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Thesis (M.A.), 1998, 245 Pages
Author: Markus Wiemker
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions
Details
Tags: Trust, Reality, Eine, Analyse, X-Files
Year: 1998
Pages: 245
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 96 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-10018-2
File size: 465 KB
Erstens versuche ich an der Fernsehserie AKTE X zu zeigen, daß in ihr der Übergang von der Moderne zur Postmoderne thematisiert wird. Dieser Übergang läßt sich unter anderem durch die Problematisierung von Wahrheit und Realität, und einem gesteigerten Interesse für Simulationen, Macht- und Verschwörungstheorien kennzeichnen. Zweitens werden mediale Texte unterschiedlich angeeignet, deshalb reicht es nicht aus, bestimmte Inhalte des medialen Textes zu analysieren, sondern auch der Kontext, die Aneignung der Serie durch die Zuschauer, muß berücksichtigt werden. Mit Hilfe der Theorien der Cultural Studies untersuche ich die Fans der Serie, die X-PHILES, wobei mich besonders Aspekte der Subkultur-, Fankultur- und Internetforschung interessieren.
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Excerpt (computer-generated)
Magisterarbeit
Einrichtung: Institut für Soziologie der RWTH Aachen
Trust no Reality:
Eine soziologische Analyse der X - Files
Soziologie einer Fernsehserie, am Beispiel von ′Akte X′
Postmoderne Theorien und Cultural Studies
Verfasser: Markus Wiemker
Semester: SS 1998
Inhalt
A. Relevanz und Darstellung
I. Text und Kontext ... 4
II. Darstellung der Serie Akte X
1. Handlung .. 7
2. Charaktere .......... 14
3. Kult und Popularität ........ 22
B. Vom Text zum Kontext: Postmoderne Theorien und Cultural Studies
III. Postmoderne Theorien:
1. Ursprung und Entwicklung .......... 32
2. Postmoderne Theorien:
a. Douglas Kellner ... 41
b. Zygmunt Bauman ............. 47
c. Frederic Jameson ............. 52
3. Wahrheit, Realität und Simulation ........... 57
4. Macht und Verschwörungen ........ 66
IV. Cultural Studies:
1. Kultur und Macht ............ 73
2. British Cultural Studies: Birmingham School ....... 75
3. Weiterentwicklungen:
a. John Fiske ............ 83
b. Douglas Kellner ... 93
4. X-Philes:
a. Subkultur ............100
b. Fankultur ............107
c. Internetkultur ..... 123
C. Schluß
V. Zusammenfassung ........ 126
Anhang:
Episodenführer ...... 134
Frequently Asked Questions .......... 176
Internet - Ressourcen ........ 230
Literatur .... 233
Bildverzeichnis ...... 244
A. Relevanz und Darstellung
I. Text und Kontext
"The X-Files is a product of its time not because it holds a mirror to reality but because it reflects the mindset of its era:..." (Lavery et al. 1996: 2)
Warum soll man eine Fernsehserie untersuchen, die sich mit übernatürlichen Phänomenen, Entführungen durch Außerirdische und Regierungsverschwörungen befaßt? Im folgenden werde ich versuchen einige Antworten auf diese Frage zu geben.
Erstens stellen mediale Texte wie zum Beispiel Fernsehserien als symbolische Formen der Kultur in gewisser Hinsicht ein Abbild unserer Gesellschaft dar. In ihnen werden bestimmte Themen, Strömungen und Entwicklungen, die in unserer Gesellschaft kursieren, aufgegriffen und oft verdichtet umgesetzt. Deshalb hoffe ich mit dieser Untersuchung bestimmte Themen und Diskurse, die in unserer Gesellschaft zirkulieren, besser einzugrenzen und zu erfassen.
Exemplarisch versuche ich dies an der Fernsehserie AKTE X zu zeigen, in der in meinen Augen der Übergang von der Moderne zur Postmoderne thematisiert wird. Dieser Übergang läßt sich unter anderem durch eine Problematisierung von Wahrheit und Realität, und einem gesteigerten Interesse für Simulationen, Macht- und Verschwörungstheorien kennzeichnen. AKTE X bietet Visionen darüber, ob man in einer postmodernen Welt, die immer stärker von Medieninformation und Simulation beherrscht wird, überhaupt noch "die Wahrheit" erkennen kann. Bestimmte Fernsehserien, wie AKTE X, stellen reale postmoderne Artefakte in unserer medial vermittelten Kultur dar. Die Analyse solch eines medialen Textes kann deshalb die vielfältigen und schillernden postmodernen Theorieansätze bereichern und hoffentlich zu einer präziseren Fassung des Begriffes der Postmoderne beitragen.
