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Wörterbücher des Hausa

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 27 Pages
Author: Marion Geiss
Subject: African Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 27
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V31992
ISBN (E-book): 978-3-638-32842-5
ISBN (Book): 978-3-638-65163-9
File size: 226 KB
Notes :
Hauptstudiums Hausarbeit: Vergleich von Wörterbüchern und die Probleme im Bezug zur Sprache


Abstract

Wörterbücher des Hausas gibt es viele. Aber wie sind sie tatsächlich in der Anwendung? Für wen wurden sie konzipiert und wie lässt sich am besten mit ihnen arbeiten? Diese Arbeit beschäftigt sich mit einigen der bisher publizierten Hausawörterbüchern aus der Sicht der Lexikographie. Ein kurzer Überblick vergleicht die Vor- und Nachteile der Bücher, welche innerhalb eines frankophonen und anglophonen Kontextes konzipiert wurden. Dabei wird auf Praktikabilität und Inhalt am meisten eingegangen. Mängel und Probleme werden hier ebenso angesprochen, wie auch grammatikalischer Bezug und Konzept. Außerdem soll diese Arbeit einen kurzen Einblick auf die Konzeption eines typischen Wörterbuches über eine afrikanische Sprache bieten und zeigt daher Kritikpunkte auf, die ebenfalls auch auf andere Wörterbücher afrikanischer Sprachen zutreffen.


Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg Universität Mainz
Institut für Afrikanische Philologie
Lexikographie und Standardisierung afrikanischer Sprachen

Wörterbücher des Hausa

von: Marion Geiss

 


I. INHALTSVERZEICHNIS

II. EINLEITUNG 2

II.1. GESCHICHTE 2
II.2. ORTHOGRAPHIE UND GRAMMATIK 3

III. R. C. ABRAHAM: DICTIONARY OF THE HAUSA LANGUAGE 5

IV. ROXANA MA NEWMAN: AN ENGLISH-HAUSA DICTIONARY 12

V. BERNHARD CARON UND AHMED H. AMFANI: DICTIONNAIRE FRANÇAIS-HAOUSSA: SUIVI D’UN INDEX HAOUSSA-FRANÇAIS 17

VI. ERGÄNZUNGEN 22

VII. SCHLUSS 25

VIII. BIBLIOGRAPHIE: 26


 

II. Einleitung

II.1. Geschichte

Das Hausa ist nach Greenberg (1963) Teil der Afro-Asiatischen Sprachfamilie und gehört darin zur Tschadischen und weiter differenziert zur West Tschadischen Gruppe. Hausa ist Verkehrs- und Handelssprache in weiten Teilen Westafrikas. Besonders im Niger und im Norden Nigerias ist das Hausa verbreitet und dort leben auch die meisten Muttersprachler. Hausa ist zwar weder in Niger noch in Nigeria offizielle Staatssprache, hat aber in beiden Ländern den Status einer Nationalsprache. Grobe Schätzungen gehen von einer Sprecherzahl von ca. 50 Millionen in den beiden Ländern aus, wobei der Anteil in dem bevölkerungsreichen Land Nigeria deutlich größer ist (Wolff 2). Leider gibt es derzeit keine offiziellen Zahlen und somit beziehe ich mich auf die Schätzungen, die Wolff (1990) in seiner Referenziellen Grammatik angibt. Tatsächlich dürfte die Zahl heute noch weit über dem genannten Wert liegen. Hinzu kommt außerdem, dass das Hausa als Handelssprache in viele verstreute Gegenden Afrika getragen wurde. Pilger oder Händler ließen sich während der letzten 500 Jahre zwischen dem Senegal und dem Sudan, so wie zwischen Tunesien und der Demokratischen Republik Kongo, nieder und gründeten dort Hausasiedlungen, die auch heute noch Hausa als ihre Muttersprache sprechen. Wolff nennt dies das „Diasporahausa“ (2). Seit ca. dem 13. Jahrhundert fand unter den Hausa eine starke Islamisierung statt. Damals wurden auch die ersten Orthographien in arabischer Schrift für das Hausa verfasst. Das ?àjàmi, wie die arabische Orthographie des Hausa genannt wird, wird heute fast nur noch für religiöse Texte verwendet (Wolff 19). Dagegen hat sich die latienische Form, das bookòo (abgeleitet aus engl. book), für den allgemeinen Gebrauch durchgesetzt (Wolff 19) . Allerdings wurde die Standardorthographie außschließlich von Europäern festgelegt (Philips Hausa Roman Orthography).

