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Scholary Paper (Seminar), 2001, 14 Pages
Author: Steffen Dyck
Subject: Orientalism / Sinology - Chinese / China
Details
Institution/College: University of Tubingen (Seminar für Sinologie und Koreanistik)
Tags: Chinesische, Kaiserreich, Vergleich, Hinblick, Periodisierung, Geschichtsdarstellungen, Proseminar, Einführung, Sinologie
Year: 2001
Pages: 14
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-11985-6
File size: 161 KB
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Excerpt (computer-generated)
Das Chinesische Kaiserreich: Ein Vergleich in Hinblick auf die Periodisierung in zwei Geschichtsdarstellungen
von Steffen Dyck
Inhaltsverzeichnis
1. Zur Themenstellung und Vorgehensweise
2. Bemerkungen zur Debatte über die Periodisierung und Begriffserläuterung
3. Zwei Darstellungen der chinesischen Geschichte: "An Outline History of China" und "Das Chinesische Kaiserreich"
3.1 Vorbemerkung
3.2 Vergleichende Betrachtung der beiden Werke
3.2.1 Die Zeit vor der Reichseinigung 221 v. Chr.
3.2.2 Die Zeit des Kaiserreichs: 221 v. Chr. bis 1911 n. Chr.
4. Zusammenfassung und Bewertung
5. Literaturverzeichnis
1. Zur Themenstellung und Vorgehensweise
Eine erschöpfende Darstellung der 2000-jährigen Geschichte des Chinesischen Kaiserreichs in all ihrer Komplexität, die sich für den außerhalb der "chinesischen Welt" Stehenden in einer kaum fassbaren Flut geschichts- und kulturimmanenter Eigenarten zeigt, ist im Rahmen einer quantitativ begrenzten Hausarbeit nicht möglich. Daraus ergibt sich - wie bei der vorliegenden Arbeit erfolgt - die Beschränkung auf die nähere Betrachtung zweier allgemein gehaltener Geschichtswerke und vor allem der zwischen ihnen bestehenden Unterschiede hinsichtlich des Aspekts der Periodisierung dieser 2000 Jahre.
Es handelt sich dabei um das 1982 von Bai Shouyi herausgegebene "An Outline History of China" , welches als Beispiel für die offizielle Geschichtsschreibung der Volksrepublik China dienen soll, sowie die erstmals 1968 erschienene Darstellung "Das Chinesische Kaiserreich" der beiden deutschen Sinologen Herbert Franke und Rolf Trauzettel.
Ich werde im folgenden die unterschiedlichen Periodisierungsansätze der beiden Werke vergleichen und versuchen, die Unterschiede anhand einiger Beispiele zu verdeutlichen. Zuvor scheint es mir aber nötig, noch einige Begriffe im Zusammenhang mit der Periodisierung der chinesischen Geschichte zu erläutern, sowie einen kurzen Abriss über die sogenannte "Periodisierungsdebatte" der fünfziger Jahre in der VR China zu geben.
2. Bemerkungen zur Debatte über die Periodisierung und Begriffserläuterung
Bereits in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden von marxistisch-leninistisch orientierten Historikern Schritte in Richtung einer dieser Ideologie entsprechenden Periodisierung der chinesischen Geschichte unternommen. Doch erst mit der Gründung der VR China im Jahre 1949 erfolgte die Forcierung dieser Bestrebungen auch von staatlicher Seite. War man in der vorkommunistischen Zeit noch meist von Marx′ Werken selbst ausgegangen, so wurde nach 1949 das maßgeblich von Stalin entwickelte "Fünf-Stadien-Schema" als Geschichtsbild zugrundegelegt. Danach folgt die ganze Geschichte in ihrer Entwicklung einem unilinearen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, allgemeingültigen Muster. Nacheinander werden die verschiedenen Zustände der Urgesellschaft, der Sklaverei, des Feudalismus, des Kapitalismus und des Kommunismus bzw. Sozialismus durchlaufen .
Im Verlauf der Debatte kam es zu unterschiedlichen Meinungen über die zeitliche Lokalisierung der vorkapitalistischen Stadien der Sklaverei und des Feudalismus, damit verbunden auch zu unterschiedlichen Definitionen dieser Begriffe. Auch der Terminus der "asiatischen Produktionsweise" wurde diskutiert, da er, von Marx stammend, für manche Historiker die chinesische Gesellschaft passender charakterisierte als "Sklavenhaltergesellschaft". In diesem Zusammenhang ist auch auf das von K.A. Wittfogel verfasste Buch "Die Orientalische Despotie" hinzuweisen, in dem er sich intensiv auch mit der chinesischen Geschichte auseinandersetzt. Im Jahre 1956 wurde vom Erziehungsministerium erstmals eine Periodisierung als maßgeblich festgelegt, und zwar die Guo Moruos, wonach die frühe Zhou-Zeit eine Sklavenhaltergesellschaft gewesen und der Beginn des Feudalismus zur Zeit der Streitenden Reiche (zhan guo) anzusetzen sei. Die Verbindlichkeit bestand für den Geschichtsunterricht an den Pädagogischen Hochschulen . Mit dieser Maßnahme zeichnet sich die Unterordnung der Wissenschaft unter das Dogma des Staates ab.
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