Zweitens werden mediale Texte unterschiedlich angeeignet, weshalb mein Ziel bei der Untersuchung von AKTE X nicht nur die Analyse bestimmer Inhalte des medialen Textes ist, sondern auch wie der Zuschauer diese Inhalte interpretiert und weiterverwendet. Wie die Inhalte einer Fernsehserie aufgenommen und verarbeitet werden, kann bei der gleichen Serie sehr unterschiedlich sein. Ein Teil der Zuschauer von AKTE X empfindet die Rezeption der Serie "nur" als reine Unterhaltung, wobei andere sich wiederum hauptsächlich mit den in der Serie aufgegriffenen Diskursen beschäftigen, indem sie darüber reflektieren und diskutieren.
Aber es gibt auch noch die Fans der Serie, die X-Philes die die Fernsehserie zu ihrem Hobby machen. Sie verbringen einen Großteil ihrer Freizeit mit dem Studium der Sekundärliteratur, sammeln alles zur Serie, diskutieren in Mailing Listen und Newsgroups, erstellen World Wide Web Seiten und besuchen Conventions.
Den Kontext der Aneignung zu untersuchen, ermöglicht es zu erkennen, was für den Zuschauer von den dargestellten Diskursen überhaupt bedeutungsvoll ist. "Was die Zuschauer mit einem Text machen, hängt davon ab, was in ihrer sozialen Situation für sie relevant ist." (Winter 1995: 108) Darum glaube ich, daß man solch eine Untersuchung immer in zwei Richtungen betreiben muß. Erstens müssen die Diskurse, die im Text thematisiert werden, genauer betrachtet werden, und zweitens muß der Kontext, die Aneignung der Serie durch die Zuschauer, untersucht werden.
Ein weiterer Punkt, der die Relevanz solcher Untersuchungen sichtbar macht, ist, daß beim Betrachten von Filmen oder Serien Meinungen und Einstellungen, die für die Rezipienten handlungsrelevant und persönlichkeitsbildend sind, aktiv übernommen und zur Konstruktion eines bestimmten Bildes der Gesellschaft herangezogen werden. Deshalb übernehmen Filme und Fernsehserien wie auch andere Kulturgüter in unserer Gesellschaft eine handlungsleitende, sinndeutende und sinngebende, Orientierung vermittelnde, alltagsstrukturierende und sozial integrative Funktion. Da Handlungsschemata, Normen und Werte aus den Filmen und Fernsehserien selber bezogen werden, könnte man sagen, daß Medien auch eine sozialisatorische Funktion ausüben. Darüber hinaus stillen mediale Texte das elementare Bedürfnis des Menschen nach Komplexitätsreduktion.
Im zweiten Teil meiner Arbeit versuche ich, die wesentlichen Eigenschaften der Serie AKTE X, das heißt die spezielle Art und Weise, in der sie als Text strukturiert ist, darzustellen. Zuerst werde ich kurz die Handlungsfäden und die dargestellten Charaktere beschreiben. Danach nenne ich mögliche Gründe, warum AKTE X einen so großen Erfolg hat und als Kultserie gilt. Im dritten Teil meiner Arbeit wird erkennbar, daß AKTE X im Rahmen einer postmodernen Ästhetik betrachtet werden kann. Dieser Teil meiner Arbeit beschäftigt sich zuerst mit verschiedenen postmodernen Theorien, wie der von Douglas Kellner, Zygmunt Bauman und Frederic Jameson, und versucht dabei aufzuzeigen, daß sich verschiedene Aspekte dieser Theorien in der Serie wiederfinden lassen.
Nach dem eher theoretischen Teil beschäftige ich mich damit, welche Rolle Wahrheit, Realität, Simulation, Macht und Verschwörung in der Postmoderne bzw. in der Serie spielen. Den Kontext der Serie mit ihren verschiedenen Aneignungsformen werde ich im vierten Teil meiner Arbeit betrachten. Dieser Teil meiner Arbeit beschäftigt sich mit den Theorien der Cultural Studies, im besonderen der British Cultural Studies. Zuerst stelle ich die Ursprünge der Theorien der Birmingham School dar, um mich dann auf ihre Weiterentwicklungen durch John Fiske und Douglas Kellner zu konzentrieren. Danach versuche ich die Theorien der Cultural Studies auf die Fans der Serie, die X-Philes anzuwenden, wobei ich besonders die Aspekte der Subkultur-, Fankultur- und Internetforschung heraustelle. Im fünften Teil meiner Arbeit werde ich noch einmal kurz die wichtigsten Ergebnisse meiner Untersuchung rekapitulieren. Wobei ich noch anmerken möchte, daß ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit bei der Untersuchung der dargestellten Themen erhebe und deshalb nur Positionen angeführt habe, die mir für meine Arbeit als produktiv erschienen.
[...]
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