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Instrumente zur Bewertung von Nachhaltigkeit in Unternehmen - ein Vergleich

Diploma Thesis, 2004, 129 Pages
Author: Thomas Wenzel
Subject: Environmental Sciences

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2004
Pages: 129
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 33  Entries
Language: German
Archive No.: V32535
ISBN (E-book): 978-3-638-33232-3

File size: 1082 KB


Excerpt (computer-generated)

Diplomarbeit

Instrumente zur Bewertung von Nachhaltigkeit
in Unternehmen – ein Vergleich

Für die Prüfung zum
Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH)
der Fachrichtung Umwelt
an der Technischen Fachhochschule Berlin und
der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin

vorgelegt von

Thomas Wenzel

Oktober 2004

 

Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS ... III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS  ... V
EINLEITUNG  ... 7

1 NACHHALTIGKEIT: HERAUSFORDERUNG FÜR POLITIK, WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT  ... 9
1.1 Nachhaltigkeit und Sustainable Development  ... 9
1.2 Zur Rolle von Wirtschaft und Politik in der Agenda 21  ... 12
1.3 Akteure in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung  ... 13
1.4 Nachhaltigkeitsstrategien - benötigen Innovation und Kooperation  ... 15
1.5 Modellentwurf zur Nachhaltigkeit  ... 18
1.6 Zum Stand der Nachhaltigkeitsansätze und –konzepte in der Wirtschaft  ... 23

2 UNTERNEHMERISCHE NACHHALTIGKEIT  ... 25
2.1 Prinzipien unternehmerischer Nachhaltigkeit  ... 26
2.2 Prinzipien abgeleitet aus dem Umweltmanagement  ... 29
2.3 Strukturwandel, Suchprozesse und unternehmerische Nachhaltigkeit  ... 31
2.4 Zwischenfazit  ... 34

3 BEWERTUNG UNTERNEHMERISCHER NACHHALTIGKEIT IM ETHISCH-ÖKOLOGISCHEN SEGMENT DES KAPITALMARKTS  ... 35
3.1 Einführung  ... 35
3.2 Zum Stand des Finanzmarkts im ethisch-ökologischen Segment  ... 36
3.3 Absolute und relative Bewertungskonzepte  ... 37
3.4 Der Corporate Responsibilty Rating - Ansatz  ... 39
3.5 Kritische Würdigung ...  44

4 SELBSTBEWERTUNGSINSTRUMENTE  ... 46
4.1 Sustainability Assessment for Enterprises (SAFE)  ... 47
4.2 Future- Nachhaltigkeitscheck 2003 ...  52
4.3 Bochumer Nachhaltigkeitscheck (BNC)  ... 54
4.4 Unterschiedliche Schwerpunkte der Bewertungsbögen  ... 57
4.5 Kritische Würdigung  ... 60

5 PROZESSBEWERTUNG MITTELS DES SUSTAINABLE EXCELLENCE ANSATZES IM PROJEKT BENCHMARKING FOR SUSTAINABILITY  ... 62
5.1 Das EFQM- Modell  ... 62
5.2 Der Sustainable Ecxellence Ansatz  ... 67
5.3 Prozessorientierung und Prozessmanagement  ... 69
5.4 Konzeption des be.st - Projekts  ... 70
5.5 Prozessbewertung und Benchmarking  ... 71
5.6 Kritische Würdigung  ... 75

6 SUSTAINABILITY BALANCED SCORECARD  ... 76
6.1 Die Balanced Scorecard (BSC) ...  77
6.2 Sustainability Balanced Scorcard (SBSC)  ... 81
6.3 Umsetzung von Strategien  ... 83
6.4 Kritische Würdigung  ... 86

7 PROSA - PRODUCT SUSTAINABILITY ASSESSMENT  ... 89
7.1 Ziel, Anwendungsfelder und Struktur  ... 89
7.2 PROSA- Phasen  ... 93
7.3 Angewendete Instrumente  ... 94
7.4 Methodenweiterentwicklung  ... 98

8 VERGLEICH DER UNTERSUCHTEN INSTRUMENTE UND METHODEN  ... 100
8.1 Bewertungsebenen  ... 100
8.2 Ökonomische, ökologische und soziale Dimension ... 103

