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Godard: Pierrot le fou

Termpaper, 2003, 21 Pages
Author: Joanna Jaritz
Subject: Romance Languages - French Literature

Details

Event: Nouvelle Vague
Institution/College: University of Heidelberg
Tags: Godard, Pierrot, Nouvelle, Vague
Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V32646
ISBN (E-book): 978-3-638-33315-3

File size: 526 KB


Excerpt (computer-generated)

Godard: Pierrot le fou

von: Joanna Jaritz

 


EINLEITUNG 4

ZIEL UND AUFBAU DER HAUSARBEIT 4

DER PLOT 4

PERSONENANALYSE 5

PIERROT , FERDINAND ET MARIANNE 5

Die Farben: Le bleu et le rouge 6
Die Worte  6
Die Sexualität 7
Die Lebenseinstellung 7

WER IST MARIANNE?  8

Die Suche Ferdinands nach einer Antwort 9
Marianne, Ariane, mer, âme, amer, arme  9
Die Suche des Zuschauers nach einer Antwort 10
Die Unschuldige  10
Die Liebende 10
Die Wissende  10
Die Leitende 11
Marianne, une femme fatale?  11
Zusammenfassung 12

ANALYSE DER MONTAGETECHNIK 12

DAS KONZEPT DER MONTAGE VON FERDINAND ANGESPROCHEN 12

VON MARIANNE GELEBT  13

DER TON   13

Die Sprache 14
Die Nebengeräusche 15
Die Musik  15
Kompositionen: Antoine Duhamel  15
Die Chansons 16

EINSTELLUNGEN 16

Lange Einstellungen und kurze Brüche 16
Beziehungen zwischen einzelnen Einstellungen 17
Das Bild im Bild 17
Das Bild außerhalb des Bildes 18
Bilder der politischen Realität 18

ZITATE 18

Kunst 18
Literatur 19

ZUSAMMENFASSUNG 19

EINORDNUNG VON PIERROT LE FOU IN GODARDS GESAMTWERK 20


 

Einleitung

Ziel und Aufbau der Hausarbeit

In einem Interview mit „Cahiers du Cinéma“ gibt Godard an, den Film Pierrot le Fou wie in einem Fiebertraum gedreht zu haben. In nur sieben Wochen (zwischen Mai und Juli 1956) war der Dreh beendet, an nur einem Tag wurde der Film geschnitten. Godard: „C’est un film où il n’y a pas eu d’écriture, ni de montage, ni de mixage, enfin, un jour! Bonfanti ne connaissait pas le film et l’a mixé, sans préparation...“ „C’était une suite de structures qui s’imbriquaient immédiatement les unes dans les autres1““ Diese Spontanität, die Folge von Strukturen, die beim Betrachter immer neue, eigene Bilder und Gedanken auslösen, und vor allem diese Freiheit sind kennzeichnend für Pierrot le Fou. Es ist ein Film, in dem alle geläufige Formen hinzugezogen und einige neu erfunden werden, in dem Improvisationen der Schauspieler akzeptiert, ja sogar provoziert werden, und der so reich mit Assoziationen, Anspielungen und Zitaten spielt, daß eine Hausarbeit ihn keinesfalls vollständig erschöpfen kann. In meiner Arbeit werde ich mich also auf einige Teilaspekte beschränken, anhand derer das Wesen dieses außergewöhnlichen Films verdeutlicht werden soll. Als Hintergrund für die folgenden Analysen werde ich kurz den Plot zusammenfassen. Die erste Hälfte des Hauptteils behandelt die Protagonisten mit Schwerpunkt auf Marianne. Dieser Teil ist gegliedert in die Beziehung zwischen Ferdinand und Marianne, und die Suche nach dem Verständnis der weiblichen Protagonistin. Die zweite Hälfte des Hauptteils widmet sich der künstlerischen Gestaltung, zusammengefaßt unter dem Prinzip der „Montagetechnik“. In diesem Teil soll der Einsatz von Ton, Einstellungen und Zitaten erläutert werden. Am Schluß erfolgt eine kurze Einordnung des Films in Godards Gesamtwerk.

Der Plot

Pierrot le Fou behandelt die Liebesgeschichte zwischen Ferdinand, einem verheirateten Mann mit Kindern, und Marianne, einer Frau die in internationale Waffenschiebungen verwickelt ist. Als sich die beiden fünf Jahre nach einer Trennung wieder treffen, beschließen sie, zusammen aus Paris zu fliehen und geraten dabei in abenteuerliche Verstrickungen mit Gangstern. Ferdinand erschießt Marianne, nachdem er erfährt, daß sie ihn mit ihrem angeblichen Bruder Fred betrogen hat, und tötet sich selbst mit Dynamit. Die Wirkung des Films geht allerdings kaum vom tatsächlichen Inhalt, als vielmehr von der Umsetzung aus. Sam Fuller, der im Film als der einzige Gast einer Überraschungs-Party erscheint, der nicht nur Werbezitate von sich gibt, faßt das Medium Film mit den folgenden Worten zusammen: „Ein Film ist wie ein Schlachtfeld – Liebe, Haß, action, Gewalt und Tod. In einem Wort: Emotion.“2 Dieser Satz stellt eine Zusammenfassung des Films dar, die Pierrot le Fou gerechter wird als jede Inhaltsangabe.

