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Heutiges Sündenverständnis und neue Ansätze von Schuld in der Auseinandersetzung mit dem heutigen theologischen Sündenverständnis

Termpaper, 2004, 14 Pages
Author: Birgit Dutine
Subject: Theology - Systematic Theology

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 14
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V32187
ISBN (E-book): 978-3-638-32967-5

File size: 217 KB


Excerpt (computer-generated)

Heutiges Sündenverständnis und neue Ansätze von Schuld
in der Auseinandersetzung mit dem heutigen
theologischen Sündenverständnis

von: Birgit Dutine

 


Einleitung

1. Heutiges Sündenverständnis und Sündenbewusstsein

1.1 Verharmlosung und Infragestellen von Sünde

a) in der Alltagssprache
b) im Alltagsgeschehen

1.2 Verdrängung von Sünde

a) Befreiung aus einem einseitigen Sündenverständnis
b) Durch Psychologie und Gesellschaftswissenschaft

1.3 Zusammenfassung

2. Neue Ansätze für die Erfahrung von Schuld im allgemeinen Bewusstsein

2.1 Verdrängung von Schuld
2.2 Transpersonale Schuld

a) Soziologische Bedeutung von transpersonaler Schuld
b) Gesellschaftliche Bedeutung von transpersonaler Schuld

2.3 Bewusstmachung von Schuld
2.4 Schuld und Sühne / Läuterung und Wiedergutmachung von Schuld
2.5 Entschuldigungsverhalten

3. Heutiges theologisches Sündenverständnis

3.1 Biblisch-Theologische Sicht der Sünde

a) Im AT
b) In den Evangelien
c) Bei Paulus

3.2 Was bedeuten diese Aussagen der Bibel für Menschen in der heutigen Zeit?

a) Befreiung von der Last der Sünde in der Bibel
b) Möglichkeiten und Chancen eines heutigen Sündenverständnisses

Literaturverzeichnis



Einleitung

Von Sünde zu sprechen ist in unserer heutigen Zeit ein schwieriges Thema. Das Wort ist aus der Mode gekommen. Vielleicht wurde es in den vergangenen Jahrhunderten zu viel benutzt, vielleicht hat es sich abgenutzt. Vielleicht wurde der Begriff auch zu oft einseitig mit dem Bereich der Sexualität in Zusammenhang gebracht. Von Sünde zu sprechen heißt auch von den Defiziten, von Defekten des Menschseins zu sprechen. Der Mensch ist nicht perfekt – und möchte es doch so gerne sein. Wenn er es schon nicht innerlich sein kann, dann wenigstens äußerlich. Oder warum sonst boomt die Schönheitschirurgie, warum sonst wollen Menschen anders sein, als sie sind? Wenn man von der Sünde spricht, kommt man um das Wort Schuld nicht umhin. Schon auf den ersten Seiten der Bibel finden wir bei Gen 3 eine klassische Beispielgeschichte. Adam rechtfertigt sich vor bei Gott für die Übertretung des göttlichen Gebotes mit dem Hinweis auf Eva (Gen 3,10-12). Unsere heutige Gesellschaft ist gekennzeichnet davon, dass viele Menschen sich keiner Schuld mehr bewusst sind. Wo vorhandene Schuld offen zu sehen ist, fordert sie aber Gerechtigkeit, Wiedergutmachung, Versöhnung und Vergebung. Unsere Welt zeigt und hat schon immer gezeigt, dass jeder Mensch Sünder ist. Keiner ist so gerecht, dass er ohne Sünde lebt. Dem heutigen Menschen ist seine Unzulänglichkeit bewusst, aber richtig damit umzugehen fällt ihm schwer. Hier könnte die Kirche ansetzen. Uns Menschen muss klar gemacht werden, dass Jesus Christus uns von Sünde und Schuld befreit hat, und dass Gott jeden Menschen annimmt wie er ist; dies muss als heilsame, rettende Erfahrung begriffen werden. Das Angebot Gottes, um Jesu Christi Willen die Sünden zu vergeben, muss den Menschen wieder näher gebracht werden.

1. Heutiges Sündenverständnis und Sündenbewusstsein

Die Schwierigkeit die sich mit dem heutigen Sündenverständnis verbindet, ist die Leichtigkeit, mit der uns der Begriff „Sünde“ über die Lippen kommt. Gut und böse werden nicht mehr als starre Begriffe erfahren. Vielmehr wird von Störungen eines Beziehungsgeschehens gesprochen. Böse ist das, was der Förderung und dem Aufbau menschlichen Lebens entgegensteht, alles, was gute Beziehungen stört.

1.1 Verharmlosung und Infragestellen von Sünde

a) in der Alltagssprache

Sünde ist ein Begriff, der im heutigen Sprachgebrauch außerhalb des Gottesdienstes meist in Formen vorkommt, die eher belächelt werden. In der Alltagssprache wird mit dem Sündenbegriff sehr leichtfertig umgegangen. Die Werbung spricht häufig vom Sündigen, indem sie z. B. Süßigkeiten zur „sündigen Verführung“ werden lässt und damit den Begriff der Sünde zur „verbotenen Lust“ trivialisiert. Bei „Diätsünden“ heißt Sündigen sich etwas gönnen, was eigentlich gar nicht so gesund ist. Gibt man den Begriff „Bausünden“ im Internet ein, so finden sich fast 5000 Kommentare, wann und wo Stadtplaner und Architekten Neubauten entstehen ließen, die nicht in die Landschaft passen. Für „Verkehrssünder“ wird in Flensburg eine Akte geführt. Der bekannte Titel „Kann denn Liebe Sünde sein“ ist noch genau so aktuell wie vor 50 Jahren.

b) im Alltagsgeschehen

Auch die Aufhebung und das Absinken von Normen und Werten ist in der Gesellschaft ein Problem. So werden Mogeleien bei der Steuererklärung oder der Missbrauch des Eigentums des Arbeitgebers für persönliche Zwecke (z. B. private Internetnutzung während der Arbeitszeit) als „Kavaliersdelikte“ bezeichnet. Hier wird kein persönlicher Schaden zugefügt. Der Arbeitgeber ist meist eine Firma, ein Unternehmen und wer den Staat betrügt, der holt sich nur „etwas“ zurück. Es kommt zu einer Fehleinschätzung von gültigen Normen. Kein Mensch macht sich darüber Gedanken, dass er damit das Gebot „du sollst nicht stehlen“ (Ex 20,15) übertreten hat. Der Mensch nimmt dies nicht als Sünde wahr.

1.2 Verdrängung von Sünde

a) Befreiung aus einem einseitigen Sündenverständnis

In der Vergangenheit wurde der Sündenbegriff meist als Verfehlung im moralisch sexuellen Bereich gesehen. Seit den 70er Jahren versuchen sich die Menschen aus dieser einengenden auf die Sexualität bezogene Sündentheologie zu befreien. Der moderne, freie Umgang mit der Sexualität wird nicht mehr als Sünde gesehen. Daraus resultiert auch das Unverständnis vieler Menschen in der heutigen Welt wie unfrei die Kirche mit Schwangerschaftsverhütung gerade mit Hinblick auf die Aidsgefahr umgeht.

b) durch Psychologie und Gesellschaftswissenschaft

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