9 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK ...  105

ANHANG VII

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS XXVII

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1. Das Nachhaltigkeitstetraeder  ... 20
Abbildung 2. Die richtigen Werte entscheiden über nachhaltigen Unternehmenserfolg  ... 25
Abbildung 3. Nachhaltigkeitsinnovationen und Strukturwandel ... 32
Abbildung 4. Unternehmerische Nachhaltigkeit als dynamischer Prozess  ... 33
Abbildung 5. Indizes im Bereich des „Socially Responsible Investment“  ... 37
Abbildung 6. Struktur des Corporate Responsibility Ratings ... 39
Abbildung 7. Nachhaltigkeitsmatrix zur Klassifizierung des Unternehmens ... 41
Abbildung 8. Gewichtungen im Corporate Responsibility Rating  ... 42
Abbildung 9. Bewertungsschema des Corporate Responsibility Ratings ... 42
Abbildung 10. COMPASSradar zur Auswertung von SAFE ... 51
Abbildung 11. Spinnennetzdiagramme zur Auswertung des BNC  ... 57
Abbildung 12. Das Excellence Modell der EFQM  ... 63
Abbildung 13. Die Grundkonzepte des EFQM- Modells ... 65
Abbildung 14. Gewichtung der Kriterien im EFQM- Modell ... 67
Abbildung 15. Einsatz der Instrumente im Projekt be.st ... 70
Abbildung 16. Anwendung der Kriterien des EFQM- Modells auf Geschäftsprozesse  ... 72
Abbildung 17. RADAR- Bewertungsmethodik nach EFQM –Modell  ... 74
Abbildung 18. Die vier Perspektiven einer Balanced Scorecard  ... 79
Abbildung 19. Die BSC als strategischer Handlungsrahmen  ... 80
Abbildung 20. Vorgehen zur Formulierung einer SBSC ... 83
Abbildung 21. Übersicht über Ursache- Wirkungszusammenhänge einer SBSC ... 84
Abbildung 22. SBSC – Nachhaltigkeitsmatrix mit beispielhaften Indikatoren ... 86
Abbildung 23. Die Grundstruktur von PROSA ... 91
Abbildung 24. Die Systempyramide zur Strukturierung ... 92
Abbildung 25. Bewertungsebenen der untersuchten Instrumente und Methoden  ... 102
Abbildung 26. Vergleich der untersuchten Instrumente und Methoden  ... 103

Abkürzungsverzeichnis
be.st Benchmarking for Sustainability
BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
BNC Bochumer Nachhaltigkeitscheck
BSC Balanced Scorecard
COUP 21 CO-Operation Umweltamt – Pionierunternehmen im 21. Jahrhundert
CRR Corporate Responsibility Rating
CSM Center for Sustainability Management
CSR Corporate Social Responsibility
DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt
EFQM European Foundation for Quality Management
future-NC future- Nachhaltigkeitscheck
IÖW Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH
IPP Integrierte Produktpolitik
KMU kleine und mittelständische Unternehmen
PLA Produktlinienanalyse
PROSA Product Sustainability Assessment
SAFE Sustainability Assessment for Enterprises
SBSC Sustainability Balanced Scorecard
S-EFQM Sustainable Excellence Ansatz
SGE Strategische Geschäftseinheit
SRI Social Responsible Investing
SRU Sachverständigenrat für Umweltfragen
Summer Sustainable Markets eMERge
UN United Nations

 

Einleitung

Die Nachhaltigkeitsdiskussion der vergangenen Jahre fordert die Unternehmen zum Handeln auf. Dabei haben sich die Begriffe Nachhaltigkeit und Sustainable Development (Nachhaltige Entwicklung) etabliert. Ein Ausgangspunkt der gegenwärtigen Nachhaltigkeitsdiskussion ist die bisher dominierende Lebens- und Wirtschaftsweise in den Industrieländern. Diese steht im Konflikt zu einer Nachhaltigen Entwicklung. Die Notwendigkeit eines Umsteuerns dieser Wirtschafts- und Lebensweise steht mittlerweile außer Frage.

Es stellen sich somit folgende Fragen, die es zu untersuchen gilt.

  • Wie kann eine Nachhaltige Entwicklung aussehen?
  • Wer sind die herausgeforderten Akteure?
  • Ist eine nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweise nur allein durch die Unternehmen zu vollbringen?
  • Wie ist Nachhaltiges Wirtschaften realisierbar?
  • Was bedeutet Nachhaltigkeit in Unternehmen?
  • Mit welchen Instrumenten kann Nachhaltigkeit in Unternehmen bewertet werden?
  • Wie können diese Instrumente miteinander verglichen werden?

Diese Fragen werden in der vorliegenden Diplomarbeit diskutiert und analysiert. Dabei beziehe ich mich verstärkt auf die Betrachtung der Unternehmen als Akteure der Nachhaltigkeitsdebatte. Das Thema Nachhaltigkeit ist ein recht junges Tätigkeitsfeld für Wissenschaft, Politik, Unternehmen und Gesellschaft. Sie versteht sich als ein dynamischer Prozess und wir stehen erst am Anfang des Problemerkennens. Eine Vollständigkeit der Untersuchungsgrundlage kann daher zum jetzigen Zeitpunkt auf gar keinen Fall existieren und somit stellt diese Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich bin jedoch bemüht, die aktuellsten Erfahrungen und Entwicklungen zur Bewertung von Nachhaltigkeit in Unternehmen zu präsentieren und versuche mit dieser Grundlage die recherchierten Instrumente zu vergleichen.

