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Die Arbeit der Jesuitenmissionare in Latein- und Südamerika

Scholary Paper (Seminar), 2004, 19 Pages
Author: Thomas Mrotzek
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 19
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V32954
ISBN (E-book): 978-3-638-33541-6

File size: 207 KB
Notes :
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand


Abstract

Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahre 1492 sollte die Geschichte ganzer Völker in der Alten und besonders in der Neuen Welt radikal verändern. Abenteurer, Schatzsucher, Kriminelle und politisch Verfolgte sahen eine Chance, in der Neuen Welt ihr Glück zu finden. Die großen Kolonialmächte dagegen versuchten, neben dem Streben nach Macht und Reichtum, auch die europäisch-christliche Kultur auf dem neuentdeckten Kontinent zu etablieren. Eine wichtige Unterstützung dabei leisteten vor allem die europäischen Missionare. Sie sorgten nicht zuletzt dafür, dass die europäischen Eroberer in der Neuen Welt ihre Macht festigen konnten. Im Rahmen des Seminars „Die koloniale Expansion“ wählte ich mir das Thema „Die Arbeit der Jesuitenmissionare in Latein- und Südamerika“ aus. Hierbei möchte ich nach einer kurzen Vorstellung des Jesuitenordens dessen Ziele und Aufgabenbewältigung darstellen. Parallel dazu untersuche ich die Wirkungen auf die Ureinwohner, die von einer Missionsstation ausgingen. Einen zentralen Punkt meiner Seminararbeit bildet die Frage, wie eigentlich die Bekehrung der amerikanischen Ureinwohner gelang? Am Ende meiner Betrachtungen fasse ich noch einmal meine Ergebnisse zusammen und versuche dabei, auch die Arbeit der Jesuitenmissionare kritisch einzuschätzen. In meiner Darstellung möchte ich mich besonders auf das Missionsgebiet Mexiko konzentrieren. Um aber bestimmte Dinge zu erklären oder Parallelen ziehen zu können, werde ich auch Beispiele jesuitisch- missionarischer Arbeit in Südamerika (Amazonasgebiet) heranziehen.


Excerpt (computer-generated)

Die Arbeit der Jesuitenmissionare in Latein- und Südamerika

von: Thomas Mrotzek

Semester: 3

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

1. Der Jesuitenorden 4

2. Missionsgebiet Mexiko 6

3. Die Stellung der Indios in den Kolonien 7

3.1 Die Arbeit in der Neuen Welt 9
3.2 Das Verhältnis von Kolonisten und Ureinwohnern 10
3.3 Die wirtschaftliche Organisation 11

4. Die Bekehrung der Ureinwohner 13

4.1 Erste Kontakte mit den Eingeborenen- Anfänge der Missionierung 14
4.2 Die Bekehrung der Ureinwohner und Probleme innerhalb der Mission 15

5. Schlussbetrachtung und Zusammenfassung 20

Anhang

Abkürzungsverzeichnis 23
Quellenverzeichnis 24
Literaturverzeichnis 25


 

Einleitung

Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahre 1492 sollte die Geschichte ganzer Völker in der Alten und besonders in der Neuen Welt radikal verändern. Abenteurer, Schatzsucher, Kriminelle und politisch Verfolgte sahen eine Chance, in der Neuen Welt ihr Glück zu finden. Die großen Kolonialmächte dagegen versuchten, neben dem Streben nach Macht und Reichtum, auch die europäisch-christliche Kultur auf dem neuentdeckten Kontinent zu etablieren. Eine wichtige Unterstützung dabei leisteten vor allem die europäischen Missionare. Sie sorgten nicht zuletzt dafür, dass die europäischen Eroberer in der Neuen Welt ihre Macht festigen konnten.

