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Polysemie in der strukturellen Semantik

Hauptseminararbeit, 2004, 21 Seiten
Autor: Joanna Jaritz
Fach: Romanistik - Französisch - Linguistik

Details

Veranstaltung: HS Lexikalische Semantik
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Tags: Polysemie, Semantik, Lexikalische, Semantik
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 21
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V32643
ISBN (E-Book): 978-3-638-33312-2

Dateigröße: 520 KB


Textauszug (computergeneriert)

Polysemie in der strukturellen Semantik

von: Joanna Jaritz

 


INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG 4

„POLYSEMIE...“  4

Das Problem der Abgrenzung Polysemie/Homonymie  4

„...IN DER STRUKTURELLEN SEMANTIK“  5

Grundsätzliche Probleme mit der Polysemie 5
1. Die Prägung des Strukturalismus durch de Saussure 5
2.Die begriffliche Fassung der Polysemie im sprachlichen Zeichen 6

THEORIEN EINIGER VERTRETER DER STRUKTURELLEN SEMANTIK  7

COSERIU/GECKELER 7

Methodische Voraussetzungen 7
Untersuchung 7
Abgrenzung der Homonymie von der Polysemie  9
Zusammenfassung 9

GREIMAS 10

Methodische Voraussetzungen 10
Untersuchung 10
Abgrenzung der Homonymie von der Polysemie  11
Zusammenfassung 11

POTTIER 12

Methodische Voraussetzungen 12
Untersuchung 12
Abgrenzung der Homonymie von der Polysemie  13
Zusammenfassung 14

POTTIER NAVARRO:  15

Methodische Voraussetzung 15
Untersuchung 16
Abgrenzung der Homonymie von der Polysemie  17
Zusammenfassung 18

WOLF DIETRICH 18

Methodische Voraussetzung 18
Untersuchung 19
Abgrenzung Homonymie/Polysemie  20
Zusammenfassung 20

ZUSAMMENFASSUNG 20

BIBLIOGRAPHIE 22


 

Einleitung

In dieser Hausarbeit soll die Behandlung der Polysemie in der Strukturellen Semantik dargestellt werden. Um die mit diesem Thema verbundenen Probleme aufzuzeigen, soll zunächst der Begriff der „Polysemie“ bestimmt, und die Grundprinzipien des Strukturalismus aufgezeigt werden. Vor diesem Hintergrund werden dann die Untersuchungsergebnisse verschiedener Vertreter der Strukturellen Semantik dargestellt, und in Hinblick auf die Grundprinzipien des Strukturalismus eingeordnet. „Polysemie...“ Michel Bréal hat 1897 in seinem Essai de sémantique: Science des significations den Terminus der Polysemie eingeführt. Diese Bezeichnung stammt aus dem Griechischen (Poly- „viel“, sema: „Zeichen“). Seit ihrer Behandlung in der Linguistik wurde die Erscheinung meist als ein signifiant mit mehreren signifiés verstanden1. So lautet beispielsweise die Definition des Funkkollegs Sprachwissenschaft2: „Einem Ausdruck können mehrere voneinander verschiedene Inhalte zugeordnet werden.“