Im ersten Kapitel wird über die Entstehung der Begriffe Nachhaltigkeit und Sustainable Development berichtet. Anschließend soll aufgezeigt werden, wie eine nachhaltige Entwicklung zukünftig gestaltet werden kann. Hierzu sollen Antworten gefunden werden, wie die Akteure in einer Gemeinschaftsaufgabe das Leitbild Nachhaltige Entwicklung umsetzen können. Dabei werden die Herausforderungen der Unternehmen, der Politik sowie gesellschaftliche Voraussetzungen näher erläutert.
Um die Komplexität einer nachhaltigen Entwicklung erfassen zu können, werde ich versuchen, ein eigenes Modell zur zukünftigen Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung zu formulieren. Abschließend werden derzeitige Tendenzen zur Umsetzung des Leitbilds in der Wirtschaft aufgezeigt.

Das zweite Kapitel soll Aufschluss geben, wie unternehmerische Nachhaltigkeit verstanden werden sollte und was zudem ein nachhaltiges Unternehmen auszeichnet, um zu einem Strukturwandel in der Wirtschaft zu kommen. Hierzu werden Handlungsprinzipien erläutert um schließlich Aussagen darüber treffen zu können, wie Nachhaltigkeit in Unternehmen bewertet werden kann.

Die nachfolgenden Kapitel widmen sich recherchierter Instrumente zur Bewertung von Nachhaltigkeit in Unternehmen. So wird dargestellt, wie Unternehmen im ethisch- ökologischen Segment des Kapitalmarkts bewertet werden. Hier sind jedoch die Bewertungen von Unternehmen sehr spezifisch gestaltet und zudem branchenbezogen. Anhand des Bewertungsansatzes der oekom research AG wird dargestellt, welche grundlegenden Bewertungskonzepte, dem ethisch-ökologischen Segment des Kapitalmarkts zugrunde liegen.

Anschließend werden recherchierte Instrumente und Methoden erläutert, die derzeit in den Unternehmen zur Anwendung kommen. Die unterschiedlichen Bewertungsmethoden werden vorgestellt. Um die Instrumente untereinander abgrenzen zu können, werden die unterschiedlichen Zielvorstellungen, die mit dem Einsatz der Instrumente in Verbindung stehen, aufgezeigt. Nachfolgend wird die PROSA Methode zu Bewertung von Produkten und Dienstleistungen erläutert, um danach die Instrumente abschließend anhand der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsdimensionen miteinander zu vergleichen.

1 Nachhaltigkeit: Herausforderung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

1.1 Nachhaltigkeit und Sustainable Development

Der in Deutschland häufig verwendete Begriff Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts. Der Begriff bezog sich zunächst auf die Nutzung natürlicher Ressourcen, die sich an deren Regenerierungsfähigkeit orientieren sollte. Heute wird Nachhaltigkeit neben der Erhaltung der Regenierungsfähigkeit auch mit Durchhaltbarkeit, Dauerhaftigkeit oder Zukunftsfähigkeit umschrieben.
So sehr das Prinzip der Nachhaltigkeit allgemein benutzt und begrüßt wird, birgt es doch erhebliches Konfliktpotenzial. Verschiedenste Meinungen unterschiedlicher Interessengruppen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft konkurrieren um die Wege zur Erreichung von Nachhaltigkeit. Im sogenannten Nachhaltigkeitsdiskurs ist man sich über Wachstum oder Verzicht, Effizienz oder Innovation, Markt oder Staat uneinig.

Ausgangspunkt für die aktuelle Debatte um Nachhaltigkeit war der Erd-Gipfel in Rio de Janeiro 1992. Auf der damaligen UN- Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ wurde ein gemeinsames Entwicklungsleitbild Sustainable Development (Nachhaltige Entwicklung) formuliert, um der Erkenntnis gerecht zu werden, dass eine langfristige und dauerhafte Verbesserung der Lebensverhältnisse für eine rasant wachsende Weltbevölkerung nur möglich ist, wenn sie die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen mit einschließt. Konkreter beinhaltet diese Erkenntnis, dass die gegenwärtig dominierende Lebens- und Wirtschaftsweise in den Industrieländern im Konflikt steht zu einer weltweit und langfristig tragfähigen Entwicklung. Das heisst, der Verbrauch an Naturgütern ist zu groß, die Schadstoffemissionen sind zu hoch und die Entwicklungschancen sind zwischen Süden und Norden ungerecht verteilt. Notwendig ist also stattdessen Nachhaltige Entwicklung. Deren ethisches Fundament ist die Verpflichtung auf Gerechtigkeit gegenüber künftigen Generationen und den Ländern des Südens, die häufig auch als „Dritte Welt“ bezeichnet werden.2

[....]


1 Vgl. Rogall, H.: Neue Umweltökonomie – Ökologische Ökonomie. Ökonomische und ethische Grundlagen der Nachhaltigkeit, Instrumente zu ihrer Durchsetzung, Opladen 2002, S. 41.

2 Vgl. BUND, Unternehmensgrün (Hrsg.): Zukunftsfähige Unternehmen. Wege zur nachhaltigen Wirtschaftsweise von Unternehmen, München 2002, S. 10f.


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