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Diplomarbeit, 2004, 131 Seiten
Autor: Samira Neuhaus
Fach: Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Details
Tags: Charakteristik, Kritik, Kriegsberichterstattung, Tagespresse, Irak-Krieg
Jahr: 2004
Seiten: 131
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 185 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-33354-2
Dateigröße: 1198 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Charakteristik und Kritik der Kriegsberichterstattung in der deutschen Tagespresse zum Irak-Krieg 2003
3-Monats-Arbeit
im Rahmen der Prüfung für Diplom-Volkswirte
an der Universität Göttingen
vorgelegt von
Samira Neuhaus
aus: Ryadh, Saudi-Arabien
03. November 2004
INHALTSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS ... III
TABELLENVERZEICHNIS ... IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ... V
1 EINFÜHRUNG ... 1
1.1 Problemstellung ... 1
1.2 Konzeption und Vorgehensweise ... 2
1.3 Begriffsklärung ... 3
1.3.1 Kriegsberichterstattung ... 3
1.3.2 „embedded journalists“ ... 4
1.3.3 Stereotype, Vorurteile und Feindbilder ... 5
1.3.4 Propaganda und Public Relations ... 6
2 KRIEGSBERICHTERSTATTUNG IM WANDEL DER ZEIT: VOM VIETNAMKRIEG BIS ZUM IRAK-KRIEG 2003 ... 7
2.1 Exkurs: Der Krieg als Medienereignis ... 8
2.2 Der Vietnamkrieg ... 9
2.3 Grenada ... 11
2.4 Der Golfkrieg 1990/91 ... 11
2.5 Kosovokrieg ... 15
3 HISTORISCHER HINTERGRUND DES IRAK-KRIEGES 2003 ... 16
3.1 Die Vorgeschichte des Irak-Krieges 2003 und die Rolle der Medien ... 17
3.2 Der Irak-Krieg 2003 im Überblick ... 21
4 KRIEGSBERICHTERSTATTUNG IN DER DEUTSCHEN TAGESPRESSE ZUM IRAK-KRIEG 2003 ... 23
4.1 Aufgaben und Funktionen der Tagespresse ... 24
4.2 Die Zyklen der Kriegsberichterstattung ... 25
4.3 Begründung der Auswahl der Tagespresse ... 27
4.3.1 Frankfurter Allgemeine Zeitung ... 27
4.3.2 die tageszeitung ... 28
4.3.3 Bild-Zeitung ... 28
4.3.4 Göttinger Tageblatt ... 28
4.4 Charakteristik der Kriegsberichterstattung in der deutschen Tagespresse zum Irak-Krieg 2003 ... 29
4.4.1 Die Intensität der Kriegsberichterstattung ... 30
4.4.2 Die Themenschwerpunkte der Kriegsberichterstattung ... 31
4.4.3 Die Akteure der Kriegsberichterstattung ... 37
4.4.4 Die Sprache der Kriegsberichterstattung ... 38
4.4.5 Die Wahl der Pressefotografien ... 44
4.4.6 Transparenz und Quellenvielfalt ... 50
4.4.7 Berichterstattung durch Expertenstatements ... 54
4.4.8 Zusammenfassung ... 57
4.5 Kritik der Kriegsberichterstattung in der deutschen Tagespresse zum Irak-Krieg 2003 ... 59
4.5.1 Polarisierende Berichterstattung ... 60
4.5.2 Journalismus ohne Gewähr ... 61
4.5.3 Vor- und Nachteile der Kriegsberichterstattung durch „embedded journalists“ ... 65
4.5.4 Propaganda und Public Relations: Zeitungen als Instrumente politischer Kommunikation ... 71
4.6 Sind die Vorwürfe gegen die Kriegsberichterstattung der deutschen Tagespresse zum Irak-Krieg 2003 gerechtfertigt?
Positionen ausgewählter Personen aus Wissenschaft, Politik und Medien ... 76
5 KRISENKOMMUNIKATION DER ZUKUNFT ... 79
5.1 Kriegsberichterstattung und Objektivität ... 80
5.2 Selbstbeobachtung der Medien ... 84
5.3 Friedensjournalismus als Zukunftsmodell ... 86
6 FAZIT ... 92
ANHANG ... VII
LITERATURVERZEICHNIS ... XX
1 EINFÜHRUNG
1.1 Problemstellung
