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Mary Wollstonecraft - Reisebriefe aus Südskandinavien

Hausarbeit, 2003, 8 Seiten
Autor: Patricia Patkovszky
Fach: Skandinavistik

Details

Veranstaltung: GK Einführung in die Arbeitsweisen der Skandinavistik
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Nordeuropa Institut)
Tags: Mary, Wollstonecraft, Reisebriefe, Südskandinavien, Einführung, Arbeitsweisen, Skandinavistik
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 8
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V32067
ISBN (E-Book): 978-3-638-32892-0

Dateigröße: 196 KB

Zusammenfassung / Abstract

„If ever there was a book calculated to make a man in love with its author, this appears to me to be the book.“ Dieses Zitat William Godwins summiert wohl am Besten Mary Wollstonecrafts 1795 verfasste 'Letters Written During a Short Residence in Sweden, Norway and Denmark'. Wollstonecrafts Letters sind dem Genre der Reiseliteratur zuzurechnen, einer für das 18. Jh. durchaus typischen Gattung der Literatur. Dennoch durchbricht sie mehrmals in ihrem Werk die gängigen Konventionen dieses Genres: nicht der oft und gern verwendete Typus des jungen Literaturreisenden wird mitsamt seinem älteren Mentor auf die Reise geschickt, nein, eine junge Frau reist zusammen mit ihrer erst 14 Monate alten Tochter und dem Kindermädchen. Auch die Reiseroute ist eher unüblich, führt nicht durch Europa, sondern durch das dem englischen Lesepublikum noch wenig bekannte Skandinavien. Viele Faktoren sprechen trotzdem für die damalige und noch anhaltende Popularität des Werkes, so dessen Reichweite und inhaltliche Stärke auf doch unbekanntem Terrain, die Naturschilderungen, politischen und philosophischen Darstellungen jener Zeit, vermischt mit persönlichem Kummer und einer Bandbreite an Gefühlen. Meine Hausarbeit soll sich auf die Frage nach Mary Wollstonecrafts politischer Stellungnahme beziehen. Neben einem kurzen Abriss über Mary Wollstonecrafts Biographie und einer Betrachtung der Entstehungsgeschichte werden insbesondere der 13. und 14. Reisebrief Gegenstand meiner Arbeit sein. Hierbei möchte ich mein Hauptaugenmerk auf ihre Schilderungen der politischen und sozialen Verhältnisse im Norwegen der damaligen Zeit richten, denn Wollstoncraft stand an der Vorderfront der ideologischen Konflikte ihrer Tage und war darin stark engagiert, ihre politischen Schriften erreichten höchstes Aufsehen. Ehemals Anhängerin der Französischen Revolution verurteilte sie nun deren Terrorherrschaft. Dies schlug sich auch in ihrem Umgang und in Kontakten mit radikalen Kreisen in England nieder. Trotzdem öffneten sich ihr in Skandinavien Tür und Tore, war sie in den höchsten politischen Zirkeln zu Gast, sowohl bei der Familie Anker in Norwegen und dem Premierminister A. P. Bernstorff in Dänemark. Dies ermöglichte ihr die soziokulturellen Verhältnisse in den bereisten Ländern von Innen heraus zu studieren. Abschließend werde ich meine Ergebnisse kurz zusammenfassen und eigene Eindrücke des Gelesenen mit den Eindrücken der damaligen Leserschaft in Verbindung setzen.


Textauszug (computergeneriert)

Mary Wollstonecraft - Reisebriefe aus Südskandinavien

von: Patricia Patkovszky

 


Inhaltsverzeichnis

Einführung in das Thema 2

Zur Entstehungsgeschichte 3

Die Reise 3

Betrachtung über Norwegen 4

Nachwort 5

Literaturverzeichnis 6


 

1. Einführung in das Thema

„If ever there was a book calculated to make a man in love with its author, this appears to me to be the book.“1 Dieses Zitat William Godwins summiert wohl am Besten Mary Wollstonecrafts 1795 verfasste Letters Written During a Short Residence in Sweden, Norway and Denmark2.

