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Termpaper, 2004, 21 Pages
Author: Josina Johannidis
Subject: Sociology - Miscellaneous
Details
Tags: Werte, Zuge, Mobilität
Year: 2004
Pages: 21
Grade: Siehe Kommentar
Bibliography: ~ 42 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-33160-9
File size: 206 KB
An der Fernuniversität Hagen gibt es für Hausarbeiten keine Noten, daher hier der Kommentar des Professors: Eine außerordentlich sackundige, gut und übersichtlich gegliederte und überzeugend argumentierte Arbeit. Voll einverstanden !
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Excerpt (computer-generated)
Werte im Zuge wachsender Mobilität
von: Josina Johannidis
Gliederung
1. Einleitung
2. Mobilität in einer Gesellschaft
2.1 Soziale Mobilität 2.2 Räumliche Mobilität
3. Werte in einer Gesellschaft
3.1 Begriffsdefinition von Werten
3.2 Vermittlung von Werten
3.3 Wertewandel
4. Zusammenhang zwischen Werte und Mobilität
4.1 Werte unter dem Einfluss von Mobilität
4.2 Mobilität als Wert einer Gesellschaft
5. Zusammenfassung
„Wir sind alle Opfer der Zeit und das Ortes“
(zitiert in Sennett, 2000, S.202)
1.) Einleitung
Moderne Gesellschaften sind immer mehr von Mobilität geprägt und fordern diese von ihren Mitgliedern. Durch den Fortschritt im technischen Bereich, wird die Welt immer „kleiner“. Flugzeug, Auto und Zug machen es möglich, dass immer mehr Orte in immer kürzerer Zeit erreichbar sind. Moderne Telekommunikation wie Telefon, Internet und Fax lassen eine Person scheinbar zur gleichen Zeit an mehreren Orten sein. Informationsaustausch ist immer weniger eine Frage des Standorts oder der Zeit. Auch die Werbung macht sich diesen Trend zu Eigen. In einem Werbespot von IBM tauschen zwei Mitarbeiter eines Unternehmens per Handy aktuelle technische Daten aus ohne dass der eine vom anderen weiß ob dieser sich gerade in Chicago, New York oder sonst wo auf der Welt befindet. Es ist prinzipiell alles zu jeder Zeit überall möglich. Der Mensch bewegt sich hin zu einer driftenden (vgl. Sennett, 2000) Trolley Gesellschaft ohne festen Wohnsitz.
Die Menschen moderner Nomadengesellschaften mutieren zu Jobnomaden, Liebensnomaden, Werte- und Glaubensnomaden (vgl. Englisch, 2001).
Auch die soziale Beweglichkeit hat in den letzten Jahren zugenommen. Möglich geworden ist diese Mobilität beispielsweise durch ein offeneres Bildungssystem. Bildung ist für einen großen Teil der Menschen zugängliche geworden und hängt nicht mehr in einem so hohen Maß von der Schicht ab, in die ein Akteur geboren wird. Die Durchlässigkeit der Schichten hat sich vergrößert. Das Netz der Möglichkeiten und Chancen vergrößert sich in einer modernen von Mobilität geprägten Gesellschaft.
In dieser Arbeit soll versucht werden darzustellen ob zwischen Mobilität und der Vermittlung und den Inhalten der Werte einer Gesellschaft ein Zusammenhang besteht und wenn ja welcher.
Hierzu sollen erst die theoretische Darstellung der Begriffe erfolgen. So werden in Kapitel 2 die in einer Gesellschaft typischen Formen der Mobilität erläutert. In Kapitel 2.1 wird die soziale Mobilität mit der Unterscheidung in horizontale und vertikale, Karriere- und Generationenmobilität sowie die Strukturelle- und die Zirkluationsmobilität dargestellt. Im darauffolgenden Kapitel 2.2 wird die Form der räumlichen Mobilität erläutert. Oftmals können die aus der Mobilität resultierenden Phänomene sowohl unter dem Aspekt des Sozialen wie auch des Räumlichen erklärt werden. Diese beiden Mobilitätsarten überschneiden und bedingen sich häufig. Aus diesem Grund soll im Folgenden dieser Arbeit die Unterscheidung zwischen sozialer und räumlicher Mobilität nur dann erfolgen wenn es für das Verständnis und den Verlauf der Arbeit wichtig ist.
