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Die emotionale Entwicklung und der Einfluss der Erziehung

Termpaper, 2004, 29 Pages
Author: Hoa Phuong Ngo
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology

Details

Event: Erziehung der Gefühle
Institution/College: University of Münster
Tags: Entwicklung, Einfluss, Erziehung, Gefühle
Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 29
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V32462
ISBN (E-book): 978-3-638-33174-6

File size: 343 KB


Excerpt (computer-generated)

Die emotionale Entwicklung und der Einfluss der Erziehung

von: Hoa Phuong Ngo

 


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung 3

Teil A: Die emotionale Entwicklung 4

1 Definition für Emotionen 4

2 Die Entwicklung des kindlichen Emotionskonzeptes 6

2.1 Entwicklung des Emotionsausdrucks 7

2.1.1 Entwicklung primärer Emotionen 7
2.1.2 Entwicklung sekundärer Emotionen 8

2.2 Entwicklung des sprachlichen Emotionsausdrucks 10
2.3 Entwicklung des Emotionsverständnisses 12

2.3.1 Erkennen mimischen Emotionsausdrucks 13
2.3.2 Verständnis situativer Einflüsse auf das Emotionserleben 14
2.3.3 Verständnis kognitiver Einflüsse auf das Emotionserleben 15
2.3.4 Verständnis multipler Emotionen 15
2.3.5 Trennung von emotionalen Erleben und Ausdruck 16

2.4 Emotionsregulation 17

2.4.1 Kindliches Temperament 18
2.4.2 Inter- und intrapsychische Emotionsregulation 19
2.4.3 Emotionsregulationsstrategien in der frühen Kindheit 21

Teil B: Erziehung und emotionale Entwicklung 23

3 Definition für Erziehung 23

4 Einfluss der Erziehung auf die emotionale Entwicklung 23

4.1 Einfluss der Erziehung auf die Entwicklung des Emotionsausdrucks 24
4.2 Einfluss der Erziehung auf die Entwicklung des Emotionsverständnisses 25
4.3 Einfluss der Erziehung auf die Emotionsregulation 26

5 Resümee 28

Literaturverzeichnis 29

 


0 Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der emotionalen Entwicklung und den Einfluss der Erziehung auf diese. In unserer Gesellschaft rückt die Frage nach der emotionalen Intelligenz zunehmend in das öffentliche Bewusstsein. Verstärkt wurde dies durch die Veröffentlichung von Daniel Golemans Buch „Emotionale Intelligenz“. Dabei steht die Frage, was den Lebenserfolg eines glücklichen Menschen ausmacht und welche Kompetenzen dazu notwendig sind im Vordergrund. Frühere Forschungsgebiete beschäftigten sich häufig nur mit der kognitiven Intelligenz.
Ein inzwischen eigenständiger Forschungszweig, der sich an der Schnittstelle zwischen Emotionsentwicklung und kognitiver Entwicklung befindet, befasst sich mit der Entwicklung des Emotionsverständnisses oder des naiven Wissens über Emotionen. Kernfragen sind beispielsweise: „Wann lernen Kinder Bezeichnungen für grundlegende Emotionen wie Freude, Ärger, Angst oder Trauer? Woran erkennen sie, ob eine Person oder sie selbst ärgerlich oder traurig sind? Wissen Kinder, dass ambivalente Gefühle entstehen können? Ist das Wissen über Emotionen für die sozialen Fähigkeiten von Bedeutung? (vgl. Janke 1999, S.71)

Vertraute sowie relevante Probleme in unserer Gesellschaft sind Burn-out, Drogenmissbrauch oder Gewalttaten, welche sich auf viele Faktoren zurückführen lassen. Ein Faktor ist dabei ein Mangel an emotionaler Kompetenz. (vgl. Salisch 2002, S.IX) Welche Fertigkeiten hierzu gehören habe ich in dieser Arbeit aufgezählt.
Die vorliegende Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Teil A befasst sich mit der emotionalen Entwicklung. Nach einer Arbeitsdefinition von Emotionen gehe ich der Frage nach, welche Faktoren für die Entwicklung des kindlichen Emotionskonzepts relevant sind. Dazu führe ich die Entwicklung des Emotionsausdruck, des Emotionsverständnisses und der Emotionsregulation auf. Ich beschränke mich hauptsächlich auf die Entwicklung in den ersten Jahren der Kinder (0-6 Jahre), da hier das „Grundgerüst“ für den Erwerb emotionaler Kompetenz gelegt wird.
Im zweiten Teil B gehe ich der Frage nach, welchen Einfluss Eltern bzw. Bezugspersonen auf diese Entwicklung nehmen. Dabei gibt es Unterschiede im Kulturvergleich. Ich werde aber in der vorliegenden Arbeit nicht darauf eingehen, sondern mich ausschließlich auf den europäischen, amerikanischen Raum beschränken.

