„Exzellenz, wissen sie schon, daß eine neue Irrlehre in Umlauf ist: das Opus Dei? Mit diesen Worten warnte in den dreißiger Jahren ein spanischer Jesuit den damaligen Erzbischof von Madrid, Leopoldo Eijo y Garay. Anfang Mai 1997 nennt das belgische Parlament in einem Sektenbericht das „Opus Dei“, die „Charismatische Erneuerung“ und die römische „Gemeinschaft Sant’Egidio“ in einem Atemzug mit dem Sonnentemplerorden, Scientologie und der japanischen Aum-Sekte. Obgleich die belgischen Bischöfe sich heftig gewehrt haben, bleibt doch zu fragen, worum es sich denn nun bei dieser Gemeinschaft handelt, die sich selbst als „Werk Gottes“ bezeichnet und wer der Gründer dieser Gemeinschaft ist. Dieser Frage soll der folgende Text nachgehen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1.1 Die Kindheit des Gründers Josemariá Escrivá
1.2 Studium, Priesterweihe und frühe Tätigkeit
1.3 Die Geburtsstunde des Opus Dei
1.4 Aufgaben des Opus Dei
1.5 Grundsteinlegung
1.6 Der Spanische Bürgerkrieg und die Flucht
1.7 Wiederaufbau nach dem Krieg
1.8 Priester im Werk
1.9 Päpstliche Anerkennung des Werkes und weltweite Ausbreitung
2.0 Die römische Ausrichtung
2.1 Das II. Vatikanische Konzil und die Folgezeit
2.1 Die marianische Ausrichtung
2.2 Der Tod des Gründers und die Seligsprechung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die geistliche Grundlegung und die kirchenrechtliche Etablierung des Opus Dei unter seinem Gründer Josemaría Escrivá de Balaguer. Ziel ist es, ein objektives Bild der Gemeinschaft zu zeichnen, ihre zentrale spirituelle Ausrichtung auf die Heiligung der täglichen Arbeit zu erläutern und den Weg von der Gründung bis zur päpstlichen Anerkennung nachzuvollziehen.
- Biografische Stationen des Gründers Josemaría Escrivá
- Die spirituelle Gründungsgeschichte und das Charisma des „Werkes“
- Die Bedeutung der Arbeit als Ort der Heiligung
- Entwicklung der kirchenrechtlichen Anerkennung und Personalprälatur
- Die marianische und römische Ausrichtung der Gemeinschaft
Auszug aus dem Buch
1.3 Die Geburtsstunde des Opus Dei
1928 geschah dann das, worauf er lange gewartet hatte. Die Fußspuren, die er 11 Jahre zuvor gesehen hatte, waren für ihn ein Zeichen, sich bereitzuhalten und auf einen Anruf zu warten. All die Jahre hatte er mit dem blinden Bartimäus gebetet : „Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.“
Am 2. Oktober, dem Fest der Heiligen Schutzengel, nahm er an Exerzitien im Hause der Lazaristenpatres in Madrid teil. In der Postulationsschrift zur Seligsprechung heißt es lapidar: „...er sah das Opus Dei so, wie der Herr es wollte und wie es im Laufe der Jahrhunderte sein würde.“ Viel mehr wissen wir nicht über die Geburt des Opus Dei. Doch was wir wissen, verdient Beachtung: Josemariá hörte in der Stille seines Zimmers das Glockengeläut der Kirche „Nuestra Senora de los Angelos“ (Unserer lieben Frau der Engel). Später sagte er einmal: „In meinen Ohren haben jene Glocken nie mehr zu läuten aufgehört.“
Ich denke, daß wir hier von einem mystischen Ereignis sprechen können, wie es auch der Biograph Peter Berglar tut. Daß wir nur so geringe Angaben über die Gründung haben, liegt sicher am Wahlspruch des Gründers: „ocultarse y desaparecer“, „verborgen bleiben und verschwinden“. Was er damit meinte, erklärte er selbst so: „Meine Aufgabe ist es, verborgen zu bleiben und zu verschwinden, damit allein Jesus ins Licht trete.“
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitung in die öffentliche Wahrnehmung des Opus Dei und Fragestellung nach dem Kern der Gemeinschaft.
