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Definitheitsmarker im Amharischen - Der Artikel in der Nominalphrase

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 18 Pages
Author: Marion Geiss
Subject: African Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 18
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V33071
ISBN (E-book): 978-3-638-33645-1

File size: 680 KB
Notes :
Amharisch Der Artikel in der Nominalphrase



Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg Universität Mainz
Institut für Afrikanische Philologie
4. Semester

Definitheitsmarker im Amharischen –
Der Artikel in der Nominalphrase

von: Marion Geiss

 


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung 4

II. Amharisch und die Semantische Sprachfamilie: 5

III. Syntax des Amharischen 6

IV. Die vier Definitmarker des Singular nach Kupeliuk 7

IV.1. Bildung der Definitmarker und ihre Anwendung 7

IV.1.a. Der unmarkierter indirekte Artikel 7
IV.1.b. <and>: unbestimmte Artikel oder Zahlwort? 9
IV.1.c. Der bestimmte Artikel 12
IV.1.d. Null-Markierung 14

V. Der Plural Definitmarker 15

VI. Schluss 18

VII. Bibliografie 19




I. Einleitung

Das Amharische hat viele Möglichkeiten eine Aussage unterschiedlich zu gewichten. Je nach verwendetem Definitmarker ist zum Beispiel ein Nomen unterschiedlich genau bestimmt oder näher bestimmt. Dabei ist in der Verwendung der Definitmarker nicht immer eine festgelegte Regel zu erkennen. Im Folgendem wird die Verwendung und Art der Definitmarker mithilfe der Titel von Robert Hetzrons (1997) The Semitic Language, Olga Kapeliuks Syntax of the Noun in Amharic (1994) und Nominalization in Amharic (1988) , Geoffrey Khans (1988) Studies in Semitic Syntax und Baye Yimam (1996) Definitness in Amharic discourse genau untersucht. In meiner Arbeit beziehe ich mich hauptsächlich auf die Arbeiten von Hetzron (1997), Kupliuks (1994) Syntax of Amharic und den darauf aufbauenden Artikel von Yimam (1996). Während ich mich mit den Definitmarkern des Amharischen beschäftigte, wurde mir bewusst wie umfassend und widersprüchlich das Definitheitssystem ist. Da eine ausführliche Besprechung aller Definitmarker einen zu großen Umfang einnehmen würde, werde ich hier ausschließlich die Artikel behandeln und weitere Möglichkeiten der Definitheit nur am Rande erwähnen. Leider sind die Beispiele Kupeliuks schlecht übersetzt, weshalb ich mich meist auf die Beispiele Yimams beziehen werde. Weitere Beispiele entnehme ich aus dem Kursbuch Amharic: Basic Course 1-50 und 51-60. Im Gegensatz zu Kupeliuk verwende ich nicht die Amharischen Syllographen, da diese nur gut ausgebildeten Amharisch-Sprechern zugänglich sind.
Die Definitmarker des Amharischen sind im Vergleich zu vielen anderen Sprachen, wie zum Beispiel den indo-europäischen, ungewöhnlich in ihrem Auftreten und ihrer Verwendung. Während oftmals nur zischen dem bestimmten und nicht markierten Nomen unterschieden wird ist, nach Kupeliuk (1994), die Regel des Amharischen weitaus komplizierter. In Hinblick auf den historischen Verlauf der Sprache ist eine deutliche Bewegung zu erkennen, die sich immer mehr einer einheitlichen Form angleicht. Trotzdem gibt es mehr oder weniger feste Regeln, die den Gebrauch der Artikel beschreiben. Im Folgenden wird die Verwendung und Besonderheit der Artikel erklärt und aufgezeigt. Außerdem werde ich die Probleme und Schwierigkeiten der Anwendung innerhalb des realen Sprachgeschehens aufzeigen. Die tatsächliche Verwendung von Definitmarkern lässt sich ausschließlich nur im Kontext erörtern. Darüber hinaus ist oftmals eine gewisse Subjektivität im Spiel und die Anwendung der Regeln wird oftmals im Hinblick auf pragmatische Inhalte angewandt (Kapeliuk 1994: 2-3).

II. Amharisch und die Semantische Sprachfamilie:

(SIL International 2003)
Amharisch wird innerhalb des Afroasiatischen in die semantische Sprachfamilie eingeordnet und ist wiederum in die südsemitische Gruppe und dort unter äthiopisch eingeordnet. Hier wird vor allem das Amharische aus Äthiopien behandelt (SIL International 2003).

 Afroasiatisch
 Semitisch
 Süd
 Äthiopisch
 Süd
 Transversal
 Amharisch-Argobba
 Amharisch

Quellen berichten von einer Sprecherzahl von etwa 17 Millionen (SIL 2003) bis zu sogar 30 Millionen (Alemu 2003) Muttersprachensprechern in Äthiopien. Darüber hinaus lassen sich noch einmal etwa 5 Millionen Zweitsprachensprecher (SIL 2003; Alemu 2003) dazuzählen. Damit ist Amharisch innerhalb der afroasiatischen Sprachfamilie eine der Sprachen mit der größten Sprecherzahl. Die Bedeutung des Amharischen in Äthiopien ist groß und viele Menschen sprechen oft neben ihrer Muttersprache Amharisch. Andere in Äthiopien verwendete Sprachen sind vor allem: Tigrinia, Somali, Oromo und Gurage. (SIL International 2003). Regionale amharische Dialekte sind Shoa, Begemder, Gojjam, und Menz-Wello (Hetzron 1997: 457).
Seit dem 14. Jahrhundert gibt es amharische Texte und auch heute steigen die amharischen Publikationen weiter an. Amharisch ist eine Schrift- und Schulsprache und außerdem Lingua Franca so wie verfassungsmäßig anerkannte Nationalsprache Äthiopiens (Alemu 2003; Hetzron 1997: 457). Ursprünglich war das Amharische in den zentralnördlichen Bergregionen Begember, Westwello, Gojjam und Menz beheimatet. Heute wird es zusätzlich in den meisten Städten gesprochen (Hetzron 1997, 457). Außer in Äthiopien kommt Amharisch auch in Ägypten, Israel und Schweden vor (SIL International 2003).
Amharisch ist eine Silbensprache und wird ursprünglich in einer Schrift geschrieben, die sich vom Ge’ez ableitet. Diese Schriftsprache besitzt 33 Grundzeichen und sieben Formen für jede Konsonant-Vokal-Kombination (Alemu 2003). Trotzdem wird Amharisch heute in vielen Arbeiten mit dem Lateinischen Buchstaben und zusätzlichen diakritischen Zeichen geschrieben.

III. Syntax des Amharischen

[...]


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