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Scholary Paper (Seminar), 2003, 18 Pages
Author: Dr. theol. Peter H. Görg
Subject: Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
Details
Tags: Name, Rose, Armutsstreit
Year: 2003
Pages: 18
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 21 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-33582-9
ISBN (Book): 978-3-638-78981-3
File size: 158 KB
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Abstract
Die Entstehung der so genannten Bettelorden gehört sicher zu einem der bedeutendsten Beispiele mittelalterlicher Frömmigkeit und Christusnachfolge. In ihren Eigenarten unterscheiden sich besonders die großen Mendikantenorden der Franziskaner und Dominikaner deutlich von den klassischen monastischen Orden der Kirche. In allen Jahrhunderten musste sich die Kirche mit dem Aufkommen neuer Strömungen und Gemeinschaften auseinandersetzen. Sie musste prüfen, inwiefern neue Gruppierungen ihren Platz noch innerhalb der Kirche haben, ob sie der Bereicherung des Glaubenslebens dienen, oder ob sie durch Sonderlehren oder ihre Lebensform den Glauben und das Sittenleben der Gläubigen gefährden. Es war auch immer ein Ringen um die rechte Form der Imitatio Christi, der Christusnachfolge. Diesen Prüfungen mussten sich auch die Mendikantenorden aussetzen. Außerdem erlebten sie innerhalb ihrer Gemeinschaften immer wieder die Auseinandersetzungen zwischen gemäßigteren und extremeren Gruppierungen sowie die Bildung neuer Bewegungen. In diese Zeit hinein, genauer ins Jahr 1327, datiert Umberto Eco seinen Roman „Der Name der Rose“. Trotz seiner Mischung aus Fiktion und Historie ist er doch geeignet, das Interesse an den Geschehnissen des 13./14. Jahrhunderts zu wecken und soll uns als Vehikel dienen, in diese Zeit vorzudringen. So wird im ersten Teil dieser Arbeit kurz der Inhalt des Buches vorgestellt. Im zweiten Teil wird dann der geschichtliche Hintergrund mit Schwerpunkt auf dem „Armutsstreit“ um Michael von Cesena, Johannes XXII., Ludwig dem Bayern und der Synode von Perugia behandelt, um im dritten Teil einen Überblick zu geben über maßgebende Persönlichkeiten und Gruppierungen des behandelten Zeitalters.
Excerpt (computer-generated)
Universität Augsburg
Katholische Fakultät
„Schriftstellerische Freiheit und historische Wirklichkeit.
Eine Lesung der Werke Umberto Ecos (SS 2003)“
Der Name der Rose und der Armutsstreit
von: Peter H. Görg
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
1. Der Roman 5
2. Der Armutsstreit 8
2.1 Die Privilegierung der Mendikanten 8
2.2 Der literarische Armutsstreit 9
2.3 Die Spiritualen 10
2.4 Der theoretische Armutsstreit 11
3. Personen und Bewegungen im Roman „Der Name der Rose“ 13
3.1 Papst Johannes XXII. (1316-1334) 13
3.2 Michael von Cesena (+1342) 14
3.3 Ubertino von Casale 15
3.4 Die Katharer 16
3.5 Die Apostoliker 16
4. Schluss 18
Literatur 19
Einleitung
Die Entstehung der so genannten Bettelorden gehört sicher zu einem der bedeutendsten Beispiele mittelalterlicher Frömmigkeit und Christusnachfolge. In ihren Eigenarten unterscheiden sich besonders die großen Mendikantenorden der Franziskaner und Dominikaner deutlich von den klassischen monastischen Orden der Kirche. S. Clasen führt für die Unterschiede die Armutsfrage, die Form des Apostolats und die Verfassung der neu gegründeten Gemeinschaften an. 1
In allen Jahrhunderten musste sich die Kirche mit dem Aufkommen neuer Strömungen und Gemeinschaften auseinandersetzen. Sie musste prüfen, inwiefern neue Gruppierungen ihren Platz noch innerhalb der Kirche haben, ob sie der Bereicherung des Glaubenslebens dienen, oder ob sie durch Sonderlehren oder ihre Lebensform den Glauben und das Sittenleben der Gläubigen gefährden. Es war auch immer ein Ringen um die rechte Form der Imitatio Christi, der Christusnachfolge.
Diesen Prüfungen mussten sich auch die Mendikantenorden aussetzen. Außerdem erlebten sie innerhalb ihrer Gemeinschaften immer wieder die Auseinandersetzungen zwischen gemäßigteren und extremeren Gruppierunge n sowie die Bildung neuer Bewegungen. In diese Zeit hinein, genauer ins Jahr 1327, datiert Umberto Eco seinen Roman „Der Name der Rose“. Trotz seiner Mischung aus Fiktion und Historie ist er doch geeignet, das Interesse an den Geschehnissen des 13./14. Jahrhunderts zu wecken und soll uns als Vehikel dienen, in diese Zeit vorzudringen. So wird im ersten Teil dieser Arbeit kurz2 der Inhalt des Buches vorgestellt. Im zweiten Teil wird dann der geschichtliche Hintergrund mit Schwerpunkt auf dem „Armutsstreit“ um Michael von Cesena, Johannes XXII., Ludwig dem Bayern und der Synode von Perugia behandelt, um im dritten Teil einen Überblick zu geben über maßgebende Persönlichkeiten und Gruppierungen des behandelten Zeitalters.