Im Rahmen des Seminars „Die koloniale Expansion“ wählte ich mir das Thema „Die Arbeit der Jesuitenmissionare in Latein- und Südamerika“ aus. Hierbei möchte ich nach einer kurzen Vorstellung des Jesuitenordens dessen Ziele und Aufgabenbewältigung darstellen. Parallel dazu untersuche ich die Wirkungen auf die Ureinwohner, die von einer Missionsstation ausgingen. Einen zentralen Punkt meiner Seminararbeit bildet die Frage, wie eigentlich die Bekehrung der amerikanischen Ureinwohner gelang? Am Ende meiner Betrachtungen fasse ich noch einmal meine Ergebnisse zusammen und versuche dabei, auch die Arbeit der Jesuitenmissionare kritisch einzuschätzen. In meiner Darstellung möchte ich mich besonders auf das Missionsgebiet Mexiko konzentrieren. Um aber bestimmte Dinge zu erklären oder Parallelen ziehen zu können, werde ich auch Beispiele jesuitisch- missionarischer Arbeit in Südamerika (Amazonasgebiet) heranziehen. Die Hauptquelle meiner Betrachtungen bildet der Bericht von Hernando Cabero: „Der Alltag auf einer Zuckerhacienda des Jesuitenordens in Neu-Spanien (1664)“. Hier werden Einblicke in das Leben einer Missionsstation gegeben und auch ganz alltägliche Probleme thematisiert. In der Forschung ist das Thema der Jesuitenmissionen in Lateinamerika noch nicht vollkommen erschlossen.

Die Quellenlage ist jedoch als recht gut einzuschätzen, weil über Tagesabläufe und wichtige Ereignisse in Briefen, Bittschriften oder Tagebuchaufzeichnungen berichtet wird. Da aber die meisten zeitgenössischen Darstellungen, Quellen etc. zumeist von Europäern bzw. den Missionaren selbst verfasst wurden und einheimische oder indianische Sichtweisen eher selten sind, ist eine objektive Bewertung einiger Sachverhalte nicht immer einfach. Die Quellen jener Zeit spiegeln zwar den Alltag und die auftauchenden Probleme wieder, aber insbesondere Empfindungen der amerikanischen Ureinwohner und deren mögliche Kritik an der Missionsarbeit wurden kaum thematisiert.1 Trotz dieser Schwierigkeiten bemühe ich mich in meiner Seminararbeit darum, die Verhältnisse objektiv zu betrachten, denn gerade in den älteren Abhandlungen der Sekundärliteratur wird von den Ureinwohnern in einer sehr abschätzenden und verachtenden Weise geschrieben. Neuere Forschungsberichte dagegen schreiben in Zusammenhang mit den Ureinwohnern aber in einer respektvollen Art und Weise, so wie ich es auch erwarte. Allerdings geben ältere Abhandlungen auch einen Einblick in die Forschung, wie die Missionierungsproblematik in der Vergangenheit gesehen wurde. Darüber hinaus spiegeln sie auch ein Klischee wieder, das in Europa noch bis in die heutige Zeit weit verbreitet ist- die Ureinwohner seien rückständig und wild gewesen. Im Bereich der Sekundärliteratur stütze ich mich vor allem auf die Darstellung von Bernd Hausberger „Jesuiten aus Mitteleuropa im kolonialen Mexiko“. In dieser Ausgabe werden u.a. die neuesten Ergebnisse in der Forschung (Stand 1995) herausgearbeitet. Weitere Grundlagen meiner Betrachtungen bilden die Werke von Heinrich Boehmer „Die Jesuiten“ und die Übersichtsabhandlung von Wolfgang Reinhard „Geschichte der europäischen Expansion“.

1. Der Jesuitenorden

Der Jesuitenorden war eine katholische Glaubensgemeinschaft, welche bereits im Jahre 1534 durch Ignatius von Loyola gegründet worden war. Papst Paul III. bestätigte den Orden 1540. Die Ziele der Jesuiten lagen hauptsächlich in der Ehelosigkeit, der Armut und in der Wiederbelebung der Palästinamission. Der Orden war sehr papstergeben, was sich besonders im 19. und 20. Jahrhundert als ein Problem darstellte. Die konsequente Verfolgung der eigenen Ziele brachte dem Orden ein zunehmendes Misstrauen bei den europäischen Staaten ein. In vielen Ländern wurde der Jesuitenorden schließlich verboten. Auf diese Problematik möchte ich in meiner Betrachtung nicht eingehen. Ein Jesuit war in der Regel sehr gebildet und in das feste hierarchische System des Ordens eingebunden. Die gute Ausbildung sollte sich für die Zukunft als sehr positiv herausstellen. Besonders die mitteleuropäischen Jesuiten waren für die Kolonialmächte von großer Bedeutung. So waren die Mitteleuropäer beispielsweise sehr gut ausgebildet, um geographische Werke oder Karten anzufertigen. 2 In Jesuitenkollegen wurden die zukünftigen Missionare auf ihre Arbeit in der Neuen Welt vorbereitet.

