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Scholary Paper (Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Benjamin von Schenck
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: LMU Munich (Seminar für Makroökonomie)
Tags: Prozyklizität, Bankenregulierung, Schwerpunktseminar, Bankenregulierung
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-33238-5
File size: 274 KB
Diese Arbeit untersucht eine mögliche Prozyklität makroökonomischer Auswirkungen der Bankenregulierung, speziell im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung des Baseler Eigenkapitalakkords. Es wird die Frage diskutiert, ob volkswirtschaftliche Schocks verstärken können und was die Einführung von Basel II für Reaktionen hervorrufen kann.
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Excerpt (computer-generated)
Die Prozyklizität von Bankenregulierung
von: Benjamin von Schenck
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung 1
2 Prozyklische Effekte der Bankenregulierung 1
2.1 Auswirkungen auf den Konjunkturzyklus 1
2.2 Auswirkungen auf den monetären Transmissionsmechanismus 3
3 Das Modell 3
3.1 Beschreibung des Modells 3
3.1.1 Gesamtwirtschaftliche Nachfrage und Angebot 3
3.1.2 Verhalten der Banken 6
3.2 Lösung des Modells 8
3.3 Bewertung des Modells 10
4 Basel II 13
4.1 Auswirkungen auf kleine und mittelständische Unternehmen 13
4.2 Prozyklische Kreditvergabe 14
5 Fazit 16
6 Literaturverzeichnis 17
7 Anhang 18
1 Einführung
Diese Arbeit untersucht eine mögliche Prozyklität makroökonomischer Auswirkungen der Bankenregulierung, speziell im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung des Baseler Eigenkapitalakkords. Die steigende Anzahl von Bankenkrisen1 und die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Kosten2 und Wohlfahrtsverluste lassen die Frage aufkommen, welche Auswirkungen Bankenregulierung auf eine Volkswirtschaft hat. Hier soll allerdings darüber hinausgehend die Frage diskutiert werden, ob Regulierungsinstrumente volkswirtschaftliche Schocks verstärken können. Die verwendete Literatur stammt vorwiegend aus der letzten Dekade und befasst sich hauptsächlich mit den erwarteten Auswirkungen von „Basel II“. Das Ergebnis wird sein, dass Bankenregulierung, speziell Eigenkapitalanforderungen, durchaus Konjunkturschwankungen verstärken kann. Sowohl kann die Phase der Erholung nach einer Rezession verlangsamt, als auch ein Aufschwung in dramatische Höhen getrieben werden. In Kapitel 2 wird die prozyklische Eigenschaft der Bankenregulierung ökonomisch im Hinblick auf volkswirtschaftliche Auswirkungen dargestellt und erläutert. In Abschnitt 3 werden anhand eines Modells die Auswirkungen von Eigenkapitalanforderungen an Banken auf eine Volkswirtschaft belegt. Kapitel 4 befasst sich mit Basel II und den erwarteten makroökonomischen Auswirkungen. Die Arbeit endet mit einem Fazit in Kapitel 5.
2 Prozyklische Effekte der Bankenregulierung
Finanzielle Regulierung ist schon von sich aus prozyklisch3 und trägt zur Verstärkung konjunktureller Schwankungen bei. In diesem Kapitel soll theoretisch gezeigt werden, wie Bankenregulierung Einfluss auf eine Volkswirtschaft haben kann, indem die Auswirkungen auf den Konjunkturzyklus und den monetären Transmissionsmechanismus besprochen werden.
2.1 Auswirkungen auf den Konjunkturzyklus
Um den Effekt eines Nachfrageschocks zu untersuchen, wird davon ausgegangen, dass das Eigenkapital einer Geschäftsbank von den Gewinnen abhängt und die Gewinne ihrerseits von den regelmäßigen Zins- und Tilgungszahlungen, dem Schuldendienst der Kreditnehmer, abhängen. Demnach wirkt sich eine Nachfragestörung seitens der Konsumenten erst auf den Schuldendienst der Unternehmen aus, da diese aufgrund gesunkener Nachfrage und demzufolge sinkender Liquidität und sinkenden Outputs nicht mehr in der Lage sind, ihre Kredite pünktlich zu bedienen und zu tilgen.1 Die Folge ist ein Rückgang des Eigenkapitals der Banken, was dazu führt, dass das Verhältnis von Kreditangebot zu Eigenkapital steigt. Dieses Verhältnis wird Unterlegungssatz, Eigenkapitalanforderung oder „Cooke Ratio“ genannt,2 wonach das Eigenkapital einen bestimmten Prozentsatz der an Unternehmen ausgegebenen Kredite nicht unterschreiten darf. Bei einem fixen Unterlegungssatz kann eine Bank entweder ihre Kreditvergabe so lange einschränken,3 bis die „Cooke Ratio“ wieder erfüllt ist, oder