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Subtitle: Selbsttätig-entdeckendes Rechtschreiblernen anhand des Vergleichs der Originalfassung einer Luther-Fabel mit der heutigen Schreibweise
Lesson Plan, 2004, 12 Pages
Author: Marcel Haldenwang
Subject: German - Grammar, Style, Working Technique
Details
Tags: Rechtschreibregeln, Spur, Mittelalter
Year: 2004
Pages: 12
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-32963-7
ISBN (Book): 978-3-640-10869-5
File size: 477 KB
In diesem Unterrichtsversuch werden die Schüler nicht mit Regelwissen zur Rechtschreibung überfordert, sondern sie entdecken selbständig Phänomene unserer Rechtschreibung anhand der Originalfassung einer Luther-Fabel. Der Entwurf versucht dabei die Grabenkämpfe der Germanisten bezüglich des Rechtschreiblernens zu skizzieren: Ist Rechtschreibung nur ein Ränkespiel des Bildungsbürgertums? Oder gibt es grammatische Prinzipien, denen die Rechtschreibung folgt? Mit AB und Anregungen zur Binnendiff.
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Abstract
In diesem Unterrichtsversuch werden die Schüler nicht mit Regelwissen zur Rechtschreibung überfordert, sondern sie entdecken selbständig Phänomene unserer Rechtschreibung anhand der Originalfassung einer Luther-Fabel. Der Entwurf versucht dabei die Grabenkämpfe der Germanisten bezüglich des Rechtschreiblernens zu skizzieren: Ist Rechtschreibung nur ein Ränkespiel des Bildungsbürgertums? Oder gibt es grammatische Prinzipien, denen die Rechtschreibung folgt? Mit AB und Anregungen zur Binnendiff.
Excerpt (computer-generated)
Den Rechtschreibregeln auf der Spur: Wir erforschen, wie
man im Mittelalter schrieb - selbsttätig-entdeckendes
Rechtschreiblernen anhand des Vergleichs der
Originalfassung einer Luther-Fabel mit der
heutigen Schreibweise
von: Marcel Haldenwang
Inhaltsübersicht
1. Überlegungen zur Lerngruppe 2
2. Überlegungen zum Unterrichtsinhalt 3
3. Überlegungen zur methodischen Gestaltung 4
4. Lernziele 7
5. Verlaufsplan 8
6. Unterrichtsmaterial 10
Literaturverzeichnis 11
1. Überlegungen zur Lerngruppe
Bei der Klasse 6d, die mir schon aufgrund von Hospitationen und eigenen Unterrichtsversuchen seit dem ersten Ausbildungshalbjahr bekannt ist, handelt es sich um eine im Allgemeinen unproblematische Klasse. Weil sich die Jahrgangsstufenlehrer regelmäßig beraten und ihre Unterrichtsinhalte miteinander abstimmen, lassen sich Aussagen über die Leistungsstärke der Klasse machen, und die Klasse gilt im Vergleich mit der Parallelklasse als die leistungsstärkere. Zu bedenken bezüglich meiner Unterrichtsprobe gilt es allerdings, dass für das erste Halbjahr dieses als besondere Fördermaßnahme konzipierten Kurses die im Fach Deutsch leistungsschwächeren Schüler ausgewählt wurden bzw. solche Schüler, die offensichtlich Förderbedarf haben, was ihre Selbst- und Arbeitsorganisatio n sowie ihre Rechtschreibkenntnisse angeht. Der Vergleich mit dem ebenfalls von mir unterrichteten Parallelkurs – hier wurden die Schüler nach der alphabetischen Reihenfolge aufgeteilt, er müsste daher eine größere Leistungsheterogenität aufweisen – zeigt aber, dass die Schüler der Klasse 6d denen der 6c gelegentlich überlegen sind. Dies ließ sich v. a. beobachten, als die Schüler aufgefordert waren, zum Thema „Hausaufgaben leichter erledigen“ zwei typische Hausaufgaben-Situationen in szenisches Spiel umzusetzen. Den Schülern des Förderkurses der Klasse 6d gelang es mühelos, sich vor den anderen Schülern zu exponieren und ein anspruchsvolles, mit selbstgefertigten Requisiten versehenes szenisches Spiel vorzuführen.
