenansatz ... 6
3.2.2.2 Dunnings OLI-Ansatz ... 8
3.3 Bewertung von Auslandsdirektinvestitionen ... 9

4 Untersuchung der Rahmenbedingungen ... 12
4.1 Einflussfaktor Steuern ... 12
4.2 Politisch-rechtliche Rahmenbedingungen ... 13
4.2.1 Politische Ausgangslage ... 13
4.2.2 Privateigentum ... 16
4.2.3 Korruption, Verbrechen ... 18
4.2.4 Wettbewerb ... 22
4.2.5 Der Finanzsektor ... 24
4.2.6 Infrastruktur ... 26
4.2.6.1 Der Energiesektor ... 27
4.2.6.2 Der Verkehrssektor ... 28
4.2.6.3 Der Telekommunikationssektor ... 28
4.3 Sozioökonomische Rahmenbedingungen ... 30
4.3.1 Einkommen und Löhne ... 30
4.3.2 Wirtschaftswachstum ... 32
4.3.3 Einkommensverteilung ... 34
4.3.4 Bildung und Gesundheit ... 34
4.4 Einflussfaktor Währung ... 36

5 Risikoanalyse ... 38
5.1 Einflussfaktor länderspezifisches Risiko ... 38
5.2 Ratings von Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch ... 39
5.3 Euromoney ... 40
5.4 Aktienmarktanalyse ... 42

6 Direktinvestitionsflüsse, Rendite und Risiko ... 45

7 Spezielle Finanzierungsmöglichkeiten ... 51
7.1 PHARE ... 51
7.2 TACIS ... 52
7.3 ISPA ... 53
7.4 CARDS ... 53
7.5 Leistungen der KfW ... 54

8 Zusammenfassung ... 55

Literaturverzeichnis ... VII

Anhang ... VI

 

1 Einleitung

Die Thematik der Arbeit befasst sich mit den besonderen Bedingungen und Merkmalen, die es bei Direktinvestitionen in den osteuropäischen Transformationsländern zu berücksichtigen gilt. Um einem strukturierten Verlauf zu verfolgen, scheint es zunächst sinnvoll, die Transformationsländer zu definieren und abzugrenzen. Dem wird im zweiten Teil der Arbeit nachgekommen. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Definition, der Abgrenzung und Besonderheiten der Bewertung von Auslandsdirektinvestitionen, bevor im Hauptteil der Arbeit (Kapitel 4 und 5) eine umfangreiche Analyse einiger osteuropäischer Transformationsländer anhand von ausgewählten Merkmalen erfolgt. Anschließend werden in Abschnitt 6 die Ergebnisse der Analyse komprimiert und Zusammenhänge zwischen ihnen und den tatsächlichen Investitionsströmen betrachtet sowie Schlussfolgerungen gezogen. Um der Komplexität der Problematik gerecht zu werden, wird dann im siebten Teil auf besondere Finanzierungsmöglichkeiten von Investitionen in den osteuropäischen Staaten in gebotener Kürze eingegangen.

2 Charakteristika, Abgrenzung und Begriff der Transformationsländer

Das Thema der Arbeit befasst sich mit den Transformationsländern Osteuropas. Es ist sinnvoll, zunächst die spezifischen Charakteristika der Transformationsländer herauszuarbeiten, sie von den entwickelten Ländern auf der einen Seite und den Entwicklungsländern auf der anderen Seite abzugrenzen und sie dann zu definieren.

Im allgemeinen Verständnis sind Transformationsländer solche Länder, die durch politische und ökonomische Entwicklung den Status der Entwicklungsländer verlassen und in einem beschleunigten Prozess das Niveau der entwickelten Länder anstreben. Dieser Anpassungsprozeß kann graduell, also Schritt für Schritt, oder in Form eines sogenannten „Big Bang“ vonstatten gehen.1 Bezeichnend für den Umbruch a la Big Bang sind eine rasche Liberalisierung der Preise und des Handels und eine Privatisierungswelle. Die Konsequenzen waren anfänglich ein Einbruch der wirtschaftlichen Aktivitäten, hervorgerufen durch die Unbrauchbarkeit eines großen Teils des Kapitalstocks und hohe Inflationsraten bis hin zu Hyperinflation. Doch auch diejenigen Länder, die eine langsame Anpassung wählten, konnten sich oft jenen negativen Konsequenzen nicht erwehren.

Typische Charakteristika von allen Transformationsländern sind starke Distorsionen durch Preisbindungen und Subventionen, ein unausgeprägtes Bankensystem, eine schwache Währung, Barterhandel, niedrige Löhne, der Mangel an modernem Kapital und unzureichende Managementerfahrung in der Führung von marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen. Dies sind Kennzeichen, wie sie auch in Entwicklungsländern vorzufinden sind. Im Unterschied zu ihnen besitzen die Transformationsländer aber in ausgewählten Sektoren ein relativ hohes technologisches Niveau, z.B. in der Weltraumforschung. Die Rechtssicherheit ist weitestgehend gewährleistet, auch wenn das System nicht unbedingt rechtstaatlich ist, und die Einkommen sind gleichmäßiger verteilt. Im Vergleich zu den entwickelten Ländern liegt das Einkommensniveau in den Transformationsländern noch deutlich unter deren. Nach den Kriterien der Weltbank können die Transformationsländer den „Lower Middle Income Countries“2 und den „Upper Middle Income Countries“3 zugerechnet werden. Die entwickelten Länder können hingegen in die Klasse der „High Income Countries“4 eingeteilt werden. Unter Berücksichtigung der angeführten Punkte sind die neuen Bundesländer für sich betrachtet faktisch auch ein Transformationsland. Eine geografische Abgrenzung der in dieser Arbeit relevanten Länder ist hingegen einfacher. Als osteuropäische Länder werden in dieser Arbeit Länder Europas bezeichnet, die östlich der Grenzen Deutschlands, Österreichs und Italiens liegen, auch wenn andere Quellen oft von den Mittel- und Osteuropäischen Staaten sprechen. Welche Länder nun im einzelnen zu den Transformationsländern Osteuropas zählen, ist im Anhang (S. XV) ersichtlich.

Die Deutsche Bank versteht unter Transformationsländern die „Länder Mittel- und Osteuropas und Zentralasiens, die seit dem Ende der achtziger und dem Beginn der neunziger Jahre einen ökonomisch und politisch radikalen Wechsel ihrer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung eingeleitet haben... Das Erscheinungsbild der Transformationsländer hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur entscheidend verändert, sondern gestaltet sich von Land zu Land sehr unterschiedlich.“ (Deutsche Bank, Außenwirtschaftsalphabet, 1998).

Diese von Land zu Land sehr unterschiedlichen Entwicklungen machen es unabdingbar, das relevante Zahlenmaterial auch nach Ländern getrennt zu erfassen. Dem Umfang soll mit der Betrachtung einiger ausgewählter Länder begegnet werden. Den Schwerpunkt bilden in dieser Arbeit folgende osteuropäische Transformationsländer: Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, Slowenien und die Ukraine.

[...]


1 Mehr zum Umbruch in Osteuropa bei Androsch, H., 1996 und Kolodko, G. W., 2002

2 Einkommen pro Person zwischen 2 $ und 10 $ pro Tag

3 Einkommen pro Person zwischen 10 $ und 30 $ pro Tag

4 Einkommen pro Person über 30 $ pro Tag


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