Da diese Definition jedoch sowohl verschiedene Inhalte einschließt, die etwas gemeinsam haben, als auch solche Inhalte, die in keinerlei Verbindung zueinander stehen, wurde zur Präzisierung häufig versucht, die Polysemie (erstgenannter Fall) von der Homonymie (letzterer Fall), abzugrenzen. Das Problem der Abgrenzung Polysemie/Homonymie Die Abgrenzung der beiden Fälle kann sehr vielfältig ausfallen, wie in dieser Hausarbeit deutlich werden soll. Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Unterscheidung: Diachronisch aus der Sprachentwicklung begründend, und synchronisch aus den Überschneidungen der verschiedenen Inhalte. Eine diachronische Argumentation findet sich z.B. bei Stammerjohann im Handbuch der Linguistik (1975): „.Die Erscheinung, dass ein Wort mehrere Bedeutungen hat, im Unterschied zur „Monosemie“ (eine Bedeutung) und gelegentlich auch zur „Bisemie“ (zwei Bedeutungen). Ein solches Wort heißt „polysem“. Beispiel: Birne (zum essen/in der Lampe). Genauer spricht man von „Polysemie“ bei bedeutungsgeschichtlicher Divergenz eines etymologisch einzigen Wortes, bei lautgeschichtlicher Konvergenz etymologisch verschiedener Wörter dagegen von „Homonymie“.“ 3 Als synchronische Unterscheidung zwischen Polysemie und Homonymie wird häufig das Moment einer Gemeinsamkeit auf der Inhaltsseite des Lexems herangezogen. Verschiedene Ansätze dieser Richtung werden im Hauptteil der vorliegenden Haus arbeit behandelt werden. „...in der Strukturellen Semantik“ Grundsätzliche Probleme mit der Polysemie

1. Die Prägung des Strukturalismus durch de Saussure

Wenn man von den Eigenheiten der verschiedenen Schulen und Richtungen, die sich im Strukturalismus gebildet haben, abstrahiert, und nach einer Gemeinsamkeit der Ansätze sucht, so ist diese wohl in den Hauptaussagen de Saussures zu finden.

Die terminologischen Unterscheidungen Saussures (parole/langue/langage , signifiant/signifié, und synchronie/diachronie4) wurden im Wesentlichen übernommen. Starke Auswirkungen auf den Strukturalismus hatte außerdem de Saussures Vorzug der langue gegenüber der parole und der synchronie gegenüber der diachronie (Vgl. Arens 1968:574). Das System wird als Struktur aufgefasst, die durch die Beziehung zwischen ihren Elementen bestimmt ist. Dabei definieren die einzelnen Elemente sich aus der Tatsache, „dass sie etwas sind, was die anderen nicht sind“ (Arens 1968:574). Strukturalisten, die sich auf Saussure berufen, untersuchen also synchronisch das System der langue und zwar mit sprachimmanenten Mitteln, also ohne Rückgriff auf irgend etwas Außerlinguistisches (Vgl. Arens 1968:576,577). Bei Berufung auf de Saussure ergeben sich dem zufolge für die Untersuchung der Polysemie in der strukturellen Semantik folgende Probleme:

1.:Durch den Vorzug der Synchronie vor der Diachronie kann streng genommen die diachronische „nicht systembildende“ Unterscheidung zwischen Homonymie und Polysemie nicht anerkannt werden.
2.:Durch den Vorzug der langue gegenüber der parole ergibt sich das Problem, die Erscheinung der Polysemie auf Systemebene darzustellen, in Abgrenzung zu anderen sprachlichen Elementen5.
3.:Ein weiteres entscheidendes Problem folgt aus der Definition eines sprachlichen Zeic hens von de Saussure .

2. Die begriffliche Fassung der Polysemie im sprachlichen Zeichen

[...]


1Vgl.: Dietrich 1997: 227

2 Funkkolleg 1971: Studenbegleitbriefe zum Funkkolleg Sprachwissenschaft Band I,II, Frankfurt/Main, S.96. Zitiert nach Abraham 1974:338.

3 Diesen Ansatz vertritt u.a. auch Klaus Heger in seinem Aufsatz „Homographie, Homonymie und Polysemie“ in der Zeitschrift für rom. Philologie Nr.79, 1963, S.471-491.

4 Die Saussure von G.v.d Gabelentz übernommen hat, wie Coseriu in seinem Aufsatz “G.v.d. Gabelentz et la linguistique synchronique” (in “G.v.d. Gabelentz ,Die Sprachwissenschaft“, Tübingen 1969 Hrsg.: G. Narr und U.Petersen, S.5-40) zeigt.

5 Eine konsequente Untersuchung nach diesem Muster wird bei Coseriu/ Geckeler umgesetzt.


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