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Weshalb hinken Frauen - statistisch gesehen - bei der Karriereentwicklung hinter den Männern hinterher? Das Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 20 Pages
Author: Stefanie Langner
Subject: Sociology - Gender Studies

Details

Event: Hauptseminar:Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Wissenschaft
Institution/College: Technical University of Braunschweig (Institut für Sozialwissenschaften)
Tags: Weshalb, Frauen, Karriereentwicklung, Männern, Problem, Vereinbarkeit, Beruf, Familie, Hauptseminar, Chancengleichheit, Frauen, Männern, Wissenschaft
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 20
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V32386
ISBN (E-book): 978-3-638-33116-6

File size: 199 KB


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Braunschweig
Institut für Sozialwissenschaften
Wintersemester 2003/2004

HS: Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Wissenschaft

Weshalb hinken Frauen – statistisch gesehen – bei der
Karriereentwicklung hinter den Männern hinterher? Das
Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

von

Stefanie Langner

2. Nebenfach Soziologie M.A.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Rückblick: Sozialer Wandel der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern 4

3. Weibliche Lebens- und Erwerbsverläufe 6
3.1. Geschlechtsunterschiede in der Karriereentwicklung 7
3.2. Geschlechtsunterschiede in der Karrieremotivation und der Karriereorientierung 11

4. Beispiel: Geschlechterdifferenzen im Lehrberuf 14

5. Fazit 16

6. Literaturverzeichnis 20

 

1. Einleitung

Wie die aktuellsten Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, liegt der Frauenanteil bei den Studienanfängern bei 50,6% und bei den Absolventen bei 47% (2002). Daran wird sichtbar, dass Männer und Frauen in der Bildung längst auf gleichem Stand sind. Doch trotz gleichrangiger beruflicher Qualifikationen sind Frauen in besserbezahlten und mit höherem sozialem Prestige versehenen Positionen unterrepräsentiert. Beispielsweise sind nur 8% der C4-Professuren- Stellen von Frauen besetzt und ähnlich sieht es auch bei anderen Spitzenjobs in der Wirtschaft, dem öffentlichen Dienst und der Poilitik aus. (vgl. Statistisches Bundesamt 2003)
Leicht kommt da die Frage auf, woran das liegt? Warum schneiden Frauen schlechter ab als Männer? Warum können Frauen trotz Gleichstellungspolitik und Feminismus keine so erfolgreiche Karriere meistern?

In der folgenden Arbeit wird der Versuch unternommen, diese Fragen zu beantworten. Bevor mithilfe von empirischen Daten die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Lebens- und Erwerbsverläufen aufgezeigt werden, soll ein Rückblick auf den sozialen und wirtschaftlichen Wandel in den 60er/70er Jahren zunächst einen Einstieg in das Thema liefern. Dann werden Untersuchungsergebnisse verschiedener Studien aufgegriffen1 und es werden Aussagen zu Karriereentwicklung, Karrieremotivation und Karriereorientierung von Frauen gemacht. Das alles erfolgt unter dem Blickwinkel, weibliche Bildungs- und Berufsbiographien mit denen von Männern zu vergleichen. Die getroffenen Aussagen und Behauptungen werden durch empirische Daten belegt und deswegen kann daraus eine Art allgemeingültiger theoretischer Rahmen aufgestellt werden. Das vierte Kapitel befasst sich dann mit einem ganz konkreten Beispiel – dem Lehrberuf. Gerade hierbei können Differenzen zwischen den Geschlechtern in akademischen Berufen noch einmal explizit benannt werden. Ein wichtiger Aspekt, der in der ganzen Arbeit immer wieder auftaucht und wohl auch das größte Konfliktpotential bei diesen Betrachtungen in sich verbirgt, ist der Aspekt der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Darauf soll im Schlusskapitel noch näher eingegangen und es sollen mögliche Lösungsansätze geliefert werden.

2. Rückblick: Sozialer Wandel der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern

Noch vor 40 Jahren galt das Modell der modernen Kleinfamilie als ein unhinterfragtes Leitbild und diese Familienform – die „selbständige Haushaltsgemeinschaft eines Ehepaares mit seinen minderjährigen Kindern, wobei der Mann Haupternährer und die Frau primär Mutter und Hausfrau ist“ – wurde von der großen Mehrheit der Bevölkerung auch gelebt. (Peuckert 1991: 9) Dieses Modell mit der traditionellen Rollenverteilung hat seit den 70er Jahren an Akzeptanz verloren. Aufgrund wirtschaftlicher Wandlungsprozesse, der Bildungsexpansion und natürlich der nach dem zweiten Weltkrieg stetig ansteigenden Erwerbstätigkeit von Frauen und Müttern ist der Mann längst nicht mehr allein für die ökonomische Sicherstellung der Familie und die Frau nicht mehr ausschließlich für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig. Die Aufteilung der Aufgabengebiete in eine „männlich-beruflich-öffentliche und eine weiblich-mütterlich-häusliche Sphäre“ wurde mehr und mehr aufgeweicht und dieser Wandlungsprozess wurde durch die Studentenbewegung und die feministische Bewegung beschleunigt. (vgl. Burkart/Kohli 1992: 169) Frauen wollen heutzutage auch Karriere machen, wollen sich selbst verwirklichen und nutzen dazu die Möglichkeiten der Ausbildung im gleichen Maße wie Männer. Auch im innerfamilialen Arbeitsbereich, also im Haushalt pocht die Frau auf Gleichberechtigung und auf die Mithilfe des Mannes. Durch Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Umformulierung von §1356 BGB (Er beginnt nun: „Die Ehegatten regeln die Haushaltsführung im gegenseitigen Einvernehmen.“) hat man einen Schritt nach vorn gemacht, wenn es um die gerechtere Verteilung der Hausarbeit geht. (vgl. Nave-Herz 1994: 43) Und tatsächlich hat sich zwischen 1975 und 1985 der Anteil der mithelfenden Männer von 46% auf 64% erhöht. (vgl. Peuckert 1991: 141)

[....]


1 Im Rahmen eines Symposiums vom Heidelberger Institut für Interdisziplinäre Frauenforschung e.V. lieferten verschiedene Referentinnen Beiträge (alle stützen sich auf Studien, Erhebungen und Statistiken) zu Chancen und Barrieren weiblicher Karrieren. Keller und Mischau gaben auf dieser Basis das Buch „Frauen machen Karriere in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik“ (2002) heraus. Einige ausgewählte Beiträge aus diesem Buch (Abele, Kümmerling und Dickenberger, Rustemeyer und Fischer, Dasko, Dienel) dienen als Grundlage für den Hauptteil dieser Arbeit.


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