Personenanalyse

Der Zuschauer, der üblicherweise zwei klar definierte Protagonisten gewohnt ist, wird in diesem Film mit Darstellern konfrontiert, die eine ganze Palette von teilweise widersprüchlichen Eigenschaften aufzuweisen haben. In dem Teil der Hausarbeit, der sich mit der Personenanalyse befaßt, soll die Darstellung dieser außergewöhnlichen Protagonisten behandelt werden. Die Betonung liegt hierbei auf Marianne, die eine besonders facettenreiche Rolle spielt. Pierrot, Ferdinand et Marianne Wie die Überschrift dieses Abschnittes bereits andeutet, handelt es sich quasi um drei Personen: Pierrot, Ferdinand und Marianne. Ferdinand deutet diese Spaltung seiner Persönlichkeit schon früh an: „J’ai l’impression d’être plusieurs.“3 Einerseits ist er Ferdinand, der den kontemplative Part innehat, ein bedachter und belesener Mann, dessen Medium die Worte sind.

Andererseits ist er Pierrot, dem man zu Recht den Beinamen „le fou“ geben kann. Dieser Name, der in der Commedia dell`Arte für den Narren bzw. den Poeten verwendet wird ³, stammt von Marianne. Sie begründet ihn mit einem Chanson („Au claire de la lune, mon ami Pierrot...“4), indem sie argumentiert, ihn nicht „mon ami Ferdinand“5 nennen zu können. Ferdinand weigert sich standhaft, diesen Namen zu akzeptieren, obwohl er dem Betrachter häufig sehr passend erscheint, (z.B. als Ferdinand aus einem plötzlichen Freiheitsgefühl heraus seinen Wagen ins Meer steuert.) Diese impulsive und verrückte Seite Ferdinands ist es, die Marianne liebt. Durch ihre Namensgebung versucht sie möglicherweise unbewußt diese Charaktereigenschaften „Pierrots“ zur ganzen, ungeteilten Person zu machen; sie will nur Pierrot sehen (und rufen) – auf Ferdinand dagegen reagiert sie mit Unverständnis und Langeweile.

Die Tatsache, daß Ferdinand sie immer wieder korrigiert, wenn sie ihn „Pierrot“ nennt, deutet bereits ein grundsätzliches Mißverständnis an, welches ein klassisches glückliches Ende für das Liebespaar von Anfang an schwer vorstellbar macht. Die gegensätzlichen Pole, die Ferdinand und Marianne tatsächlich darstellen, verdeutlicht Godard durch mehrere Aspekte: Die Farben: Le bleu et le rouge Schon beim ersten Betrachten fällt besonders der Farbeinsatz in Pierrot le Fou auf. Die Farben des Mittelmeers (blau, rot, gelb, weiß), die schon in seinen früheren Filmen eindrucksvoll genutzt wurden, werden hier durch Einsatz von Farbfiltern (z.B. in der Partyszene am Anfang des Films) betont und teils als Effekte, teils symbolisch eingesetzt. So ist beispielsweise Ferdinand das kühle Blau zugeordnet, Marianne dagegen das heiße Rot. Die Farbe des Meeres, der Ruhe, und der Unendlichkeit wird auf diese Art der Farbe des Blutes, der Leidenschaft und der Gefahr gegenübergestellt, wodurch die beiden Charaktere Ferdinand und Marianne zu entgegengesetzten Polen werden. Die Farbsymbolik ist jedoch weit davon entfernt, plakativ zu sein. Die Farben sind vielmehr wandernde. (Sie wechseln z.B. in der Kleidung der beiden). Durch dieses Mittel gelingt Godard es auf subtile Art und Weise, die Protagonisten zu verbinden, und dabei noch ihre Gegensätzlichkeit hervorheben. Der Zuschauer versteht dies intuitiv – ohne Worte.

Die Worte

[...]


1 Bergala, A., 1985: 264

2 Albera, F., 1979: 134

3 Radojevic, Boris: Thesenblatt vom 12.2.2001 zu „Ferdinand le Fou? Pierrot Griffon?“

4 Einstellung 26

5 Einstellung 38


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