Teil A: Die emotionale Entwicklung

1 Definition für Emotionen

Um eine Definition für Emotionen zu finden, gilt es die Frage zu beantworten, ob es eine einheitliche Definition für Emotion in der aktuellen Forschung überhaupt gibt. Meyer, Reisenzein und Schützenwohl beantworten diese Frage mit einem klaren „Nein!“. „Eine allgemein geteilte, exakte Definition von “Emotion“ existiert gegenwärtig nicht.“ (Meyer, Reisenzein, Schützwohl 2001, S.50)
Sie führen aus, dass es einer einheitlichen Definition auch nicht bedarf, da „eine solche Definition (...) nicht die Voraussetzung der wissenschaftlichen Emotionsforschung ist, sondern deren Resultat.“ (Meyer, Reisenzein, Schützwohl 2001, S.50) Das heißt die Frage „Was ist eine Emotion?“ ist selbst ein zentraler Forschungsgegenstand der Emotionspsychologie. Daher ziehen sie eine Arbeitsdefinition von Emotion vor, um den Forschungsgegenstand klar abzugrenzen und die für die meisten Wissenschaftler akzeptabel erscheint. Demnach lautet ihre Arbeitsdefinition für Emotionen:

1. Emotionen sind zeitlich datierte, konkrete einzelne Vorkommnisse von zum Beispiel Freude, Traurigkeit, Ärger, Angst, Eifersucht, Stolz, Überraschung, Mitleid, Scham, Schuld, Neid, Enttäuschung, Erleichterung sowie weiterer Arten von psychischen Zuständen, die den genannten genügend ähnlich sind.
2. Diese Phänomene haben folgende Merkmale gemeinsam:
(a) Sie sind aktuelle psychische Zustände von Personen
(b) Sie haben eine bestimmte Qualität, Intensität und Dauer
(c) Sie sind in der Regel objektgerichtet
(d) Personen, die sich in einem dieser Zustände befinden, haben normalerweise ein charakteristisches Erleben (Erlebensaspekt von Emotionen), und häufig treten auch bestimmte physiologische Veränderungen (physiologischer Aspekt von Emotionen) und Verhaltensweisen (Verhaltensaspekt von Emotionen) auf.
Meyer, Reisenzein, Schützwohl 2001, S.24

Der erste Teil der Definition gibt Beispiele für Emotionen, die uns aus dem Alltag vertraut sind und uns daher einleuchten. Der zweite Teil der Definition zählt einige definierende Merkmale von Emotionen auf, die ich nun kurz näher erläutern werde:

Ad (a):
Im Gegensatz zu emotionalen Dispositionen befasst sich die Emotionspsychologie meist mit aktuellen emotionalen Zuständen.
Ein Beispiel zur Demonstrierung des Unterschiedes: „Peter ärgert sich über Susi“ kann einerseits bedeuten, dass Peter gerade eine Episode von Ärger durchmacht (z.B. schimpft er auf Susi), solche Episoden sind meist von relativ kurzer Dauer. Andererseits kann es aber auch bedeuten, wenn Peter gerade Fernsehen schaut und Susi ganz vergessen hat, in ihm aber eine erhöhte Bereitschaft besteht, eine Ärgerepisode zu haben, falls geeignete Umstände eintreten (z.B. wenn er Susi wiedersieht oder an sie erinnert wird). Letzteres wäre eine emotionale Disposition.

Ad (b):
Qualität: hervorstechendstes Gruppierungsmerkmal, „Ärger“, „Angst“ sind z.B. Namen für solche Qualitätstypen. Im Alltag unterscheiden wir 50 bis 100 Qualitätstypen, wobei sich einige sehr ähnlich sind.
Intensität: Man unterscheidet z.B. starke und schwache Emotionen. Diese Charakterisierung verwendet man meist um Emotionen näher zu beschreiben, die man bereits ihrer Qualität nach gekennzeichnet hat.
Dauer: Gruppierung der Emotionsvorkommnissen nach ihrer zeitlichen Dauer, z.B. ob sie langsam oder schnell zu einem Intensitätsmaximum ansteigen.

Ad (c):
Man freut sich über etwas, ist stolz auf etwas oder hat Angst vor etwas. Dieses „etwas“ ist das Objekt der Emotionen. Dabei muss man beachten, dass dieses Objekt nicht unbedingt real zu existieren braucht. Wenn man sich z.B. vor dem Versagen bei einer Prüfung fürchtet, handelt es sich nur um eine Möglichkeit, die vielleicht niemals eintritt. Somit sind die Überzeugung und die Sichtweise einer Person über Ereignisse genauso entscheidend für Emotionen wie die Ereignisse selbst.

Ad (d):
Erlebensaspekt: Dies ist die subjektive Komponente von Emotion, das Empfinden eines Gefühls. Das Gefühl einer Emotion ist anders als das eines Gedankens oder einer Vorstellung. Was diesem Gefühl nun seine charakteristische, spezifische Qualität verleiht, versucht die Emotionspsychologie zu beantworten.
Physiologischer Aspekt: Dieser bezieht sich einerseits auf körperliche Veränderungen, die durch das autonome Nervensystem ausgelöst werden (z.B. Erröten, Veränderungen der Herzrate, der Atmung, Schwitzen der Hände...), andererseits auf Vorgänge im ZNS, im Gehirn.
Verhaltensaspekt: Dieser umfasst den Gesichtsausdruck, die Gestik, die Körperhaltung, die Körperorientierung (in Bezug auf einen Interaktionspartner), Körperbewegungen (z.B. plötzliches Zusammenzucken), sowie Merkmale der Sprechstimme. Auch beobachtbare, zielgerichtete Handlungen wie Flucht- oder Angriffsverhalten kann man hierzu zählen. (vgl. Meyer, Reisenzein, Schützwohl 2001, S.26ff.)

Eine zusammenfassende Definition stellt Zimbardo vor: „Emotion ist ein komplexes Muster von Veränderungen, das physiologische Erregung, Gefühle, kognitive Prozesse und Verhaltensweisen einschließt, die in Reaktion auf eine Situation auftreten, welche ein Individuum als persönlich bedeutsam wahrgenommen hat.“ (Zimbardo 1995, S.442)

[...]


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