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Termpaper, 2004, 14 Pages
Author: Ann-Katrin Kutzner
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Tags: Gerardo, Diego, Generación
Year: 2004
Pages: 14
Grade: 2
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-33800-4
ISBN (Book): 978-3-638-90193-2
File size: 182 KB
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Abstract
Mit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war in Spanien ein Stilwechsel in Literatur und Dichtung eingetreten. Seit Beginn des 20. Jhr. blühte in Spanien im Gefolge des aus Nicaragua stammenden Rubén Darío eine Lyrik von solcher Fülle, Qualität und Originalität, dass die einheimischen Kritiker in Bezug auf die Literaten der Generación del 27 (siehe unten) von einem 2. goldenen Zeitalter ihrer Literatur sprechen. Diese Entwicklung während der Jahrhundertwende entsprang dem Überdruss an deklamatorischer, an sentimentaler und naturalistischer Dichtung. Was den Stilwechsel entscheidend prägte war die einheimische Überlieferung, die eigene spanische literarische Tradition, personifiziert durch den Barockdichter des 18. Jahrhunderts, Luis de Góngora. Der Jahrhunderte hindurch verkannte Poet wurde nun im 20.Jhr. neu entdeckt und gewürdigt.
Excerpt (computer-generated)
Gerardo Diego und die Generación del 27
von: Ann-Katrin Kutzner
1. Einleitung 3
2. Verbindung vom Barock und der Moderne 4
3. La generación del 27 5
3.1 Die Tradition 5
3.2 Die Avantgarde 6
4. Gerardo Diego 7
4.1 Diegos Leben 7
4.2. Diego in Politik und Religion 7
4.3 Diego im Kreis der 27er Literaten 8
4.4 Diego und sein lyrisches Werk 8
5. Beispielgedichte 10
5.1 Nocturno 10
5.1.1 Interpretation 10
5.2 Muy sencillo 12
5.2.1 Interpretation 13
Literaturverzeichnis 15
1. Einleitung
Mit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war in Spanien ein Stilwechsel in Literatur und Dichtung eingetreten. Seit Beginn des 20. Jhr. blühte in Spanien im Gefolge des aus Nicaragua stammenden Rubén Darío eine Lyrik von solcher Fülle, Qualität und Originalität, dass die einheimischen Kritiker in Bezug auf die Literaten der Generación del 27 (siehe unten) von einem 2. goldenen Zeitalter ihrer Literatur sprechen. Diese Entwicklung während der Jahrhundertwende entsprang dem Überdruss an deklamatorischer, an sentimentaler und naturalistischer Dichtung. Was den Stilwechsel entscheidend prägte war die einheimische Überlieferung, die eigene spanische literarische Tradition, personifiziert durch den Barockdichter des 18. Jahrhunderts, Luis de Góngora. Der Jahrhunderte hindurch verkannte Poet wurde nun im 20.Jhr. neu entdeckt und gewürdigt. Der Reiz seines kunstvoll dunklen Stils, das Errichten poetischer Gegenwelten zur realen Wirklichkeit, seine virtuose Sprache, die Strenge seiner dichterischen Technik etc. beeindruckten die jungen Künstler, und so kam es, dass in Spanien die moderne Dichtung zu einer eben solchen, einer teilweise sehr dunklen, kühnen und stellenweise sogar esoterischen Dichtung wurde. Die Rückkehr zur einheimischen Überlieferung führte insbesondere, aber nicht ausschließlich zu Góngora, sondern auch zur volkstümlichen Poesie, und hierbei insbesondere zu den Ro manzen, aber auch den Zigeunerliedern Andalusiens. Unstimmigkeit ist ein Gesetz moderner Lyrik wie aller modernen Kunst. Und so betonte auch die Poetik der Generación del 27 stets den unendlichen Abstand der Lyrik zum erzählenden, dramatischen, auf Sachzusammenhang und Logik gegründetem Schrifttum. Die modernen Literaten strebten nach reiner, nutzloser Schönheit, nach einer Autonomie der Worte, so dass der Sachgehalt der Dichtung nahezu bedeutungslos wurde. Die Spannweite zwischen Sujet und sprachkünstlerischer Technik wurde nun erheblich größer als sie in früherem Dichten war. Das Gleichgewicht zwischen Aussageinhalt und Aussageweise wurde durch das Übergewicht der letzteren in der modernen Lyrik beseitigt. Zudem wurde das Sprachgefüge, die grammatischen Regeln und die rednerische Ordnung durchbrochen. All dies soll später an Beispielgedichten verdeutlicht werden.
2. Verbindung vom Barock und der Moderne
Im Laufe des 18.Jhr. ist der Barockbegriff auf alle Künste angewandt worden, und zwar immer in verächtlichem Sinn. Geschätzt wurde der Barock erst im Zuge seiner Wiederentdeckung und Rehabilitierung in den 20er Jahren des 19.Jahrhunderts. Man könnte von einer in weiten Teilen bewussten, teils aber auch unbewussten Wahlverwandtschaft moderner Dichtung zum Barock sprechen, denn in beiden Epochen war durch den Einfluss des 1. Weltkrieges ein gewisses Krisenbewusstsein gleichermaßen weit verbreitet.
Der programmatische Modernismus in der Barockdichtung drückte sich durch die neuen sprachlichen Wendungen, einem nie zuvor verwendeten literarischen Ton aus. Dem Barockdichter ist kein Bild zu stark und kein Wort zu hoch. Er strebt nach allem Ungewohnten und Neuen. Er gibt dem Ausdruck Wucht und Nachdruck. Er sucht nach Dissonanzen und Widersprüchen, was seinem antithetischen Lebensgefühl entspringt. Die moderne Dichtung gründet sich auf die des Barocks, mit dem Grundbegriff der Analogie. Góngora ist, wie bereits erwähnt, der Künstler, der die ultraistischen1 spanischen Avantgardisten am stärksten in ihrem Schaffen beeinflusste.
3. La generación del 27
Der Begriff Generación del 27 bezeichnet eine Gruppe von Literaten und Poeten, zu denen außer Gerardo Diego auch Federico García Lorca, Vicente Aleixandre, Rafael Alberti, Luis Cernuda, Dámaso Alonso, Pedro Salinas, Jorge Guillén, Miguel Hernández, Emilio Prados und Manuel Altolaguirre gehörten. Die Geburtsdaten des Jüngsten und des Ältesten der Gruppe liegen nur 15 Jahre auseinander, eine Tatsache, die veranschaulicht, dass es sich bei der Generación del 27 tatsächlich um eine geschlossene Generation handelt. Die Mehrheit der oben genannten Literaten stammte aus dem Bürgertum und absolvierte eine universitäre Ausbildung, in dessen Rahmen sie sich u.a. mit den Klassikern Garcilaso, Lope, Quevedo und Góngora beschäftigte. Auch war die Mehrheit von Beruf Lehrer, was ihr Leben finanziell absicherte; die Beschäftigung mit der Poesie war für die Gruppe ein Hobby und eine große Leidenschaft. Fast alle der Gruppe Zugehörigen verbrachten einige Zeit im Ausland, wo sie ihre literarischen Studien erweiterten. Zu erwähnen bleibt, dass es innerhalb der Gruppe keinen offiziellen Leiter/Anführer gab.
3.1 Die Tradition
[...]
1 Ultraísmo: „más allá“. Movimiento amplio de vanguardia.
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