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Termpaper, 2004, 15 Pages
Author: Joanna Jaritz
Subject: Romance Languages - French Studies
Details
Tags: Gesellschaft
Year: 2004
Pages: 15
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-33311-5
File size: 283 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die französische Gesellschaft im 15. und 16. Jh.
von: Joanna Jaritz
EINLEITUNG 3
DIE KÖNIGE/ AUSBAU DER MACHT 3
RECHTFERTIGUNG VOR DEM VOLK 3
POLITISCHER MACHTAUSBAU 4
DIE WIRTSCHAFT 5
DIE ZEIT DER HUGENOTTENKRIEGE 6
Zeiten der Schwäche 6
Stabilisierung 6
DER ADEL: ENTMACHTUNG - VERSUCHE DER AUFLEHNUNG 7
DER KLERUS: VERLUST DER MITTELALTERLICHEN HERRSCHAFT 7
DER DRITTE STAND 8
ZUSAMMENSETZUNG DES DRITTEN STANDES 8
MITTELALTERLICHE KONTINUITÄT 9
Die Rolle der Frau: die Heirat 9
Die Regeln im Alltag 10
GESELLSCHAFTLICHER WANDEL 10
Folgen der Geldwirtschaft 11
Der Einfluß des Dritten Standes 11
Die cahiers doléances 11
Die Generalstände, Repräsentanten der „nation“ 12
Aufstände 12
Der Einfluß des Bürgertums 13
Träger der Kultur 13
Träger der Reformation 13
Stütze des Königtums 14
ZUSAMMENFASSUNG 15
BIBLIOGRAPHIE 16
Einleitung
Die Gesellschaft im 15. und 16. Jh. war eine Ständegesellschaft. Der König stand an der Spitze der Nation, ihm folgten der Klerus und der Adel. Den Dritten Stand bildete die breite Masse. Die Gesellschaft befand sich in dieser Zeit allerdings im Wandel: Die Geldwirtschaft hatte ein einflußreiches Bürgertum entstehen lassen, das teilweise die Ständegrenzen verwischte und die Krone baute ihre Macht immer weiter aus. Die Feudalherrschaft war beendet.
In meiner Hausarbeit möchte ich aufzeigen, wie sich mittelalterliche Kontinuität mit neuen Strukturen mischte. Der erste Teil soll die Spitze der Macht behandeln, die Könige. Es soll dargestellt werden, wie die Könige ihre Stellung rechtfertigten und trotz der kriegerischen Unruhen ihre Macht festigten. Der zweite Teil, der den Adel behandelt, soll den schwindenden Einfluß dieses Standes verdeutliche n, den auch der Klerus erfahren mußte (dritter Teil). Den vierten und längsten Teil nimmt der dritte Stand ein. Kontinuität und Wandel dieses Standes und der Einfluß, den er übernahm, sollen aufgezeigt werden. Die Könige/ Ausbau der Macht Nach der mittelalterlichen Feudalherrschaft lag die Hauptaufgabe der Könige im Spätmittelalter und der Neuzeit im Ausbau und der Festigung ihrer Macht. Dazu mußte das Volk überzeugt werden, daß dem König die höchste Stellung zustand, der Adel mußte systematisch entmachtet werden und Institutionen mußten reformiert werden, um eine zunehmende Zentralisierung gewährleisten zu können. Rechtfertigung vor dem Volk
Das Volk war (bis zur Reformation) durchgehend katholisch. Mythen und deren Helden, wie beispielsweise der in den cha nsons de geste beschriebene Karl der Große, waren unter der Bevölkerung lebendig. Die frz. Könige, die sich als „Terrestrium rex regnum“, „ König der irdischen Könige“ verstanden, wußten sich der volkstümlichen Mythen und des Glaubens zu bedienen, um ihre Macht zu rechtfertigen: Ihren Aufstieg (seit dem 12. Jh.) unterstützten sie durch Anreicherungen mit neuen Elementen und der Ausfeilung der Königssymbolik und des Krönigsritus. Die reifartige Königskrone, der Mantel, Zepter und Stab (seit 9. Jh. nachweisbar), waren überall in Europa Kennzeichen der Könige. In Frankreich zeichneten die Herrscher sich zusätzlich durch die Lilie, die Schwurhand (main de justice), und den Banner der „Oriflamme“ aus, die jeweils von symbolischer Bedeutung waren. So stand die Lilie für Jungfräulichkeit, Keuschheit, Seelenreinheit und Unschuld. Es ist ein Symbol, das aus der Bibel übernommen wurde und so den Herrscher in die Nähe Gottes rücken sollte. Seit 1200 war die Lilie im Königswappen enthalten. Der Schwurhandstab war ein Symbol für den König als obersten Richter, also der weltlichen Gewalt.
Die Oriflamme sollte auf das goldflammende Banner Karls des Großen anspielen, das in den Chansons de geste als „orie flambe“ bezeichnet wurde. Zusätzlich wurde das Krönungsschwert ab der ersten Hälfte des 13. Jh. mit dem Schwert Karls gleichgesetzt, das in der Dichtung „joiuse“ hieß. Der Königsritus begann mit der Ritterweihe, und einer Salbung mit dem heiligen Öl, das der Mythographie seit Hinkmar von Reims zufolge eine Taube bei der Taufe Chodwigs vom Himmel gebracht hatte. Mit einer Eidleistung verpflichtete der König sich, die Kirche und ihr Recht zu schützen und deren Status im Reich zu sichern. Er übernahm die Ausrottung von Ketzern und die Wahrung von Friede und Gerechtigkeit als seine vornehmsten Pflichten, was den Königen als Rechtfertigung für Kreuzzüge gelegen kam. Der König präsentierte sich als Mittler zwischen Gott und Mensch. Dies zeigte er beispielsweise am Krönungstag mit Heilungen durch Handauflegen, deren Formel ursprünglich in der frühen Neuzeit lautete:
„Der König berührt Dich, Gott möge Dich heilen!“ 1. Durch diese Rituale und Symbole aus dem Mittelalter gelang es den Herrschern, die Katholische Kirche, die weltliche Macht und das mythographische Gedächtnis in der Gestalt des Königs zu integrieren, und ihre Existenz an der Spitze der Nation somit vor den verschiedensten Bevölkerungsgruppen zu rechtfertigen. Politischer Machtausbau Trotz der Kriegswirren, des damit verbundenen Elends und der finanziellen Schwierigkeiten, war der territoriale Zuwachs im frühneuzeitliches Frankreich beträchtlich; gegen Ende des 15. Jh. waren bereits 2/3 des Staatsgebietes im Besitz der Krone. Durch die zielstrebige Familienpolitik der Valois und Orléans konnte das Reich bis Mitte des 16.Jd. außerdem um das Herzogtum Bretagne und eine Reihe von „Apanagen mit dem Könighaus verwandter Feudalherren erweitert werden.
[...]
1 Loth: 1993: 87
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