neues Eigenkapital aufnehmen.4 Da Banken dazu neigen, den Kosten sparendsten Weg einzuschlagen, 5 um die Eigenkapitalanforderung wieder zu erfüllen, werden Banken wahrscheinlich ihre Kreditvergabe einschränken, anstatt bspw. Aktien zu emittieren, da Kapitalaufnahme meist mit hohen Kosten verbunden und kurzfristig schwer möglich ist.6 Erschwerend kommt hinzu, dass Banken vorsorglich Rücklagen an Eigenkapital bilden können, um vor möglichen Risiken besser geschützt zu sein. Somit hätten Banken in schlechten Zeiten noch weniger Eigenkapital zur Verfügung, was zu einem noch geringeren Kreditangebot führen würde. Die Einschränkung des Kredit angebots wäre von geringer Bedeutung, wenn Unternehmungen leicht Zugang zu anderen Kapitalquellen hätten. Da viele Unternehmen, besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), nicht schnell genug ein Substitut für Kredite finden, werden sie gezwungen, ihre Investitionen einzuschränken. 7 Dadurch wird der Schuldendienst reduziert und der ursprüngliche Nachfrageschock verstärkt, es entsteht ein Spiraleffekt. Die gleiche Wirkung hat eine Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen, da Banken dann erneut entweder mehr Eigenkapital aufbringen oder ihre Kreditvergabe einschränken müssen, um die „Cooke Ratio“ wieder zu erfüllen. Auch ein positiver Nachfrage schock kann durch Eigenkapitalvorschriften verstärkt werden. In diesem Fall würde sich durch erhöhte Nachfrage auch der Cashflow der Unternehmen verbessern, die dadurch mehr investieren könnten, was wiederum die Kreditnachfrage erhöhen würde. Das durch den Gewinn aus der gestiegenen Kreditnachfrage erhöhte Eigenkapital1 ermöglicht Banken bei gleich bleibenden Eigenkapitalanforderungen eine erhöhte Kreditvergabe. Dieses erhöhte Kreditangebot führt zu einer Verstärkung des positiven Schocks.
2.2 Auswirkungen auf den monetären Transmissionsmechanismus
Wenn die Zentralbank die Geldmenge erhöht, kommt die daraus resultierende Zinssenkung den Banken in Form von höheren Gewinnen zugute, da sie Kredite billiger refinanzieren können. Dieser Mechanismus kann allerdings vorerst geschwächt werden, wenn die Banken entweder eine geringe Eigenkapitalausstattung haben oder einer hohen Eigenkapitalanforderung ausgesetzt sind.2 Der Grund dafür ist, dass Geschäftsbanken zunächst das Kreditangebot kaum ausweiten können, da sie an den Unterlegungssatz gebunden sind. Anstatt zusätzliche Kredite auszugeben, werden Banken unter Umständen lediglich weitere Anleihen erwerben. 3 Generell führen niedrige Zinsen zu höheren Bank gewinnen und einer besseren Eigenkapitalausstattung, so dass die Wahrscheinlichkeit einer zukünftig bindenden Eigenkapitalrestriktion sinkt.4 Daher ist die Wirkung einer expansiven Geldpolitik auf Banken mit geringer Eigenkapitalausstattung respektive hohen Eigenkapitalanforderungen zwar anfänglich gering, in folgenden Perioden5 ist jedoch ein umso stärkerer Effekt zu verzeichnen.
3 Das Modell
[...]
1 Vgl. Rochet, Crises, 2003, S. 141; Dewatripont/ Tirole, Regulation, 1994, S. 25.
2 Vgl. Rochet, Crises, 2003, S. 149 ff.
3 Vgl. Daníelsson et al., Response, 2001, S. 3.
1 Vgl. Blum/ Hellwig, Eigenkapitalvorschriften, 1996, S. 43.
2 Die „Cooke Ratio“ wurde benannt nach W. P. Cooke, der 1977-1988 Chairman des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht war; der Unterlegungssatz beträgt nach dem Baseler Abkommen von 1988 derzeit 8%.
3 Eine Kreditvergabeeinschränkung kommt hier einer Verteuerung der Kredite gleich, wodurch weniger Unternehmen Zugang zu Kapital haben.
4 Eine weitere Möglichkeit, die in Basel II gegeben wird, ist die Restrukturierung des Bankportfolios mit dem Ziel, das Portfolio weniger risikoreich zu gestalten, um den Unterlegungssatz erfüllen zu können. S. hierzu unten Kapitel 4.2, S. 14; vgl. Jackson et al., Bank Behaviour, 1999, S. 3; Tanaka, Basel, 2003, S. 222.
5 Vgl. Jackson et al., Bank Behaviour, 1999, S. 3, 11.
6 Vgl. Tanaka, Basel, 2003, S. 222.
7 Vgl. Jackson et al., Bank Behaviour, 1999, S. 4; Tanaka, Basel, 2003, S. 222, Blum/ Hellwig, Eigenkapitalvorschriften, 1996, S. 43.
1 Der Einfachheit halber ist hier mit „Gewinnerhöhung“ „Eigenkapitalerhöhung“ gemeint.
2 Vgl. Tanaka, Transmission Mechanism, 2002, S. 12.
3 Vgl. Tanaka, Transmission Mechanism, 2002, S. 12.
4 Vgl. Tanaka, Basel, 2003, S. 223.
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