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Termpaper, 2004, 43 Pages
Author: Volker Michels
Subject: Economics / Business: Business Ethics, Corporate Ethics
Details
Tags: Globalisierungskritik, Relevanz
Year: 2004
Pages: 43
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 60 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-33551-5
File size: 345 KB
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Excerpt (computer-generated)
Übersicht über die Globalisierungskritik
mit ethischer Relevanz
von: Volker Michels
1. Einleitung 2
1.1 Das Problem 2
1.2 Vorgehen 2
2. Allgemeines 3
2.1 Was ist Globalisierung ? 3
2.2 Forderungen an eine ethische Globalisierung 5
2.3 Neoliberalismus versus Soziale Marktwirtschaft 6
2.3.1 Der Neoliberalismus 6
2.3.2 Die Soziale Marktwirtschaft 7
3. Gestalter der Globalisierung 9
3.1 Internationaler Währungsfonds (IWF) 9
3.2 Weltbank 11
3.3 Welthandelsorganisation (WTO) 13
3.4 Multinationale Unternehmen 14
3.5 Nationalstaaten 16
4. Kritik an der Globalisierung 18
4.1 Märkte 18
4.1.1 Das Konzept des Freihandels 18
4.1.2 Wirtschaftsethik 19
4.1.3 Die Finanzmärkte 21
4.1.4 Die Arbeitsmärkte 24
4.1.5 Die Märkte für Waren und Dienstleistungen 26
4.2 Kultur 29
4.2.1 Zwei Visionen 29
4.2.2 Abgrenzung 30
4.3 Die Umwelt 32
5. Schluss 34
5.1 Zusammenfassung 34
5.2 Ausblick 36
Bibliographie
1. Einleitung
1.1 Das Problem
Ausschreitungen und Proteste gegen die Globalisierung sind in den letzten Jahren häufiger und heftiger geworden. Die Ereignisse in Städten wie Seattle, Genua u. a. stehen für einen wachsenden Widerstand gegen internationa le Organisationen, die als Protagonisten der wachsenden Verflechtung der Weltwirtschaft angesehen werden. Es stellt sich die Frage, wogegen die Menschen protestieren. Seit ungefähr 10 bis 15 Jahren existiert der Begriff der Globalisierung. Seitdem ist er zu einem sehr polarisierenden Symbol geworden. Für die Befürworter ist er das Mittel, die Lebensbedingungen aller oder zumindest vieler Menschen entscheidend zu verbessern. Die Gegner sehen in ihm dagegen eher eine Bedrohung für das bis jetzt Erreichte und als Hindernis, um Gerechtigkeit und Wohlstand für alle Menschen möglich zu machen. Sie sprechen vom internationalen Kapital und der dominierenden Macht des Westens, die die Welt nach ihren Vorstellungen gestalten. Es stellen sich zwei Fragen: 1. Was ist Globalisierung und was macht sie aus? 2. Welche Kritik wird aus ethischer Sicht gegen sie vorgebracht? Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der wirtschaftlichen Seite der Globalisierung, da die ökonomischen Auswirkungen für nahezu jeden Menschen spürbar sind und daher eine besondere Relevanz haben. Darüber hinaus steht dieser Bereich oft im Zentrum der Kritik. Vermisst wird u.a. die ethische Komponente der wirtschaftlichen Globalisierung. Da das Thema in den vergangenen Jahren oft bearbeitet worden ist und regelmäßig in der Diskussion steht, ist die Quellenlage recht umfangreich.
1.2 Vorgehen
Die Arbeit kann grob in zwei Teile gegliedert werden. Der erste Teil beginnt mit der Vorstellung einer Arbeitsdefinition des Begriffs Globalisierung, sowie einer kurzen Darstellung der Voraussetzungen und der Anfänge der Globalisierung. Auf die Forderungen an eine ethische Globalisierung folgt eine Erläuterung, des bei den Befürwortern weit verbreitete Konzeptes des Neoliberalismus. Anschließend wird die soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards als möglicher Gegenentwurf vorgestellt und vom Neoliberalismus abgegrenzt. Danach folgt eine Vorstellung verschiedener Akteure, die als wesentliche Gestalter der Globalisierung angesehen werden können. Dazu zählen internationale Institutionen, international operierende Unternehmen, sowie Nationalstaaten. Inhalt des zweiten Teils ist Kritik mit ethischer Relevanz, die gegen die Globalisierung vorgebracht wird. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Ökonomie in der Globalisierung stehen die Einflüsse, die auf die verschiedenen Märkte einwirken, im Zentrum der Betrachtung. Dazu zählen die Forderung nach, und Durchsetzung von Deregulierung und Freihandel. Nach der Erläuterung der im Hintergrung stehenden theoretischen Konzepte von Freihandel und Wirtschaftsethik, sollen die Auswirkungen der Globalisierung auf die Märkte untersucht werden. Aufgrund der unterschiedlichen Strukturen wird eine Dreiteilung in die Finanzmärkte, die Arbeitsmärkte, sowie die Waren- und Dienstleistungsmärkte vorgenommen. Ein weiteres Feld der Kritik befasst sich mit den Auswirkungen der Globalisierung auf (die) Kultur. Es werden zwei mögliche Szenarien dargestellt und voneinander abgegrenzt. Das abschliessende Kapital hat neben negativen auch positive Einflüsse der Globalisierung auf die Umwelt und eine mögliche Lösung zum Inhalt.