1.1 Die Kindheit des Gründers Josemariá Escrivá: Überblick über die religiöse Prägung in Barbastro und die ersten spirituellen Erfahrungen des Gründers.
1.2 Studium, Priesterweihe und frühe Tätigkeit: Darstellung des theologischen und juristischen Ausbildungsweges bis zur Priesterweihe 1925.
1.3 Die Geburtsstunde des Opus Dei: Schilderung des Gründungsereignisses am 2. Oktober 1928 unter mystischen Vorzeichen.
1.4 Aufgaben des Opus Dei: Erläuterung des Kernkonzepts der Alltagsheiligung mitten in der Welt.
1.5 Grundsteinlegung: Beschreibung der frühen Bildungsarbeit und der Entstehung des Werkes „Der Weg“.
1.6 Der Spanische Bürgerkrieg und die Flucht: Bericht über die schwierige Zeit des Bürgerkriegs und die Gefährdung des Gründers.
1.7 Wiederaufbau nach dem Krieg: Analyse der Konsolidierungsphase in den 1940er Jahren.
1.8 Priester im Werk: Entstehung der „Priesterlichen Gesellschaft vom Heiligen Kreuz“ zur pastoralen Betreuung der Mitglieder.
1.9 Päpstliche Anerkennung des Werkes und weltweite Ausbreitung: Dokumentation der approbatorischen Schritte durch den Heiligen Stuhl und der Expansion.
2.0 Die römische Ausrichtung: Fokus auf die tiefe Verbundenheit des Opus Dei mit dem Papstamt.
2.1 Das II. Vatikanische Konzil und die Folgezeit: Auseinandersetzung mit der konziliaren Lehre und der Rolle der Laien.
2.1 Die marianische Ausrichtung: Beschreibung der besonderen marianischen Frömmigkeit des Gründers und seiner Nachfolger.
2.2 Der Tod des Gründers und die Seligsprechung: Lebensende von Escrivá und der Prozess der Seligsprechung durch Johannes Paul II.
Schlüsselwörter
Opus Dei, Josemaría Escrivá, Alltagsheiligung, Katholische Kirche, Laienapostolat, Spiritualität, Personalprälatur, Römische Ausrichtung, Marianische Frömmigkeit, Kirchengeschichte, Seligsprechung, Priesterliche Gesellschaft vom Heiligen Kreuz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine biografische und kirchengeschichtliche Untersuchung des Opus Dei und seines Gründers Josemaría Escrivá de Balaguer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte der Gemeinschaft, das spirituelle Konzept der Alltagsheiligung und die kirchenrechtliche Entwicklung zur Personalprälatur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine sachliche Dokumentation des Werdegangs des Opus Dei und die Klärung seiner Rolle innerhalb der katholischen Kirche.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die zentrale biografische Werke und kirchenamtliche Dokumente sowie Zitate des Gründers auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch: Von der Kindheit des Gründers über die Gründung 1928, die Bewältigung des Spanischen Bürgerkriegs bis hin zur Ausbreitung und päpstlichen Anerkennung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Opus Dei, Josemaría Escrivá, Alltagsheiligung, Personalprälatur und Laienapostolat.
Wie begründete Escrivá die Notwendigkeit eigener Priester im Werk?
Er sah die Notwendigkeit, da weltliche Priester oft nicht mit der spezifischen „Mentalität“ und den geistlichen Normen des Werkes vertraut waren, um die Mitglieder seelsorgerisch korrekt zu begleiten.
Welche Rolle spielte das Zweite Vatikanische Konzil für die Theologie des Opus Dei?
Die Lehre des Konzils zur Rolle der Laien in der Welt deckte sich weitgehend mit dem, was Escrivá bereits seit 1928 lehrte, wodurch sich das Werk in seinem Selbstverständnis durch das Konzil bestätigt sah.
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- Dr. theol. Peter H. Görg (Author), 1997, Der selige Josemaria Escrivá und das Opus Dei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33001