Wollstonecrafts Letters sind dem Genre der Reiseliteratur zuzurechnen, einer für das 18. Jh. durchaus typischen Gattung der Literatur. Dennoch durchbricht sie mehrmals in ihrem Werk die gängigen Konventionen dieses Genres: nicht der oft und gern verwendete Typus des jungen Literaturreisenden wird mitsamt seinem älteren Mentor auf die Reise geschickt, nein, eine junge Frau reist zusammen mit ihrer erst 14 Monate alten Tochter und dem Kindermädchen. Auch die Reiseroute ist eher unüblich, führt nicht durch Europa, sondern durch das dem englischen Lesepublikum noch wenig bekannte Skandinavien. Viele Faktoren sprechen trotzdem für die damalige und noch anhaltende Popularität des Werkes, so dessen Reichweite und inhaltliche Stärke auf doch unbekanntem Terrain, die Naturschilderungen, politischen und philosophischen Darstellungen jener Zeit, vermischt mit persönlichem Kummer und einer Bandbreite an Gefühlen. Meine Hausarbeit soll sich auf die Frage nach Mary Wollstonecrafts politischer Stellungnahme beziehen. Neben einem kurzen Abriss über Mary Wollstonecrafts Biographie und einer Betrachtung der Entstehungsgeschichte werden insbesondere der 13. und 14. Reisebrief Gegenstand meiner Arbeit sein. Hierbei möchte ich mein Hauptaugenmerk auf ihre Schilderungen der politischen und sozialen Verhältnisse im Norwegen der damaligen Zeit richten.

Dabei muss ihre Skandinavien-Reise unter dem politischen Gesichtspunkt der Zeit gemessen werden. Wollstoncraft stand an der Vorderfront der ideologischen Konflikte ihrer Tage und war darin stark engagiert, ihre politischen Schriften erreichten höchstes Aufsehen. Ehemals Anhängerin der Französischen Revolution verurteilte sie nun deren Terrorherrschaft. Dies schlug sich auch in ihrem Umgang und in Kontakten mit radikalen Kreisen in England nieder. Trotzdem öffneten sich ihr in Skandinavien Tür und Tore, war sie in den höchsten politischen Zirkeln zu Gast, sowohl bei der Familie Anker in Norwegen und dem Premierminister A. P. Bernstorff in Dänemark. Dies ermöglichte ihr die soziokulturellen Verhältnisse in den bereisten Ländern von Innen heraus zu studieren. Abschließend werde ich meine Ergebnisse kurz zusammenfassen und eigene Eindrücke des Gelesenen mit den Eind rücken der damaligen Leserschaft in Verbindung setzen.

2. Zur Entstehungsgeschichte

Mary Wollstonecraft wurde 1759 geboren und wuchs auf dem Land auf. Ihr Vater, einst ein reicher Mann, verlor sein Vermögen bei dem Versuch, sich als Gutsherr zu betätigen, wodurch er sich in einen tyrannischen Menschen verwandelte, der Frau und Kinder unterdrückte. Mary und ihre Schwestern wurden schon früh dazu angehalten sich selbst zu versorgen, wenn sich auch die damaligen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt in den Bereiche n Gesellschafterin oder Erzieherin erschöpften. Mary versuchte sich mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen an diesen Betätigungsfeldern, begann aber schließlich zu schreiben und schaffte es, sich als Übersetzer, Herausgeber und Kritiker zu etablieren, ein Einkommen, von dem sie bereits leben konnte. 1792 erschien ihr aufsehenerregendes Buch A Vindication of the rights of Woman, ein sofortiger Erfolg.

[...]


1 Godwin, William: Memoirs and Posthumous Works of Mary Wollstonecraft Godwin, Author of a Vindication of the Rights of Woman. Band 1. Dublin 1798. S. 75.

2 Wollstonecraft, Mary: Letters Written During a Short Residence in Sweden, Norway and Denmark. London: printed for J.Johnson, St. Paul’s Church-yard. 1796.


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