Zu den Schülern, auf die im Unterrichtsgespräch immer Verlass ist, gehören L. und S. Weniger intensiv, aber dennoch konstant arbeiten auch R. und N. im Plenumsgespräch mit. T. fällt die mündliche Beteiligung meinem Eindruck nach schwerer, er legt aber bei der Erledigung schriftlicher Aufgaben großen Eifer an den Tag. B., C. und Z. gehören zu den Schülern, die der Lehrer durch besondere Überlegungen aktivieren und zur Mitarbeit anregen muss. E. und V. lenkten sich in den vergangenen Stunden des öfteren gegenseitig vom Unterrichtsgeschehen ab. V. Arbeitshaltung und - verhalten hatte sich vor den Herbstferien derart verschlechtert, dass die Klassenlehrerin dies sanktionieren musste und sie an einem Klassenausflug nicht teilnehmen ließ.
Unabhängig von dieser spezifischen Lerngruppe müssen noch einige allgemeine Überlegungen zu den Lernvoraussetzungen dieser Altersgruppe angestellt werden. Zu den bedenkenswerten Voraussetzungen dieser Altersgruppe gehört, dass sie, wie man spätestens seit Piaget weiß, noch nicht die Stufe des konkret-operationalen Denkens überwunden und die des formal-operativen erreicht haben, d. h. das Denken in diesem Alter noch stark konkret und an Anschauung gebunden ist. Für den Grammatikunterricht hat das enorme Konsequenzen. Konrad Gaiser schrieb 1950 in seinem Aufsatz „Wieviel Grammatik braucht der Mensch?“ davon, dass wo nichts sei, sowohl der Kaiser wie der Philologe sein Recht verloren habe. So wie man nicht durch vorgeburtliche Maßnahmen der Mutter erzwingen könne, dass ein Kind schon „gehfähig und mit gebrauchsfähigem Gebiss“ zu Welt komme, nütze auch der Grammatikunterricht nichts, wenn nicht die geistigen Voraussetzungen da seien. Vor dem zwölften Lebensjahr, d. h. also grob gesprochen vor der Pubertät, sei Grammatikunterricht „ein unfruchtbarer Versuch am (noch) untaugliche n Objekt“. 1 In den Bemerkungen zur methodischen Gestaltung der Stunde muss daher untersucht werden, inwiefern dies auch für den in dieser Stunde geplanten Rechtschreibunterricht gilt und wie die methodische Gestaltung hier Abhilfe schaffen kann.
2. Überlegungen zum Unterrichtsinhalt
Der Gegenstandsbereich für diesen Förderkurs ist insofern vorgegeben, als die Maßgabe des Schulleiters und des Klassenlehrers lautet, mit den Schülern hier primär Arbeitstechniken und Rechtschreibung vertiefend zu behandeln. Die erste Unterrichtsreihe – wenn man bei einem einstündigen Kurs überhaupt von einer „Reihe“ sprechen kann – widmete sich dem unter der Kategorie „Arbeitstechniken“ im schuleigenen Lehrplan aufgeführten Aspekt „Arbeitsmaterialien ordnen“. Dieser Aspekt wurde ausgeweitet zu der Thematik des häuslichen Arbeitsplatzes und dem arbeitsökonomischen Erledigen von Hausaufgaben. Von den in den Lehrplänen für die Jahrgangsstufen 5 und 6 aufgeführten Konkretisierungen zu dem Bereich „Arbeitstechniken“2 wurden bisher v. a. das Alphabetisieren und Nachschlagen aufgegriffen.
[...]
1 Konrad Gaiser, „Wieviel Grammatik braucht der Mensch?“ (1950), in: Hans G. Rötzer (Hrsg.), Zur Didaktik der deutschen Grammatik (Darmstadt: 1973), S. 1-15 .
2 Vgl. Ministerium für Schule, Jugend und Kinder (Hrsg.), Richtlinien und Lehrpläne für die Hauptschule in Nordrhein- Westfalen. Deutsch (Düsseldorf/Frechen: 1989 (unveränderter Nachdruck 2003)), S. 116.
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