In dem darauffolgenden Kapitel 3 werden die Begrifflichkeiten bezüglich der in einer Gesellschaft existierenden Werte dargestellt. So wird in Kapitel 3.1 eine Begriffsbestimmung von Werten, wie diese in der Soziologie verstanden werden, erläutert. Daraufhin erfolgt in Kapitel 3.2 eine Darstellung über die Art ihrer Vermittlung. Dies ist in Zusammenhang dieser Arbeit wichtig, da davon ausgegangen wird, dass Mobilität besonders die Vermittlung von Werten beeinflusst. Kapitel 3.3 wird der Wandel von Werten aufgezeigt. Als exemplarische Erklärungsversuche sollen hierbei die Theorien von Inglehart (1977) und Klages (1988) dargestellt werden.
Im nun folgenden Kapitel 4 werden die beiden Themengebiete zusammengeführt. Dem ersten Aspekt, dass Werte von der Mobilität einer Gesellschaft beeinflusst werden, sollen hierbei in Kapitel 4.1 mehr Aufmerksamkeit beigemessen werden Es wird dabei davon ausgegangen, dass dieser Umstand von großer Wirkung auf eine Gesellschaft ist. Außerdem wird davon ausgegangen, dass es sich bei dem in Kapitel 4.2 erläuterten Phänomen der Mobilität als Wert einer Gesellschaft um ein Ergebnis des Einflusses dieser auf die Werte handelt. Es wird also angenommen, dass im Zuge der Veränderung der Werte durch Mobilität, diese fast zwangsweise zu einem solchen wird.
2.) Mobilität in einer Gesellschaft
Der Begriff der Mobilität erlangt in der modernen Gesellschaft und damit auch für die Soziologie immer größere Relevanz. Verschiedenste Lebensbereiche einer Person wie beispielsweise Familie, Beruf, Freizeit, Religion und Politik sind durch soziale und räumliche Mobiliätsprozesse geprägt (Hillmann, 1994, S. 565). „Im Laufe der Zeit ist die ehemals ortsfeste Bevölkerung hoch mobil geworden“ (Bertels, 1997, S. 7). Die Bewegung einer modernen Gesellschaft ist für Simmel nicht nur „eine räumliche Tatsache mit soziologischer Wirkung, sondern eine soziologische Tatsache, die sich räumlich formt“ (Simmel, 1992, S. 697).
Unter Mobilität im Allgemeinen versteht die Soziologie die „Bewegungen von Personen (als Individuen, als Familien oder als Gruppen) zwischen sozialen Positionen, Kategorien oder Lagen“ (Berger, 2001, S. 595). Bestimmt werden kann diese durch „...subjektive oder objektive Faktoren, d.h. individuelle Lebensschicksale, familien- oder schichtspezifische Traditionen, epochale Zeitumstände, sozialen Wandel, technische - wirtschaftliche Innovationen, Veränderungen von Kultur und das Wohlstandsgefälle zwischen verschiedenen Regionen“ (Hillmann, 1994, S. 565).
In der Soziologie wird bzgl. Mobilität einer Gesellschaft zumeist in Migration oder räumliche- bzw. regionale Mobilität und in soziale Mobilität unterschieden. Hillmann definiert Mobilität als „Beweglichkeit, Bewegungsvorgänge von Einzelpersonen, Gruppen und Kollektiven innerhalb einer Gesellschaft in sozialer und regionaler Hinsicht“ (Hillmann, 1994, S. 565). Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass diese Mobilitätsformen häufig auch zusammen auftreten und sich auch gegenseitig beeinflussen können (Herlyn, 1974, S. 28 und Berger, 2001, S. 595).
Die Formen der räumlichen und der sozialen Mobilität sollen, beginnend mit der sozialen Mobilität in den nun folgenden Kapiteln erläutert werden.
2.1) Soziale Mobilität
[...]
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