2. Allgemeines
2.1 Was ist Globalisierung ?
Im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung umfasst Globalisierung deutlich mehr als die zunehmende Vernetzung der Weltwirtschaft, obwohl dies ein wesentlicher Bestandteil ist. Die Menschheit scheint im Laufe der Zeit – mit Unterbrechungen und Rückschlägen – in vielen Bereichen langsam zusammenzuwachsen. Jeder Erklärungs- und Definitionsversuch kann darum nur bruchstückhaft sein. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit könnte eine Arbeitsdefinition folgendermaßen aussehen: Globalisierung ist ein nahezu alle Lebensbereiche des Menschen umfassender Prozess. Sie bewirkt die zunehmende Ausweitung und Vernetzung der wechselseitigen regionalen und globalen Beziehungen auf wirtschaftlicher, kultureller und politischer Ebene.1
Ihre entscheidende Voraussetzung ist das Schrumpfen oder sogar völlige Verschwinden der Entfernung. Vor der Erfindung der drahtgebundenen Datenübertragung war die Reisegeschwindigkeit von Menschen, Gütern und Informationen identisch, da sie auf gleichem Weg transportiert wurden. Heute stehen Informationen über die Datennetzwerke nahezu ohne Zeitverlust zur Verfügung. Menschen und Güter brauchen zwar länger, aber das Tempo hat sich stark erhöht. Gleichzeitig sind die Transportkosten für Informationen und Güter drastisch gesunken. 2 Die Revolution der Informations- und Kommunikationstechnologie und des Transportwesens haben es ermöglicht, dass der weltweite Austausch von Menschen, Waren, Dienstleistungen, Informationen und Ideen auf ein nie gekanntes Niveau gesteigert werden konnte. Hinzu kommen die Freihandelspolitik ab 1945 und deutlich gesenkte Zölle, die es vielen Ländern ermöglicht haben, ihre Waren auf dem Weltmarkt anzubieten. Dazu gehört auch die Möglichkeit von Direktinvestitionen, die Unternehmen im Ausland tätigen.
Einen enormen Schub bekam die Globalisierung, als ab 1990 durch das Ende des kalten Krieges viele Potentiale freigelegt wurden. Reduzierte Rüstungsausgaben entlasteten die öffentlichen Haushalte und die Auflösung des Ostblocks öffnete die osteuropäischen Länder für die Weltmärkte. Es ist schwierig den Beginn der Globalisierung auszumachen. Eine Möglichkeit wäre die Epoche des informellen Kolonialismus ab dem 16. Jahrhundert. Eine andere könnte der Siegeszug der Industrialisierung im Zusammenspiel mit dem technischen Fortschritt, im 19. Jahrhundert sein, der grenzüberschreitenden Austausch in großem Stil möglich machte. 1913 wurden 33 % des Weltsozialprodukts international gehandelt.3 Durch die beiden Weltkriege, sowie die Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre nahm der internationale Handel stark ab. Um eine Wiederholung dieser globalen Krise zu vermeiden und die kriegszerstörten Ländern Europas wieder aufzubauen, wurden 1944 auf der Konferenz von Bretton-Woods der IWF und die Weltbank gegründet, sowie eine Freihandelspolitik vereinbart (General Agreement on Tariffs and Trade = GATT).
Die Auswirkungen der Globalisierung sind umfassend und können äusserst ambivalent sein. Darum soll hier nur ein Beispiel genannt werden: Die gestiegenen Informationsmöglichkeiten, z. B. das Internet, führen dazu, dass Informationen aller Art weltweit schneller verfügbar sind, und dass Menschen mit ähnlichen Interessen weltweite Netzwerke aufbaue n können. Das macht es z. B. für Diktaturen schwerer, Informationen vorzuenthalten und Entwicklungen zu unterdrücken. Umwelt- und Menschenrechtsverbände können ihre Aktionen weltweit besser aufeinander abstimmen, und so viel bessere Ergebnisse erzielen. Darüber hinaus haben selbst kleine Unternehmen die Möglichkeit, ihre Waren im Internet weltweit anzubieten und sich damit neue Märkte zu erschließen. Gleichzeitig profitieren aber auch kriminelle oder terroristische Vereinigungen von den neuen Möglichkeiten, weil sie sich leichter der Verfolgung durch einen Staat entziehen, und ihre weltweiten Aktivitäten besser koordinieren können. 4 Hieraus folgt, dass bei einem so komplexen Prozess wie der Globalisierung eine genaue Betrachtung erforderlich ist, bevor es möglich ist, sich ein fundiertes Urteil zu bilden.
2.2 Forderungen an eine ethische Globalisierung
[...]
1 Vgl. Woyke, Handwörterbuch Internationale Politik, S. 137
2 Vgl. Preuße, Globalisierung, S. 247.
3 Vgl. Huntington, Kampf der Kulturen, S. 94.
4 Vgl. Deutsche Bischofskonferenz, Die vielen Gesichter der Globalisierung, S. 23.
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