1. Der Roman
Im Jahre 1980 erschien in Italien das Buch „Il nome della Rosa“ des piemontesischen Schriftstellers und Semiotikprofessors Umberto Eco3. Weltweit wurden über acht Millionen Exemplare verkauft und es entstand eine umfangreiche Sekundärliteratur einschließlich zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Die deutsche Ausgabe des Werkes wurde 1982 herausgegeben4 und führte zusammen mit der Verfilmung zu einem breit gestreuten Interesse am Mittelalter, dem fiktiven und dem realen. Der Roman spielt auf mehreren Ebenen: Eco berichtet vom angeblichen Auffinden der Aufzeichnungen Adson von Melks, die ihm auf ebenso wundersame Weise in die Hände fa llen und wieder verloren gehen. Dieser Adson von Melk soll am Ende seines Lebens eine Chronik über sieben Tage seines Lebens verfasst haben. Dieser Bericht bildet den eigentlichen Inhalt des Buches:
Adson begleitet im November 1327 als Novize des Benediktinerordens den angelsächsischen Franziskaner und ehemaligen Inquisitor William von Baskerville zu einer prachtvollen, nicht näher bestimmten, Benediktinerabtei in Norditalien. William soll ein Treffen vorbereiten zwischen Vertretern des Kaisers Ludwig von Bayern und Papst Johannes XXII. Anlass sind Streitigkeiten in der Armutsfrage, die sich Ludwig gegen den Papst zunutze macht. William soll das Verhältnis des Ordens zur Kirche regeln.
Mehrere Todesfälle überschatten die Vorbereitungen und führen dazu, dass dem detektivischen5 William die Klärung der Fälle anvertraut wird. Er darf dabei das gesamte Kloster untersuchen, nur die geheimnisvolle Bibliothek, die sich über der Küche und dem Scriptorium im übermächtigen Aedificium der Abtei befindet, darf er nicht betreten, obwohl ihn bereits der erste Todesfall des Miniaturenmalers Adelmus von Otranto dorthin führt. Am zweiten Tag wird der Aristotelesforscher Venantius von Salvemec tot aufgefunden und Adson und William decken die Spannungen zwischen den italienischen und den ausländ i- schen Ordensbrüdern auf. William entlarvt den entstellten Salvatore als ehemaliges Mitglied der Häretikerbewegung des Fra Dolcino. Außerdem treffen Adson und William mit Williams alten Freund Ubertin von Casale zusammen und Eco stellt über das Gespräch und die Gedankengänge der drei die Wirrungen und Irrungen der verschiedenen Bewegungen dar.6 Trotz des Verbotes untersuchen William und Adson die Bibliothek, die wie ein Irrgarten angelegt ist. Den dritten Tag verbringt Adson mit langen Gesprächen mit Salvatore und Ubertin von Casale. Schließlich begibt er sich allein in die Bibliothek. Auf dem Rückweg begegnet ihm die „Rose“, ein Bauernmädchen, das ein Verhältnis mit dem Cellerar hat. Sie gibt sich Adson hin, was ihn in schwere Gewissensnöte bringt. Doch William, dem er beichtet, zeigt sich zugleich verständnisvoll und mahnend. Der am Vortag verschwundene Bibliotheksgehilfe Berengar wird mit schwarzer Zunge und schwarzem Finger ertrunken im Badehaus gefunden.
[...]
1 Vgl. S. Clasen, Art. Bettelorden: LThK2 II, 321f.
2 Da es sich um keine literaturwissenschaftliche Arbeit handelt, werden die entsprechenden Auseinandersetzungen um die Frage des offenen Romans, des historischen Romans, die literarischen Formen und Darstellungsweisen nicht näher angegangen.
3 Zu Person und Werk vgl. C. Urban, Erläuterungen zu Umberto Eco - Der Name der Rose (Königs Erläuterungen und Materialien Band 391), Hollfeld 1998, 7-15; K. Ickert-U.Schick, Das Geheimnis der Rose entschlüsselt, München 21986, 193f.
4 Verwendete Ausgabe: U. Eco, Der Name der Rose. Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber, München 262002.
5 Eco spielt bei William klar auf Sherlock Holmes (Der Hund von Baskerville) an. Vgl. auch den Gleichklang der Namen der Gehilfen: Adson - Watson.
6 Vgl. NdR 70-92.
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16.02.2005 16:42:16
Hallo zusammen, ich habe "Der Name der Rose" in der Schule durchgenommen, und auch den Film dazu geschaut. Mir bleibt nur noch eine Frage offen. Und zwar: Woder kommt der Titel? Hat das was mit dem Priesterorden zu tun, oder ist dem Autoren nichts besseres eingefallen? Ich denke es hat was mit dem satz Stat rosa pristina nomine, nomina nuda tenemus (Es steht der Name der Rose von einst, bloße Namen bleiben uns. ) zu tun. Aber es bringt mir nich viel, da ich nicht mal mehr dieses Satz versteh.. hilfe ;) danke im vorraus für eure antworten tschö
28.10.2005 15:28:35
Der "Name der Rose" bezieht sich wohl auf das Mädchen. Auch von ihr kennt man - und auch Adson selbst - den Namen nicht.