Kaum ein anderes Ereignis hat in der jüngsten Geschichte in der deutschen Öffentlichkeit zu derartigen Diskussionen und Kontroversen geführt wie der Irak- Krieg 2003, kein Krieg wurde der Öffentlichkeit in einem solchen Ausmaß detailliert und zeitnah vermittelt. Dabei geht es zum einen um die Frage nach der Legitimität des Krieges, die die Welt wie nie zuvor teilt in Kriegsgegner und -befürworter. Zum anderen zeigt dieser Krieg erneut die Abhängigkeit öffentlicher Meinungsbildung von der Vermittlung und Darstellung der Ereignisse in der Tagespresse.
Ein offenes Mediensystem, wie es sich heute in dem westlichen Demokratieverständnis als normative Vorgabe verankert hat, fordert eine strikte Trennung von militärischer Propaganda, regierungsamtlichen Verlautbarungen sowie journalistischer Berichterstattung. Dies erweist sich jedoch zu Krisen- und Kriegszeiten immer wieder als eine kaum realisierbare Forderung.1 Journalisten sind eingespannt in ein Beziehungsgewirr aus Presse, staatlichen PR-Agenturen, Militär sowie Politik. In diesem Zusammenhang wird den Medien in Demokratien auch eine Funktion als „vierte Gewalt“ zugeschrieben, denn ohne die Begleitung, die Hilfe oder auch den Widerstand der Medien ist Politik heute kaum durchführbar.2 Gleichzeitig kann das von der Presse postulierte Geschehen von den Lesern nur schwer nachgeprüft werden. Hindernisse sind nicht nur das Verschweigen von Fakten und die gezielte Weitergabe von Desinformation durch die am Konfliktfall Beteiligten, sondern auch der journalistische Wettbewerb, der auf hohe Auflagen und Schnelligkeit abzielt.3 Im Zeichen der globalen Vernetzung kann die Presse bei einem unkritischen Betrachter schnell die Vision einer falschen Wirklichkeit erzeugen, was sie vor allem in Kriegszeiten vor besondere Herausforderungen stellt. So führt die Kriegsberichterstattung in demokratischen Gesellschaften oft zu einem Vertrauens- und Autoritätsverlust der Medien.
In diesem Zusammenhang kommt der Tagespresse als „Exklusivlieferant der Informationen“ vom Kriegsschauplatz eine besondere Rolle zu, da die Macht der Worte und der Bilder sowohl moralisch als auch politisch einen großen Teil zur Ablehnung oder Anerkennung des Irak-Krieges beisteuert. Es stellt sich die Frage, welche Rolle die deutsche Tagespresse als neutraler Beobachter und Kriegsberichterstatter sowie als Sprachrohr der Regierung zur öffentlichen Meinung beigetragen hat.4 Auch die neue Art der Kriegsberichterstattung, der „embedded journalism“, ist dabei von Bedeutung, denn das Konzept entfacht bei der Diskussion um die Kriegsberichterstattung des Irak-Krieges 2003 eine Medienkritik, die sich insbesondere auf Medien als Inszenierungsinstrumentarium konzentriert. Nicht zuletzt deshalb gibt dieser Krieg Anlass, um über die Beziehung von Medien und Öffentlichkeit in der Demokratie erneut nachzudenken.5
Unter Berücksichtigung der vorhergehenden Aufgaben, Probleme und Zielsetzungen unternimmt die vorliegende Diplomarbeitarbeit den Versuch, die Berichterstattung der deutschen Tagespresse über den Irak-Krieg 2003 anhand vier ausgewählter Tageszeitungen zu charakterisieren und prägnante Kritikpunkte herauszuarbeiten. Um die Vorgehensweise verständlich zu machen und die Lektüre zu erleichtern, wird im Folgenden ein kurzer Überblick über den Aufbau und den Inhalt der Diplomarbeit gegeben.
