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Thesis (M.A.), 2003, 85 Pages
Author: Ilina Bach
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Tags: Entwicklung, Frauenbildes, Spanien, Jahrhunderts, Romane, Gaviota, Fernán, Caballero, Tristana, Benito, Pérez, Galdós, Memorias, Emilia, Pardo, Bazán
Year: 2003
Pages: 85
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 46 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-32934-7
File size: 406 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Entwicklung des Frauenbildes in Spanien des
19. Jahrhunderts anhand der Romane La Gaviota von Fernán Caballero, Tristana
von Benito Pérez Galdós und Memorias de un solterón von Emilia Pardo Bazán
Magisterarbeit
im Fach Hispanistik
an der
Universität des Saarlandes
vorgelegt von
Ilina Bach
2003
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Die Situation der Frau im sozial-historischen Kontext des 19. Jahrhunderts ... 5
2.1 Frau und Mann ... 5
2.2 Frau und Bildung ... 7
2.3 Frau und Arbeit ... 9
3. La Gaviota (1849) von Fernán Caballero ... 12
3.1 Biographischer Hintergrund ... 12
3.2 Darstellung der Frau in La Gaviota ... 15
3.2.1 Die ideale Frau bei Caballero ... 16
3.2.2 Marisalada als negative Frauenfigur ... 23
4. Tristana (1892) von Benito Pérez Galdós ... 34
4.1 Biographischer Hintergrund ... 34
4.2 Der Entwurf der "mujer nueva" bei Pérez Galdós ... 36
4.3 Scheitern eines Emanzipationsmodells ... 47
5. Memorias de un solterón (1896) von Emilia Pardo Bazán ... 57
5.1 Biographischer Hintergrund ... 57
5.2 Die Schwestern Neira: Vertreterinnen der traditionellen Frauenrolle ... 58
5.3 Der Entwurf der "mujer nueva" bei Pardo Bazán ... 61
5.4 Feítas Emanzipation: Triumph oder Scheitern? ... 72
6. Schlußbemerkung ... 78
7. Literaturverzeichnis ... 81
1. Einleitung
Das Bild der Frau in der Literatur verändert und entwickelt sich im Laufe der Jahrhunderte so wie sich die politischen und sozialen Verhältnisse, unter denen sie lebt, eine Änderung erfahren. Das 19. Jahrhundert als die die Zeit der großen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Umbrüche in Spanien und in ganz Europa bewirkt eine neue Definierung der Position der Frau in der Gesellschaft. Während aber in vielen europäischen Ländern wie England und Deutschland die Frau dank der sich gegen Mitte des Jahrhunderts neu formierenden Frauenbewegungen einen bedeutenden Schritt nach vorne Richtung mehr Rechte und Unabhängigkeit vom Mann macht, bleiben in Spanien die Reformen, die den Frauen mehr Rechte garantieren und sich somit den veränderten politischen und sozialen Verhältnisse anpassen, fast im Laufe der gesamten Zeitspanne aus. Die drei Faktoren, die den Fortschritt bezüglich der Frauenrechte in den anderen erwähnten Ländern begünstigen, sind Industrialisierung, Nichtkatholizismus und Tradition geistiger Freiheit.1 Da in Spanien diese Faktoren fehlen, entwickelt es sich zu einem Land, "indem der im 19. Jahrhundert in Europa zusammen mit den linkspolitischen geistigen Strömungen aufkommende Feminismus - abgesehen von einer kurzen historischen Zäsur - bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein wie eine gegen den katholischen Glauben gerichtete `Ketzerei´ bekämpft wurde." 2
Diese Situation beeinflußt in hohem Maße die Darstellung der Frau in der Literatur im betrachteten Zeitraum. Bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts fehlt in der spanischen Literatur fast ausschließlich eine fundierte Auseinandersetzung mit den Problemen und eine zielgerichtete Sensibilisierung für die legitimen Rechte der Frauen. Die meisten Autoren des vorletzten Jahrhunderts - unter ihnen auch viele Schriftstellerinnen - halten an einer misogynen Literaturtradition fest, die die Vormachtstellung des Mannes zu festigen und den kleinsten Widerstand dagegen im Keim zu ersticken versucht. Erst nach der bürgerlichen Revolution von 1868 wird vermehrt, meist von liberalen Schriftstellern, auf die Frauenproblematik aufmerksam gemacht und versucht, die Gesellschaft zur Reformen auf diesem Gebiet zu bewegen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Darstellung des Frauenbildes in der spanischen Literatur im Verlauf des 19. Jahrhunderts verändert und worauf diese Veränderungen zurückzuführen sind. Hierfür werden die Romane dreier Autoren untersucht, die als charakteristisch für ihre jeweilige Epoche gelten können. Fernán Caballero - der männliche Pseudonym von Cecilia Böhl de Faber - mit ihrem Roman La Gaviota (1849) wird dabei als Vertreterin der ersten Jahrhundertshälfte angesehen. Tristana (1892) von Benito Pérez Galdós mit und Memorias de un solterón (1896) von Emilia Pardo Bazán sollen als Beispiele für die Zeit nach der Revolution von 1868 gelten. Obwohl die letzten beiden Romane in dem kurzen Zeitabstand von 4 Jahren veröffentlicht sind, ist in ihnen eine deutliche Entwicklung in der Präsentation und Gewichtung der Frauenfrage festzustellen. Deshalb ist es unserer Ansicht nach legitim, diese Romane unter dem Aspekt des gestellten Themas auszuwählen.
Eine wichtige Grundlage für das bessere Verständnis der Darstellung der Frau in den zu untersuchenden Werken ist die Kenntnis der Situation der Frau im Spanien des 19. Jahrhunderts. Deshalb werden zunächst die Rechte der Frauen in bezug auf drei wichtige Aspekte des Alltagslebens, nämlich Familie, Bildung und Arbeit, auf der Grundlage der Gesetzesgebung in Spanien zu dieser Zeit beleuchtet. Der Zugang zu Bildung und Arbeit war für Frauen in hohem Maße von ihrer Klassenzugehörigkeit abhängig, deshalb wird dies in den jeweiligen Kapiteln besonders berücksichtigt.
In Anschluß daran werden die drei Romane einzeln untersucht. Am Ende soll ein Vergleich zwischen ihnen angestellt werden, der das Ziel hat, die Entwicklung des Frauenbildes anhand der herausgearbeiteten Ergebnisse aufzuzeigen.
2. Die Frau im sozial-historischen Kontext des 19. Jahrhunderts
2.1 Frau und Mann
Bezeichnend für die Situation der Frau bezüglich ihrer Rechte und Pflichten - im besonderen im Kontrast zum Mann - ist die Gesetzgebung im von uns untersuchten Zeitraum, die von zwei Rechtstexten repräsentiert wird: Novísima Recopilación von 1805 und Código Civil von 1889.
[...]
1 Kreis, Karl-Wilhelm: Zur Entwicklung der Frau in Spanien vom Beginn der "liberalen Ära" der bürgerlichen Gesellschaft an bis hin zur Zweiten Republik. In: Heymann, Jochen / Mullor-Heymann, Montserrat: Frauenbilder - Männerwelten. Berlin: Tranvía, 1999, S. 45.
2 Ibid.
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