II.2. Orthographie und Grammatik

Durch die unterschiedlichen Transkriptionen des Hausa in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts herschte lange Zeit Verwirrung über die genau Schreibweise. Die Konferenz zur Vereinheitlichung der Orthographie der wichtigsten grenzübergreifenden Nationalsprachen Westafrikas 1966 in Bamako und die 1980 stattgefundene Konferenz in Niamey, Niger legten schließlich eine wissenschaftliche Vereinheitlichung des Standardhausa fest (Wolff 20-22). Als Standardhausa gilt der Kano Dialekt (Paul Newman 1), der orthographisch unmarkiert, also ohne Kennzeichnung von Tönen oder Längen, geschrieben wird. Nicht-Hausasprecher verwenden dagegen die in der Wissenschaft gängige Schreibweise, die sowohl Töne als auch Vokallängen markiert (Wolff 23). Das die Vokallängen und unterschiedlichen Tonhöhen Bedeutungsunterschiede hervorrufen können, und dass es im wissenschaftlichen Kontext und in der Lehre Sinn macht diese zu kennzeichnen, zeigen folgende Beispiele:

Bsp 1 ba# ba#1 Indigo
bà# ba# Eunuch
Bsp 2 gàdo# Erbe
gado# Bett

Auch grammatische Unterscheidungen sind in der unmarkierten Form nicht eindeutig festzustellen und nur von geübten Hausasprechern aus dem Kontext ersichtlich. Ein Nicht-Hausasprecher hat dagegen Schwierigkeiten zwischen den unterschiedlichen Modi zu unterschieden, wenn diese nicht durch Länge und Töne gekennzeichnet sind:

Bsp3:
ungekennzeichnet ya tafi
gekennzeichnet:
ya# tàfì: er ging (Completive)2
yà tàfi: er soll gehen (Subjunctive)
yàyà# ya tàfi?: Wie ging er? (Preterite)

Allerdings verwenden die Herausgeber der Wörterbücher, welche ich im folgenden besprechen werde, unterschiedliche Schreibweisen und Deskriptoren für Länge und Töne, auf die ich während der einzelnen Besprechungen näher eingehen werde. Die Wörterbücher mit denen ich mich hauptsächlich beschäftige sind bilingual, d.h. Französisch-Hausa, Englisch-Hausa oder Hausa- Englisch. Konzipiert wurden sie vor allem für den praktischen Gebrauch, zum Erlernen und Nachschlagen der Sprache. Dabei hatten die Herausgeber jedoch meist das europäische Publikum im Auge. Der Autor eines Hausawörterbuches für Nicht-Hausasprecher, muss hinsichtlich einiger wichtiger grammatischer Kriterien seine Einträge soweit konzipieren, das bestimmte grammatische Informationen, die zur Bildung eines ordentlichen Syntax zu beachten sind, darin erschließbar sind. Ohne die Kennzeichnung das Genus eines Nomens, lassen sich keine Sätze bilden, da dem Subjekt eines Satzes immer ein zugehöriges Pronomen folgen muss, dass sich in Numerus und Geschlecht nach diesem richtet.

Bsp 4: madu#bi# ya# fashe#$.

Spiegel er (3. ps m Completive) zerbrochen.
Aber auch die zugehörigen Adjektive richten sich nach dem Geschlecht des Nomens (Jaggar 2001 48-49).

[...]


1 Vokallängen kennzeichne ich mit einem Oberstrich (a#), Tieftöne kennzeichne ich mit folgender Maßen: à; und Hochtöne und kurze Vokale bleiben unmarkiert.

2 Die Grammatischen Begriffe sind aus dem Englischen von Paul Newman (2000) The Hausa Language übernommen


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