Während der Gegenreformation in Europa übernahm der Orden eine führende Position, um verlorenes Vertrauen in den katholischen Glauben, bedingt durch die Erfolge der Reformation, zurückzugewinnen. Die Entdeckung der Neuen Welt schließlich entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem großen Betätigungsfeld des Ordens. Hier konnte sich die katholische Kirche insbesondere durch den Jesuitenorden fest etablieren. Das Hauptbetätigungsfeld der Glaubensgemeinschaft lag jedoch in der Missionierung, die sich auf Asien3, Afrika, aber zu allergrößten Teilen auf die Neue Welt bezog. In Amerika gehörten die Jesuiten neben anderen missionarischen Organisationen zu den aktivsten. Begünstigt wurde die rege Tätigkeit der Jesuiten auf der einen Seite durch die verhältnismäßig gute Ausbildung der Mönche bzw. Anhänger, auf der anderen Seite benötigte insbesondere die spanische Krone fähige Missionare, um die eroberten Gebiete in der Neuen Welt zu christianisieren. Den Jesuiten kamen daher – auch durch das päpstliche Wohlwollen bedingt- eine Reihe von Aufgaben zu. So war das primäre Ziel natürlich, neue Christen zu gewinnen, andererseits konnte den Ureinwohnern der europäische Lebensstil vermittelt werden. 4 Gerade wenn es darum ging, neue Gebiete zu erschließen und Kontakt mit anderen bzw. indianischen Kulturen aufzunehmen, griffen die Kolonialmächte, insbesondere Spanien, auf die Jesuitenmissionare zurück. Sie verfügten über eine große Kenntnis von Sprachen bzw. die Fähigkeit, schnell eine fremde Sprache zu erlernen. Dieser Umstand sollte sich aber auch für die Arbeit der Jesuiten selbst auszahlen. In der Neuen Welt wurde der Jesuitenorden mit Länderein von den Regierungen (Portugal, meist aber Spanien) belehnt. Als Gegenleistung hatten die sich darauf befindlichen Siedlungen regelmäßig Abgaben an das Mutterland zu leisten. Da die finanziellen Unterstützungen für die Orden aus dem Mutterland aber eher gering waren und mit der Zeit auch kontinuierlich sanken, waren die Orden gezwungen, sich lateinamerikanischen Ureinwohner als positiv oder negativ gesehen werden kann. selbst wirtschaftlich zu betätigen. 5 Dieses führte dazu, dass die Orden sich eine eigene Wirtschaft aufbauten, um sich selbst finanziell zu unterhalten und die Zahlungen an das Mutterland leisten zu können. Zentrale Bedeutung bei den Jesuiten kam hauptsächlich der Landwirtschaft zu. Insbesondere die Nahrungsmittelversorgung, aber auch der Anbau von für den Genuss bestimmte Pflanzen, wie Zuckerrohr oder Tabak, standen im Vordergrund des wirtschaftlichen Aufbaus. Die guten Kenntnisse der Jesuiten im Bereich der Landwirtschaft und der Agrartechnik schufen günstige Bedingungen, den Aufbauprozess schnell und zielgerichtet voranzutreiben.

2. Missionsgebiet Mexiko

[...]


1 Dies geschah natürlich nicht ohne Grund. Die Missionare oder Mönche hätten sich nur selbst geschadet, wenn sie ihre Arbeit oder ihren Umgang mit den Ureinwohnern kritisch betrachtet hätten. Nur gelegentlich werden gewisse Probleme am Rande erwähnt oder durch aktive Verfechter der Sklaverei der Ureinwohner jener Zeit wie u. a. von Las Casas erwähnt und kritisch reflektiert.

2 Weiterhin sieht Hausberger die Neugier und Abenteuerlust bzw. die Exotik der Neuen Welt als einen weiteren Grund, warum sich besonders mitteleuropäische Jesuiten hervortaten, in die Neue Welt aufzubrechen. B. Hausberger 1995, S. 17.

3 Die Jesuiten waren vor allem in Indien, Japan und China engagiert.

4 An dieser Stelle möchte ich dazu noch keine Bewertung abgeben, inwieweit die Europäisierung der

5 W. Reinhard, 1983-1988, S. 536.


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