1.2 Konzeption und Vorgehensweise
Zur Umsetzung der formulierten Zielsetzung wird die Diplomarbeit in sechs Kapitel gegliedert. Das erste Kapitel umfasst die Einführung mit einer Problembeschreibung, die Erläuterung der Konzeption und Vorgehensweise sowie die Begriffsklärung, die den definitorischen Rahmen abgrenzt. Diese Abgrenzung ist notwendig, da sich in der Literatur stets unterschiedliche Ausprägungen der relevanten Begrifflichkeiten finden lassen. Das zweite Kapitel beginnt mit einem kurzen Exkurs über den Krieg als Medienereignis und gibt anschließend einen Rückblick auf die Kriegsberichterstattung der Kriege in Vietnam, Grenada, Kosovo und dem Golfkrieg 1990/91 als „medienpolitische Vorläufer“ des Irak-Krieges 2003, um dem Leser die bestehenden Zusammenhänge und Ähnlichkeiten der Kriegsberichterstattung zu verdeutlichen. Der darauf folgende Abschnitt schildert die Vorgeschichte des Irak-Krieges 2003 sowie die Rolle der Medien. Gleichzeitig liefert dieses Kapitel einen Überblick über den Kriegsverlauf, um dann im Anschluss an die historischen Ausführungen im vierten Kapitel das „Kernstück“ der Diplomarbeit zu bearbeiten: Charakteristik und Kritik der
Kriegsberichterstattung in der deutschen Tagespresse zum Irak-Krieg 2003. Dieses Kapitel enthält neben dem eigentlichen Themenschwerpunkt auch die Aufgaben und Funktionen der Tagespresse, erläutert in der gebotenen Kürze typische Zyklen der Kriegsberichterstattung und begründet darüber hinaus die Auswahl der zu bearbeitenden deutschen Tageszeitungen. Aufschlussreiche Erkenntnisse für die Bearbeitung des Themas liefert an dieser Stelle ein detaillierter Vergleich vier in ihrer Verbreitung und Reputation sehr unterschiedlichen deutschen Tageszeitungen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, die tageszeitung, Bild-Zeitung sowie Göttinger Tageblatt. Als Abschluss dieses vierten Kapitels und somit des Kernthemas der vorliegenden Diplomarbeit werden verschiedene Positionen sechs sorgfältig auserwählter VertreterInnen aus Wissenschaft, Politik und Medien vorgestellt, die sich mit Fragen der Manipulation, des „embedded journalism“ als auch der zukünftigen Handlungsanweisungen zur Verbesserung der Qualität des Journalismus auseinandergesetzt haben.
Das fünfte Kapitel knüpft thematisch an die verschiedenen vorangegangenen Meinungen an und beschäftigt sich mit der Krisenkommunikation der Zukunft. Es zeigt Möglichkeiten auf, wie die deutsche Tagespresse zukünftig ihren Ansprüchen gerecht werden kann. Dabei geht es vor allem um die Objektivität in der Kriegsberichterstattung, die Selbstbeobachtung der Medien und den Friedensjournalismus als Zukunftsmodell. Bei der Diskussion um die Forderung eines friedensorientierten Journalismus steht die Debatte zwischen Journalisten, Medienwissenschaftlern und Friedensforschern über die Medien als Instrumente einer gewaltfreien Transformation von Konflikten im Vordergrund der Betrachtungen. Letztlich erfolgt in Kapitel Sechs das Fazit, dass den Versuch unternimmt, die Ergebnisse resümierend festzuhalten und diese gleichzeitig mit einem Ausblick in die Zukunft zu verbinden.
[...]
1 Vgl. Knott-Wolf, Brigitte (2001), S. 15.
2 Vgl. Büttner, Christian/Gottberg, Joachim von/Metze-Mangold, Verena (2004), S. 7.
3 Vgl. Knott-Wolf, Brigitte (2001), S. 15.
4 Vgl. Kocks, Klaus/Merten, Klaus/Brickwedde-Stümpel, Katja/Wienand, Edith (2003), S. 18.
5 Vgl. Müller, Harald (2004), S. 13.
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